Internationaler Frauentag: Schwedische Erfolgsfrauen
Es kommt nicht häufig vor, dass Milliarden von Menschen an einem Tag gemeinsam feiern. Heute ist so ein Fall, denn es ist Internationaler Frauentag. Und auch wenn bei vielen keine Feierstimmung aufkommt, so gibt es doch einige Medien und Einrichtungen, die den Tag nicht völlig kommentarlos verstreichen lassen wollen. Es geht nicht darum, das Frausein zu feiern. Und auch nicht darum, die Gebärfreudigkeit der Frauen zu zelebrieren. Es geht wohl eher darum, zu zeigen, wie es um die Gleichstellung in der Gesellschaft steht. Von der Rolle und den Probleme der Frau zu sprechen. Oder Selbstvertrauen zu geben, indem von positiven Beispielen berichtet wird.
Dagens Nyheter listet beispielsweise die 125 einflussreichsten Frauen der schwedischen Wirtschaft auf. Das ist vielleicht nicht die entscheidenste Aufstellung des Tages, aber im Gegensatz zum angeblichen deutschen Presseflagschiff Nr. 1, dem “Spiegel”, wird der Tag immerhin berücksichtigt. Und wer ist nun die mächtigste Frau des schwedischen Wirtschaftslebens? Wenig bekannt ist sie auf jeden Fall. Bis zu einem Wikipedia-Eintrag hat sie es bisher nicht geschafft. So populär ist ihr Arbeitsbereich auch nicht. Schließlich arbeitet sie im Industrie- und Rüstungssektor. Und das für SAAB, einer Firma mit potentiell ungewisser Zukunft. Hier ist Lena Olvig Vizegeschäftsführerin. In der Rankingliste war sie seit 2002, bevor sie zu SAAB gekommen ist, hat sie bereits für Volvo in Asien gearbeitet.
Im Gegensatz zu vielen deutschen Karrierefrauen ist sie sich der Tatsache bewusst, dass Frauen heute auf ihren Karrierewegen noch viele Steine in den Weg gelegt werden. Olvig selbst ist immer auf der Suche nach guten Kandidatinnen für ihre Toppositionen. Hier nimmt sie auch die Rankingliste zu Hilfe. Die Gleichstellung geht ihr generell noch zu langsam vorwärts. Aber da steht sie nicht alleine: Von den 125 Frauen der Rankingliste selbst sind mittlerweile 52% für eine Quotenregelung, im letzten Jahr waren es noch 32%. Quoten für Vorstände werden genauso gefordert wie Quoten für die Geschäftsführung.
Für alle, die es noch nicht so weit gebracht haben: Es besteht noch Hoffnung. Die meisten Frauen der Liste sind zwischen 42 und 55 Jahre. Mit 28 Jahren ist Nina Sundén, Swedish Match Direktorin, die jüngste Erfolgsfrau. Derzeit liegt sie auf Platz 109, ihr Arbeitsbereich ist Tabak bzw. Snus. Direkt dahinter liegt mit der 64jährigen Inga-Lisa Johansson die älteste Frau der Liste. Sie ist Konzernchefin bei Daloc Futura, einem Finanzunternehmen.
Nicht zu vergessen natürlich noch die Spitze der Liste. Platz 2 nimmt die Geschäftsführerin der SEB-Bank Annika Falkengren (47) ein. Den Bronzeplatz nimmt Mia Brunell (44) ein, die ihr Geld in dem Finanzunternehmen Kinnevik verdient. Die großen schwedischen Konzerne Vattenfall, H&M, Volvo und Ikea tummeln sich eher in den 10-Plätzen. Auch hier ist also noch Handlungsbedarf. Aber wer weiß, vielleicht sieht die Liste im nächsten Jahr schon wieder ganz anders aus.




