Schokowerkstatt Cloetta
Schweden ist ein Land mit relativ wenigen Einwohnern. Aber diese Einwohner können sich freuen, denn ihr Heimatland ist in Sachen Schokolade bestens versorgt. Im Ausland ist Marabou am bekanntesten (gehört mittlerweile allerdings zu Kraft), in Schweden selbst ist die Firma Cloetta vermutlich ebenbürtig. Und Cloetta liegt mit seinem Kex-Riegel meiner Meinung nach ganz vorne in der Konkurrenz um den weltweit oder zumindest europaweit besten Schokoriegel. Einfach (und) lecker!
Ein Blick in die Firmenhistorie zeigt allerdings, dass Cloettas seine Wurzeln gar nicht in Schweden hat. Drei Schweizer Brüder, Bernhard, Christoffer und Nutin Cloetta, gründete das Unternehmen 1872 in Kopenhagen. Die Brüder haben das Süßigkeiten-Handwerk vorher in der Schweiz und in Frankreich gelernt und diese Rezepte in den Norden Europas getragen. Aber sie stellten nicht nur Schokolade her, sondern auch Konfekt, Trinkschokolade und Karamellbonbons. Die schwedischen Leckermäule fanden schnell Gefallen an den Cloetta-Produkten, so dass die drei Brüder sich entschlossen, auch in Malmö die Schokopresse anzuwerfen. Einige Jahre später, 1901, zog das Unternehmen nach Ljungsbro, in die Nähe von Linköping, wo bis heute der Hauptsitz Cloettas liegt. Die Schweizer Geschwister konnten ab 1917 vermutlich in Geld schwimmen, da sie das erfolgreiche Unternehmen an Svenska Chokladsfabrik AB verkauften, welches zu großen Teilen der Familie Svenfelt gehörte. Der Name Cloetta blieb jedoch.
In den letzten Jahren sind die Ambitionen des Unternehmens noch einmal gestiegen. 1998 kaufte Cloetta seinen Konkurrenten Candelia AB und wurde damit das größe Süßigkeitenunternehmen Skandinaviens. 2000 folgte die Fusion mit dem finnischen Unternehmen Fazer. Die Zusammenarbeit wurde allerdings 2008 wieder beendet. Heute produziert Cloetta jährlich etwa 20000 Tonnen Süßwaren. Die Werkstätten mit etwa 450 Beschäftigten befinden sich in Ljungsbro und in Alingsås.
Hervorragend ist wie schon gesagt der Schokoriegel Kex. Das ist einfach nur helle (oder seit ein paar Jahren auch in dunkler) Schokolade mit einer Waffel darin. Das absolute Flagschiff von Cloetta erfreut seit 1938 schwedische Gaumen. Noch älter ist das so genannte Guldnougat. Das haben die Cloetta-Brüder scheinbar noch mit entworfen, denn es ist seit 1913 auf dem Markt. Beliebt ist auch die Süßigkeit mit dem schönen Namen Mums-Mums, welche unserem Negerkuss ähnelt und schon seit 1933 hergestellt wird. Durch seine Einkaufstour durch die schwedischen Süßigkeitsläden bekam das Unternehmen Cloetta auch die Rechte an Plopp. Plopp ist ein Riegel mit einer Toffeefüllung. Hübsch süß und klebrig. In die ähnliche Richtung geht “Center”, welcher zudem Namensgeber war für das Cloetta Center Stadion in Linköping. Aber auch das mag sehr beliebt sein. Generell gilt: Wenn man nicht zu der Randgruppe gehört, die keine Schokolade mag, findet man vermutlich irgendeine Süßigkeit, die einen regelmäßig den Tag versüßt.