Reiseziel Åland

Die Flagge Alands

Die Flagge Ålands

Osterzeit ist Urlaubszeit. Und Urlaub bedeutet für Schweden entweder in die Sommarstuga im eigenen Land zu fahren oder aber ab in den Flieger in die Sonne von Thailand oder den Kanarischen Inseln. Aber auch die Nachbarländer profitieren von den schwedischen Touristen, die auf der steten Suche nach Erholung sind. Die Inselgruppe Åland hat sich nämlich steuerliche Sonderregelungen bezüglich des Europäischen Wirtschaftsraums gesichert. Während das zollfreie Einkaufen zwischen den meistern älteren Mitgliedstaaten der EU nicht mehr möglich ist, dürfen die Schweden auf den Fähren nach Åland voll zuschlagen.

Die Einwohner

Ungewohntes Kennzeichen

Eine gute und günstige Möglichkeit nach Åland zu kommen ist die Fähre der Eckerölinjen. Diese fährt ab Stockholm, Uppsala und Norrtälje mit Bussen zum Hafen in Grisslehamn, nördlich von Stockholm. Hin- und Rückreise sind für läppische 60 SEK zu haben. Auf der zweistündigen Fahrt kann eingekauft werden, in den Restaurants gegessen oder an den Spielautomaten gedaddelt werden (sehr beliebt, da in Schweden nicht erlaubt). Aufgrund der schwedischen Alkoholpolitik reisen viele Gäste gleich mit Sackkarren an und fahren mit der Fähre direkt zurück nach Schweden, ohne sich  länger als die gesetzlich geforderten 15 Minuten auf Åland aufgehalten zu haben.

Mariehamn: ein Sonntag im März

Mariehamn: ein Sonntag im März

Es gibt aber zum Glück auch die Möglichkeit mit einem Bus nach Mariehman, in das Zentrum Ålands zu fahren und sich dort näher umzuschauen. Gut – die Anzahl an touristischen Sehenswürdigkeiten ist gering. Reist man zudem nicht im Sommer an, sondern in den restlichen neun Monaten des Jahres, so ist die Insel leer und wirkt relativ ausgestorben. Aber es gibt immerhin ein Stadion, ein Schwimmbad, eine kleine Fußgängerzone und natürlich einen Hafen und das dazu passende Sportangebot. Bezahlt wird in Euro, gesprochen wird Schwedisch, wobei sicher viele auch Finnisch sprechen.

Die Åländer haben eine recht turbulente Geschichte hinter sich. Seit dem Mittelalter gehörte die Inselgruppe zum schwedischen Königreich, zwischendurch herrschte der dänische König, später kamen russische Besatzungen und schließlich auch die Finnen. Aufgrund der strategisch guten Lage wurde die Inselgruppe zwischenzeitlich auch als Stützpunkt genutzt. Besonders in den Zeiten der Oktoberrevolution und des Finnischen Bürgerkriegs 1918 wurde über die Zugehörigkeit der Insel zu Finnland oder Schweden diskutiert und gestritten. Finnland gewährte der Insel jedoch 1920 weitgehende Autonomie, so dass einen Anbindung an Schweden nicht weiter im Gespräch war.

Landschaft

Landschaft

Das Verhältnis der Åländer zu den Finnen ist allerdings teilweise noch distanziert. Die sehr schöne Flagge Ålands trägt beispielsweise auch die blau-gelben Farben Schwedens in sich (neben gelb-rot, das in früheren Zeiten für Finnland stand).

Die Landschaft ist natürlich sehr schön und es ist relativ einsam. Ein Ausflug dorthin lohnt sich ganz bestimmt. Und wenn es nur dafür ist, einen der scheußlichen Pfannekuchen zu essen, die auf Åland als einheimische Spezialität gelten.


Ein Kommentar zu “Reiseziel Åland”


  1. Noch extremer ist die Viking Line. Da fährt man ab Stockholm über Nacht hin und am nächsten Morgen zurück. Die Fahrt dient in erster Linie zum Alkoholeinkauf und -verzehr, und während die Passagiere ihren Rausch ausschlafen, liegt die Fähre zwei Stunden im Hafen. Auf diese Art macht man eine Fahrt nach Åland, ohne die Inseln jemals zu betreten.

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