Archiv für die Kategorie 'Schweden'

Schwedischer Festivalsommer

Montag, 13. Juni 2011

Letzte Woche war Rock am Ring und damit Start in die europäische Festivalsaison. Beim Ring waren Coldplay und System of a Down Headliner. Letztere haben nach fünf Jahren Pause und angeblichen Streitereien in diesem Jahr die ersten gemeinsamen Konzerte geplant und kommen z.B. auch nach Berlin und bereits am nächsten Wochenende nach Göteborg.

Hultsfred Festival (Foto: Jonas Nilsson Lee)

Hultsfred Festival (Foto: Jonas Nilsson Lee)

In Göteborg treten sie beim zweitägigen Meltadown Festival auf. Entsprechend des schwedischen Musikgeschmacks ist das Meltadown ein Metal-Festival. System of a Down, die aufstrebende dänische Band Volbeat und die Veteranen von Korn sind dabei die bekanntesten Namen. Ansonsten sind eine ganze Menge schwedischer Bands auf dem Festival vertreten. Etwas ungewöhnlich ist, dass nur ein Tag vor dem Meltadown auf demselben Gelände das West Coast Riot-Festival stattfindet. Dieses Punk-Festival wurde vor 3 Jahren zum ersten Mal veranstaltet. In diesem Jahr findet es an nur einem Tag statt und zwar am Donnerstag, dem 16. Juni. In Schweden ist da scheinbar schon die Urlaubszeit gekommen… Auftreten werden The Gaslight Anthem, Gogol Bordello, Shelter, Sum 41 und Millencollin.

 

Vermutlich hängt diese Terminverknüpfung aber auch mit finanziellen Aspekten zusammen. 2010 ist der Veranstalter des bis dahin größten schwedische Festivals, des Hultsfred eine Woche vor der Veranstaltung Pleite gegangen. Das Festival fand deshalb nicht statt. Aber schon schnell gab es Ersatz. Das Hamburger Unternehmen FKP Scorpio hat sich die Namensrechte an dem Festival gesichert. Damit expandiert FKP Scorpio weiter im europäischen Raum. In Deutschland sind sie die Veranstalter des Southside bzw. Hurricane-Festivals (nach dem Rock am Ring mittlerweile das zweitgrößte Festival).  Außerdem organisieren sie das Highfield (Alternative), Area4 (Punk), Mera Luna (Gothic), Plage Noir (Indoor-Festival), Chiemsee Reggae, Hamburger Kultursommer, Elbjazz, Rolling Stone Weekender (Indoor-Festival) und das Greenfield-Festival in der Schweiz.

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Ostseeinsel Gotland

Montag, 30. Mai 2011

Natürlich kann man auch in Schweden sehr gut Urlaub machen. Und die Schweden selbst verbringen den Sommer gerne im Heimatland. Zum Beispiel auf der Ostseeinsel Gotland. Diese liegt etwa 100 Kilometer östlich vom schwedischen Festland und noch etwas nördlich von der zweiten großen schwedischen Insel Öland. Damit liegt es fast in der Mitte zwischen Schweden und Lettland.

Raukar auf Gotland (Foto: eutrophication&hypoxia)

Raukar auf Gotland (Foto: eutrophication&hypoxia)

Gotland ist aus mehreren Gründe speziell. Zum einen gibt es auf der Insel einen besonderen Dialekt namens Gutamål (Deutsch: Gutnisch). Einige meinen, dass es sich um eine eigene Sprache handelt. Dafür spricht, dass es auch noch einen eigenen Dialekt der Insel namens Gotländisch gibt. Außerdem soll es Gutamål gegeben haben, als sich Schwedisch gerade noch entwickelt hat. Wer einen Einblick in die Sprache bekommen möchte, wird hier fündig.

Nun könnte man meinen, wenn die Insel schon Gotland heißt, wird hier Gotisch gesprochen. Heutzutage spricht aber keiner mehr diese ostgermanische Sprache. Gutamål ist außerdem eine nordgermanische Sprache. So ganz aus dem Nichts kommt der Name Gotland jedoch nicht. Laut der Gutasaga lebten die Goten auf der Insel, bevor Teile von Ihnen nach Europa zogen und große Flächen eroberten. Die Gutasaga ist allerdings nicht gerade die verlässlichste historische Quelle. Vergleichbar mit der Nibelungensage. Die Forschung hält es für eher unwahrscheinlich, dass die Goten aus Skandinavien stammen.

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Filmzensur: Pionier Schweden

Mittwoch, 4. Mai 2011

In unserer Welt herrscht das Primat der Superlative. Höher, weiter, schöner, reicher ist das Motto, dem man sich beugt. Und Schweden war ganz vorne dabei. Allerdings ein Superlativ, auf den man nicht unbedingt stolz sein muss: Schweden hat 1911 die erste Filmzensurbehörde der Welt gegründet. Filmzensur bedeutet hier nicht – wie man vielleicht denken könnte – Filme so zu schneiden, dass sie jugendfrei werden. Filmzensur heißt, dass jemand meint, bestimmte Vorgänge dürfen in einen Film für Erwachsene  nicht gezeigt werden. Diese müssen dann rausgeschnitten werden, bevor der Film an die Öffenltichkeit gelangt. Oder wenn nichts zu retten ist, wird der Film komplett verboten.

Zensiert: Donald Duck (Foto: Paul-W)

Zensiert: Donald Duck (Foto: Paul-W)

1911 steckte das Medium Film noch in den Kinderschuhen. Ungefähr seit 1895 gab es Stummfilme zu sehen. In den 1910er Jahren kamen zum  ersten Mal kürzere Filme mit der Ikone Charly Chaplin auf den Markt. Und schon zu diesem Zeitpunkt wollte die schwedische Regierung ihren Bürgern vorschreiben, was sie gucken dürfen und was nicht. Zu diesem Zweck wurde das Statens biografbyrå gegründet. Eine Begründung war Rechtssicherheit. Zuvor durfte der Polizist vor Ort entscheiden, was in seinem Einflussgebiet gezeigt wird und was nicht. Da kann man sich vorstellen, wie willkürlich die Entscheidungen getroffen wurden. Doch statt dem Polizisten diese Kompetenz wieder zu nehmen, wurde eine neue Behörde eingeführt.

Was aber eigentlich noch viel erstaunlicher ist als der frühe Beginn der Filmzensur ist die Tatsache, dass die Behörde erst in diesem Jahr zum 1. Januar hin geschlossen wurde. 99 Jahre gab es die Filmzensur in Schweden! Seit Mitte der 90er Jahre hat man zwar die Devise ausgegeben, dass man sich primär darauf beschränkt, die Altersgrenze für Filme festzulegen (in Schweden gibt es die Altersbegrenzungen ab 7, ab 11 und ab 15 Jahren). Es ist aber dennoch zu weiteren Zensureingriffen gekommen. Während der Zensur wurde zum Beispiel verboten, dass der arme Donald Duck mit einem Wohnwagen einen Berg runterfährt und nur um ein Haar mit einem Zug zusammenstößt. Oder in Ein Fisch namens Wanda einer Person Pommes tief in die Nase gesteckt werden und ein Goldfisch verspeist wird (siehe auch einen taz-Artikel zu dem Thema).

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Citybanan – Tunnel quer durch Stockholm

Sonntag, 10. April 2011
Baubeginn Citybanan 2009 (Foto: Holger Ellgaard)

Baubeginn Citybanan 2009 (Foto: Holger Ellgaard)

Nicht nur in Stuttgart wird derzeit fleißig an Eisenbahnschienen gearbeitet. In Stockholm wird seit 2009 ein Tunneln für zwei Schienenstränge gegraben, die den Zugverkehr erheblich verbessern sollen. Aktuell besteht das Problem, dass alle Züge von und nach Stockholm durch die so genannte Wespentaille müssen. Die Wespentaille ist der zweigleisige Schienen-Streckenabschnitt zwischen Gamla Stan und Riddarholmen. Wir erinnern uns: Stockholm liegt auf verschiedenen kleinen Inseln (schwedisch “holme” bedeutet etwa Inselchen). Diese Inseln müssen verkehrstechnisch verbunden werden. Das haben die findigen Schweden bereits während der Industrialisierung um 1871 getan. Allerdings haben sie sich auf zwei Gleise verständigt, die für die damaligen Anzahl an Zügen völlig ausreichten. Bis heute ist der Verkehr natürlich stark gestiegen, die Tunnelbana (U-Bahn) kam um 1930 hinzu, der Pendeltåg (S-Bahn) wurde um 1968 eingeführt. Beide Verkehrsmittel nahmen stetig an Bedeutung zu, so dass die Auslastung derzeit bei 24 Zügen pro Richtung pro Stunde liegt.

Man kann sich vorstellen, dass es einer logistischen Meisterleistung bedarf, um den täglichen reibungslosen Ablauf des Zugverkehrs zu regeln. Probleme an den Gleisen der Wespentaille können den kompletten Zugverkehr lahmlegen. Ein derart sensibler Streckenabschnitt macht natürlich viele Menschen nervös und sollte in der heutigen Zeit auch nicht mehr als gegeben hingenommen werden müssen. Also mussten Lösungen her.

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Roxette is back

Sonntag, 27. März 2011

Schwedens langjähriges Popduo Nummer eins geht dieses Jahr auf Welttournee. Genauer gesagt, hat bereits damit begonnen. Marie Fredriksson und Per Gessle haben sich ein toughes Programm aufgebrummt und touren von März bis Juli durch Russland, Südamerika, Südafrika, dem Nahen Osten und Europa. Zwei Monate Pause sind eingeplant, um dann im Oktober und November noch einmal zwölf Konzerte in Europa zu geben. In Schweden selbst treten die beiden dabei nur drei Mal auf: in Göteborg, Stockholm und Malmö. Scheinbar mal wieder eine Band, die im Ausland (und hier speziell in Deutschland)  mehr Fans hat als an der Heimatfront. Aber in Deutschland leben ja auch einfach ein paar Menschen mehr.

Roxette 2009 (Foto: Colinvdbel)

Roxette 2009 (Foto: Colinvdbel)

Man merkt, man wird älter, denn Roxette gibt es mittlerweile seit 25 Jahren. Ihre größte Zeit war sicher Ende der 80er/Anfang der 90er als sie mit The Look, Dangerous, Listen to your Heart, Spending my time, Sleeping in my car und natürlich mit Joyride die internationalen Hitparaden erklimmten. Aber gerade jetzt, wo genug Zeit vergangen ist, sich nicht mehr für seinen alten Musikgeschmack zu schämen, sondern es cool zu finden, die Hits der 90er Jahre wieder zu hören, könnten Roxette einen neuen Erfolgsschub bekommen. Es gibt mehr und mehr 90er Jahre Partys und auch im Radio hört man jetzt öfter Ace of Base, Scooter oder aber Take Thats alte Hits.

Aber Roxette ist im Gegensatz zu anderen Musikkombos auch nicht stehen geblieben. Die beiden mussten/haben zwischenzeitlich Auszeiten nehmen, haben aber immer wieder neue Lieder aufgenommen. In diesem Jahr kam – fast  zehn Jahre nach ihrem letzten Album – mit Charm School das achte Album auf den Markt. Gibt es heute noch Hitparade, die den Erfolg eines Albums messen können? Keine Ahnung. Roxette hat derzeit 115.000 Freunde auf Facebook.  Zum Vergleich: Ace of Base ca. 83.000 und Mando Diao 230.000. Wenn man bedenkt, dass die Fans von Roxette etwas älter und weniger intensive Facebook-Nutzer sind als die Mando Diao Groupies, ist das eine stattliche Zahl. Das Open Air Konzert in Berlin ist ausverkauft, in Göteborg ein Zusatztermin geplant. An Beliebtheit scheint es nicht zu mangeln.

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Dörfliches Leben auf dem Vormarsch

Sonntag, 6. März 2011

In Berlin findet Mitte Mai eine interessante Veranstaltung statt. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lädt zur Internationalen Dorfkonferenz. Da stutzt man als Leser gleich mehrfach. Was soll eine Dorfkonferenz sein? Was soll sie bezwecken? Warum findet eine Dorfkonferenz ausgerechnet in Deutschlands größter Stadt statt und wo ist der thematische Zusammenhang zwischen der Rosa-Luxemburg-Stiftung (die der Partei Die Linken nahe steht) und dem Thema dörfliches Leben, das traditionell mit der CDU und heute vielleicht noch mit den Grünen in Zusammenhang gebracht wird?

Kurious, kurios. Der Untertitel der Konferenz hilft bei den oben aufgetretenen Fragen vielleicht schon weiter. Er lautet: “Die Kraft der dörflichen Gemeinschaften und der Dorfbewegung.” Es geht dabei also um eine Bewegung von unten, die auf Dorfebene stattgefunden hat. Und das laut Veranstalter in mindestens 20 europäischen Ländern. Möchte man es optimistisch formulieren, könnte man sagen, dass die international auftretende Politikverdrossenheit dadurch geschmälert werden soll, dass man den Bürger und die Bürgerin ernst(er) nimmt und ihr auf der (eher unbedeutenden) Dorfebene mehr Gestaltungsspielraum lässt. Und da der Bürger hier dankend annimmt, wird dies als Bewegung bezeichnet.

Der Begriff Dorfbewegung scheint mir zum jetzigen Zeitpunkt noch arg hochgegriffen. Bewegungen brauchen ein gemeinsames Ziel und besser noch einen gemeinsamen Gegner. Was soll das gemeinsame Ziel von Dorfbewohnern aus 20 europäischen Ländern sein? Und welche mittel- und langfristigen Ziele können in einer Region verfolgt werden?

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Olof Palme – unbequeme Politikerlegende

Sonntag, 13. Februar 2011
Olof Palme Anfang der 70er Jahre (Foto: Oiving)

Olof Palme Anfang der 70er Jahre (Foto: Oiving)

Mal wieder ein Jubiläum. Allerdings kein schönes. Vor 25 Jahren, am 28.02.1986, wurde der Sozialdemokrat und Ministerpräsident Olof Palme in Stockholm auf offener Straße ermordet. Eine Tat, die Schweden in eine Schockstarre versetzte. Der beliebte Politiker war – wie in Schweden üblich – ohne Bodyguard auf dem Weg vom Kino nach Hause. Kurz darauf wurde er aus nächster Nähe erschossen. Bis heute ist der Täter nicht identifiziert oder bestraft worden. Vielleicht nicht gerade mit dem Attentat auf J.F. Kennedy vergleichbar, aber doch eine nationale Tragödie mit vielen Mutmaßungen um Schlampereien bei Polizei und Sicherheitsbehörden.

Olof Palme war Vollblutpolitiker. 1927 in Stockholm geboren, wuchs er in einer großbürgerlichen konservativen Familie mit Wohnsitz Östermalm auf. Nach dem Abitur ging er zur schwedischen Kavallerie und begann später mit einem Jura-Studium an der Stockholm Högskola. Hier trat er bereits in die Sozialdemokratische Studentenschaft ein, ehe er von 1953-1954 Vorsitzender der Schwedischen Hochschülerschaft wurde. Bereits 1949, im Alter von 22 Jahren, ging er eine Scheinehe mit der Tschecheslowakin Jelena Rennerova. Diese wollte aus politischen Gründen ihr Heimatland verlassen. 1956 folgte die zweite Ehe – dieses Mal aus klassischen Motiven – mit der Psychologin Lisbet Beck-Friis.

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Sieger der Herzen: Schwedens Handballherren

Montag, 31. Januar 2011

Sportereignisse im eigenen Land scheinen die Schweden überdurchschnittlich zu beflügeln. Der schwedische Handball galt in den letzten Jahren eher als Sorgenkind, da man lange Zeit den Erfolgen der späten 90er Jahre nachtrauerte. In diesen Jahr war alles anders: Schweden hat die Weltmeisterschaft mit einem hervorragenden vierten Platz abgeschlossen. Gratulation dazu.

Die Veranstalter können mit der Weltmeisterschaft insgesamt zufrieden sein. Langweilig ist zwar, dass die Franzosen sich mal wieder den Titel geholt haben. Ihre Finalgegner, die starken Dänen, haben es den amtierenden Europa-, Weltmeister und Olympiasieger allerdings besonders schwer gemacht. Der Sieg für Frankreich fiel mit 35:37 denkbar knapp aus und konnte auch erst in der Verlängerung erreicht werden. Die Dänen haben eine sehr gute Weltmeisterschaft hingelegt und vor allem im Vorrundenspiel gegen Kroatien wunderschönen modernen Handball gespielt. Mit Mikkel Hansen haben sie einen neuen Star im Team, der mit 23 Jahren Torschützenkönig des Turniers wurde. Noch spielt der sympathische Athlet in Dänemark, bis er nach Spanien oder Deutschland wechselt scheint aber nur noch eine Frage von Monaten zu sein.

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Schwedisches Trockenmittel: Tork

Montag, 17. Januar 2011

Kannst du mir ein Tempo geben? Reichst du mir den Uhu? Das versteht in Deutschland jeder. Um den Beitrag mit Schlaumeierei zu beginnen: Diese Begriffe nennt man Deonyme. Wir wissen, dass Uhu und Tempo jeweils nur ein Markenname sind. Aber diese Marken haben sich so sehr etabliert, dass der Sprecher sich zu 90% sicher sein kann, dass der Empfänger der Botschaft weiß, dass es um einen Klebestift bzw. um ein Papiertaschentuch handelt.

In Schweden sagt man: Kannst du mir ein Tork geben? Und der Zuhörer wird dem Sprecher ein Papiertuch reichen. Tork ist eine Top-Marke einer der größten schwedischen Konzerne: SCA Svenska Cellulosa AB. Das Unternehmen stellt Verpackungen, Papier- und Hygienartikel her. Wir Deutschen kennen die Marke Tork vermutlich vor allem von öffentlichen Toiletten. Es geht um diese grauen oder hellgrünen Papiertücher, die ein wenig an Schleifpapier erinnern.

Wir erinnern uns: Schweden hat einen großen Vorrat an Wald und Bäumen. Früh begann man, Produkte aus diesem Rohstoff herzustellen. Und so gründete sich 1929 das Unternehmen. Bis 1949 fokussierte sich die Firma auf die Produktion von Papiermasse, in den 50ern erweiterte man das Segment um die Herstellung von Zeitungspapier. Ab 1975 beschäftigte man sich mit dem Bereich Hygienartikel, bei dem man durch kontinuierliche Expansion 1990 die europäische Marktführerschaft erreichte. Seit 2007 arbeitet SCA in einem Nebengeschäft mit der norwegischen Statkraft zusammen, um sechs Windparks mit etwa 450 Windrädern in Nordschweden zu bauen.

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Exilant in Schweden: Kurt Tucholsky

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Am 21.12. war der 75. Todestag von Kurt Tucholsky. Tucholsky war Schriftsteller, Journalist und Mitherausgeber der Weltbühne. Für viele war er einer der wichtigsten Publizisten im 20. Jahrhundert. In einer politisch unruhigen Zeit engagierte er sich gegen den alles beherrschenden Nationalsozialismus. Was viele vielleicht gar nicht wissen: Gestorben ist Tucholsky mit nur 45 Jahren 1935 in Göteborg. Seit 1930 lebte er in Hindås, einem Vorort Göteborgs.

Kurt Tucholsky 1928 in Paris

Geboren ist Tucholyks 1890 in Berlin Moabit als Sohn eines jüdischen Bankkaufmanns. Er wuchs ohne Geldprobleme auf, allerdings nicht in Berlin, sondern in Stettin. Zunächst studierter er Jura, war aber bereits während seines Studiums häufig als Journalist tätig. Seine Passion wurde zum Beruf. Die Zeiten brachten es mit sich, dass ihm der Stoff niemals ausging.  Nebenbei wuchs auch sein Interesse am Schriftstellertum. Vorbild war ihm der große Vormärz Schriftsteller, Satiriker und Publizist Heinrich Heine. Mit seiner Erzählung “Rheinsberg. Bilderbuch für Verliebte” und später “Schloss Gripsholm” fand er Beachtung, an Heines literarische Größe kam er jedoch nicht ganz heran.

Wichtiger als sein literarisches Schaffen war seine Umtriebigkeit im Bereich des Journalismus und der Publizistik. Tucholsky sympathisierte erst mit den Sozialdemokraten, war dann Mitglied der USPD (damals die linken Sozialdemokraten) und stand später der KPD nahe. Seine Artikel waren von einem dementsprechenden Tenor geprägt. Berühmt ist sein Aussprach “Soldaten sind Mörder”, der noch heute (trotz zweier Weltkriege) viele Gemüter erhitzt (Tucholsky war selbst Soldat im Ersten Weltkrieg gewesen, wenn auch nicht im Schützengraben).

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