Schwedische Weihnacht – Julbord
Was in Deutschland die Gans, ist in Schweden der Julbord. Zu dieser Jahreszeit finden sich etliche Anzeigen in schwedischen Zeitungen, welche einen Julbord anpreisen. Diese so genannte Weihnachtstafel ist vor und an den Feiertagen sehr beliebt. Auf vielen schwedischen Weihnachtsfeiern ist der Julbord Pflichtprogramm. Im Grunde handelt es sich hierbei um ein kalt-warmes Buffet. Viele der Speisen bedürfen einer längeren Zubereitungszeit, weshalb man zu früheren Zeiten den ganzen Dezember genutzt hat, um den Julbord zusammenzustellen. Die Palette an Speisen reicht dabei von Fisch, Fleisch, Gemüse und Käse zu Schnaps und Weihnachtsbier.
Kernelement des traditionelles Gerichts ist der Julskinka, eine Art Kasslerbraten, den man mit süßem Senf verzehrt. Außerdem gibt es Leberpastete, Köttbullar, verschiedene Würste und Sülze. Ebenfalls sehr beliebt ist Janssons Frestelse (Janssons Verführung). Dies ist eine Art Kartoffelauflauf mit Sardinen und Sahne.
Sehr wichtig sind natürlich auch die anderen Fischgerichte. Eingelegter Hering zum Beispiel. Diesen gibt es mit verschiedenen Soßen, beispielsweise in Senf eingelegt, mit Roter Beete, Zwiebeln oder Sahnesoße. Nicht fehlen darf selbstverständlich auch der Lachs, in Schweden meist gravad. Gravad heißt eingegraben und rührt daher, dass früher der frische Fisch in einer Salz-Zucker-Lösung eingelegt und vergraben wurde.
Als Gemüse werden unterschiedliche Kohlsorten oder Rote-Beete-Salat gereicht. Für Norddeutsche etwas unverständlich wird der leckere Grünkohl hier hauptsächlich als Dekoration um den Julskinka gelegt und nicht verzehrt. Wie bei fast jedem größeren schwedischen Mahl gibt es auch hier Knäcke und Käse. Sicher gibts auch Julost, also Weihnachtskäse, die Schweden setzen nämlich vor extrem viele Substantive das Wort Jul.
So gibt es auch Julmust, eine Art Cola mit weihnachtlichen Aromen. Auch das Bier trägt diese Vorsilbe und wurde schon bei den Wikingern speziell zu dieser Jahreszeit gebraut (natürlich nicht aufgrund des christlichen Weihnachtsfestes). Vom Geschmack her unterscheidet das Bier sich jedoch nicht von den anderen (meist schlechten) schwedischen Bieren. Schnaps gehört ebenfalls zu den Feierlichkeiten. Allerdings ist diese Sitte heutzutage nicht mehr so angesehen. Die Schweden kämpfen gegen ihr Image sich allzu hemmungslos dem Alkoholgenuss hinzugeben. Aus diesem Grunde wird vermehrt Werbung für Weine gemacht und selbst in den Gratiszeitungen unendlich lange darüber diskutiert, welcher Wein zu welchem Gericht perfekt passt. Trotzdem gibt es noch viele, die in der Kunst des Schnapsbrennens bewandert sind – hauptsächlich in den nördlichen Regionen und in Nordschweden. Jeder Jugendliche scheint aber auch mindestens einmal dieses Prozedere auszuprobieren.
Vorteil eines Julbords ist natürlich, dass das Essen lange hinausgezögert werden kann. Eine sehr entspannte Form des Essens, da jeder sein eigenes Esstempo einhalten kann. Und wenn der Magen sich langsam dehnt, geht bestimmt noch ein leckerer Keks oder eine Kanelbullen hinein.
