Birka – Handelsstützpunkt der Wikinger

Der Mai ist gekommen und damit die Ausflugszeit. Ein guter Zeitpunkt, die schwedische Natur zu genießen. Um so besser, wenn es zeitgleich möglich ist, sich kulturell zu bilden. Möglich ist diese Kombination bei einem Ausflug zum Weltkulturerbe Birka/Hovgården nahe Stockholm.

Wunderschöne Aussicht auf den Mälaren

Wunderschöne Aussicht auf den Mälaren

Birka und Hovgården liegen auf zwei Inseln im Mälaren. Zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert, und somit in der Zeit der Wikinger, war Birka der wichtigste Handelsplatz Skandinaviens. Sie gilt zuweilen auch als erste Stadt Schwedens (das es aber damals noch nicht gab). Hovgården hingegen war sowohl Königssitz als auch Königsfriedhof mit seinen Hügelgräbern. Aufgrund seiner optimalen Lage wurde Birka ein bedeutendes Handelszentrum. Birka lag an der Ostsee, allerdings etwas geschützter in einem Gebiet, das damals noch als Bucht des Meeres galt. Gleichzeitig führte der Mälaren zu wichtigen Wasserwegen bei Stockholm und Södertälje. Dadurch, dass der Ort umgeben von Wasser ist, war er leicht gegen Feinde zu verteidigen, die aufgrund des guten Ausblicks schnell entdeckt wurden.

Eine Fahrt von Stockholm (Abfahrt neben dem Stadshuset mit Strömma) dauert mit dem Ausflugsschiff etwa 1 1/2 bis 2 Stunden und führt vorbei an idyllischen Ufern und teuren Villen und Ferienhäusern. Aber auch auf der Insel wird den Besuchern einiges geboten. Es gibt ein Museum zum Ort, ein Restaurant und Führungen über Björko auf Schwedisch und auf Englisch. Die Führungen werden von kompetenten Führern und Archäologen angeboten, welche einige Vorurteile über die Wikinger berichtigen können. Beispielsweise war nur ein verschwindend geringer Anteil der Wikinger auf Beute- und Raubzügen: unter 10% der damaligen Bevölkerung. Wie in anderen Regionen auch, lebte man von Landwirtschaft und Handel. Handelsgüter waren vermutlich hauptsächlich Eisen, Pelze oder Bernstein. Auch die Klischeehelme mit Hörner gab es damals nicht, sondern sind eine Erfindung deutscher Operregisseure im 19. Jahrhundert.

Landschaft Birkas mit Hügelgräbern

Landschaft Björkos mit Hügelgräbern

Die Archäologen arbeiten natürlich nicht nur als Reiseführer, sondern graben auch noch auf den Inseln. Da sie von der schwedischen Regierung jedoch mit schwankenden Geldsummen bedacht werden, sind die Aktivitäten mal mehr mal weniger stark. Derzeit werden außerdem rekonstruierte Hütten und Arbeitsstätten aufgebaut und ein Dutzend Menschen wohnt tatsächlich noch an diesem entlegenen Ort. Unklar ist bis heute, warum genau Birka ab dem 10. Jahrhundert an Bedeutung verloren hat. Seine Rolle als wichtigstes Handelszentrum hat es an Sigtuna, einem netten Ort nahe Uppsala, verloren. Aber das ist eine andere Geschichte und ein weiterer lohnenswerter Ausflug ins Umland von Stockholm.


Ein Kommentar zu “Birka – Handelsstützpunkt der Wikinger”


  1. [...] Geschichte hat das schmucke Städtchen durchgemacht. Nachdem die Bedeutung des Wikingerstandorts Birka im 10. Jahrhundert abgenommen hat, wurde Sigtuna ein wichtiger Standpunkt für die Region. 980 n. [...]

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