Die Milch macht’s: Kooperative Arla

Neben Kanelbullen, diversen Schokoriegeln und salziger Margarine vermisse ich in Deutschland die fantastische Arlamilch. Milch war für mich lange nur in Zusammenhang mit Corn Flakes genießbar. In Schweden habe ich mir allerdings das Trinken purer Milch angewöhnt. Ich weiß nicht, wie die schwedischen Bauern das machen, aber die Milch ist super lecker. Die richtige Milch natürlich, also mit 3,5% Fett und nicht diese Milchversatze mit 1,5 oder sogar nur 0,5% Fett.

Berühmte Arla-Kuh (Foto: Steffe)

Berühmte Arla-Kuh (Foto: Steffe)

Und schön zu wissen, dass hinter Arla nicht ein profitgieriger Multikonzern steht, sondern 5300 schwedische und 6300 dänische Bauern. Diese haben sich in einer Kooperative zusammengeschlossen. Sie sind sowohl Lieferanten für ihr Unternehmen als auch Besitzer. Alle Mitglieder haben dabei das gleiches Stimmrecht.

Unterschätzen sollte man das ökonomische Verständnis der Landwirte jedocht nicht. 2000 erfolgte die Fusion zwischen der dänischen MD Foods un der schwedischen Arla. Arla besitzt  heute 19 Tochtergesellschaften in unterschiedlichen europäischen und internationalen Ländern, darunter Vietnam und China. Auch in deutschen Supermärkten sind immer mehr Arla-Produkte zu haben. Die größten Umsätze werden jedoch noch in Dänemark, Schweden und Großbritannien gemacht.

Arla wurde 1915 in Stockholm gegründet. Damals hieß die Vereinigung jedoch noch Lantmännens Milkförsäljningsförening. Die Gründung wird vor allem mit dem Namen Werner Lidholm in Verbindung gebracht. Dessen Bruder Hildemar Albin hatte wiederum 1880 eine Molkerei gegründet, die später in die Milkförsäljningsförening integriert wurde. Der Name Arla trat auch erst 1974 auf, als die Firma Arla registriert wurde. Von Anfang an gab es als Erkennungssymbol jedoch die Kuh in rot und weiß. Wie uns die Milka-Kuh begleitete die Arla-Kuh viele Schweden von der Kinderwiege bis ins Altersheim. Als Warenmarke eingetragen wurde sie 1949.

Heute ist der Hauptsitz im dänischen Århus. In Schweden gibt es Büros in Växjö und Stockholm und 12 Produktionsstätten in größeren und kleineren Orten. Die schwedische Internetseite der Vereinigung bietet eine Menge an Informationen, Ernährungstipps und Rezepten. Vereinzelt werden auch Bauern vorgestellt bzw. zumindest die Möglichkeit gegeben, zu schauen, woher nun genau die Frühstücksmilch gekommen sein kann. Für große Fans gibt es sogar Fanartikel in Form von Kuh-T-Shirts oder fesche Rezeptbücher. Für alle anderen reicht vielleicht auch das Glas Milch zur warmen Kanelbulle… Und wenn die Milch so lecker schmeckt sollte sie dem Genießer auch so viel Wert sein, dass der Bauer oder die Bäuerin vom Ertrag leben kann und nicht noch draufzahlen muss.


2 Kommentare zu “Die Milch macht’s: Kooperative Arla”


  1. Naja, so heil ist die schwedische Lebensmittelwelt leider nicht. Es gibt hier einen Trend, dass bestimmte Firmen ein Quasimonopol haben. Das dient dem Verbraucher auch nicht, und ob ein derart aufgeblähtes Unternehmen den Produzenten dient, wage ich auch zu bezweifeln. Im Molkereisektor hat Arla in weiten Teilen Schwedens ein Quasimonopol. Mit Ausnahme von Skåne, wo Skånemejerier recht stark ist (und dort wiederum eine Art Monopol hat), beträgt der Marktanteil zwei Drittel und mehr. Hier in der Region sieht man außer Arla-Milch nichts in den Regalen.

  2. Die salzige Kærgården hat doch fast die Konsistenz von Margarine! ;-)

    Monopol hin oder her…Arla-Produkte schmecken einfach super! :-)

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