Archiv für Oktober 2008

Frauen-Power im Norden

Dienstag, 28. Oktober 2008

Weit verbreitet ist die Meinung, dass die Gleichberechtigung in Schweden weiter fortgeschritten ist als in vielen anderen Ländern dieser Welt. Und Zahlen aus einem UN-Report über Gleichstellung belegen dies. Der Anteil Frauen bei den Erwerbstätigen liegt bei 51%. Es besuchen beinahe genau so viele Mädchen eine höhere Schule wie Jungen. Und Schweden hat mit einem Frauenanteil von etwa 45% mit die meisten weiblichen Abgeordneten weltweit. (Quelle: Zeit)

In der Tat haben die Schweden neben etlichen anderen Ombudsmännern auch eine Person, die für die Gleichstellung zuständig ist. Zwei Besonderheiten gibt es in diesem Zusammenhang. Die Amtsträgerin oder der Amtsträger setzt sich nicht nur für diskriminierte Frauen, sondern auch für die diskriminierten Männer ein. Außerdem sind etliche Gleichstellungsbeauftragte in Schweden männlich – ein Umstand, der mir hierzulande noch nicht begegnet ist.

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„Wer hat uns verraten? – die Sozialdemokraten“*

Montag, 20. Oktober 2008

Nicht nur in Deutschland zweifeln viele Bürger an der Volksnähe der ehemaligen Arbeiterpartei SPD. Die schwedischen Sozialdemokraten mussten ähnliche Vertrauensverluste hinnehmen. Da sie über Jahrzehnte hinweg die Politik der Schweden bestimmten, war der Fall zwar noch nicht ganz so tief wie hierzulande. Für die Zukunft ist aber nicht auszuschließen, dass es weiter bergab geht.

LO (Gewerkschaftsbund) und Sozialdemokraten am 1. Mai 06 in Göteburg

LO (Gewerkschaftsbund) und Sozialdemokraten am 1. Mai 06 in Göteburg, Foto: ruminatrix, Flickr

Für lange Zeit galten die Sozialdemokraten in Schweden als die Schaffer und Bewahrer des nordischen Wohlfahrtsstaates, der nicht nur die Ärmsten stützt und schützt, sondern der gesamten Bevölkerung zu Gute kommt. Bekanntlich sind die Steuern im Dreikronenland hoch, die Mehrwertsteuer liegt beispielsweise bei 25%. Mit diesen Geldern wurde jedoch intensiv in Infrastruktur, Bildung, Kultur und soziale Systeme investiert. Zu Zeiten des Kalten Krieges wurde sogar vom Dritten Weg gesprochen, also einer Alternative sowohl zur freien Marktwirtschaft als auch zur Planwirtschaft. Grund hierzu war z.B. der sehr hohe Anteil an staatlichen Betrieben. Das geht von Casinos, Spirituosenherstellern, Kultureinrichtungen, Verkehrs- und Versorgungsbetrieben, Krankeneinrichtungen, Schulen, Krippen bis zu Apotheken und der Post. Klar, die meisten dieser Einrichtungen waren auch in Deutschland bereits staatlich, wurden allerdings wesentlich schneller privatisiert als in Schweden. In Schweden beginnt dieser Prozess jetzt erstrichtig.

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Sprachkunde: Was mag ein “mannekäng” sein?

Freitag, 17. Oktober 2008

Dass ihnen manchmal auch der Schalk im Nacken sitzt (wo sie im europäischen Vergleich eher als ruhig und scheu gelten), beweisen die Schweden durch ihre Sprache. Besonders interessant die Übernahme fremdsprachlicher Begriffe ins Schwedische – die so genannten Lehnwörter.

Was sicherlich bei vielen Rechtschreibegeplagten in Deutschland großen Neid entstehen lässt: Die Schweden schreiben, wie sie reden. Und das sehr konsequent. Bekanntlich haben Fremdsprache meist die Tücke, dass sie nicht nur andere Worte nutzen, sondern auch andere Laute haben. Dieses Problem umgehen die Schweden sehr pragmatisch. Vor allem mit französischen Lehnworten. Aus dem im Französischen häufig vorkommenden eu wird gerne mal ein ö. Somit wird der Flaneur zum Flanör (Interessant finde ich, dass wir im Deutschen beinahe nur beim Frisör dieses Prinzip anwenden. Trotz beinaher identischer Aussprache wie im Schwedischen.) Auch die Abfolge dreier aufeinander folgender Vokale kürzen die Schweden radikal. Aus Niveau wird dann ganz schnell Nivå (das å spricht man wie ein o). Fragt sich, ob sie aus dem Beau (dem Schönen) auch einen Bå machen würden?

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Très chic – Modetrends

Mittwoch, 8. Oktober 2008
H&M-Frühlingsmode in Schweden

H&M-Frühlingsmode 2008 in Schweden

Wie in jeder Großstadt ist es auch in Stockholm spannend, sich die verschiedenen Menschen anzusehen. Besonders geeignet dazu sind natürlich Plätze, die von vielen Menschen passiert werden. Somit in Stockholm T-Centralen (Hauptbahnhof) mit dem Stresstunnel (dem Weg zur Tunnelbana, der U-Bahn, der in der Rushhour wirklich von Tausenden Gestressten genutzt wird), Slussen und Södermalm.

Bei genauerer Betrachtung lassen sich gewisse Modekategorien und Trends erkennen. Es gibt alles: von extrem chic bis zum Schlabberlook. Besonders die jüngeren Schweden zeichnen sich dadurch aus, dass sie versuchen, sich einem bestimmten Stil anzupassen. Oder einen Stil prägen – je nach Sichtweise.

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