Hightech-Nation
Schweden hat zwar im europäischen Vergleich eine große Landesfläche, aber relativ wenige Einwohner. Da sollte man meinen, dass die Versorgung mit Internet und Mobilfunknetzen sich schwieriger gestaltet als in unserem dicht besiedelten Land. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. In Sachen Mobilfunk und Internet ist Schweden Weltspitze!
Das World Wide Web gehört zur Standardausrüstung schwedischer Haushalte. Und von den Geschwindigkeiten lässt sich in den deutschen Landen nur träumen. Das Breitband ist weit verbreitet und wohl nur in den kleinsten Dörfern noch nicht vorhanden. 8-16 mbit/s gibt es in Schweden zu Preisen, für die wir hier vielleicht DSL 1000 bekommen. Auch DSL 100.000 ist zu haben, wenn man etwas (!) tiefer in die Taschen greifen möchte. Der Renner 2008 war und ist das mobile Breitband. Soll heißen, der Laptop oder PC wird mit einem Stick ausgerüstet und schon gibts im Zug, auf der Arbeit im Wohnzimmer oder auf dem Spielplatz Internet. Je nachdem, wo man sich befindet, ist die Verbindung schnell oder weniger schneller. Da die Schweden große Segelfans sind und die Sommer gerne in ihren Ferienhäusern in den Wäldern und die Winter in den Bergen verbringen, ist der Empfang für das mobile Internet auch hier weitreichend gewährleistet. Da kann man als Dorfbewohner in Deutschland nur neidisch in den Norden schauen, gibts doch hier zahlreiche Gegenden, in denen es keinen DSL-Anschluss gibt oder dieser nur über einen Vertrag mit der Telekom zu haben ist (von wegen Liberalisierung des Telefonmarktes).
Die Verbreitung des World Wide Web hat zur Folge, dass per Internet viele Dienste zu erledigen sind. Geradezu traumhaft die Online-Kundendienste. Hier ist das Wort Kundendienst noch ernst gemeint. Stellt man morgens eine Frage, gibts spätestens abends eine Antwort und man wird nicht wie in Deutschland erst nach einer Woche mit Aufmerksamkeit bedacht. Allerdings hat diese Internetfixiertheit auch Nachteile, da viele Dienstleister dazu übergegangen sind, ihre Dienste nur noch über das Web anzubieten. Da fehlt dann natürlich häufig der persönliche Ansprechpartner.
Auch der Mobilfunk ist moderner als in Deutschland. Zumindest sind die Preise sehr viel niedriger und dadurch das Handy Hauptkommunikationsmittel. Die drei Hauptanbieter für den Mobilfunk haben sich in den letzten 5-7 Jahren einen derartigen Preiskampf geliefert, dass Flatrates und 1000 Frei-SMS pro Monat schon für wenig Geld zu haben sind. Auch ins Ausland lässt es sich relativ günstig telefonieren. SMS kosten bei vielen Anbietern entweder 1 Cent oder aber 0 Cent, wenn die SMS an einen Kunden desselben Mobilfunkanbieters gerichet ist.
Allerdings gibt es auch im Mobilfunkbereich nachteilige Entwicklungen. Beim Gang durch die Stadt ist etwa jede zweite Person mit Telefonieren beschäftigt. Kein Anlass scheint sinnlos genug, um nicht doch noch mal eben anzurufen. Busfahrten können zur Nervenprobe werden, wenn drei verschiedene Gespräche um einen herum geführt werden. Dass Mobilfunkstrahlen eventuell negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnten, ist nur sehr wenigen Schweden bewusst und wird in den Medien und der politischen Diskussion so gut wie nicht thematisiert.Telefonieren während des Autofahrens ist noch erlaubt, wobei viele Schweden eine Freisprechanlagen benutzen. Und zwar nicht nur beim Autofahren, sondern auch in allen anderen Lebenssituationen. Dies führt bei Touristen und Schwedenneulingen öfter mal zu Verwirrungen, da Menschen neben einem plötzlich anfangen zu reden, und man meinen mag, dass man angesprochen wird. Sieht oft auch nach Selbstgesprächen aus. Bleibt die Frage, ob der Telefonierer oder aber die sich wundernde Person in diesem Moment verwirrter aussieht.

13. Januar 2009 um 10:34
[...] Strahlen. Mindestens ein Handy hat jeder – egal ob Rentner, Schulkind oder Umweltaktivist ( Hightech-Nation Schweden). In der Mittagspause wird sich zudem täglich Essen in der Mikrowelle aufgewärmt (denn die [...]