Archiv für 2012

Urlaub bei den Wikingern

Dienstag, 8. Mai 2012
Schwedischer Wikingerevent (Foto: Museum Foteviken)

Schwedischer Wikingerevent (Foto: Museum Foteviken)

Es gibt verschiedene Möglichkeiten mit der Realität und aktuellen Trends umzugehen. Man kann bei allem mitmachen und sich über Entwicklungen freuen. Man kann eine Partei gründen mit Themen, die bisher kaum einer beachtet hat. Und man kann sich Nischen suchen, in denen man vor dem Hier und Jetzt verstecken kann. Das geht zum Beispiel im Wikingerdorf Foteviken in der Nähe von Göteborg. In den Sommermonaten erwacht die Anlage zum Leben und füllt sich mit Hobbywikingern. Die bleiben meist nicht nur einen Tag, sondern können quasi Teil eines Museums werden. Das bedeutet, man kleidet sich wie “die” Wikinger oder versucht dem in jedem Fall nahe zu kommen. Dann braucht der Wikinger Beschäftigung, denn bekanntlich waren es gar nicht nur Krieger. Handwerken und Landwirtschaft sind daher angesagt, natürlich auch Schiffsbau. Da Krieg spielen für viele scheinbar eine unheimliche Anziehungskraft hat, wird alljährlich auch die große Schlacht von Foteviken nachgespielt. Da kann man dann Axt und Schwert und besser auch das Schild zum Einsatz bringen.

Die Vorgaben für die Hobbywikinger sind strikt. Man befindet sich im Jahre 1138 nach Christus in der Übergangsphase von der Wikingerzeit zum Mittelalter. Echte Re-Enactors nutzen auch nur Gegenstände, die es zu dieser Zeit auf schwedischem Gebiet bereits gab und die üblich waren (zumindest in den deutschen Re-Enactor-Kreisen macht man sich verdammt unbeliebt, wenn man sich nicht an diese Spielregel hält.) Zu beachten ist auch, dass die Schlacht von Foteviken einige Jahre zurückliegt, das heißt, man konzentriert sich auf Handel und Schiffe. Auf der Anlage befinden sich alte Koggen aus der Zeit. Ziel ist in erster Linie der Spaß und in zweiter vermutlich der Bildungsauftrag. Schulklassen und Interessierte können sich die Open Air-Anlage ansehen und erfahren viel über die Zeit. Höhepunkte des Jahres sind die Wikingerwoche und der Halör Wikingermarkt in der Woche nach Midsommar. Über die Anlage gibt es geführte Touren und einen Museumsshop, in dem es sicher den ein oder anderen Wikingerhelm zu kaufen gibt.

Um bei den Wikingern mitzumachen, wird man “Volunteer”. Da die Deutschen die Anlage in den letzten Jahren scheinbar vermehrt entdeckt haben, muss man früh dran sein, um noch einen Platz zu bekommen. Vermutlich sind die schwedischen Wikinger auch nicht so begeistert darüber, dass ein Großteil der Kameraden deutsch spricht. Aber das ist natürlich nur eine Vermutung.

Wer im Sommer in der Nähe von Stockholm unterwegs ist, kann sich die schöne Museumsinsel Birka ansehen. Dort haben ebenfalls Wikinger gelebt.

Abgelegt in Schweden

August Strindberg in Berlin

Montag, 23. April 2012

2012 wird als Strindberg-Jahr tituliert, da der Todestag des Schriftstellers 100 Jahre zurückliegt. Auch wenn der Name Strindberg in Deutschland sicher bekannt ist, sind es seine Werke meist nicht. Am ehesten noch sein Drama Fräulein Julie über die – natürlich nicht geduldete – Liebe einer jungen Adeligen zu ihrem  Diener. Sein abwechslungsreiches Leben führte ihn aber auch für eine Zeit lang  nach Deutschland, ein knappes Jahr lang lebte er in Berlin.

Am 1. Oktober 1892 erreichte er Berlin mit dem Zug. Da der 43jährige wie so oft knapp bei Kasse war, legte sein Freund Ola Hansson das Geld für das Ticket aus und nahm ihn in Empfang. Hansson ist selbst Schriftsteller. Der etwa 10 Jahre jüngere Schwede lebt bereits seit 1890 in der deutschen Hauptstadt und bleibt hier bis zu seinem Lebensende. Sein Heimatland hat er aus Enttäuschung über schlechte Kritiken verlassen. In Berlin hat er sich einem Dichterkreis im östlichen Stadtteil Friedrichshagen angeschlossen. In diesem führt er Strindberg ein und stellt ihm gleichzeitig eine Wohnung zur Verfügung.

Da Friedrichshagen etwas vom Schuss ab liegt, zieht Strindberg schon bald um. Zeit seines Lebens litt Strindberg unter psychischen Problemen und neigte zu einem unsteten Leben. In den folgenden Monaten wechselt er häufiger seinen Wohnort, wohnt mal in Pensionen, mal in Wohnungen. Sein Stammlokal wird eine kleine Kneipe namens Zum Schwarzen Ferkel. Diese befindet sich in der Wilhelmstraße nahe dem Boulevard Unter den Linden. Neben Strindberg gehört auch der norwegische Maler Edvard Munch zu den Stammgästen. 1892 kam der 29jährige noch unbekannte Norweger nach Berlin und wird in den vier Jahren, die er hier verbringt, berühmt. Hier betrinken die beiden sich regelmäßig und treffen sich mit anderen Künstlern verschiedener Disziplinen wie z.B. dem schwedischen Schriftsteller Adolf Paul (der 1924 eine Biografie Strindbergs herausbrachte) oder den polnischen Dichter Stanislaw Przybyszewski. Strindberg selbst beschäftigt sich in der Berliner Zeit viel mit Malerei und Naturwissenschaften.

In Berlin lernt Strindberg Anfang des Jahres 1893 die 20jährige österreichische Journalistin Frida Uhl kennen. Eine schnelle Heirat (im Mai auf Helgoland), eine Tochter und eine ebenso schnelle Trennung folgen. Wenige Wochen im Sommer 1893 lebte das Paar in Berlin, dieses Mal im Schlosscafé Pankow. Die Hochzeit führt aber dazu, dass Strindberg recht plötzlich Berlin verlässt. Kurze Zeit pendelt er zwischen Paris und Österreich, bis er 1897 wieder in seine Heimat Schweden zurückkehrt. Nach Überwindung der Trennung folgen in der Heimat seine produktivsten Jahre und zum ersten Mal ein gutes finanzielles Auskommen und Anerkennung für seine Arbeit.

Eine Fülle an Informationen zum Strindberg-Jahr, Leben und Bücher bietet die Webseite strindberg2012.se.

Abgelegt in Schweden

Hochwertiges Lakritz aus Dänemark

Mittwoch, 11. April 2012

An dieser Stelle muss ich Werbung für ein Produkt machen. Heute gekauft und schon hin und weg. Es geht um Lakritz aus Dänemark. Die Skandinavier sind ja wie die Niederländer verrückt danach und kaufen, essen und trinken es in allen Varianten.  Aus Schweden erinnere ich mich vor allem an die meist zweifarbigen mindestens 60 cm langen Lakritz-Schnüre in den schillerndsten Farben. Das ist mir in der Regel zu süß und und künstlich. Generell kann mich nicht viel Lakritz begeistern. Aber scheinbar muss man nur die richtige Sorte haben.

Meine Empfehlung sind “Lakrids” von Johan Bülow. Der etwas selbstverliebte 27jährige Unternehmer stellt seit einigen Jahren das schwarze Gold her. Von der Insel Bornholm eroberte das Produkt zunächst Dänemark und kommt jetzt auch nach Deutschland. In Schweden gibt es das bestimmt auch schon. Die Besonderheit liegt in den reinen Zutaten und in viel Liebe fürs Produkt. Verwendet werden u.a. Reismehl, Zuckerrübensirup, Invertzucker, Rohrzucker, Melasse, Lakritzpulver, Rapsöl, Salz, Anis und Wachs. Keine Farb-  und Konservierungsstoffe und es ist glutenfrei.Der Zuckerrübensirup und das Rapsöl kauft Bülow direkt auf seiner Heimatinsel Bornholm ein. Die ganzen Zutaten werden dann mindestens sechs Stunden gekocht und per Hand geformt und zerschnitten.

weiter lesen »

Abgelegt in Skandinavien

Schwedische Klassiker im Netz

Montag, 2. April 2012
Klassiker schwedischer Literatur im Netz, Foto: whereisyourmind

Klassiker schwedischer Literatur im Netz, Foto: whereisyourmind

Das Internet weiß ja bekanntlich alles. Dank einer Initiative verschiedener schwedischer Einrichtungen können die Suchmaschinenen, Robots und Menschen dieser Welt dort auch Werke schwedischer Autoren finden. Soll heißen, dass es eine Menge älterer schwedischer Literatur im Internet zu lesen gibt. “Ältere” bedeutet, dass man primär Werke toter Schriftstellerinnen und Schriftsteller findet. Für Texte von Schriftstellern, die mehr als 70 Jahre tot sind, müssen nämlich keine Abgaben mehr bezahlt werden. Eine Handvoll der Autoren lebt aber auch noch und stellt seine Texte freiwillig zur Verfügung. Ergebnis ist eine Bandbreite von Werken aus dem 14. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert.

Ziel der Webseite ist es, den Fundus der schwedischen Literatur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und auch auf die weniger bekannten Autoren hinzuweisen. Die Texte sind in verschiedenen Formaten erhältlich, z.B. eingescannt als Faksimilie oder als PDF. Herausgegeben wird die (etwas altmodische) Webseite von der Schwedischen Akademie, der Königlichen Bibliothek, der “Sprachbank” und der Schwedischen Wissenschaftsakademie. Die Literaturdatenbank wird dabei stetig erweitert, allein im März 2012 wurden 25 neue Texte hinzugefügt. Neugierige können hier stöbern.

In Deutschland gibt es mit dem Projekt Gutenberg eine ähnliche Datenbank, die auf Spiegel online aufgerufen werden kann.

Abgelegt in Schweden

Astrid-Lindgren-Preis: Geldregen für die Niederlande

Dienstag, 27. März 2012

Seit dem Tod der großen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren im Jahr 2002 wird alljährlich ein Gedächtnispreis in ihrem Namen vergeben. Es handelt sich um den höchstdotierten Preis für Kinder- und Jugendbuchliteratur weltweit. Jedes Jahr kann sich ein Schriftsteller oder eine Schriftstellerin über eine Summe von 5 Millionen SEK freuen (das entspricht in etwa 540.000 €). Zum Vergleich: Der Sieger des Deutschen Buchpreis erhält 25.000 €. Der Gewinner des Astrid-Lindgren-Preises kann es sich damit auf jeden Fall eine Weile gut gehen lassen und seine sonst meist herrschenden Geldsorgen für eine Zeit lang vergessen. Das schafft Raum für neue tolle Bücher und ist eine Wertschätzung gut gemachter Kinderbücher. Letztere werden ansonsten oft belächelt, weil anscheinend vergessen wird, welch große Wirkung die Werke von Astrid Lindgren auf Millionen von Kindern und Erwachsene weltweit haben.

Astrid-Lindgren-Preis 2012 für Guus Kuijer

Astrid-Lindgren-Preis 2012 für Guus Kuijer

In diesem Jahr geht der Preis an den 70jährigen Niederländer Guus Kuijer. Seit 1975 hat Kuijer etwa 30 Titel veröffentlicht. Laut der Jury ist es ihm dabei gelungen stets aus der Kinderperspektive zu schreiben und gleichzeitig die Erwachsenenwelt aus Kindersicht zu schildern. Seine Werke wurden in mehr als 10 Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche. Außerdem erhielt Kuijer bereits zwei Mal den Deutschen Jugendbuchpreis sowie viele weitere internationale Preise. Zu seinem berühmtesten Büchern gehören “Ich bin Polleke”, “Das Buch von allen Dingen” oder “Erzähl mir von Oma”.

Der Preis wird vergeben von einer Stiftung, die 2002 von der schwedischen Regierung gegründet wurde. Ihr Zweck ist das Interesse an Kinder- und Jugendbüchern zu vergrößern und dazu beizutragen, die Rechte von Kindern weltweit zu stärken. Nominiert werden die Kandidaten von internationalen Organisation. Den oder die Preisträger – denn es können auch mehrere sein- ermittelt im Anschluss eine Expertenjury. Von den bisherigen Preisträgern kenne ich aber ehrlich gesagt nur Christine Nöstlinger. Im letzten Jahr ging der Preis an den jungen Australier Shaun Tan.

Es gibt übrigens noch einen weitere Preis, der Astrid Lindgrens Namen trägt. Der Verlag Rabén och Sjögren vergibt seit Astrid Lindgrens 60. Geburtstag im Jahre 1967 jährlich einen Preis an schwedische Schriftsteller, die im Bereich Kinder- und Jugendliteratur arbeiten. Unter anderem Henning Mankell und Sven Nordqvist gehörten zu den Preisträgern.

Der große Astrid-Lindgren-Preis (ALMA) wird in diesem Jahr am 28. Mai 2012 im Stockholmer Konzerthaus feierlich übergeben. 2012 ist gleichzeitig das zehnjährige Jubiläum des Preises. Statements der bisherigen Preisträger zum ALMA-Jubiläum gibt es hier.

Abgelegt in Schweden

Fahrrad-Tourismus in Schweden

Montag, 19. März 2012

In diesem Jahr feiert die Cykel Turist Veckan (CTV, in etwa Fahrrad-Touristen-Woche) ihr 30jähriges Jubiläum. Bei der Veranstaltung geht es darum, die unterschiedlichen schwedische Regionen mit dem Fahrrad zu erkunden. In diesem Jahr findet die CTV in Varberg statt. Varberg liegt in Hallands Län, ca. 70 Kilometer südlich von Göteborg und hat etwa 25.000 Einwohner. Der Touristen- und Kurort liegt direkt am Meer in der Nähe des Kattegats. Eine der größeren Attraktionen neben der Strandpromenade ist die Festung, die bereits im 13. Jahrhundert entstanden ist.

Auf den Touren gibt es sicher einiges zu sehen für die Radler und ne Menge Gegenwind. Die Woche ist so geplant, dass täglich Wege von 30, 60 und 90 km Länge ausgeschildert sind und man diese alleine oder in Kleingruppen fährt. Zwischendurch gibt es gemeinsame Aktivitäten, es werden Essens- und Getränkestände an der Strecke aufgebaut und bei Sehenswürdigkeiten gibt es Informationen. An einem der Tage wird man gemeinsam fahren.

Anmelden kann man sich für die Tour noch bis zum 1. Mai. Erfahrungsgemäß fahren vor allem die Schweden durch ihr Land, aber es gibt immer auch ausländische Teilnehmer. Veranstalter ist die Organisatin Cykelfrämjandet, vermutlich mit dem deutschen ADFC zu vergleichen. Dann heißt es wohl, sich für die Veranstaltung fit zu machen.

 

Abgelegt in Schweden

Schweden bekommt Druck aus Europa

Dienstag, 6. März 2012

In der nächsten Woche treffen sich die EU-Finanzminister in Brüssel und beraten über die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Die Idee zu einer derartigen Steuer ist schon mehrere Jahrzehnte alt. Erst im Zuge der Finanzkrise/n der letzten Jahre wurde die Idee allerdings mehrheitsfähig und liegt daher in Brüssel auf dem Tisch. Selbst das konservative Gespann Merkel / Sarkozy spricht sich nach jahrelanger Ablehnung für die Einführung einer derartigen Steuer aus. Aber noch immer sind nicht alle im Boot – weder Großbritannien noch Schweden.

Die Briten und ihren Riesen-Finanzmarktplatz London bei der Steuer zu integrieren, scheint vielen aktuell als nicht machbar. Die schwedische Regierung hingegen hat in der letzten Zeit Signale dafür gesendet, dass sie sich eine stärkere Verantwortung der Banken vorstellen kann. Wie Helmut Steuer für das Portal Wirtschaft und Finanz aus Stockholm berichtet, äußerte sich Finanzminister Anders Borg Ende Februar überraschend negativ über die schwedischen Banken. Das Quartett aus Handelsbanken, Swedbank, SEB, Nordea erzielte im Geschäftsjahr 2011 exzellente Ergebnisse: Außer Nordea konnten alle ihren Gewinn deutlich steigern. Ein Grund dafür ist allerdings, dass die Banken das niedrige Zinssniveau nicht an ihre Kunden weitergegeben haben. Dieses privatkundenunfreundliche Verhalten in Kombination mit der Tatsache, dass SEB und Swedbank in der Finanzkrise von 2008 staatliche Hilfsgelder erhalten haben, führte zu Borgs Kritik. Eine Besteuerung des Bankensektors würde daher laut schwedischem Finanzministerium zumindest überdacht werden.

weiter lesen »

Abgelegt in Politik, Schweden

Süße Semlor nach Leila Lindholm

Montag, 20. Februar 2012
Semla (Foto: Frugan, CC Attribution 2.0 Generic)

Semla (Foto: Frugan, CC Attribution 2.0 Generic)

Morgen ist in Schweden Semmeldagen oder auch Fettisdagen (in etwa: Fetter Dienstag) genannt. Semlor sind wahre Kalorienbomben aus Hefeteig und Mandelmasse mit einer dicken Schicht Sahne. An jedem letzten Dienstag vor der Fastenzeit wird der Semmeldagen gefeiert und die Schweden langen noch mal ordentlich zu. Für alle Gläubigen folgt darauf die Zeit bis Ostern, in der man kein Fleisch, Wein, Milchprodukte und Eier isst oder – in moderner Form: nichts Süßes und Fettes essen soll.

Möglicherweise ist diese Tradition in Deutschland in Form von Berlinern oder Pfannkuchen angekommen. Die Gebäckstücke mit Marmeladenfüllung sind zur Faschingszeit beliebt, aber meines Wissens nach nicht nur an einem bestimmten Tag dieser Feierzeit. Und sie sind längst nicht so wichtig wie Kamelle, Alkohol und Verkleidungen.

Ein Rezept für das schwedische Supergebäck bietet unter anderem die beliebte TV-Köchin Leila Lindholm an. Allerdings nur für diejenigen, die Schwedisch verstehen. Auf der schön gestalteten Internetseite gibt es aber auch Rezepte auf Englisch, die sehr gut klingen: Sticky Choclate Cake, Mom’s Juicy Nutcake, New York Blueberry Cheesecake. Neben Süßem gibt es auch eine Menge deftiger Gerichte, die stark von der amerikanischen und englischen Küche beeinflusst sind (was auch an der Häufung von Pastellfarbtönen zu erkennen ist).

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden

IKEA macht sich unbeliebt

Dienstag, 31. Januar 2012
Cloetta in Schweden, Foto: mangan2002

Cloetta in Schweden, Foto: mangan2002

Aus verschiedenen Gründen halte ich nicht viel von IKEA und bin nicht häufig dort. Vor ein paar Tagen war es aber mal wieder so weit und ich musste mit Erschrecken feststellen, dass es in dem Shop nach den Kassen keine schwedischen Produkte mehr gibt. Dort werden jetzt nur noch die Produkte der IKEA-Gruppe verkauft. Das heißt es gibt weder Vasa-Knäckebrot, noch Cloetta-Schokoriegel, Ballerina-Kekse, Bregott-Margarine oder Daim-Torte in den Regalen. Pech für alle Auslandsschweden und Schwedenfreunde, die das Land nicht nur aufgrund von Kitsch-TV-Serien mögen.

IKEA verkauft jetzt nur noch die Produkte, für die sie selbst die Rezepte und Rechte besitzen. Dass die Lebensmittel in Schweden produziert werden, erscheint mir dabei sehr unwahrscheinlich. Warum sollte es bei den Keksen anders sein als bei den Möbeln? Es geht ja doch nur ums Geld.

In Berlin hat man zum Glück gute Alternativen, z.B. einen schönen kleinen Schweden-Shop in Wilmersdorf. Ansonsten muss man auf Internetversand umsteigen oder selbst nach Schweden reisen. Früher hat man sich auf den Urlaub in einem bestimmten Land auch gefreut, weil es nur da diese eine leckere Besonderheit gab. Und Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.

 

Abgelegt in Schweden

Dänemark übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

Sonntag, 15. Januar 2012

Seit 1. Januar 2012 bekleidet wieder ein skandinavisches Land die EU-Ratspräsidentschaft: das Königreich Dänemark. Es übernimmt dabei den Stab von der polnischen Regierung. Für die erst seit Oktober 2011 im Amt befindliche Mitte-Links-Regierung ist die Präsidentschaft eine optimale Gelegenheit, sich innenpolitisch und international zu profilieren.

Die Sozialdemokratin Helle Thorning-Schmidt führt die dänische Regierung an. Sie ist seit 2005 Parteivorsitzende und gehört jetzt mit 45 Jahren zu den jüngsten Regierungschefs in Europa. Ihre Aufgabe ist insofern nicht leicht, als dass Europa in Dänemark selbst nicht sonderlich populär ist. Dänemark gehört nicht zum Euro-Raum, sondern besitzt noch die Dänische Krone. Thorning-Schmidts Vorgänger Anders Fogh Rasmussen hat in seiner Amtszeit 2011 ein europäisches Tabu gebrochen und im Schengen-Raum wieder Grenzkontrollen eingeführt. Als Begründung führte der Führer ein Minderheitenregierung an, den Zustrom von Kriminellen aus Osteuropa und die Einreise von nordafrikanischen Flüchtlingen stoppen zu wollen. Dabei hat er sich eindeutig von den Rechtspopulisten im dänischen Parlament Folketing beeinflussen lassen.

Helle Thorning-Schmidt hingegen ist Europäerin. Sie saß von1999 bis 2004 für die Sozialdemokraten im Europäischen Parlament. In dieser Zeit war sie Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten und engagierte sich u.a. gegen Lohndumping. Außerdem gehörte sie zum gemischten parlamentarischen Ausschuss EU-Lettland.

weiter lesen »

Abgelegt in Politik, Skandinavien