Archiv für 2009

Jahresrückblick der Worte

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Am Ende eines Jahres sind die Redaktionen unserer Medien so einfallsreich und erzählen uns alles noch einmal ganz ausführlich, was uns schon vorher dank der Informationsflut auf die Nerven ging: Ja, Michael Jackson ist gestorben, er hat böse Eltern und reizende Kinder… Obamas erstes Regierungsjahr und gleich der Friedensnobelpreis… Leichtathletik-WM in Berlin mit ner ganzen Reihe gedopter Stars… schwedische Ratspräsidentschaft mit Klimagipfel … und dann sind wir ja nur ganz knapp an einer großen Pandemie vorbeigeschrammt und wie die Fliegen gestorben.

Dokumentiert wird alles anhand von Textausschnitten, Videos, Fotos oder aber anhand der Sprache. Jedes Jahr wird in Deutschland von der Gesellschaft für deutsche Sprache aus Wiesbaden das Wort des Jahres auserwählt. Gefühltes Siegerwort war die Schweinegrippe, die vor allem in der zweiten Jahreshälfte die Menschen als Gesprächsstoff nicht mehr loslies. Da jedoch das ganze Jahr in Betracht gezogen wird, machte die Abwrackprämie das Rennen. Sie ist auf jeden Fall ein Musterbeispiel dafür, dass Sprache sich entwickelt. Ein völlig neu geschaffener Begriff wird heute nicht nur in Bezug auf Autos gebraucht, sondern hat sich im Sprachgebrauch festgesetzt und eignet sich hervorragend für satirische Verrisse.  Platz 2 der Rangliste beweist ein wenig den elitären Charakter der Wortwahl: kriegsähnlicher Zustand. Ohne Frage eine perverse Umschreibung fürs Töten und Getötetwerden, aber wer nutzt das schon im Alltag? Zukunftspotential sehe ich für “twittern”, was auf dem siebten Platz gelandet ist. Die Flexibilität der deutschen Sprache wird vor allem durch das Wortungetüm “Wachstumsbeschleunigungsgesetz” (Platz 9) verdeutlich. Großartiges Wort! Die Top Ten gibt es auf der Internetseite der Gesellschaft für deutsche Sprache.

Die Schweden haben zwar nicht das Wort des Jahres gekürt, aber es gibt eine Liste von 30 Worten, die entweder ganz neu geschaffen worden sind oder aber derartig inflationär gebraucht wurden, dass sie auf der Liste der 30 Wörter des Jahres 2009 erscheinen. Die hat der schwedische Språkråd heute herausgebracht. Auch hier taucht das weltweite Phänomen Twitter auf: tvittra, twittra oder auch näher am Schwedischen: kvittra (was zwitschern bedeutet). Dazu gesellt sich dann gleich der Följare (Follower bei Twitter). Ein weiteres technisches Wort: Mobilroman. Dies beschreibt ein Roman, der auf dem Handy gelesen werden kann. Ungetestet würde ich das als sehr anstrengend bezeichnen. Was spricht denn gegen das herkömmliche in Schweden jederzeit erschwingliche Taschenbuch?

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Schwedische Weihnachts(trink)lieder

Montag, 21. Dezember 2009

Wenig überraschend sind viele der deutschen Weihnachtsliederklassiker auch in Schweden bekannt. Schnell mit schwedischem Text versehen und schon kann ein jeder über den schönen Tannebaum und seine Blätter singen und die stille Nacht preisen.

Das soll aber nicht heißen, dass die Schweden ohne eigene Ideen und Kreativität sind. Natürlich haben sie auch ihre eigenen Lieder. Witzigerweise verbinden sie teilweise Trinklieder mit Weihnachtsliedern. Da hat die Kirche ihren Zeigefinger scheinbar nicht ganz so hoch erhoben und Moral eingefordert. Ein Quartett aus Dresden griff einige dieser Lieder auf und spielt sie zur Weihnachtszeit seinem Publikum vor. Passenderweise nennen die vier Herren sich ebenfalls Julvisor. Anhören kann man sie sich auf folgender Myspaceseite: Julvisor. Dabei die Texte nicht ohne Beachtung lassen.

Wer sich selbst wappnen möchte für den Heiligen Abend mit seinen fröhlichen und weniger fröhlichen Liedern, findet im weltweiten Web natürlich auch schwedische Texte für bekannte Melodien. Viel Vergnügen beim Ausprobieren und entspannte Feiertage. God Jul och ha det trevligt!

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Schwedische Weihnachten: Jultomten

Freitag, 11. Dezember 2009

So, es ist wieder so weit. Kurz vor Weihnachten, langsam kommen die Menschen in Weihnachtsstimmung und werden irgendwie sentimental. Man denkt über die kommenden Weihnachtstage nach, sei es nun in stiller Vorfreude oder verbunden mit einer Gänsehaut ob der vielen Verwandten, die wieder so tun, als ob sie sich mögen und dann hinterrücks nur rumlästern.  Genau das ist Weihnachten! Kaum einer behauptet, dass ihm die Tage viel bedeuten, insgeheim ist man jedoch froh, dieses besondere Programm zu haben. Gibts halt nur einmal im Jahr. Und immerhin sind es Feiertage und somit freie Tage. Ach ja, und es soll Menschen geben, die den Tag feiern, weil Gottes Bote (besser: Samen) geschlüpft ist. Ja, von der Jungfrau, alles klar…

Leuchtender Weihnachtsmann, Foto: Schrottie

Leuchtender Weihnachtsmann, Foto: Schrottie

Für manche bedeutet Weihnachten auch, sich ein Zubrot zu verdienen. Einmal gibts die Tausende von Krankenschwestern, Busfahrer und Servicekräfte, die an den Weihnachtstagen arbeiten müssen, dafür aber immerhin einen Zuschlag erhalten. Und es gibt diejenigen, die sich an diesem Tag den roten Mantel umlegen und kleine Kinder erschrecken. Wer hätte es gedacht: Das passiert auch in Schweden. Im Kinderwunderland ist vermutlich jedes Kind ohne eigenen Weihnachtsmann ein Sonderling auf dem Pausenhof. Der Weihnachtsmann ist so populär wie in den meisten anderen westlichen Ländern. Dass der Weihnachtsmann rot und weiß ist aufgrund der Farben von Coca-Cola gehört längst zum Allgemeinwissen, wird jedoch in den Medien kurz vor Weihnachten immer wieder als Sensation verkauft. So gibt es also keinen christlichen Helden mehr an Heilig Abend, sondern einen kommerziellen Helden. Dem können sich dann auch die Nichtchristen schwer entziehen.

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Neue EU-Kommission ein Heer von Herren

Freitag, 4. Dezember 2009

Doch, wir sind im Jahr 2009. Seit mindestens 100 Jahren kämpfen Frauen dafür, dass Männer sich die Idee aus dem Kopf schlagen dem anderen Geschlecht überlegen zu sein. Die 60er und 70er brachten neuen Schwung in die Gleichstellungsfrage. Die Protagonistinnen der damaligen Zeit sind heute zum Teil in einflussreichen Positionen und könnten dafür sorgen, dass der nachwachsenden Frauengeneration der Weg etwas einfacher gemacht wird. Es gibt aber leider zuviele Angela Merkels, die am liebsten leugnen würden, dass sie Frauen sind. Tausendmal gehört das Argument, dass Frauen heute ja alle Positionen erreichen können, die von Männern besetzt sind. Stimmt nicht:  Zahlen und Fakten sagen etwas anderes.

Bestes Beispiel dafür die neue EU-Kommission. Durch die politische Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat dieses Gremium stark an Kompetenzen gewonnen. Es ist sozusagen die Regierung Europas. 27 Mitglieder hat sie derzeit, dementsprechend gibt es 27 Ressorts und Zuständigkeitsbereiche. Bisher kann noch jedes EU-Mitgliedsland einen Komissar stellen, das wird sich in Zukunft ändern. Schon heute ist das Gremium zu groß und bestätigt damit das Vorurteil des Bürokratiemonsters Europäische Union.

Ende November hat der vom Europäischen Parlament für eine zweite Amtszeit gewählte Portugiese und EU-Kommissionspräsident José Barroso die möglichen Mitglieder seiner neuen Kommission vorgestellt. Die Kandidaten selbst hat er nicht ausgesucht. Diese werden ihm von den Regierungen der Mitgliedsstaaten sozusagen wärmstens empfohlen. Aber natürlich ist er nicht ganz ohne Einfluss. Sein Minimalziel war eine Frauenquote von 33%. Dies zu erreichen war scheinbar schwere Arbeit: exakt 9 von 27 der vorgeschlagenen Politiker sind weiblich. Das ist schlichtweg peinlich bzw. ein Affront gegenüber den Politikerinnen Europas.

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Helden für Klein und Groß: Pettersson und Findus

Freitag, 27. November 2009

Die Schweden haben Glück. Sie sind nicht nur mit den Büchern von Astrid Lindgren verwöhnt worden, sondern konnten  und können auf eine ganze Reihe guter schwedischer Kinderbücher zurückgreifen. Zu den besten Kinderbuchautoren gehört sicherlich Sven Nordqvist. Kein Kinderbuch kann es meiner Meinung nach mit Pettersson und Findus aufnehmen, das ist ganz große Klasse. Ein liebenswürdiges Duo, dessen Geschichten einen auch als Erwachsenen fesseln können. In den letzten Jahren haben die beiden auch in Deutschland immer mehr Anhänger gefunden: Kinofilme, Bücher, Fernsehserien, Theater und Musicals begeistern die Fans und verschaffen dem schwedischen Autoren die wohl verdiente finanzielle Sicherheit.

Gute Katzen Böse Katzen (Foto: sushi_ina)

Gute Katzen Böse Katzen (Foto: sushi_ina)

Der Erfolg resultiert wie bei Astrid Lindgren aus der Natürlichkeit der Figuren. Sie sind originell, kantig und freundlich zugleich. Jede Figur hat auch ihre Schattenseiten und darf diese ausleben. Trotz kleiner Streitereien wird ein guter Umgang mit den anderen Menschen und Tieren gepriesen und gepflegt. Pettersson und Findus selbst könnten unterschiedlicher kaum sein. Pettersson ist ein älterer Mann und lebt irgendwo in den Tiefen der schwedischen Wälder recht abgeschieden vom Rest der Welt. Er ist nicht besonders auf gesellschaftlichen Kontakt aus, sondern tüftelt lieber in seiner Werkstatt an neuen Erfindungen herum. Ein paar Hühner sind ihm die einzige Gesellschaft, bis eines Tages Findus in sein Leben tritt. Der kleine Kater (Findus könnte durchaus etwas mit dem schwedischen Wort fyndig zu tun haben, was so viel wie gewitzt heißt) ist verspielt, quirlig und kann sprechen. Allerdings nur mit Pettersson und anderen Tieren. Als junger Hüpfer will er alles erkunden, streitet sich mit den Hühner und geht Pettersson mit seinen vielen Fragen und dem Schabernack zuweilen auf die Nerven. Trotzdem sind sie ein Herz und eine Seele.

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Offene Türen bei den Nordischen Botschaften

Sonntag, 22. November 2009

Gestern luden die Nordischen Botschaften in Berlin zu einem Tag der offenen Tür. Anlass war das zehnjährige Jubiläum des gemeinsamen Botschaftsgeländes. Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden haben sich nach dem Fall der Mauer entschieden, sich in Berlin in direkter Nachbarschaft anzusiedeln. Das Ergebnis ist ein architektonisch sehr schöner Gebäudekomplex, den Besucher gestern auch von innen ansehen konnten.

Felleshus (rechts) und finnische Botschaft Foto: We make money not art

Felleshus (rechts) und finnische Botschaft (Foto: We make money not art)

Da Botschaften immer Hoheitsgebiete eines Landes sind, hat jedes Land sein eigenes Gebäude. Darüber hinaus gibt es das Felleshus, welches alle Botschaften gemeinsam nutzen. Hier gibt es einen Vortrags- und Kinosaal, Tagungsräume, eine Kantine, Platz für Ausstellungen und allgemeine Informationen zu den Botschaften. Dieser Teil ist für Besucher stets zugänglich. In die Kantine können nach 13 Uhr auch ganz normale Besucher. Es gibt nicht immer, aber sehr häufig nordisches Essen und lecker ist es auch. Freunde zuckersüßer Getränke in schrillen Farben kommen ebenfalls auf ihre Kosten.

Die Botschaftsanlage steht heute an der Stelle in der Nähe des Tiergartens, an der 1939-1943 die finnische und schwedische Botschaften lagen. Im Zweiten Weltkrieg wurden diese zerbombt. Den Entwurf für die Botschaftsanlage reichte das österreichisch-finnische Architektenduo Alfred Berger und Tiina Parkkinen ein. Die Botschaften sind so zueinander angeordnet, wie sie auf einer Landkarte zu sehen sind. Kleine mit Wasser gefüllte Gräben sollen die Meere zwischen den Ländern symbolisieren. Ein Kupferband verbindet alle Gebäude miteinander und soll den nordischen Zusammehalt symbolisieren.

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Schwedische Spezialitäten – Fischgerichte

Sonntag, 15. November 2009

Ein Resultat der Globalisierung ist die Tatsache, dass es in Deutschland kein Problem mehr ist, französische Crêpes, polnisches Bigos oder die leckeren dänischen Hotdogs zu bekommen. Britische Schokoriegel, amerikanische Oreo-Kekse und japanische Sojasoßen sind ebenfalls kein Problem. Das ist einerseits praktisch, weil man nicht in teure Reisen investieren muss, um neue Geschmackserlebnisse genießen zu können. Andererseits nimmt es ein wenig den Reiz einer Auslandsreise. Und es ist schwierig, die Qualität vergleichen zu können. Trotz intensiver Suche ist es mir beispielsweise bisher nicht gelungen, in Deutschland grünes Pesto zu finden, welches ansatzweise so gut ist wie in Italien.

Zeichnung: HamburgerJung, flickr

Aber auch innerhalb eines Landes gibt es Qualitätsunterschiede. Erst nach meinem Umzug in die Hauptstadt wurde mir bewusst, dass Fisch in Norddeutschland doch noch eine ganz andere Rolle auf dem Speisezettel einnimmt als im Rest des Landes. Ich vermute einfach, dass in Schweden die Unterschiede nicht ganz so groß sind, weil es mehr Gewässer im Binnenland gibt und Angeln dank des Allemansrättens nicht nur mit Angelschein möglich ist. Die schwedische Küche setzt zumindest sehr häufig auf Fisch, der gebeizt, geräuchert oder gebraten wird.

Zu internationaler Berühmtheit brachte es der gravad lax. Dieser ist entgegen der Annahme Vieler nicht geräuchert, sondern gebeizt. Ursprünglich wurde der rohe Lachs mit einer Salz-Zucker-Kräutermischung eingerieben und drei Tage im Erdboden vergraben (deshalb gravad). Heute kommt er eingerieben in die Kühlräume. Serviert wird gravad lax traditionell mit einer kalten Senf-Dill-Soße. Wie so viele Lebensmittel in Schweden ist die Soße süßlich gehalten.

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Tummelplatz Kungsträdgården

Sonntag, 8. November 2009

In dieser Woche gabs den ersten Schneeregen in Berlin. Die Temperaturen lagen in etwa auf derzeitigem schwedischen Niveau. Der tristeste Monat zeigt sich von seiner bekannten Seite. Um ihn zu überbrücken, fahren die Städte Unterhaltungsangebote für die Bevölkerung auf. Auf dem Potsdamer Platz wurde eine Winterwelt geschaffen mit einer Schneerampe, die man auf Snowtubes (etwa: Gummireifen) runterdüsen kann sowie einigen Buden und einer Schlittschuhfläche. In Stockholm eröffnen derzeit ebenfalls die ersten Eisbahnen, darunter diejenige an prominenter Stelle im Kungsträdgården.

Eisbahn im Kungsträdgarden (Foto: Plassen)

Eisbahn im Kungsträdgården (Foto: Plassen)

Der Kungsträdgården liegt im Zentrum Stockholms auf der Insel Norrmalm. Gleich in der Nähe ist das große Kaufhaus NK (Nordiska Kompaniet), in dem vor einigen Jahren Anna Lindh ermordet wurde. Sergels Torg und das Königliche Schloss sind ebenfalls dicht bei. Auch das Sverigehuset mit der Touristeninformation befindet sich am Rande des Platzes. Und natürlich Maxburger, die schwedische Fastfoodkette, die Qualitätsburger anbieten möchte.

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The Cardigans zerbröckeln

Montag, 2. November 2009

Ihnen gehörten die Neunziger. Die zweifelhafte Verfilmung eines Shakespeare-Klassikers machte sie von einem Tag auf den anderen international berühmt und bescherte den Cardigans eine Karriere wie sie nur wenigen anderen schwedischen Bands vergönnt war. Ihr unbeschwertes “Lovefool” passte hervorragend zu der teeniegerechten Verfilmung großer Literatur. Der Mädchenschwarm der 90er Leonardo di Caprio trifft als Rome0 auf seine Julia gespielt von Claire Danes. Lovefool, der er ist, bringt  er sich um, obwohl Julia gar nicht gestorben ist, sondern “nur” in einer Art Koma liegt.

Frontfrau Nina Persson (Foto: Oletommyp)

Frontfrau Nina Persson (Foto: Oletommyp)

Aber im Gegensatz zu Leonardo di Caprio haben sich die Strickjacken schnell weiterentwickelt. Vor allem das 1998 erschienende Album Gran Turismo erfreute viele Musikfreunde und Musikkritiker. 2.5 Millionen Exemplare gingen damals weltweit über den Ladentisch. Darauf zu finden waren zum Beispiel die Singles For what it’s worth, Hanging Around und Erase / Rewind. Die waren längst nicht so poppig wie Lovefool, sondern bewiesen, dass das Quintett Rockmusik machen wollte. Die charismatische Frontfrau Nina Persson gab der Band mit ihrer sanften und zugleich energischen Stimme ein klares Profil. Zumindest in Deutschland erreichten die Cardigans einen ähnlich hohen Bekanntheitsgrad wie die Cranberries oder Skunk Anansie, welche ebenfalls Rockmusik mit weiblicher Stimme boten.

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Stockholms inoffizielle Hymne

Dienstag, 27. Oktober 2009

Ja, sie singen gerne, die Schweden. Während bei uns jeder Happy Birthday-Song nur genuschelt und eifrig aufs Textblatt gelugt wird, weil man sich plötzlich nicht mehr an den Text erinnert, ertönen fröhliche Töne aus schwedischen Kehlen. In Schweden ist man froh, wenn man singen darf. Beispielsweise an den ganzen Feiertagen. Lucia (Lichterfest am 13.12.) und Weihnachten sind ohne Singen schlicht undenkbar. Vermutlich weil es gleichzeitig ein gemeinsamer Akt ist, ein Akt der Besinnung und Ausdruck der Freude.

Was liegt da näher als seiner geliebten Heimatstadt ein Lied zu widmen. 1961 schrieb Beppe Wolgers einen schwedischen Text zum internationalen Hit “Walking my baby back home”. Heraus kam “Sakta vi gå genom stan”, eine Ode an das schöne Stockholm, die große Popularität erlangte. Pop- und Schlagerstar Charlotte Perrelli (vormals Nilsson) sang diesen Hit beim Allsång-Fest im Freilichtmuseum Skansen. Wie man im Video sehen kann, regt das Lied viele Menschen zum Schunkeln und Träumen an.

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