Archiv für Juli 2008

Wo ist denn wohl die Szene?

Mittwoch, 30. Juli 2008

Södermalm - bunter Treffpunkt

Alles was als hipp gezählt werden möchte, tummelt sich im Stadtteil Södermalm. Ein recht großes Viertel mit zahlreichen Kneipen, Diskos und Restaurants. Gleichzeitig auch sehr viel Wohn- und Arbeitsraum. Alle, die denken, sie seien jenseits des Mainstreams, independent und extrem individuell versammeln sich hier und machen den Ort dann doch wieder irgendwie spießig. Viel Wert wird darauf gelegt zu betonen, dass man aus Södermalm ist oder dort zumindest arbeitet oder sich regelmäßig zwecks Nachtleben aufhält. Die Leute hier grenzen sich vor allem ab von den Östermalm-Bewohnern, welche zu den reichsten Schwedens und somit zu den reichsten der Welt zählen dürften. Was den Geldbeutel betrifft, können sich die Södermalmer jedoch gar nicht allzu sehr von den anderen Innenstadtbewohnern unterscheiden, da beispielsweise eines der seltenen WG-Zimmer nicht unter 500-600 Euro pro Monat zu haben ist. Auch die Getränkepreise in den Gastronomiebetrieben sind happig und setzen eine gute finanzielle Situation voraus. Widerspricht auf jeden Fall meiner Vorstellung von Subkultur und “Szene”. Was nicht heißen soll, dass ich das Viertel nicht mag und mich nicht auch dort primär aufhalte. Der Weg vom Medborgarplatsen Richtung Slussen ist auf jeden Fall eine super Flaniermeile und absolut dazu zu nutzen, interessante und schöne Menschen sehen zu können. Und eine Kneipe wie das Carmens, welche jeder Stockholmer kennt und meines Wissens nach alle schätzen, ist auch nicht zu verachten (wobei ich mich frage, wie lange dieser Status aufrecht erhalten bleiben kann, wenn die Bediensteten dort weiter so unfreundlich sind). Großartig auch die Fülle an Second-Hand-Läden, Cafés und Nischengeschäften. Oder der Blick entlang der Götgatan in Richtung des beleuchteten Globens, wenn es dunkel ist. Das Abenteuer, den Bus durch die Stadt zu nehmen an dem Tag, an dem die Schweden ihre Steuererklärung einreichen müssen (Verkehrschaos!). Die herrliche Aussicht in der Buslinie 2 von Slussen in Richtung Sofia auf den Anlegerbereich für die Kreuzfahrtschiffe und Djurgarden….

Abgelegt in Schweden, Stockholm

Herzstück Slussen

Donnerstag, 24. Juli 2008

Slussen

Der schönste Platz der Stadt: eindeutig Slussen. Das Herzstück der Stadt. Hier bündeln sich U-Bahn, S-Bahn, viele Buslinien und die Autobahn. Slussen ist eigentlich eine große kreisförmige Verkehrskreuzung, die ihren Charme dadurch gewinnt, dass sie für den Linksverkehr ausgelegt ist. Dieser herrschte bis 1967 in Schweden. Darüber hinaus ist es das Verbindungsstück zwischen der Altstadt (Gamla Stan) und dem modernsten Viertel, Södermalm, mit seinen vielen Kneipen, Bars und Subkulturen. Ein weiterer Pluspunkt: Slussen (zu deutsch die Schleuse) ist umgeben von zwei Gewässern: dem Zugang zur baltischen See (Saltsjön) und dem Mälaren. Aus diesem Grunde kann man von diesem Punkt aus hervorragend weite Teile der Stadt überblicken. Neben Gamla Stan und Södermalm sieht man das Schloss, das berühmte Kaufhaus NK und Djurgården mit seinen Museen und dem Freizeitpark Gröna Lund. Die Aussicht an Silvester sucht auf jeden Fall seinesgleichen in der Stadt.

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Abgelegt in Schweden, Stockholm

Kampf den Vorurteilen!

Donnerstag, 24. Juli 2008

Schweden das sind Elche, Midsommar und entlegene Seen. Dies ist zumindest das in Deutschland weit verbreitete romantische Bild des Landes. Dabei gibt es Elche nicht nur in ganz Skandinavien, sondern auch in anderen Teilen der Welt. Zudem sind die Tiere objektiv betrachtet ziemlich hässlich und werden oft als harmlos unterschätzt. Midsommar wird vor allem gefeiert, um veraltetes schwedisches Brauchtum aufrecht zu erhalten und/oder sich mehr oder weniger gepflegt zu betrinken. Und die Freude an den schönen schwedischen Seen und der Landschaft nimmt bei vielen Menschen ganz schnell ab, wenn im Sommer Millionen von Mücken das Land heimsuchen. Kurz – es ist nicht alles Gras was grün ist. Ohne Frage ist Schweden ein wunderschönes Land, aber es hat auch mehr zu bieten als der Durchschnittsdeutsche sich vorstellt.

Nationaldag vor dem Schloss

Fragt man eine Schwedin nach ihrer Hauptstadt, so wird sie behaupten, dass Stockholm nicht typisch schwedisch sei. Wie in anderen Ländern auch sind die Hauptstadt und ihre Bewohner nicht sonderlich beliebt im Lande – werden als arrogant und oberflächlich abgestempelt (in schwedischen Filmen ein weit verbreitetes Motiv). Ich behaupte nun aber, dass Stockholm sehr wohl typisch schwedisch und zudem ein ausgezeichneter Ort zum Leben ist. Die Stadt ist jung, chic und strahlt eine unglaubliche Ruhe und Freundlichkeit aus!

In den weiteren Artikeln soll es aus diesem Grunde darum gehen, meine Behauptung mit Argumenten und Anekdoten zu stützen, aufzuzeigen, ob auch andere Personen dieser Ansicht sind und der Versuch gemacht werden, die unbeugsamen deutschen Vorurteile zumindest etwas weicher zu klopfen.

Abgelegt in Schweden