Es gibt ein Leben nach Abba
Derzeit populär in Schweden sind Hip Hop und Dancelieder verschiedener Art. Immer wenn man denkt, ein Lied könne nicht mehr künstlicher geschaffen sein, setzen die so genannten Musiker ( = Computerfachkräfte) an zum Gegenbeweis. Das alternative Spektrum reiht sich da gerne ein und tanzt zu Elektropop (wird dann als „Indie“ bezeichnet) oder politisch anspruchsvollerem Hip Hop à la Timbuktu. Sehr interessant zu beobachten auch die richtigen Rocker. The Ramones, Guns n Roses, Kiss und Iron Maiden sind in Schweden wahnsinnig populär. Deren Anhänger sind leicht zu erkennen durch einen Look, den man hierzulande vor allem in den 80er Jahren gesehen hat. Lange lockige Haare bei Männern (eventuell mit Stirnband), Jeansjacken mit Aufnähern, viele Nieten und Lederaccessoires. Fast obligatorisch: Das Bier in der Hand.
Anscheinend weniger populär als in Deutschland sind die schwedischen so genannten Post Punk-Bands wie Mando Diao, Moneybrother und The Sounds. Dafür haben es Liedermacher in Schweden leichter, eine breite Masse zu begeistern. Eine Unterteilung in Schlager und Pop/Rockmusik wird in Schweden nicht so stringent gezogen. Dementsprechend gröhlt Jung und Alt die Lieder von Håkan Hellström und Lars Winnerbäck mit, die mit mal mehr mal weniger anspruchsvolleren Texten glänzen. Und auch Frauen wie Robyn, die allen Klischees über Blondinen entsprechen und auf der Bühne eines Familienfestivals gerne mal ausführlich vom „Blasen“ singen, haben in Schweden mehr Chancen als sie es vielleicht verdient hätten…
Kurzum: Natürlich gibt es mehr und bessere Musik aus Schweden als Abba. Aber auch hier gilt: Es ist nicht alles gold, was glänzt bzw. es ist längst nicht alles gute Musik, was der DJ in den besten schwedischen Clubs spielt.

7. August 2008 um 08:03
Ich finde ja, dass es in letzter Zeit erstaunlich viele Bands aus Schweden geschaft haben international bekannt zu werden. Das Land hat ja nicht so viele Einwohner, aber jede Menge Bands: Millencolin, Liberator, Shout Out Louds, Johnossi, um hier mal die zu nennen, die mir spontan einfallen. Achja und wenn die Musikgeschichte angesprochen wird, sollten auch Monster nicht vergessen werden, auch wenn die vielleicht eher einem kleinerem Kreis heutzutage bekannt sind.
16. Oktober 2008 um 21:49
Also, werter kKDu, wenn Du hier schon so unbekannte schwedische Bands aufzählst, dann sollte hier eine der zurzeit erfolgreichsten schwedischen Bands nicht unerwähnt bleiben:
In Flames!
Ihre letzten beiden Alben waren in Schweden auf Platz 1 in den Charts und in Deutschland haben sie jeweils den 6. erreicht.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/In_Flames
PS: Der überwiegende Teil der Metal-Bands aus Schweden sind, nebenbei bemerkt, ebenfalls nicht zu verachten!
PPS: Glückwunsch zum eigenen Blog, X!