Archiv für 2010

Nachrichten aus der Welt des Sports

Dienstag, 18. Mai 2010

Die schwedischen Öffentlichkeit teilt sich derzeit vermutlich auf in diejenigen, die bei der Eishockey-WM für ihr Land mitfiebern, diejenigen, die sich ärgern, dass Schweden nicht bei der im nächsten Monat anstehenden Fußball-WM in Südafrika dabei ist und diejenigen, die sich dafür interessieren, ob Zlatan Ibrahimovic nun schwul ist oder nicht. Und dann gibt es natürlich noch diejenigen, die sich für Sport gar nicht interessieren und wahlweise über die anstehende Königshochzeit diskutieren oder über das Rettungspaket für Griechenland.

Aber der Reihe nach. Derzeit ist in Deutschland eine Eishockey-Weltmeisterschaft. Bekommt man nicht so richtig mit, ist aber so. Und das deutsche Team verblüfft durch Erfolge. War vor der Meisterschaft noch eher der drohende Abstieg in die B-Gruppe spekuliert worden, steht das Team jetzt im Viertelfinale. Auf dem Weg dorthin hat es nur knapp gegen Titelverteidiger Russland und die Mitfavoriten aus Finnland verloren, Dänemark und heute schließlich auch die Slowakei besiegt. Jetzt könnte Deutschland im Viertelfinale auf die stets zu den Favoritenn gehörenden Schweden treffen. Diese spielt aktuell gegen die Schweiz um den Gruppensieg. Diese Platzierung ist den erfolgsverwöhnten Schweden allerdings nicht durch den souveränsten Auftreten bei einer Meisterschaft zu verdanken. Gegen Frankreich und Norwegen gewann man nicht so eindeutig wie erfwartet. Gegen Tschechien zogen die Schweden den kürzeren. Das Finale wird am 23. Mai ausgetragen. Bleibt abzuwarten, wer sich letztendlich durchschlagen kann. Mit “nur” einem WM-Titel in den letzten 10 Jahren wäre Schweden mal wieder dran…

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Schokowerkstatt Cloetta

Montag, 10. Mai 2010

Schweden ist ein Land mit relativ wenigen Einwohnern. Aber diese Einwohner können sich freuen, denn ihr Heimatland ist in Sachen Schokolade bestens versorgt. Im Ausland ist Marabou am bekanntesten (gehört mittlerweile allerdings zu Kraft), in Schweden selbst ist die Firma Cloetta vermutlich ebenbürtig. Und Cloetta liegt mit seinem Kex-Riegel meiner Meinung nach ganz vorne in der Konkurrenz um den weltweit oder zumindest europaweit besten Schokoriegel. Einfach (und) lecker!

Ein Blick in die Firmenhistorie zeigt allerdings, dass Cloettas seine Wurzeln gar nicht in Schweden hat. Drei Schweizer Brüder,  Bernhard, Christoffer und Nutin Cloetta, gründete das Unternehmen 1872 in Kopenhagen. Die Brüder haben das Süßigkeiten-Handwerk vorher in der Schweiz und in Frankreich gelernt und diese Rezepte in den Norden Europas getragen. Aber sie stellten nicht nur Schokolade her, sondern auch Konfekt, Trinkschokolade und Karamellbonbons. Die schwedischen Leckermäule fanden schnell Gefallen an den Cloetta-Produkten, so dass die drei Brüder sich entschlossen, auch in Malmö die Schokopresse anzuwerfen. Einige Jahre später, 1901, zog das Unternehmen nach Ljungsbro, in die Nähe von Linköping, wo bis heute der Hauptsitz Cloettas liegt. Die Schweizer Geschwister konnten ab 1917 vermutlich in Geld schwimmen, da sie das erfolgreiche Unternehmen an  Svenska Chokladsfabrik AB verkauften, welches zu großen Teilen der Familie Svenfelt gehörte. Der Name Cloetta blieb jedoch.

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Der schwedische Guido Knopp: Herman Lindqvist

Montag, 3. Mai 2010

Seit mehreren Jahren werden in Deutschland die umstrittenen Fernsehgebühren verschleudert, um eine History-Show nach der nächsten zu produzieren. Es fing harmlos an mit Dokumentationen über die jüngste deutsche Vergangenheit und endete in absurden pseudowissenschaftlichen Shows à la “Hitlers Schäferhunde”. Völlig sinnfrei dabei auch der Trend, historische Szenen nachzuspielen. Das sieht dann aus wie in jedem gewöhnlichen Hollywoodfilm, in dem mit Computeranimationen versucht wird, Authentizität zu schaffen (man bemerke die Widersprüchlichkeit). In Deutschland steht ein Mann als Synonym für populärwissenschaftliche Geschichtsdokumentationen: Guido Knopp. Er hat geschafft, was nur wenigen Fernsehwissenschaftlern gelingt: Er ist vielen Deutschen bekannt. Die Kehrseite der Medaille ist, dass er in den Feuilletons und der öffentlichen Diskussion oft als der Buhmann schlechthin dargestellt wird, weil er vereinfacht und/oder verkürzt oder gar falsch darstellt.

Herman Lindqvist 2005

Herman Lindqvist 2005

Mittlerweile hat Knopp sicher so viel Geld verdient, dass ihm die gelegentlichen Sticheleien der Schönschreiberlinge sicher nicht mehr stören. Und er steht nicht alleine da. Auch in Schweden gibt es einen Mann, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Geschichte seines und anderer Länder zu erkunden und einer breiten Öffentlichkeit zu erklären. Sicherlich kein schlechter Gedanke, den Herman Lindqvist da hatte. Und in Schweden ist er ebenso bekannt wie Guido Knopp hierzulande.

Herman Lindqvist ist 1943 geboren und interessiert sich wie so viele in die Jahre kommende Männer stark für Geschichte. In jungen Jahren arbeitete er zunächst als Redakteur im Aftonbladet, ging dann als Korrespondent nach Beirut, Hongkong, Prag und Paris. Frankreich ist er bis heute treu geblieben. Bücher hat er seit den 80er Jahren regelmäßig geschrieben. Zunächst über Land und Leute in seinen jeweiligen Gastländern. In den 90er Jahren begann seine TV-Serie Historien om Sverige (Die Geschichte Schwedens), welche später auch als Buch erschien und in Schweden sehr erfolgreich ist.

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Sturm der Liebe: Schwedische Royals

Montag, 26. April 2010

Manchmal fragt man sich, warum die etlichen schlechten Seifenopern aus allen Ländern dieser Welt so erfolgreich sind: Da zerbricht sich eine Riege von schlecht bezahlten Drehbuchautoren den Kopf über möglichst authentische Dialoge und kann doch nur scheitern: So dramatisch und unterhaltsam wie das wahre Leben sind sie bei weitem nicht. Die letzte Woche war mal wieder Beweis genug dafür, dass die besten Geschichten immer noch das Leben spielt. So abgedroschen das auch klingen mag. Nachdem das englische Königshaus nun scheinbar wieder in fester Hand der Spaßbremse Queen Elizabeth II. ist, Boris Becker auch seinen letzten Rest an Charme verspielt hat und Heidi Klum einfach jedem auf den Keks geht, sobald sie auch nur ihren Mund aufmacht, müssen neue Protagonisten ran: Und da schieben sich in diesem Sommer die Schweden ganz nach vorne.

Endlich! kann man nur sagen. Die ewigen Geschichten über Friede Freude Eierkuchen waren ja nicht mehr zu ertragen. Ein Jahr der Liebe war es 2009 als sowohl Prinzessin Victoria als auch Madeleine sich verlobten. Die erste große Hochzeit steht im Juni 2010 an und beschäftigt schon jetzt viele Journalisten in und außerhalb von Schweden. Geplant war in angemessenem Abstand auch die Hochzeit der kleinen Schwester zu begehen. Just diese hat sich jetzt aber letzte Woche von ihrem Verlobten getrennt.

Die Umstände sind noch nicht ganz geklärt. Die Trennung wurde auf der Seite des schwedischen Königshaus vermeldet. Mit dem Hinweis darauf, dass die genaueren Umstände nicht an die Öffentlichkeit gelangen werden. Die schwedischen Medien sind generell noch sehr zurückhaltend, was die Privatsphäre der Königsfamilie betrifft. Bei Dagens Nyheter und Expressen lassen sich nicht viele Informationen finden. Aber wozu hat man denn Nachbarn? In den norwegischen Medien berichtete eine 21jährige, dass sie beim Skifahren eine Affäre mit Jonas Bergström hatte. Und das schlachten skandinavische und natürlich die deutschen bunten Blätter gerade aus. Die Bunte hat exakt 67 Fotos von Madeleine gesammelt: vom Baby zur Verlobten. Bilder aus glücklichen Zeiten…

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Nelly Sachs: unbekannte Nobelpreisträgerin

Sonntag, 18. April 2010

Es gibt viele Menschen, deren Namen man schon gehört hat, von denen man weiß, dass sie berühmt sind, die man aber trotzdem nicht genauer einordnen kann. Für mich gehört Nelly Sachs zu diesem Menschenschlag. Dabei hat die jüdische Schriftstellerin 1966 den Nobelpreis für Literatur bekommen. Und so viele deutschsprachige Literaturnobelpreisträger gibt es ja nun nicht. Nelly Sachs hatte jedoch als Jüdin allen Grund sich von ihrem Geburtsland abzuwenden. 1940 floh sie quasi in letzter Sekunde nach Stockholm und verbrachte hier den Rest ihres Lebens. Ab 1953 hatte sie die schwedische Staatsbürgerschaft.

Geboren ist Leonie Sachs 1891 in Berlin-Schöneberg. Sie wuchs als Einzelkind in einer großbürgerlichen Familie auf, hatte jedoch schon in jungen Jahren gesundheitliche Probleme. An den goldenen 20er Jahren in Berlin nahm die Familie Sachs nicht teil. Nelly Sachs verliebte sich jedoch in einen verheirateten Mann und hatte vermutlich eine jahrelange Beziehung zu ihm. Der Geliebte ist vermutlich im Konzentrationslager umgekommen, geheiratet hat Sachs nie.

Mit dem Schreiben begann sie bereits in jungen Jahren. Schon damals trat sie vor allem als Lyrikerin in Erscheinung und bekam gute Kritiken. Ihre Gedichte erschienen in verschiedenen Berliner Zeitungen. Natürlich war das Leben in den 30ern jedoch von Schikanen geprägt. Nach dem Tod des Vaters lebte Nelly Sachs gemeinsam mit ihrer Mutter in einer ihrer Mietwohnungen. Mehrmals wurden die beiden Frauen von der Gestapo verhört und Nelly sogar verhaftet. Trotzdem kam der Entschluss zu fliehen sehr spät.

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Neue Zahlungsmittel in Schweden

Montag, 5. April 2010

Die Schweden wollen den Euro nicht. Und das scheinbar auch mittelfristig nicht, denn im Jahr 2008 wurde von Seiten der schwedischen Politiker eine Kommission eingesetzt, die das schwedische Geldsystem überprüfen soll. Nicht etwa die Abläufe, sondern ganz konkret die Münzen und Scheine. So manch Politiker scheint aufgegangen sein, was ausländischen Besuchern in Schweden nach zwei Tagen auffällt: Das schwedische Geld ist unpraktisch.

Münzsammlung (Foto: add1sun)

Münzsammlung (Foto: add1sun)

Holt man sich Geld am Automaten, spuckt dieser meist 500-Kronen-Scheine aus. Wenn man damit im Geschäft bezahlt, wird der Schein meist schon mal gründlich geprüft. Dagegen ist ja nichts zu sagen. Passiert aber in Deutschland mit 50 Euro-Scheinen nach meiner Erfahrung nicht so oft. Bezahlt man also mit diesem Schein, bekommt man als Wechselgeld bis zu vier 100-Kronen-Scheine wieder. Als Konsequenz hat man viele Scheine im Portemonnaie und verliert schnell die Übersicht, wie viel Geld man aktuell besitzt.

Ähnlich läuft es beim Bezahlen kleinerer Summen. Meist bekommt man eine Menge 1-Krone-Münzen oder noch schlimmer 50-Öre-Münzen wieder. Ich glaube, es gibt fast kein Produkt in Schweden, das 50 Öre kostet. In Supermärkten wird eh auf- bzw. abgerundet, damit man auf eine Summe kommt, die mit dem schwedischen Münzsystem kompatibel ist. Es gibt nämlich nur 50-Öre-Stücke, keine 10 oder 5-Öre-Münzen.

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T-Centralen: Knotenpunkt Stockholms

Donnerstag, 25. März 2010
Spottkoppen Foto: Michell Zappa

Spottkoppen (Foto: Michell Zappa)

Es gibt Orte, die hasst man und liebt man zugleich. Bahnhöfe sind solche Orte. Kommt man müde von der Arbeit, gibt es nichts Nervigeres als einen trubeligen Bahnhof, in dem man sich mit Tausenden von anderen Menschen durch die schmalen Gänge schiebt und sich darüber ärgert, den direkten Anschlusszug nicht bekommen zu haben. Gleichzeitig ist ein großer Bahnhof ein fantastischer Ort, um sich seine Mitmenschen oder auch den Querschnitt der Bewohner eines anderen Landes anzusehen. Am Bahnhof treffen sich Menschen jeden Alters, jeder Weltanschauung und jeder Schicht.

In Stockholm setzt sich der Hauptbahnhof zusammen aus Stockholm Centralstation (Stockholm C) für den Zugverkehr, T-Centralen für den U-Bahnverkehr und Cityterminalen für den Busverkehr. Sie liegen aber direkt neben- und untereinander, so dass man meist nicht genau weiß, in welchem Teil des Bahnhofs man sich jetzt eigentlich befindet. Neben der Eisenbahn hält hier auch die S-Bahn (der so genannte Pendeltåg), Stadtbusse, Flughafenbusse und der Arlanda-Express (ein Schnellzug vom Flughafen Arlanda zum Hauptbahnhof, der ca. 20 Minuten für die Strecke benötigt). Da verwundert es nicht, dass man die Anlage einige Mal durchquert haben muss, um sich nicht mehr zu verlaufen und dort rauszukommen, wo man auch wirklich hinwollte. Schätzungsweise 450.000 Menschen tummeln sich Tag für Tag in den Gängen und Hallen des Hauptbahnhofs.

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Irgendwie typisch schwedisch

Montag, 15. März 2010

Wir Menschen neigen zum Pauschalisieren. Motiv ist in vielen Fällen eine Vereinfachung der Sachlage und der Wunsch nach Ordnung. Es soll nicht viele verschiedene Umstände und  Menschen geben, sondern wir versuchen immer, diese in Schubladen zu packen. Das befriedigt auf eine gewisse Weise. Wir meinen, etwas durchschaut zu haben. Schlauer als der Rest zu sein. Also tappse ich auch mal in diese Falle und schildere, was ich für typisch schwedisch halte. Eine zufällige Auswahl ohne den Anspruch auf Vollständigkeit. Sicher auch keine Ansammlung der wichtigsten Eigenschaften des schwedischen Volkes. Los geht’s:

Natur und rote Häuser (Foto: sramses177)

Natur und rote Häuser (Foto: sramses177)

1) Lagom: Lagom ist ein Adjektiv, dessen direkte Übersetzung schwer fällt. Es geht in die Richtung “genau richtig”, “angemessen” oder “konsensfähig”. Nudeln können lagom zubereitet sein oder eine Entscheidung lagom sein. Die Schweden wollen sich nicht so richtig streiten und am liebsten alles im Konsens bestimmen. Dies hat zur Folge, dass Parlamentsdebatten in Schweden noch viel langweiliger sind als in Deutschland. Verbale Attacken gegen Opposition oder Regierung fallen meist äußerst harmlos aus. Politik ist hier weniger Showbühne, ja, es wird sogar dem Vorredner immer für seine “interessanten Ausführungen” gedankt. Selbst wenn der christdemokratische Vorredner gerade die Ehe von Homosexuellen als sittenwidrig abgestempelt hat.

2) Sicherheit wird groß geschrieben im Land der Elche und Trolle. Schnelles Autofahren wird genauso abgelehnt wie Rad Fahren ohne Helm. Rauchmelder sind weit verbreitet, die Herde sind ausgestattet mit Zeitschaltuhren, so dass man nicht vergessen kann, die Platte auszumachen (mehr dazu hier).

3) Schwedische Häuser haben oftmals eine Holzfassade. Das weiß jeder aus den Astrid-Lindgren-Büchern und Filmen. Schwedische Häuser sind zudem relativ klein. Das kennt man eher von IKEA, wo oftmals gezeigt wird, wie man auf wenig Fläche viel unterbringen kann. Schwedische Häuser haben oftmals eine offene Bauweise, es gibt also weniger Türen. Küche und Wohnzimmer gehen oft ineinander über. Merkwürdigerweise gibt es viele Häuser, bei denen mehr oder weniger im Keller noch Zimmer zum Wohnen sind. Dann gibt es nur kleine Fenster relativ hoch im Raum. Bei Kinderzimmern ist es häufig so, dass sich Kinder einen Raum teilen – zumindest in älteren Häusern. Türen sind oftmals unverschlossen, zumindest auf dem Land. Und Vorhänge sind in Schweden nicht so verbreitet wie in Deutschland. Gute Chancen für die Nachbarn etwas vom Leben nebenan mitzubekommen.

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Internationaler Frauentag: Schwedische Erfolgsfrauen

Montag, 8. März 2010

Es kommt nicht häufig vor, dass Milliarden von Menschen an einem Tag gemeinsam feiern. Heute ist so ein Fall, denn es ist Internationaler Frauentag. Und auch wenn bei vielen keine Feierstimmung aufkommt, so gibt es doch einige Medien und Einrichtungen, die den Tag nicht völlig kommentarlos verstreichen lassen wollen. Es geht nicht darum, das Frausein zu feiern. Und auch nicht darum, die Gebärfreudigkeit der Frauen zu zelebrieren. Es geht wohl eher darum, zu zeigen, wie es um die Gleichstellung in der Gesellschaft steht. Von der Rolle und den Probleme der Frau zu sprechen. Oder Selbstvertrauen zu geben, indem von positiven Beispielen berichtet wird.

Dagens Nyheter listet beispielsweise die 125 einflussreichsten Frauen der schwedischen Wirtschaft auf. Das ist vielleicht nicht die entscheidenste Aufstellung des Tages, aber im Gegensatz zum angeblichen deutschen Presseflagschiff Nr. 1, dem “Spiegel”, wird der Tag immerhin berücksichtigt. Und wer ist nun die mächtigste Frau des schwedischen Wirtschaftslebens? Wenig bekannt ist sie auf jeden Fall. Bis zu einem Wikipedia-Eintrag hat sie es bisher nicht geschafft. So populär ist ihr Arbeitsbereich auch nicht. Schließlich arbeitet sie im Industrie- und Rüstungssektor. Und das für SAAB, einer Firma mit potentiell ungewisser Zukunft. Hier ist Lena Olvig Vizegeschäftsführerin. In der Rankingliste war sie seit 2002, bevor sie zu SAAB gekommen ist, hat sie bereits für Volvo in Asien gearbeitet.

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Häuser von der Stange

Montag, 1. März 2010

Der schwedische Vorzeigekonzern IKEA hat in Deutschland ein neues Standbein: Nachdem alle Studenten-WGs bereits mit Billy, Lack und formschönen Ballonlampen ausgestattet sind, wird jetzt nachgerüstet. Die Studenten beenden dann ja doch mehr oder weniger schnell ihr Studium, quälen sich zwei Jahre durch Praktika und Arbeitslosigkeit und bekommen irgendwann eine Stelle. Im Alter von 30 denken einige langsam an Familie, die bis zum Lebensalter von 35 realisiert wird. Anschließend ist Mietwohnung doch nicht mehr das Praktischste und der Wunsch nach den eigenen vier Wänden entsteht. Just da will IKEA wieder einsetzen. Statt buntem Mobilar sollen den Kunden nun auch noch die notwendigen Wände geliefert werden.  Inklusive Dach versteht sich.

BoKlok (Wohne klug) heißt das neue Produkt der IKEA-Familie. Geboten werden Reihenhäuser und Eigentumswohnungen zu angeblich erschwinglichen Preisen. Alles schön gleichmäßig aufgebaut, damit der Nachbar nicht neidisch wird. Ganz neu ist das Konzept nicht: In Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und Großbritannien gibt es bereits 4000 Wohnungen und Häuser. In Schweden wurde das Konzept Mitte der 90er Jahre entwickelt. 2010 soll nun der deutsche Markt erschlossen werden. Gestartet wird in den Städten Offenbach, Nürnberg, Wiesbaden und Hofheim. Dort entstehen Wohneinheiten mit Zwei- bis Vierzimmerwohnungen, gebaut im “skandinavischen Stil” und in einer “umweltschonenden Holzrahmbauweise”. Preislich beginnt es bei 99.500 Euro für eine Wohnung. Ein Reihenhaus steht für 175.000 Euro inklusive Grundstück im Angebot.

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