Archiv für April 2010

Sturm der Liebe: Schwedische Royals

Montag, 26. April 2010

Manchmal fragt man sich, warum die etlichen schlechten Seifenopern aus allen Ländern dieser Welt so erfolgreich sind: Da zerbricht sich eine Riege von schlecht bezahlten Drehbuchautoren den Kopf über möglichst authentische Dialoge und kann doch nur scheitern: So dramatisch und unterhaltsam wie das wahre Leben sind sie bei weitem nicht. Die letzte Woche war mal wieder Beweis genug dafür, dass die besten Geschichten immer noch das Leben spielt. So abgedroschen das auch klingen mag. Nachdem das englische Königshaus nun scheinbar wieder in fester Hand der Spaßbremse Queen Elizabeth II. ist, Boris Becker auch seinen letzten Rest an Charme verspielt hat und Heidi Klum einfach jedem auf den Keks geht, sobald sie auch nur ihren Mund aufmacht, müssen neue Protagonisten ran: Und da schieben sich in diesem Sommer die Schweden ganz nach vorne.

Endlich! kann man nur sagen. Die ewigen Geschichten über Friede Freude Eierkuchen waren ja nicht mehr zu ertragen. Ein Jahr der Liebe war es 2009 als sowohl Prinzessin Victoria als auch Madeleine sich verlobten. Die erste große Hochzeit steht im Juni 2010 an und beschäftigt schon jetzt viele Journalisten in und außerhalb von Schweden. Geplant war in angemessenem Abstand auch die Hochzeit der kleinen Schwester zu begehen. Just diese hat sich jetzt aber letzte Woche von ihrem Verlobten getrennt.

Die Umstände sind noch nicht ganz geklärt. Die Trennung wurde auf der Seite des schwedischen Königshaus vermeldet. Mit dem Hinweis darauf, dass die genaueren Umstände nicht an die Öffentlichkeit gelangen werden. Die schwedischen Medien sind generell noch sehr zurückhaltend, was die Privatsphäre der Königsfamilie betrifft. Bei Dagens Nyheter und Expressen lassen sich nicht viele Informationen finden. Aber wozu hat man denn Nachbarn? In den norwegischen Medien berichtete eine 21jährige, dass sie beim Skifahren eine Affäre mit Jonas Bergström hatte. Und das schlachten skandinavische und natürlich die deutschen bunten Blätter gerade aus. Die Bunte hat exakt 67 Fotos von Madeleine gesammelt: vom Baby zur Verlobten. Bilder aus glücklichen Zeiten…

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden

Nelly Sachs: unbekannte Nobelpreisträgerin

Sonntag, 18. April 2010

Es gibt viele Menschen, deren Namen man schon gehört hat, von denen man weiß, dass sie berühmt sind, die man aber trotzdem nicht genauer einordnen kann. Für mich gehört Nelly Sachs zu diesem Menschenschlag. Dabei hat die jüdische Schriftstellerin 1966 den Nobelpreis für Literatur bekommen. Und so viele deutschsprachige Literaturnobelpreisträger gibt es ja nun nicht. Nelly Sachs hatte jedoch als Jüdin allen Grund sich von ihrem Geburtsland abzuwenden. 1940 floh sie quasi in letzter Sekunde nach Stockholm und verbrachte hier den Rest ihres Lebens. Ab 1953 hatte sie die schwedische Staatsbürgerschaft.

Geboren ist Leonie Sachs 1891 in Berlin-Schöneberg. Sie wuchs als Einzelkind in einer großbürgerlichen Familie auf, hatte jedoch schon in jungen Jahren gesundheitliche Probleme. An den goldenen 20er Jahren in Berlin nahm die Familie Sachs nicht teil. Nelly Sachs verliebte sich jedoch in einen verheirateten Mann und hatte vermutlich eine jahrelange Beziehung zu ihm. Der Geliebte ist vermutlich im Konzentrationslager umgekommen, geheiratet hat Sachs nie.

Mit dem Schreiben begann sie bereits in jungen Jahren. Schon damals trat sie vor allem als Lyrikerin in Erscheinung und bekam gute Kritiken. Ihre Gedichte erschienen in verschiedenen Berliner Zeitungen. Natürlich war das Leben in den 30ern jedoch von Schikanen geprägt. Nach dem Tod des Vaters lebte Nelly Sachs gemeinsam mit ihrer Mutter in einer ihrer Mietwohnungen. Mehrmals wurden die beiden Frauen von der Gestapo verhört und Nelly sogar verhaftet. Trotzdem kam der Entschluss zu fliehen sehr spät.

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden

Neue Zahlungsmittel in Schweden

Montag, 5. April 2010

Die Schweden wollen den Euro nicht. Und das scheinbar auch mittelfristig nicht, denn im Jahr 2008 wurde von Seiten der schwedischen Politiker eine Kommission eingesetzt, die das schwedische Geldsystem überprüfen soll. Nicht etwa die Abläufe, sondern ganz konkret die Münzen und Scheine. So manch Politiker scheint aufgegangen sein, was ausländischen Besuchern in Schweden nach zwei Tagen auffällt: Das schwedische Geld ist unpraktisch.

Münzsammlung (Foto: add1sun)

Münzsammlung (Foto: add1sun)

Holt man sich Geld am Automaten, spuckt dieser meist 500-Kronen-Scheine aus. Wenn man damit im Geschäft bezahlt, wird der Schein meist schon mal gründlich geprüft. Dagegen ist ja nichts zu sagen. Passiert aber in Deutschland mit 50 Euro-Scheinen nach meiner Erfahrung nicht so oft. Bezahlt man also mit diesem Schein, bekommt man als Wechselgeld bis zu vier 100-Kronen-Scheine wieder. Als Konsequenz hat man viele Scheine im Portemonnaie und verliert schnell die Übersicht, wie viel Geld man aktuell besitzt.

Ähnlich läuft es beim Bezahlen kleinerer Summen. Meist bekommt man eine Menge 1-Krone-Münzen oder noch schlimmer 50-Öre-Münzen wieder. Ich glaube, es gibt fast kein Produkt in Schweden, das 50 Öre kostet. In Supermärkten wird eh auf- bzw. abgerundet, damit man auf eine Summe kommt, die mit dem schwedischen Münzsystem kompatibel ist. Es gibt nämlich nur 50-Öre-Stücke, keine 10 oder 5-Öre-Münzen.

weiter lesen »

Abgelegt in Politik, Schweden