Archiv für die Kategorie 'Stockholm'

Die Kultur im Zentrum

Donnerstag, 11. September 2008

Wie schon angedeutet (Kulturleben) ist die Kultur in Schweden noch ein geschütztes Gut, für das der Staat auch gerne mal umfangreich Steuergelder ausgibt. Zum Wohle aller Gesellschaftsschichten wie das Kulturhuset mitten in der Stockholmer Innenstadt beweist. Gleich neben dem Hauptbahnhof und der Haupteinkaufsstraße gelegen ist das Kulturhuset Anlaufstelle für eine Vielzahl von Menschen. Zugegeben bin ich selbst in Deutschland noch nicht soo weit rumgekommen, aber Vergleichbares habe ich bisher bei uns nicht gesehen und kann mir ihre Existenz auch nur schwerlich vorstellen.

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Kulturlivet – das Kulturleben

Sonntag, 31. August 2008

Man stelle sich vor:

Wir befinden uns in einer Großstadt, in der es um die 70 Museen zu sehen gibt. Man stelle sich weiterhin vor, die Museen zögen jährlich etwa 9 Millionen Zuschauer an und böten ein Spektrum von der Briefmarkensammlung zum Meeresaquarium über zur Freilichtumgebung. Darüber hinaus wären diese Museen auf dem neusten Stand sowohl was die technischen als auch die museumspädagogischen Belange anginge. Alle Museen seien klimatisch reguliert, die Lichtverhältnisse würden die Exponate schützen und dennoch sei es interessant, sich selbige genauer anzusehen. Mindestens zweisprachig erklärt seien sie ohnehin und viele Aktionen lüden zum Mitmachen ein – die Erwachsenen und die Kinder. Die letzte große Kraftanstrengung ist dann nur noch, sich vorzustellen, all diese Angebote seien komplett kostenlos wahrnehmbar. Ein Eintritt würde nicht erhoben. Der Staat übernähme die Kosten. Ein kleines kulturelles Schlaraffenland…

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Diskofieber

Freitag, 8. August 2008

Kleiner thematischer Nachschlag. Auch das Ausgehen sei wohlüberlegt in einer fremden Stadt. Stockholm ist dabei nicht ganz einfach zu durchschauen. Natürlich gibt es jede Menge Clubs. Die erste Schwierigkeit besteht dann aber schon darin, dass sich viele Veranstaltungen „Club“ nennen, obwohl es sich um eine gewöhnliche Kneipe ohne besonderes Programm handelt. Da diese in den Veranstaltungsblättern dann trotzdem mit aufgenommen werden, sollte man sich jeden Laden zunächst von außen ansehen, um einschätzen zu können, um was es sich handelt. Ob „Club“ wirklich „Tanzmöglichkeit“ bedeutet. Haken an der Sache ist nämlich, dass dann auch solche Bars plötzlich Eintritt verlangen. Üblicherweise muss man dann noch seine Jacke abgeben, so dass man schnell mindestens fünf Euro los ist.

Debaser Stockholm (Foto: chelsealeigh)

Debaser Stockholm (Foto: chelsealeigh)

Das ist jedoch noch ein Spottpreis gegenüber den richtigen Diskotheken. Diese nehmen gut und gerne 15 Euro Eintritt und haben dementsprechend hohe Getränkepreise. Zu nennen wäre hier beispielsweise das Berns, die Spy Bar oder das Café Opera. Als großes Entgegenkommen kostet es nur noch 12 Euro, wenn man nach 2 Uhr kommt. Um 4 Uhr wird geschlossen, die Investition sei überlegt. Günstig weggehen in Stockholm ist beinahe unmöglich. Einige Clubs bieten kostenlosen oder verringerten Eintritt vor 22 oder 23 Uhr an. Allerdings muss hier beachtet sein, dass ein Bier regelmäßig 5 Euro kostet, somit der gesparte Eintrittspreis schnell vertrunken ist. Und das Publikum ist dann zuweilen dementsprechend jung oder unansprechend.

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Wo ist denn wohl die Szene?

Mittwoch, 30. Juli 2008

Södermalm - bunter Treffpunkt

Alles was als hipp gezählt werden möchte, tummelt sich im Stadtteil Södermalm. Ein recht großes Viertel mit zahlreichen Kneipen, Diskos und Restaurants. Gleichzeitig auch sehr viel Wohn- und Arbeitsraum. Alle, die denken, sie seien jenseits des Mainstreams, independent und extrem individuell versammeln sich hier und machen den Ort dann doch wieder irgendwie spießig. Viel Wert wird darauf gelegt zu betonen, dass man aus Södermalm ist oder dort zumindest arbeitet oder sich regelmäßig zwecks Nachtleben aufhält. Die Leute hier grenzen sich vor allem ab von den Östermalm-Bewohnern, welche zu den reichsten Schwedens und somit zu den reichsten der Welt zählen dürften. Was den Geldbeutel betrifft, können sich die Södermalmer jedoch gar nicht allzu sehr von den anderen Innenstadtbewohnern unterscheiden, da beispielsweise eines der seltenen WG-Zimmer nicht unter 500-600 Euro pro Monat zu haben ist. Auch die Getränkepreise in den Gastronomiebetrieben sind happig und setzen eine gute finanzielle Situation voraus. Widerspricht auf jeden Fall meiner Vorstellung von Subkultur und “Szene”. Was nicht heißen soll, dass ich das Viertel nicht mag und mich nicht auch dort primär aufhalte. Der Weg vom Medborgarplatsen Richtung Slussen ist auf jeden Fall eine super Flaniermeile und absolut dazu zu nutzen, interessante und schöne Menschen sehen zu können. Und eine Kneipe wie das Carmens, welche jeder Stockholmer kennt und meines Wissens nach alle schätzen, ist auch nicht zu verachten (wobei ich mich frage, wie lange dieser Status aufrecht erhalten bleiben kann, wenn die Bediensteten dort weiter so unfreundlich sind). Großartig auch die Fülle an Second-Hand-Läden, Cafés und Nischengeschäften. Oder der Blick entlang der Götgatan in Richtung des beleuchteten Globens, wenn es dunkel ist. Das Abenteuer, den Bus durch die Stadt zu nehmen an dem Tag, an dem die Schweden ihre Steuererklärung einreichen müssen (Verkehrschaos!). Die herrliche Aussicht in der Buslinie 2 von Slussen in Richtung Sofia auf den Anlegerbereich für die Kreuzfahrtschiffe und Djurgarden….

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Herzstück Slussen

Donnerstag, 24. Juli 2008

Slussen

Der schönste Platz der Stadt: eindeutig Slussen. Das Herzstück der Stadt. Hier bündeln sich U-Bahn, S-Bahn, viele Buslinien und die Autobahn. Slussen ist eigentlich eine große kreisförmige Verkehrskreuzung, die ihren Charme dadurch gewinnt, dass sie für den Linksverkehr ausgelegt ist. Dieser herrschte bis 1967 in Schweden. Darüber hinaus ist es das Verbindungsstück zwischen der Altstadt (Gamla Stan) und dem modernsten Viertel, Södermalm, mit seinen vielen Kneipen, Bars und Subkulturen. Ein weiterer Pluspunkt: Slussen (zu deutsch die Schleuse) ist umgeben von zwei Gewässern: dem Zugang zur baltischen See (Saltsjön) und dem Mälaren. Aus diesem Grunde kann man von diesem Punkt aus hervorragend weite Teile der Stadt überblicken. Neben Gamla Stan und Södermalm sieht man das Schloss, das berühmte Kaufhaus NK und Djurgården mit seinen Museen und dem Freizeitpark Gröna Lund. Die Aussicht an Silvester sucht auf jeden Fall seinesgleichen in der Stadt.

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