Exilant in Schweden: Kurt Tucholsky
Am 21.12. war der 75. Todestag von Kurt Tucholsky. Tucholsky war Schriftsteller, Journalist und Mitherausgeber der Weltbühne. Für viele war er einer der wichtigsten Publizisten im 20. Jahrhundert. In einer politisch unruhigen Zeit engagierte er sich gegen den alles beherrschenden Nationalsozialismus. Was viele vielleicht gar nicht wissen: Gestorben ist Tucholsky mit nur 45 Jahren 1935 in Göteborg. Seit 1930 lebte er in Hindås, einem Vorort Göteborgs.
Geboren ist Tucholyks 1890 in Berlin Moabit als Sohn eines jüdischen Bankkaufmanns. Er wuchs ohne Geldprobleme auf, allerdings nicht in Berlin, sondern in Stettin. Zunächst studierter er Jura, war aber bereits während seines Studiums häufig als Journalist tätig. Seine Passion wurde zum Beruf. Die Zeiten brachten es mit sich, dass ihm der Stoff niemals ausging. Nebenbei wuchs auch sein Interesse am Schriftstellertum. Vorbild war ihm der große Vormärz Schriftsteller, Satiriker und Publizist Heinrich Heine. Mit seiner Erzählung “Rheinsberg. Bilderbuch für Verliebte” und später “Schloss Gripsholm” fand er Beachtung, an Heines literarische Größe kam er jedoch nicht ganz heran.
Wichtiger als sein literarisches Schaffen war seine Umtriebigkeit im Bereich des Journalismus und der Publizistik. Tucholsky sympathisierte erst mit den Sozialdemokraten, war dann Mitglied der USPD (damals die linken Sozialdemokraten) und stand später der KPD nahe. Seine Artikel waren von einem dementsprechenden Tenor geprägt. Berühmt ist sein Aussprach “Soldaten sind Mörder”, der noch heute (trotz zweier Weltkriege) viele Gemüter erhitzt (Tucholsky war selbst Soldat im Ersten Weltkrieg gewesen, wenn auch nicht im Schützengraben).
