Archiv für November 2009

Helden für Klein und Groß: Pettersson und Findus

Freitag, 27. November 2009

Die Schweden haben Glück. Sie sind nicht nur mit den Büchern von Astrid Lindgren verwöhnt worden, sondern konnten  und können auf eine ganze Reihe guter schwedischer Kinderbücher zurückgreifen. Zu den besten Kinderbuchautoren gehört sicherlich Sven Nordqvist. Kein Kinderbuch kann es meiner Meinung nach mit Pettersson und Findus aufnehmen, das ist ganz große Klasse. Ein liebenswürdiges Duo, dessen Geschichten einen auch als Erwachsenen fesseln können. In den letzten Jahren haben die beiden auch in Deutschland immer mehr Anhänger gefunden: Kinofilme, Bücher, Fernsehserien, Theater und Musicals begeistern die Fans und verschaffen dem schwedischen Autoren die wohl verdiente finanzielle Sicherheit.

Gute Katzen Böse Katzen (Foto: sushi_ina)

Gute Katzen Böse Katzen (Foto: sushi_ina)

Der Erfolg resultiert wie bei Astrid Lindgren aus der Natürlichkeit der Figuren. Sie sind originell, kantig und freundlich zugleich. Jede Figur hat auch ihre Schattenseiten und darf diese ausleben. Trotz kleiner Streitereien wird ein guter Umgang mit den anderen Menschen und Tieren gepriesen und gepflegt. Pettersson und Findus selbst könnten unterschiedlicher kaum sein. Pettersson ist ein älterer Mann und lebt irgendwo in den Tiefen der schwedischen Wälder recht abgeschieden vom Rest der Welt. Er ist nicht besonders auf gesellschaftlichen Kontakt aus, sondern tüftelt lieber in seiner Werkstatt an neuen Erfindungen herum. Ein paar Hühner sind ihm die einzige Gesellschaft, bis eines Tages Findus in sein Leben tritt. Der kleine Kater (Findus könnte durchaus etwas mit dem schwedischen Wort fyndig zu tun haben, was so viel wie gewitzt heißt) ist verspielt, quirlig und kann sprechen. Allerdings nur mit Pettersson und anderen Tieren. Als junger Hüpfer will er alles erkunden, streitet sich mit den Hühner und geht Pettersson mit seinen vielen Fragen und dem Schabernack zuweilen auf die Nerven. Trotzdem sind sie ein Herz und eine Seele.

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Offene Türen bei den Nordischen Botschaften

Sonntag, 22. November 2009

Gestern luden die Nordischen Botschaften in Berlin zu einem Tag der offenen Tür. Anlass war das zehnjährige Jubiläum des gemeinsamen Botschaftsgeländes. Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden haben sich nach dem Fall der Mauer entschieden, sich in Berlin in direkter Nachbarschaft anzusiedeln. Das Ergebnis ist ein architektonisch sehr schöner Gebäudekomplex, den Besucher gestern auch von innen ansehen konnten.

Felleshus (rechts) und finnische Botschaft Foto: We make money not art

Felleshus (rechts) und finnische Botschaft (Foto: We make money not art)

Da Botschaften immer Hoheitsgebiete eines Landes sind, hat jedes Land sein eigenes Gebäude. Darüber hinaus gibt es das Felleshus, welches alle Botschaften gemeinsam nutzen. Hier gibt es einen Vortrags- und Kinosaal, Tagungsräume, eine Kantine, Platz für Ausstellungen und allgemeine Informationen zu den Botschaften. Dieser Teil ist für Besucher stets zugänglich. In die Kantine können nach 13 Uhr auch ganz normale Besucher. Es gibt nicht immer, aber sehr häufig nordisches Essen und lecker ist es auch. Freunde zuckersüßer Getränke in schrillen Farben kommen ebenfalls auf ihre Kosten.

Die Botschaftsanlage steht heute an der Stelle in der Nähe des Tiergartens, an der 1939-1943 die finnische und schwedische Botschaften lagen. Im Zweiten Weltkrieg wurden diese zerbombt. Den Entwurf für die Botschaftsanlage reichte das österreichisch-finnische Architektenduo Alfred Berger und Tiina Parkkinen ein. Die Botschaften sind so zueinander angeordnet, wie sie auf einer Landkarte zu sehen sind. Kleine mit Wasser gefüllte Gräben sollen die Meere zwischen den Ländern symbolisieren. Ein Kupferband verbindet alle Gebäude miteinander und soll den nordischen Zusammehalt symbolisieren.

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Schwedische Spezialitäten – Fischgerichte

Sonntag, 15. November 2009

Ein Resultat der Globalisierung ist die Tatsache, dass es in Deutschland kein Problem mehr ist, französische Crêpes, polnisches Bigos oder die leckeren dänischen Hotdogs zu bekommen. Britische Schokoriegel, amerikanische Oreo-Kekse und japanische Sojasoßen sind ebenfalls kein Problem. Das ist einerseits praktisch, weil man nicht in teure Reisen investieren muss, um neue Geschmackserlebnisse genießen zu können. Andererseits nimmt es ein wenig den Reiz einer Auslandsreise. Und es ist schwierig, die Qualität vergleichen zu können. Trotz intensiver Suche ist es mir beispielsweise bisher nicht gelungen, in Deutschland grünes Pesto zu finden, welches ansatzweise so gut ist wie in Italien.

Zeichnung: HamburgerJung, flickr

Aber auch innerhalb eines Landes gibt es Qualitätsunterschiede. Erst nach meinem Umzug in die Hauptstadt wurde mir bewusst, dass Fisch in Norddeutschland doch noch eine ganz andere Rolle auf dem Speisezettel einnimmt als im Rest des Landes. Ich vermute einfach, dass in Schweden die Unterschiede nicht ganz so groß sind, weil es mehr Gewässer im Binnenland gibt und Angeln dank des Allemansrättens nicht nur mit Angelschein möglich ist. Die schwedische Küche setzt zumindest sehr häufig auf Fisch, der gebeizt, geräuchert oder gebraten wird.

Zu internationaler Berühmtheit brachte es der gravad lax. Dieser ist entgegen der Annahme Vieler nicht geräuchert, sondern gebeizt. Ursprünglich wurde der rohe Lachs mit einer Salz-Zucker-Kräutermischung eingerieben und drei Tage im Erdboden vergraben (deshalb gravad). Heute kommt er eingerieben in die Kühlräume. Serviert wird gravad lax traditionell mit einer kalten Senf-Dill-Soße. Wie so viele Lebensmittel in Schweden ist die Soße süßlich gehalten.

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Tummelplatz Kungsträdgården

Sonntag, 8. November 2009

In dieser Woche gabs den ersten Schneeregen in Berlin. Die Temperaturen lagen in etwa auf derzeitigem schwedischen Niveau. Der tristeste Monat zeigt sich von seiner bekannten Seite. Um ihn zu überbrücken, fahren die Städte Unterhaltungsangebote für die Bevölkerung auf. Auf dem Potsdamer Platz wurde eine Winterwelt geschaffen mit einer Schneerampe, die man auf Snowtubes (etwa: Gummireifen) runterdüsen kann sowie einigen Buden und einer Schlittschuhfläche. In Stockholm eröffnen derzeit ebenfalls die ersten Eisbahnen, darunter diejenige an prominenter Stelle im Kungsträdgården.

Eisbahn im Kungsträdgarden (Foto: Plassen)

Eisbahn im Kungsträdgården (Foto: Plassen)

Der Kungsträdgården liegt im Zentrum Stockholms auf der Insel Norrmalm. Gleich in der Nähe ist das große Kaufhaus NK (Nordiska Kompaniet), in dem vor einigen Jahren Anna Lindh ermordet wurde. Sergels Torg und das Königliche Schloss sind ebenfalls dicht bei. Auch das Sverigehuset mit der Touristeninformation befindet sich am Rande des Platzes. Und natürlich Maxburger, die schwedische Fastfoodkette, die Qualitätsburger anbieten möchte.

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The Cardigans zerbröckeln

Montag, 2. November 2009

Ihnen gehörten die Neunziger. Die zweifelhafte Verfilmung eines Shakespeare-Klassikers machte sie von einem Tag auf den anderen international berühmt und bescherte den Cardigans eine Karriere wie sie nur wenigen anderen schwedischen Bands vergönnt war. Ihr unbeschwertes “Lovefool” passte hervorragend zu der teeniegerechten Verfilmung großer Literatur. Der Mädchenschwarm der 90er Leonardo di Caprio trifft als Rome0 auf seine Julia gespielt von Claire Danes. Lovefool, der er ist, bringt  er sich um, obwohl Julia gar nicht gestorben ist, sondern “nur” in einer Art Koma liegt.

Frontfrau Nina Persson (Foto: Oletommyp)

Frontfrau Nina Persson (Foto: Oletommyp)

Aber im Gegensatz zu Leonardo di Caprio haben sich die Strickjacken schnell weiterentwickelt. Vor allem das 1998 erschienende Album Gran Turismo erfreute viele Musikfreunde und Musikkritiker. 2.5 Millionen Exemplare gingen damals weltweit über den Ladentisch. Darauf zu finden waren zum Beispiel die Singles For what it’s worth, Hanging Around und Erase / Rewind. Die waren längst nicht so poppig wie Lovefool, sondern bewiesen, dass das Quintett Rockmusik machen wollte. Die charismatische Frontfrau Nina Persson gab der Band mit ihrer sanften und zugleich energischen Stimme ein klares Profil. Zumindest in Deutschland erreichten die Cardigans einen ähnlich hohen Bekanntheitsgrad wie die Cranberries oder Skunk Anansie, welche ebenfalls Rockmusik mit weiblicher Stimme boten.

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