Archiv für Februar 2009

Schwedischer Sunnyboy – Niklas Jihde

Dienstag, 24. Februar 2009

Ein Spiel geht 90 Minuten, das Runde muss ins Eckige und sei außerdem fair zum 23. Mann. Wer behauptet, Fußball nicht zu mögen, hat in einem Partygespräch meist verloren. Als Frau könnte man sich rausreden und behaupten, man verstehe die Regeln nicht, aber das ist ja auch nur eine billige Ausrede dafür, dass man den Sport einfach für zu langweilig bzw. dämlich hält. Die Tatsache, dass Frauen meist lieber Individualsport betreiben, könnte damit zusammenhängen, dass sie als Kind zu oft die Sportschau oder Ran mitgucken mussten. Eine Horde überbezahlter auf den Rasen rotzender Männer rennt hinter einem Ball her und man kann froh sein, wenn ein Spiel 1:1 ausgeht. Das war dann schon ein ereignishaftes Spiel.

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Niklas Jihde für den AIK, Foto: Claudio Schwarz, flickr

Eigentlich ist fast jede Mannschaftssportart attraktiver als Fußball. Wie bereits erwähnt, sind in Schweden die Spiele mit Schlägern besonders beliebt, also Eishockey, Bandy und Innebandy. Da es für die ersten beiden Sportarten eher kühle Temperaturen und Eis bedarf, ist Innebandy die präsenteste Sportart. Kinder spielen es auf der Straße, in der U-Bahn begegnet man sehr häufig Menschen mit Schlägern und die Finalspiele um die schwedische Meisterschaft locken etwa 12.000 Menschen in den Globen.

Dafür, dass so viele Schweden in ihrer Freizeit dem kleinen Plastikball hinterherlaufen, wird in den Medien relativ wenig über den Sport berichtet. Von der Weltmeisterschaft im Dezember 2008 wurden beispielsweise nur die Finalspiele  im schwedischen Fernsehen gezeigt. Dabei war es die erste Finalniederlage für Schweden seit Beginn der Austragung einer Weltmeisterschaft. Die Finnen haben es geschafft, ihre Nachbarn mit 6:5 um den Sieg zu bringen. Aufgrund der mangelnden Medienpräsenz sind auch die Spieler nicht so bekannt wie beispielsweise Zlatan Ibrahimovic oder Fredrik Ljungberg. Ein Spieler jedoch spielt so überragend, dass er wohl in ganz Schweden auf der Straße erkannt wird: Niklas Jihde.

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Schwedisches Arbeitsleben

Mittwoch, 18. Februar 2009

Ankunft im Büro: 9 Uhr.

Fikapause I: 10 Uhr

Mittagessen: Spätestens 12 Uhr, denn die Schweden essen früh zu Mittag, manche schon um 11.15 Uhr

Möte (Arbeitstreffen) I: 13 Uhr

Fika 2: 14 Uhr

Möte 2 (meist inklusive Fika): 15.30 Uhr

Antritt des Heimwegs: 17 Uhr spätestens

Ein vielleicht leicht übertriebener Zeitablauf in schwedischen Büros. Fakt ist: Pausen gibt es genug und man fragt sich ein wenig, wie die Schweden es schaffen, im Durchschnitt so schlank zu sein, bei all den Gelegenheiten sich schwerer schwedischer Kost zu widmen.

Die Schweden sind nicht faul, aber sie lassen sich gerne Zeit. Und vor allem: Sie sprechen gerne alles mit jedem ab, weshalb die Anzahl an Arbeitstreffen extrem hoch ist. Sehr amüsant beschrieben hat dies der Kommunikationsberater Colin Moon in einer kleinen Polemik: Are the Swedes really that normal? .

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Lebenslanges Lernen…

Montag, 9. Februar 2009

…welch eine angenehme Vorstellung. Es mag ja für viele eine Last sein, sich an die Schulzeit zu erinnern, aber auch diese Menschen lernen weiter. Vielleicht nicht ganz so bewusst. Diejenigen, die sich freiwillig fortbilden bzw. auf dem Laufenden halten möchten, haben dazu in Schweden gute Möglichkeiten. Der Bund und die kommunalen Behörden bieten eine Vielzahl an Weiterbildungsformen. Und da den Schweden bewusst ist, dass eine gute Ausbildung der ganzen Gesellschaft dienlich sein kann, ist das Pauken sehr günstig zu haben.

Weite Verbreitung hat beispielsweise Komvux. Komvux steht für Kommunal vuxenutbildning (Kommunale Erwachsenenausbildung) und bietet Interessenten die Möglichkeit, Schulabschlüssen nachzuholen oder seine Noten in bestimmten Bereichen aufzupolieren. Auch viele Migranten nehmen an Komvux-Kursen teil, um ihre bisherigen Fach- und Schulkenntnisse durch die schwedischen Gepflogenheiten zu ergänzen oder ganz einfach, um Schwedisch zu lernen. Die Programme sind kostenlos, haben allerdings nicht alle den besten Ruf.

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Hippies seit 40 Jahren

Montag, 2. Februar 2009

Original VW-Bus (Foto:Marshall Astor, flickr)

Sex, drugs and Rock n’ Roll, Flower-power, Haschisch und Stirnbänder – Hippies gab es überall. Und wenn auch nicht alle zum gleichen Ruhm gelangt sind wie die Vorbilder Bob Dylan und Jimi Hendrix, so entstanden doch eine Reihe von mindestens national berühmten Bands in den so genannten wilden 60er und 70er Jahren. Und was die Ton Steine Scherben hierzulande sind, ist die Band Nationalteater in Schweden. Kritische politische Texte mit teilweise sozialistischer jedoch immer linker Orientierung machten und machen die Band aus. Denn im Gegensatz zu den Scherben besteht Nationalteater noch. Um die 10 Konzerte spielen sie noch im Jahr, die vermutlich von Mitgliedern drei verschiedener Generationen besucht werden.

Wie der Name der Gruppe erahnen lässt, liegen die Ursprünge der Band in der Theaterarbeit. Ende der 60er Jahre entstand in Lund eine Theatergruppe, welche sich nicht an eine Bühne binden lassen und volksnahe Stücke aufführen wollte. Gespielt wurde meist auf der Straße. Aufgrund von Streitereien mit den Behörden Skånes zogen die Theaterleute schnell weiter nach Göteburg. Parallel dazu entwickelte sich die Musikgruppe Nationalteater, welche mit zu der Entstehung des schwedischen Progg beitrug. Dies war eine Musikbewegung, welche sich zum Ziel gemacht hatte, der Musikindustrie zu beweisen, dass die schwedische Jugend nicht nur billige Kopien der Beatles im Radio hören wollte. Neue Techniken und Stile sollten ausprobiert werden können und die Musiker nicht eingeschränkt werden durch die ökonomischen Interesse der Plattenfirmen.

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