Archiv für die Kategorie 'Schweden'

Schwedischer Energieriese: Vattenfall

Sonntag, 7. November 2010

Derzeit rollt der Castor von Frankreich nach Deutschland und wird von vielen Protesten begleitet. Die Anti-AKW-Bewegung hat in diesem Jahr ihre Anhänger wieder gut mobilisieren können. Natürlich auch aufgrund der Entscheidungen der Regierung in diesem Politikbereich. Das Thema Energie ist somit wieder brandaktuell.

In Deutschland wird der Strommarkt vor allem von wenigen Großunternehmen beherrscht, also Eon, RWE, EnBW. Dazu zählt aber auch der schwedische Vattenfall-Konzern. Der ist nicht nur in Schweden und Deutschland aktiv, sondern ebenso in Polen, Estland, Norwegen, Dänemark, Finnland und den Benelux-Ländern.

Klettern gegen Vattenfall in Hamburg (Foto: Robin Wood e.V.)

Klettern gegen Vattenfall in Hamburg (Foto: Robin Wood e.V.)

Vattenfall (schwedisch für Wasserfall) ist im Besitz der schwedischen Regierung. 1909 wurde das Kungliga Vattenfallsstyrelsen mit dem Schwerpunkt Wasserkraft gegründet. Damals war vor allem die schwedische Holz-, Wald- und Eisenbahnindustrie Kunde von Vattenfall. Später versorgte das Unternehmen auch die schwedischen Haushalte. 1992 erfolgte dann die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Nur vier Jahre später wurde der schwedische Strommarkt liberalisiert und Vattenfall begann sich auch international zu engagieren. Die 1990er Jahre waren in Europa das Jahrzehnt der Privatisierungen. Goldene Zeiten für den Konzern, der im Ausland jeweils 100%ige Tochtergesellschaften gegründet hat. In Deutschland erfolgte die Liberalisierung des Strommarkts 1998.

Der letzte große Coup für Vattenfall war die Übernahme des niederländischen Unternehmens Nuon. 2009 wurde sozusagen die erste Rate gezahlt, die Vattenfall in den Besitz von 49% der Aktien brachte. In weiteren Schritten soll die komplette Übernahme erfolgen. Damit verlässt das Unternehmen den Ostseeraum und breitet sich in Europa aus. Während man im Heimatland Schweden vor allem auf Kernkraft, Wasser- und minimal auf Windkraft setzt, soll in den Beneluxländern die Gasabteiliung des Unternehmens gestärkt werden. In Deutschland betreibt Vattenfall die drei Kohlekraftwerke Boxberg, Schwarze Pumpe und Lippendorf. Geplant ist außerdem ein neues Braunkohlekraftwerk im brandenburgischen Jänschwalde. In Schleswig-Holstein betreibt Vattenfall außerdem die beiden Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel.

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Random I am: Millencolin

Sonntag, 24. Oktober 2010
Millencollin 2008 in Örebro, Foto: Håkan Henriksson

Millencollin 2008 in Örebro, Foto: Håkan Henriksson

Musikalisch ist Schweden ja eher bekannt für sorglose Popmusik à la Abba oder Roxette, so genannten Post Punk wie Mando Diao oder The Hives oder aber Elektropop. Im Kontrast dazu gibt es seit mittlerweile fast 20 Jahren eine international bekannte schwedische Punkband, Millencolin genannt. Punk ist dabei sicher ein Oberbegriff, der die Musik nicht abschließend beschreibt. Skateboard-Punk trifft es vielleicht besser, d.h. es geht mehr in Richtung amerikanischer Punk poppiger Art als in Richtung englischer Arbeiterpunk. Aber vermutlich liegt gerade darin der Erfolg begründet.

Die Band besteht aus vier Mitgliedern: Nikola Sarcevic ist Sänger und Bassist, an der Gitarre spielen Erik Ohlsson und Mathias Färm, und das Schlagzeug bearbeitet Fredrik Larzon. 1992 traf man sich in der 100.000 Einwohner großen Stadt Örebro, im Herzen Schwedens. Zunächst hatten die vier Musiker in unterschiedlichen Bands auf Schwedisch gesungen. Relativ schnell wechselte man jedoch in die Muttersprache von Pop- und Rockmusik: Englisch. Schon mit dem zweiten aufgenommen Song bekommt die Band einen Plattenvertrag beim jungen Indie-Plattenlabel Burning Heart. Das ist 1993. Schon zwei Jahre später schaffen die vier Schweden den Durchbruch mit ihrem Album Life on a Planet. Für viele Fans bis heute eines der besten Alben der Band. In Schweden erreicht man Platz vier in den Charts. Es folgt eine Tour mit der amerikanischen Punkband Pennywise. Damit nimmt alles seinen Lauf. Ein Mitglied der Punkpioniere Bad Religion, Brett Gurewitz, wird auf die Band aufmerksam und sorgt dafür, dass die Schweden ihre Musik über sein Label auch in Übersee, sprich in den USA, verkaufen können.

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Schwedische Regierungstruppe

Sonntag, 10. Oktober 2010

Das ging flott. Nur zwei Wochen nach den Parlamentswahl steht die neue schwedische Regierung. Die bürgerliche Allianz hat sich mangels realistischer Alternativen für eine Minderheitsregierung entschieden. Somit ist sie bei einigen Entscheidungen auf Stimmen aus der Opposition angewiesen. Wie bei Fiket sehr aufschlussreich erklärt wird, begünstigt das schwedische politische System jedoch eine Minderheitsregierung: Ein Gesetzentwurf von Seiten der Regierung wird vom Parlament angenommen, solange die Opposition nicht geschlossen einem Gegenvorschlag zustimmt. Es müssten sich also Linke, Sozialdemokraten, Grüne und die rechten Sverigedemokraterna für eine Gesetzesnovelle entscheiden. Dass sie sich überhaupt gemeinsam an einen Tisch setzen, ist schon sehr unwahrscheinlich. Ein gemeinsamer Beschluss z.B. in der Sozialpolitik: absolut ausgeschlossen.

Aus deutscher Sicht klingt es komisch, wenn nicht die Mehrheit der Stimmen notwendig ist, um ein Gesetz zu verabschieden. Politische Systeme sind jedoch unterschiedlich und spiegeln die nationale Geschichte und Mentalität wider. Viele Schweden sehen beispielsweise keinen Sinn im Beamtentum. Warum sollen Lehrer und Bibliothekare auf Lebenszeit angestellt sein und den besonderen Schutz des Staates für sich in Anspruch nehmen? Oder der Einfluss der Länder: In Schweden wurde die zweite Parlamentskammer abgeschafft.

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Grün soll für Hoffnung stehen

Montag, 27. September 2010

Kurz nach der Wahl in Schweden werden die Wunden geleckt auf der einen Seite, neue Partner gesucht oder sich über den Wahlerfolg gefreut auf der anderen. Der Stress des Wahlkampfs fällt ab und mit jedem Tag wird deutlicher, in welche Richtung das Boot gesteuert wird. Gespräche zwischen der bürgerlichen Allianz und der Miljöparti, den Grünen, finden statt. Zwei Optionen gibt es derzeit für die Regierungsbildung: entweder eine bürgerliche Allianz, die von den Grünen toleriert wird oder eine Minderheitenregierung der bürgerlichen Allianz. Die heutigen Kommentare oder Nicht-Kommentare der Verhandlungsträger in Sachen schwarz-gelbe-grüne Regierung deuten doch eher auf eine Minderheitenregierung hin. Nach Aussage des Regierungssprechers würden spätestens am 5. Oktober 2010 die Fronten geklärt sein.

Warum sollten die Grünen eine Koalition eingehen? Sie haben das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte erzielt und sind drittstärkte Partei. Ihre Beliebtheit in der Bevölkerung ist die letzten Jahre kontinuierlich gestiegen. Ihr Kernthema Umweltschutz ist durch die Klimaschutzdebatte noch stärker in den Fokus gerückt. Die Partei ist jung und hat deshalb nicht so ein schweres Erbe wie die Sozialdemokraten. Die Mitarbeit in der bürgerlichen Allianz kann deshalb für sie nur frustrierend sein. Wie sollen sie mit den erzkonservativen Kristdemokraten sinnvolle Beschlüsse und Gesetze erarbeiten? Im Gegensatz zu den deutschen Grünen sieht die Miljöparti sich nicht als linke Partei, sondern im Zentrum stehend. Somit hat sie natürlich auch Schnittstellen mit den Moderaterna und der Folkpartiet. Aber reicht das? Die drei Kernthemen des grünen Wahlkampfs waren das Klima, das Sozialsystem und die steigende Arbeitslosigkeit. Nicht gerade die Lieblingsthemen der Konservativen.

Es gehört zum normalen Politikzyklus, dass die Oppositionsparteien an Ansehen gewinnen, da sie die Finanzierung ihrer Forderungen nicht in einem Haushaltsentwurf absegnen lassen müssen. So können in Deutschland ja auch gerade wieder die Sozialdemokraten so tun, als ob sie “die Reichen” finanziell stärker in die Verantwortung nehmen wollen. Hartz 4 ist von einer rot-grünen Regierung eingeführt worden, die anschließend nicht wiedergewählt wurde. Das ist der Lauf der Dinge.

Die schwedischen Grünen geben sich sehr professionell und seriös. Grünen-Vorsitzende Maria Wetterstrand steht in krassem Widerspruch zu beispielsweise Claudia Roth. Statt auf Emotionen und Engagement setzt Wetterstrand auf ein strenges Business Outfit. Kaum ein Foto auf der Grünen-Homepage zeigt sie mit offenem Mund oder auch nur lächelnd. Die 37jährige Politikerin aus Eskilstuna ist seit 1988 bei den Grünen. Seit 2001 sitzt sie im Schwedischen Reichstag, zuvor war sie in der Kommune Göteburg im Kommunalrat. Studiert hat die zweifache Mutter Biologie, was sonst? Ihr Mann sitzt im Finnischen Parlament ebenfalls für die Grüne. Scheinbar hat Wetterstrand den richtigen Ton getroffen. In Schweden ist sie beliebt und wird im Reichstag beweisen müssen, wie stark grüne Ideen in der Bevölkerung verankert sind.

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Voll im Trend – Schweden hat gewählt

Montag, 20. September 2010

Warum sollte in Schweden alles anders sein. Gestern haben die Schweden ihr Kreuzchen auf den Wahlzetteln gemacht, um einen neuen Riskdag zu wählen. Das Resultat ist ernüchternd. Zum ersten Mal in der Geschichte der schwedischen Demokratie wird eine bürgerliche Regierung im Amt bestätigt. Es ist das schlechteste Wahlergebnis für die Sozialdemokraten in Schweden seit 96 Jahren. Und zu allem Überdruß haben es die rechtsextremen Svenska Demokraterna geschafft mit 5,7% der Stimmen, 20 Sitze im Parlament zu gewinnen. Weder die bürgerliche Allianz  noch das rot-rot-grüne Bündnis verfügen somit über eine Mehrheit. Entweder wird es eine Minderheitenregierung geben oder die Konservativen arbeiten mit den Grünen zusammen. Sehr unwahrscheinlich ist es, dass sich Ministerpräsident Reinfeldt auf eine Koalition mit den Rechtsextremen einlässt. Das würden ihm viele Schweden nicht  verzeihen.

Das Wahlergebnis (Konservative  30%, Sozialdemokraten 30,9%, Liberale 7.1%, Zentrumspartei 6,6%, Christdemokraten 5,6%, Linkspartei 5,6%, Grüne 7,2%, Rechte 5,7%) liegt im europäischen Trend. Derzeit gewinnen konservative und rechte Parteien einen Großteil der Stimmen. Eine Regierungsbeteiligung von Rechten wird immer häufiger zumindest diskutiert, wenn auch glücklicherweise nicht allzu oft umgesetzt bzw. in vielen Fällen scheitern derartige Regierungen. Derzeit werden mit Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Polen vier der fünf größten EU-Staaten von Konservativen geführt, nur Spanien hat noch eine sozialdemokratische Regierung. Und das allgemein politische Klima führt dazu, dass populistische Aktionen wie die Ausweisung von Roma vorgenommen werden können.

Der Wahlerf0lg von Rechten in Schweden schockiert sicher viele Schweden-Urlauber, die sich nichts Böses in dem schönen Land vorstellen können. De facto gab es in Schweden schon lange eine relativ hohe Anzahl von Nazis. Die sammeln sich vor allem im südschwedische Skåne, rund um Helsingborg. Die Sverigedemokraterna (Begriff korrigiert) haben dort bis zu 11,2% der Stimmen bekommen. Dicht bei also zum Nachbarn Dänemark, wo die Regierung auch gerne mal am rechten Rand des Parteienspektrums fischt. Das Wahlergebnis wird hoffentlich dazu beitragen, die Strukturen und Strömungen im eigenen Land ernst zu nehmen und darauf angemessen zu reagieren. Das Problem kann wohl nicht länger einfach totgeschwiegen werden…

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Tove Janssons Mumins

Sonntag, 12. September 2010

Es gibt Bullerbü für die einen, es gibt Nils Holgerssons Reisen für andere und wer noch mehr Harmonie möchte, blättert Pettersson und Findus-Bücher durch. Ein Kinderleben in Schweden regt Phantasie und Geist an. Es gibt aber noch eine weitere sehr berühmte Phantasiewelt: Das Mumintal. Hier leben die drolligen Mumins, Fabelwesen zwischen Nilpferd und knopfaugigen Schneemann. Erfunden von der schwedischsprachigen Finnin Tove Jansson.

Tove Jansson 1956

Tove Jansson 1956

Tove Jansson ist 1914 in Helsinki geboren. Sie stammt aus einer Künstlerfamilie: Die Mutter war Malerin und entwarf viele finnische Briefmarken, der Vater war Bildhauer. Die Schule hat sie mit 15 Jahren verlassen, trotzdem war sie als 18-Jährige bereits voll im Geschäft: sie zeichnete Karikaturen, Illustrationen und arbeitete für die Werbung. Davon konnte sie sicher bereits gut leben. Nebenbei studierte sie an Kunsthochschulen in Stockholm, Helsinki und Paris.

Mit 31 Jahren änderte sich ihr Leben dann aber noch einmal grundlegend. Im Jahr 1945 erschien “Die kleinen Trolle und die große Überschwemmung”. Das Buch handelte bereits von den trollartigen Wesen, war aber noch längst nicht so detailreich wie die späteren Comics. Dadurch bekam sie jedoch weitere Aufträge als Illustratorin, darunter für Alice im Wunderland und Der kleine Hobbit. 1953 engagierte sie eine britische Zeitung für eine täglichen Comic über die Mumins. Diese Serie verkaufte sich international in 40 Länder und bescherte ihrer Schöpferin große Bekanntheit.

Durch den Ruhm erhöhte sich natürlich auch der Druck. Ihr Bruder Lasse unterstützte sie bei der weiteren Produktion, so dass Tove sich auf das Schreiben konzentrieren konnte. Es folgten weitere Bücher, Verfilmungen und  Vermarktung der beliebten mystischen Figuren. Zwangsläufig war Tove Jansson diesen Rummel irgendwann leid. Sie wollte nicht mehr länger nur Fabelwesen zeichnen. 1968 schrieb sie mit “Die Tochter des Bildhauers” eine Autobiographie. In den nächsten Jahren schrieb sie weitere Kinder- und Erwachsenenbücher und Theaterstücke. Diese wurden jedoch nicht annähernd so erfolgreich wie die Mumins-Bücher, für die die finnische Schriftstellerin verschiedene Preise bekommen hat.

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Hämmern, Sägen, Pflastern: Schwedische Bauwut

Sonntag, 29. August 2010

Bob der Baumeister muss in Schweden ein Nationalheld sein. Die Schweden lieben es, an ihren Häusern oder Ferienhütten rumzubasteln. Da wird gehämmert, gemalt, gepflastert oder die Regenrinne ausgewechselt. Zumindest im Sommer ist im schwedischen Fernsehen fast jeder zweiter Werbespot Werbung für einen Baumarkt oder – in Schweden auch möglich – ein Internetbaumarkt.

Ein Haus entsteht

Ein Haus entsteht

Es ist nicht ungewöhnlich, wenn auf schwedischen Grundstücken ein Bagger oder sonstige Baufahrzeuge zu sehen sind. Merkwürdig ist nur, dass viele erst ihr Haus verschönern, dann aber den gesamten Bauschutt in ihrem Garten liegen lassen. Und das scheinbar nicht nur ein paar Tage, sondern eher mittelfristig. Die Grundstücke in Schweden sind außerhalb der Städte aber ja auch groß genug, so dass sie sich deshalb vielleicht gar nicht so sehr daran stören.

Aus deutscher Sicht sind mehrere Dinge auffällig: Zäune sind eher untypisch. Wenn es Zäune gibt, sind dies häufig Zäune mit diagonalen Holzstreben, die sehr ansehnlich sind. Wenig Verbreitung haben auch Garagen. Und das, obwohl es im Winter ja wesentlich kälter ist als in Deutschland, was nicht jedes Auto gerne hat. Geschlossene Garagen sieht man äußerst selten. Dafür sind Carpots weiter verbreitet. Vielleicht zählt das Auto in Schweden auch nicht so viel wie andere Gefährte. Die Motorboote haben in manchen Gärten immerhin Schuppen oder – auch nicht ungewöhnlich – eine Art Zelt als Unterstand. Wenn auf einem Grundstück mehrere Gebäude stehen, ist es aber wichtig, dass alle in derselben Farbe angestrichen sind.

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Fotografiska: Fotomuseum Stockholm

Sonntag, 22. August 2010

Stockholm ist seit diesem Jahr um eine Attraktion reicher. Nur wenige Gehminuten vom Slussen entfernt findet man jetzt das Fotografiska museet, das Fotografiemuseum. Ein Besuch lohnt sich schon alleine deshalb, da der Ausblick aus der Cafetaria hervorragend ist. Aber auch die aktuellen Fotoausstellungen enttäuschen nicht.

Fotografiska museet im Hafen

Fotografiska museet im Hafen

Das Fotografiska beherbergt in einem alten Industriegebäude direkt am Hafen eine Vielzahl von Ausstellungs- und Konferenzräumen. Das Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Die Fassade ist aus Ziegelsteinen (Verklinkerte Gebäude gewinnen scheinbar in Schweden an Beliebtheit) und noch im Original enthalten. Renoviert werden mussten jedoch die Innenräume des alten Zollgebäudes. Noch sind nicht alle Räume des Museums fertig gestellt und als Ausstellungsfläche in Benutzung. Vier Ausstellungen finden aktuell jedoch schon Platz und Zuschauer. Welcher Künstler seine Bilder ausstellen darf, wird von einem siebenköpfigen Rat entschieden. Dies haben die Gründer des Museums Jan und Per Broman so festgelegt.

Zugpferd des Museums ist eine Ausstellung der Werke der Amerikanerin Annie Leibovitz. Darüber hinaus werden Fotos von Lennart Nilsson über die Entstehung des Menschen gezeigt. Also eine Art Ausstellung von Ultraschallbildern. Der schwedische Fotograf Anders Petersen nennt seine Zusammenstellung “From Back Home”. Er hat in den 80er Jahren in Värmland, der traditionsreichen Region in Schwedens Westen, Fotos vom Alltagsleben seiner Mitmenschen gemacht. Hauptaugenmerk ist dabei das Bestreben der Menschen mit anderen in Kontakt zu treten. Eine schöne Sammlung von Fotos, die viel über die damalige Zeit zum Ausdruck bringt.

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Schwedische Meisterschaften im Springreiten

Freitag, 13. August 2010
Schwedische Meisterschaft in Springreiten 2010

Schwedische Meisterschaft in Springreiten 2010

Es ist kaum zu übersehen, dass die Schweden im Allgemein finanziell gut gestellt sind. Anders lässt es sich nicht erklären, dass rund um Stockholm etliche Golfplätze aus dem Boden gesprossen sind und dort nicht nur die älteren Herrschaften spielen, sondern Gut Betuchte jeden Alters. Oder in Schweden ist alles anders und Golf spielen ist erschwinglich? Kaum vorstellbar, da neben den möglicherweise variierenden Gebühren für die Mitgliedschaft in einem Golfclub ja immer noch die Schläger, Schuhe und Lacoste-Pullover hinzu kommen. Wäre man gehässig, könnte man fragen, wieso Golf spielen so beliebt ist. Immerhin gilt es größere Strecken zu Fuß zurückzulegen. Dies machen viele Schweden ansonsten nur per Auto, Boot oder Rolltreppe. Wehe, wenn letztere mal defekt ist.

Aber genug der Sticheleien. Selbstredend gibt es auch in jedem anderen Land faule bzw. bequeme Menschen. Golf und Segeln sind allerdings schlichtweg Sportarten, die sich nicht jeder Mensch leisten kann. Ein weiteres kostspieliges Freizeitvergnügen ist Reiten. Während ich zugegebenermaßen Segler und Golfer eher aus der Ferne kenne, sind mir Reiter durchaus vertraut. Da gibt es natürlich unterschiedliche Typen. Die meisten Reiter betreiben ihr Hobby aus Liebe zum Tier. Dann gibt es jedoch noch die 10%, die Pferde (noch immer) eher als Statussymbol sehen. Die für 700.000 Euro ein Pferd bei einer prestigeträchtigen Auktion ersteigern, das sie doch niemals selbst reiten werden. In Deutschland ist es im Reitsport leider oft noch so, dass die Siegchancen steigen, je mehr Geld man im Portemonnaie hat. Da man nicht selbst über die Hindernisse springt, reicht Talent allein meist nicht aus (es sei denn man findet einen Gönner). Das erklärt auch die vielen adeligen Namen in den Ergebnislisten.

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Stockholm trägt Schwarz

Dienstag, 10. August 2010

Am Wochenende war Stockholm in Metaller-Hand. Wo man auch hinsah in der Stadt: mindestens jeder 100 Passant war in Schwarz gekleidet, tatöwiert, trug Leder, Nieten, Bart und ein Band-T-Shirt wahlweise mit Totenkopf, Waffen, Teufel oder sonstigen Wesen. Und sie hatten guten Grund dazu: das Sonisphere-Festival lockte die Massen an. Beim Anblick des Festival-Line-Ups musste man sich einmal über die Augen wischen, um zu prüfen, ob man sich wirklich nicht verguckt hat. Es klang wie das Who is Who des Heavy Metal: Slayer, Hammerfall, Mötley Crüe, Anthrax, Alice Cooper und nicht zuletzt Iron Maiden. Dazu mit Iggy Pop eine weitere Rock-Ikone, wenn auch nicht ganz so hart besaitet wie der Rest der Truppen. Die Nackenschmerzen des nächsten Tages waren somit vorprogrammiert.

Sonisphere-Festival 2010 (Schweiz) Foto: matteo077

Sonisphere-Festival 2010 (Schweiz) Foto: matteo77

Dass diese großen Bands sich nun ausgerechnet nach Stockholm verirrt haben, resultiert aus der Tatsache, dass die schwedische Hauptstadt eine der Stationen der Sonisphere-Tour war. In elf europäischen Ländern traten die Bands in diesem Sommer jeweils für ein Tagesfestival gemeinsam auf. Deutschland war nicht dabei, aber hier gibt es mit dem Wacken-Festival ja eh eines der größten Metal-Festivals. Außerdem lagen die Termine so, dass Iron Maiden bequem aus Norddeutschland weiter nach Schweden reisen konnte.

In Schweden kostete das Ticket ungefähr 90 Euro. Bei den heutigen Konzertpreisen ist das ein absolut fairer Preis. Etwas ins Schmunzeln kommt man natürlich, wenn man sich Gedanken über das Durschschnittsalter der Künstler macht. Geschätzt auf jeden Fall zwischen 50 und 60 Jahren. Werden ja alle nicht jünger die Herren. Einige begehen wie Alice Cooper (62 Jahre) schon komplett neue Wege und geben sich für die fragwürdigen Werbestrategen großer Elektronikketten her… War wohl das Geld knapp (warum man nun ausgerechnet Alice Cooper genommen hat, würde mich noch interessieren. Die gewöhnliche Zielgruppe – Menschen zwischen 15 und 40 Jahren – kennt ihn kaum noch. Da wäre eher Marilyn Manson eine Option gewesen)

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