Archiv für die Kategorie 'Stockholm'

99 luftballonger

Dienstag, 10. März 2009

Kleine Einstimmung auf den strahlenden Sommer, der kommen wird und Vertröstung für diederzeitige maue Aktivität auf diesem Blog. Der Umzug in die Stadt, die für viele Schweden das einzig Coole an Deutschland ist (warum nun Berlin so viel hipper sein soll als der Rest Deutschlands ist mir noch nicht ganz klar, any ideas?), nimmt mich leider ein wenig in Beschlag.

Beim Nationalfeiertag Juni 2008

Beim Nationalfeiertag Juni 2008

Abgelegt in Schweden, Stockholm

Schwedischer Sunnyboy – Niklas Jihde

Dienstag, 24. Februar 2009

Ein Spiel geht 90 Minuten, das Runde muss ins Eckige und sei außerdem fair zum 23. Mann. Wer behauptet, Fußball nicht zu mögen, hat in einem Partygespräch meist verloren. Als Frau könnte man sich rausreden und behaupten, man verstehe die Regeln nicht, aber das ist ja auch nur eine billige Ausrede dafür, dass man den Sport einfach für zu langweilig bzw. dämlich hält. Die Tatsache, dass Frauen meist lieber Individualsport betreiben, könnte damit zusammenhängen, dass sie als Kind zu oft die Sportschau oder Ran mitgucken mussten. Eine Horde überbezahlter auf den Rasen rotzender Männer rennt hinter einem Ball her und man kann froh sein, wenn ein Spiel 1:1 ausgeht. Das war dann schon ein ereignishaftes Spiel.

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Niklas Jihde für den AIK, Foto: Claudio Schwarz, flickr

Eigentlich ist fast jede Mannschaftssportart attraktiver als Fußball. Wie bereits erwähnt, sind in Schweden die Spiele mit Schlägern besonders beliebt, also Eishockey, Bandy und Innebandy. Da es für die ersten beiden Sportarten eher kühle Temperaturen und Eis bedarf, ist Innebandy die präsenteste Sportart. Kinder spielen es auf der Straße, in der U-Bahn begegnet man sehr häufig Menschen mit Schlägern und die Finalspiele um die schwedische Meisterschaft locken etwa 12.000 Menschen in den Globen.

Dafür, dass so viele Schweden in ihrer Freizeit dem kleinen Plastikball hinterherlaufen, wird in den Medien relativ wenig über den Sport berichtet. Von der Weltmeisterschaft im Dezember 2008 wurden beispielsweise nur die Finalspiele  im schwedischen Fernsehen gezeigt. Dabei war es die erste Finalniederlage für Schweden seit Beginn der Austragung einer Weltmeisterschaft. Die Finnen haben es geschafft, ihre Nachbarn mit 6:5 um den Sieg zu bringen. Aufgrund der mangelnden Medienpräsenz sind auch die Spieler nicht so bekannt wie beispielsweise Zlatan Ibrahimovic oder Fredrik Ljungberg. Ein Spieler jedoch spielt so überragend, dass er wohl in ganz Schweden auf der Straße erkannt wird: Niklas Jihde.

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Abgelegt in Schweden, Stockholm

Platz der Bürger – Medborgarplatsen

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Heute an Silvester wird er wieder Ort des pulsierenden Lebens sein: Der Medborgarplatsen auf Södermalm. Ebenfalls ein wundervoller Ort in Stockholm, hervorragend geeignet zum Sehen und Gesehen werden. Und einer der wichtigsten und bekanntesten Plätze der Stadt. Der Platz selbst ist umringt von Cafés, Kneipen, einem Einkaufszentrum, Veranstaltungszentren und der Götgatan, welche direkt zum Slussen führt. Sobald im Frühling das erste Mal die 10 Grad-Grenze überschritten wird und die Sonne lacht, sind alle Stühle im Außenbereich der Gaststätten belegt. Während schüchterne Touristen in ihren Winterjacken leise mit den Zähnen klappern, trinken die Schweden genüsslich kaltes Bier und schlecken an Eiswaffeln. Da das Rauchen in den Lokalen und Kneipen nicht mehr gestattet ist, fängt diese Saison mittlerweile vermutlich noch früher an.

Der Medborgarplatsen in Richtung Götgatan

Der Medborgarplatsen in Richtung Götgatan

Aber auch zum jetzigen Zeitpunkt ist genug Leben auf dem Platz. In seiner Mitte eine kaum erkennbare Eisfläche für die Kleinsten. An der Nordseite lag ehemals das Veranstaltungszentrum Mondo. Nachdem dieses pleitegemacht hat, hat das populäre Debaser hier eine Zweigstelle eröffnet und nutzt die Anlage ebenfalls für Konzerte. Ebenfalls am Rande des Platzes findet sich eine Saluhalle, ein Einkaufszentrum. Im Erdgeschoss finden Feinschmecker und Genießer exquisite (sprich teure) Speisen und Getränke. Darüber gibt es eine Reihe von Geschäften, darunter auch der English Shop mit Waren aus Großbritannien. Auch ein Kino und ein vegetarisches Restaurant sind in dem Komplex enthalten.

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Internationale Solidarität

Sonntag, 28. Dezember 2008

Weihnachten vor vier Jahren: Tsnumai-Katastrophe in Südostasien. Unglaubliche 231.000 Menschen starben dadurch. Da viele Schweden (wie schon bereits erwähnt) im Winter gerne der nordischen Dunkelheit entkommen und in den Süden fliegen, waren unter den Todesopfer auch 543 Schweden.

Das Tsunami-Monument auf den Malediven (Foto: millzero.com, flickr)

Das Tsunami-Monument auf den Malediven (Foto: millzero.com, flickr)

Noch lange Zeit beherrschte dieses Thema die Medien. Auch das Verhalten des schwedischen Kabinetts wurde stark verurteilt, da einzelne Minister das Ausmaß der Katastrophe nicht erkannt und weiter Weihnachten gefeiert haben.

In einem Land, das ansonsten in den letzten Jahrzehnten von größeren Katastrophen weitestgehend verschont geblieben ist, sind die Geschehnisse im weit entfernten Asien beinahe als nationales Unglück wahrgenommen worden.  Nun könnte man meinen, dass dies vor allem Resultat der vielen schwedischen Opfer gewesen ist. Dies spielt sicher eine große Rolle, aber auch sonst beschäftigen sich die schwedischen Medien und die Öffentlichkeit ausgiebig mit den schwerwiegenden Problemen entfernter Staaten. Die Zeitungen berichten in ihren Auslandsrubriken sehr viel von Problemen der Entwicklungsländern. Man kriegt schon fast den Eindruck, dass je weiter das Land entfernt ist, desto länger werden die Artikel.

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Abgelegt in Politik, Schweden, Stockholm

Alfred Nobels Preis

Dienstag, 9. Dezember 2008

Traditionell am 10.12. jeden Jahres rückt Stockholm in den Blickpunkt der internationalen Medienwelt. Anlass ist die offizielle Verleihung der Nobelpreise, den wichtigsten Wissenschaftspreisen unseres Planeten. Der Preis wird ausgeteilt in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin und Literatur. Außerdem gibt es den Friedensnobelpreis, der allerdings in Oslo verliehen wird. Der Preis ist benannt nach Alfred Nobel, der 1896 starb und in seinem Testament festgelegt hat, dass eine Stiftung entstehen soll, welche jährlich herausragende wissenschaftliche Arbeiten prämiert. Nobel selbst ist vor allem durch die Entdeckung des Dynamits bekannt geworden. Der 10. Dezember ist sein Todestag und wird als Anlass für die traditionelle Nobelzeremonie genommen.

Die Nobelpreisverleihung im Konzerthaus (hier 2005, Foto: Taisau; flickr)

Die Nobelpreisverleihung im Konzerthaus (hier 2005, Foto: Taisau; flickr)

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Schwedische Weihnacht – Märkte

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Spätestens seit letzter Woche sind in jeder großen deutschen Stadt wieder Glühwein und Bratwurst aus kleinen Buden zu haben. Es ist Weihnachtsmarktzeit. Glockenleuten, Lichterspielchen und der Duft nach Feuerzangenbowle und gegrilltem Fleisch erfreuen hierzulande Tausende. Der Dresdner Striezelmarkt oder aber der Christkindlesmarkt in Nürnberg ziehen Millionen von Touristen an.

Der Weihnachtsmarkt in Gamla Stan

Der Weihnachtsmarkt in Gamla Stan

Auch in Schweden gibt es Julmarknader, welche Abwechslung in der Vorweihnachtszeit bieten. Nun denkt man sich, dass gerade in einem nordischen Land bei all dem Schnee die Stimmung noch viel besser sein müsste als in Deutschland. In diesem Fall trügt allerdings der Schein. In Stockholm zumindest ist der Besuch der Weihnachtsmärkte eher enttäuschend. Einen großen zentralen Markt gibt es nicht, dafür verschiedene kleinere beispielsweise am Kungsträdgarden und in Gamla Stan, der Altstadt. Aber diese sind wirklich sehr klein und im Falle des Kungsträdgarden eher lieblos gestaltet. Zwar gibt es auch hier Weihnachtsdekoration und Selbstgemachtes zu erstehen, an der Vielfalt mangelt es allerdings häufig. Interessant sind sicher die Produkte aus Lappland. Es gibt Rentierfälle, Geschnitztes aus Knochen oder auch Dekorationsstücke. Ebenfalls spannend ist für Nicht-Schweden der Verzehr von Elch- und Rentierfleisch, der auf diesen Märkten ermöglicht wird. Sehr gewöhnungsbedürftig hingegen der schwedische Glühwein, Glögg genannt. Dieser schmeckt als ob in den Rotwein noch drei Esslöffel Zucker gegeben wurden, außerdem sind Mandeln und Rosinen in dem Heißgetränk enthalten. Die Becher auf dem Weihnachtsmarkt fassen maximal 0,1 Liter und der Alkoholgehalt dürfte bei höchstens 2% liegen. Dann lieber Kinderpunsch.

Der Weihnachtsmarkt ist auch die Möglichkeit für die Schweden eine Art des Glücksspiels nachzugehen. Dies wird ansonsten in Schweden stark erschwert. Auf den Weihnachtsmärkten ist es aber sehr populär am Glücksrad zu drehen. Der Hauptgewinn besteht dabei meist aus einer eta 80 x 40 cm großen Schokoladenstange (Kex, Daim, etc.) und sieht beeindruckend aus.

Ein wenig bekommt man bei den Märkten das Gefühl, dass sie primär für die Touristen angelegt sind und von Schweden kaum besucht werden. Sehr bizarr zum Beispiel die Öffnungszeiten. Der Markt ist in der Woche so gut wie gar nicht auf oder nur einzelne Buden. Am Wochenende ist gegen 18 Uhr Feierabend. Da stimmen sich die Schweden scheinbar eher im privaten Rahmen auf die Festtage ein…

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Der Globen

Donnerstag, 27. November 2008

Es wird mal wieder Zeit über Stockholm im Speziellen zu schreiben. Die Vorteile der Stadt habe ich ja noch gar nicht zu genüge dargestellt. Dabei hat Stockholm noch einige Besonderheiten zu bieten. Zum Beispiel an Gebäuden. Ein sehr markantes Bauwerk steht im Süden Stockholms. Es sieht aus, als hätte jemand einen überdimensionierten Golfball in die Stadt gesetzt. Die Rede ist vom Globen. Dieser kann schon beinahe als Wahrzeichen bezeichnet werden. Neben Stadshuset, dem Schloss und einigen anderen Bauwerken schmückt er nämlich beispielsweise die Sitzbezüge vieler U-Bahn-Sitze. Aber auch auf Stadtkarten, Souvenirs und anderem Material ist er häufiges Motiv. Der Wiedererkennungseffekt ist ja auch nicht zu bestreiten.

Globen, Foto: Benoit, flickr.com

Globen, Foto: Benoit, flickr

Ein paar technische Details. Der Globen ist 85 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 110 Metern. Eingeweiht wurde er 1989 und entworfen hat ihn das Architekturbüro Berg Arkitektkontor AB.Bei Sportveranstaltungen passen etwa 13.000 Zuschauer in die Arena, bei Konzerten bis zu 16.300. Da Stockholm in Skandinavien die größte Stadt ist, kommen alle großen Band nach Stockholm und dort meist in den Globen, weil ein vergleichbar großes Veranstaltungszentrum nicht existiert. Es gibt allerdings nicht nur die Kuppel, sondern auch noch den Annex für kleinere Konzerte.

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Es werde Licht!

Montag, 17. November 2008

Nicht zu beneiden sind zur Zeit alle sich im Norden aufhaltenen Lebewesen. Um neun Uhr wird es hell und um vier Uhr dunkel. Tendenz: negativ. Bis 21. Dezember wird die tägliche Dosis Licht kürzer und kürzer. Zudem wird es kälter und nässer: Zeit für Depressionen und schlechte Laune. Auch viele Schweden werden natürlich von diesen Stimmungstiefpunkten erwischt. Kein Wunder. Im letzten Jahr beschränkte sich z.B. in der südschwedischen Stadt Växjö der Sonnenschein im Monat Dezember auf gerade einmal 20 Minuten! Nur ausgewiesene Optimisten können da von der Niedergeschlagenheit verschont bleiben.

Das Problem ist jedoch altbekannt, weshalb sich bestimmte Maßnahmen etabliert haben, um die Laune der Schweden zu steigern. Zentral dabei natürlich das elektrische Licht. Im ganzen Haus soll es leuchten. Dabei wird meist jeder Gedanke an Energiesparen über Bord geworfen (worauf die Schweden ansonsten ja viel Gewicht legen).

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Très chic – Modetrends

Mittwoch, 8. Oktober 2008
H&M-Frühlingsmode in Schweden

H&M-Frühlingsmode 2008 in Schweden

Wie in jeder Großstadt ist es auch in Stockholm spannend, sich die verschiedenen Menschen anzusehen. Besonders geeignet dazu sind natürlich Plätze, die von vielen Menschen passiert werden. Somit in Stockholm T-Centralen (Hauptbahnhof) mit dem Stresstunnel (dem Weg zur Tunnelbana, der U-Bahn, der in der Rushhour wirklich von Tausenden Gestressten genutzt wird), Slussen und Södermalm.

Bei genauerer Betrachtung lassen sich gewisse Modekategorien und Trends erkennen. Es gibt alles: von extrem chic bis zum Schlabberlook. Besonders die jüngeren Schweden zeichnen sich dadurch aus, dass sie versuchen, sich einem bestimmten Stil anzupassen. Oder einen Stil prägen – je nach Sichtweise.

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Die Kultur im Zentrum

Donnerstag, 11. September 2008

Wie schon angedeutet (Kulturleben) ist die Kultur in Schweden noch ein geschütztes Gut, für das der Staat auch gerne mal umfangreich Steuergelder ausgibt. Zum Wohle aller Gesellschaftsschichten wie das Kulturhuset mitten in der Stockholmer Innenstadt beweist. Gleich neben dem Hauptbahnhof und der Haupteinkaufsstraße gelegen ist das Kulturhuset Anlaufstelle für eine Vielzahl von Menschen. Zugegeben bin ich selbst in Deutschland noch nicht soo weit rumgekommen, aber Vergleichbares habe ich bisher bei uns nicht gesehen und kann mir ihre Existenz auch nur schwerlich vorstellen.

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