Archiv für April 2009

Valborg – Feuer zur Freude

Sonntag, 26. April 2009

Kaum zu glauben, aber wahr: auch in Schweden geht der Winter langsam zu Ende. Dieser Tage wird sogar die 20 Grad-Grenze angekratzt, bei der wir in Ostdeutschland schon seit ca. 3 Wochen sind. Dafür konnte man aus Deutschland nur neidisch die Berichte über einen richtigen Winter in Schweden lesen. Pattsituation somit.

Und weil sich jetzt alle freuen können, dass die Sonne sich nicht mehr durch drei Lagen Kleidung durchbohren muss, ehe sie als Wärme auf der Haut zu spüren ist, wird in Schweden erstmal gefeiert. Valborg heißt das Fest, welches am 30. April begangen wird. Übersetzt heißt es Walpurgisnacht. So mancher Deutscher mag sich denken: Kenn ich doch, haben wir auch. Tanz in den Mai, Hexen auf dem Brocken, Maitouren mit deftigen Besäufnissen (möglicherweise eine norddeutsche Sicht auf die Ereignisse).  Ähnlichkeiten sind zwar vorhanden, aber natürlich ist auch alles irgendwie anders.

Feuer an Valborg (Foto:mauronb, flickr)

Feuer an Valborg (Foto: Mauron B, flickr)

In Schweden ist Valborg schon so bedeutend, dass üblicherweise alle früher Schluss oder aber frei haben. Und am Abend wird dann in Stockholm und Umgebung gezündelt. Man trifft sich an Feuern und trinkt. Zusätzlich singt man allerdings auch den Frühling herbei. Das Singen, ja weit verbreitet in der schwedischen Kultur, wird auch an diesem Tag ausgiebig begangen.

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IKEA – schwedisches Wahrzeichen?

Samstag, 18. April 2009

Es ist doch immer das gleiche. Fragt man eine Person nach einem Werkzeug, nennt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Hammer. Typisch britisch? Schlechtes Wetter. Und was verbindest du mit Schweden? Elche und/oder IKEA. Im Falle der Wildtiere muss man wohl mittlerweile von einer gelungenen PR-Strategie der schwedischen Touristikzentralen ausgehen. Möglicherweise ist diese auch speziell auf deutsche Touristen ausgelegt, da wir bekanntlich in deutschen Wäldern nicht über Elche verfügen und die Tiere bei uns – aus welchen Gründen auch immer – als niedliche Repräsentanten einer scheuen Säugetierart gelten. Dass uns aber nun gerade ein Möbelgeschäft einfällt, wenn wir an Schweden denken, ist wirklich beachtlich. Ein großer Erfolg für die Marketingexperten IKEAs, der dem Konzern vermutlich in den nächsten Jahrzehnten kräftige Umsätze bringen wird. Die Sache hat nur einen Haken: IKEA ist nicht mehr schwedisch.

Ikea (Foto: PakyuZ)

Ikea (Foto: PakyuZ)

Wie man sich denken kann, ist IKEA nur eine Abkürzung. Sie beinhaltet die Initialen ihres Gründers Ingvar Kamprad. Hinzu kommen die Abkürzungen für seine Adresse: der Hof Elmtaryd und der Ort Agunnaryds Socken. Kamprad, geboren 1926, meldete bereits 1943 den Warennamen an und wurde vom Kleinwarenhändler zum viert reichsten Mann der Welt (Stand: 2008). IKEA hat heute 292 Filialen in 36 Ländern und ist DAS Synonym für preiswerte Möbel.

Wie kein anderes Großunternehmen betont IKEA seine nationale Herkunft. Im großen Stil macht sich das Unternehmen so die Klischees über sein Herkunftsland zu nutze: Die typisch schwedische Freundlichkeit führt zum Konsum der Kunden. Die Konzernfarben in blau-gelb, schwedische Speisen und Getränke im Restaurant (das immer voll ist) und am Ausgang. Außerdem der fast schon zum Mythos gewordene günstige Hotdog am Ausgang. Psychologisch durchdacht natürlich: Dadurch, dass der Kunden meint, für wenig Geld einen leckeren Hotdog bekommen zu haben, geht er mit einem gutem Gefühl aus dem Laden und freut sich auf seinen nächsten Besuch. Die Kinderfreundlichkeit fällt in einem Land wie Deutschland natürlich sofort auf. Auch das Duzen in der Werbung und im Geschäft ist für nichtschwedische Ohren ungewohnt, kommt bei der eher jüngeren Zielgruppe aber besonders gut an (Wobei auffälligerweise das Personal seine Kunden nicht duzt – hier scheint die Maxime zu sein, den Kunden mit „Respekt“ entgegen zu treten).

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Reiseziel Åland

Samstag, 11. April 2009
Die Flagge Alands

Die Flagge Ålands

Osterzeit ist Urlaubszeit. Und Urlaub bedeutet für Schweden entweder in die Sommarstuga im eigenen Land zu fahren oder aber ab in den Flieger in die Sonne von Thailand oder den Kanarischen Inseln. Aber auch die Nachbarländer profitieren von den schwedischen Touristen, die auf der steten Suche nach Erholung sind. Die Inselgruppe Åland hat sich nämlich steuerliche Sonderregelungen bezüglich des Europäischen Wirtschaftsraums gesichert. Während das zollfreie Einkaufen zwischen den meistern älteren Mitgliedstaaten der EU nicht mehr möglich ist, dürfen die Schweden auf den Fähren nach Åland voll zuschlagen.

Die Einwohner

Ungewohntes Kennzeichen

Eine gute und günstige Möglichkeit nach Åland zu kommen ist die Fähre der Eckerölinjen. Diese fährt ab Stockholm, Uppsala und Norrtälje mit Bussen zum Hafen in Grisslehamn, nördlich von Stockholm. Hin- und Rückreise sind für läppische 60 SEK zu haben. Auf der zweistündigen Fahrt kann eingekauft werden, in den Restaurants gegessen oder an den Spielautomaten gedaddelt werden (sehr beliebt, da in Schweden nicht erlaubt). Aufgrund der schwedischen Alkoholpolitik reisen viele Gäste gleich mit Sackkarren an und fahren mit der Fähre direkt zurück nach Schweden, ohne sich  länger als die gesetzlich geforderten 15 Minuten auf Åland aufgehalten zu haben.

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