Archiv für März 2011

Roxette is back

Sonntag, 27. März 2011

Schwedens langjähriges Popduo Nummer eins geht dieses Jahr auf Welttournee. Genauer gesagt, hat bereits damit begonnen. Marie Fredriksson und Per Gessle haben sich ein toughes Programm aufgebrummt und touren von März bis Juli durch Russland, Südamerika, Südafrika, dem Nahen Osten und Europa. Zwei Monate Pause sind eingeplant, um dann im Oktober und November noch einmal zwölf Konzerte in Europa zu geben. In Schweden selbst treten die beiden dabei nur drei Mal auf: in Göteborg, Stockholm und Malmö. Scheinbar mal wieder eine Band, die im Ausland (und hier speziell in Deutschland)  mehr Fans hat als an der Heimatfront. Aber in Deutschland leben ja auch einfach ein paar Menschen mehr.

Roxette 2009 (Foto: Colinvdbel)

Roxette 2009 (Foto: Colinvdbel)

Man merkt, man wird älter, denn Roxette gibt es mittlerweile seit 25 Jahren. Ihre größte Zeit war sicher Ende der 80er/Anfang der 90er als sie mit The Look, Dangerous, Listen to your Heart, Spending my time, Sleeping in my car und natürlich mit Joyride die internationalen Hitparaden erklimmten. Aber gerade jetzt, wo genug Zeit vergangen ist, sich nicht mehr für seinen alten Musikgeschmack zu schämen, sondern es cool zu finden, die Hits der 90er Jahre wieder zu hören, könnten Roxette einen neuen Erfolgsschub bekommen. Es gibt mehr und mehr 90er Jahre Partys und auch im Radio hört man jetzt öfter Ace of Base, Scooter oder aber Take Thats alte Hits.

Aber Roxette ist im Gegensatz zu anderen Musikkombos auch nicht stehen geblieben. Die beiden mussten/haben zwischenzeitlich Auszeiten nehmen, haben aber immer wieder neue Lieder aufgenommen. In diesem Jahr kam – fast  zehn Jahre nach ihrem letzten Album – mit Charm School das achte Album auf den Markt. Gibt es heute noch Hitparade, die den Erfolg eines Albums messen können? Keine Ahnung. Roxette hat derzeit 115.000 Freunde auf Facebook.  Zum Vergleich: Ace of Base ca. 83.000 und Mando Diao 230.000. Wenn man bedenkt, dass die Fans von Roxette etwas älter und weniger intensive Facebook-Nutzer sind als die Mando Diao Groupies, ist das eine stattliche Zahl. Das Open Air Konzert in Berlin ist ausverkauft, in Göteborg ein Zusatztermin geplant. An Beliebtheit scheint es nicht zu mangeln.

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Dörfliches Leben auf dem Vormarsch

Sonntag, 6. März 2011

In Berlin findet Mitte Mai eine interessante Veranstaltung statt. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lädt zur Internationalen Dorfkonferenz. Da stutzt man als Leser gleich mehrfach. Was soll eine Dorfkonferenz sein? Was soll sie bezwecken? Warum findet eine Dorfkonferenz ausgerechnet in Deutschlands größter Stadt statt und wo ist der thematische Zusammenhang zwischen der Rosa-Luxemburg-Stiftung (die der Partei Die Linken nahe steht) und dem Thema dörfliches Leben, das traditionell mit der CDU und heute vielleicht noch mit den Grünen in Zusammenhang gebracht wird?

Kurious, kurios. Der Untertitel der Konferenz hilft bei den oben aufgetretenen Fragen vielleicht schon weiter. Er lautet: “Die Kraft der dörflichen Gemeinschaften und der Dorfbewegung.” Es geht dabei also um eine Bewegung von unten, die auf Dorfebene stattgefunden hat. Und das laut Veranstalter in mindestens 20 europäischen Ländern. Möchte man es optimistisch formulieren, könnte man sagen, dass die international auftretende Politikverdrossenheit dadurch geschmälert werden soll, dass man den Bürger und die Bürgerin ernst(er) nimmt und ihr auf der (eher unbedeutenden) Dorfebene mehr Gestaltungsspielraum lässt. Und da der Bürger hier dankend annimmt, wird dies als Bewegung bezeichnet.

Der Begriff Dorfbewegung scheint mir zum jetzigen Zeitpunkt noch arg hochgegriffen. Bewegungen brauchen ein gemeinsames Ziel und besser noch einen gemeinsamen Gegner. Was soll das gemeinsame Ziel von Dorfbewohnern aus 20 europäischen Ländern sein? Und welche mittel- und langfristigen Ziele können in einer Region verfolgt werden?

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