Süße Semlor nach Leila Lindholm
Morgen ist in Schweden Semmeldagen oder auch Fettisdagen (in etwa: Fetter Dienstag) genannt. Semlor sind wahre Kalorienbomben aus Hefeteig und Mandelmasse mit einer dicken Schicht Sahne. An jedem letzten Dienstag vor der Fastenzeit wird der Semmeldagen gefeiert und die Schweden langen noch mal ordentlich zu. Für alle Gläubigen folgt darauf die Zeit bis Ostern, in der man kein Fleisch, Wein, Milchprodukte und Eier isst oder – in moderner Form: nichts Süßes und Fettes essen soll.
Möglicherweise ist diese Tradition in Deutschland in Form von Berlinern oder Pfannkuchen angekommen. Die Gebäckstücke mit Marmeladenfüllung sind zur Faschingszeit beliebt, aber meines Wissens nach nicht nur an einem bestimmten Tag dieser Feierzeit. Und sie sind längst nicht so wichtig wie Kamelle, Alkohol und Verkleidungen.
Ein Rezept für das schwedische Supergebäck bietet unter anderem die beliebte TV-Köchin Leila Lindholm an. Allerdings nur für diejenigen, die Schwedisch verstehen. Auf der schön gestalteten Internetseite gibt es aber auch Rezepte auf Englisch, die sehr gut klingen: Sticky Choclate Cake, Mom’s Juicy Nutcake, New York Blueberry Cheesecake. Neben Süßem gibt es auch eine Menge deftiger Gerichte, die stark von der amerikanischen und englischen Küche beeinflusst sind (was auch an der Häufung von Pastellfarbtönen zu erkennen ist).
Leila Lindholm ist 36 Jahre alt, eine der beliebtesten Fernsehköchinnen Schwedens und hatte unter anderem die TV-Shows Leilas mat (Leilas Essen), Leila backar (Leila backt), Leila pa landet (Leila auf dem Lande), Leilas Jul (Leilas Weihnachten), Leilas Home Delivery, Leila backar i Frankrike (Leila backt in Frankreich) und Leilas söta jul (Leilas süße Weihnachten). Schon in jungen Jahren entschied sie sich, Köchin zu werden und arbeitete in verschiedenen Restaurants in Stockholm und eine Zeitlang in New York. Mittlerweile ist sie außerdem Geschäftsfrau und betreibt einen eigenen Buchverlag namens Walter and Books. Hier sind auch ihre bisherigen sechs Koch- und Backbücher erschienen. In 10 Sprachen wurden die preisgekrönten Bücher bisher übersetzt, in Deutschland sind drei Bücher erhältlich.
Wie so viele TV-Köche ist auch Leila geschickt darin, sich zu vermarkten. Sie hat einen eigenen Youtube-Kanal und beweist in ihren Videos, dass sie keine Angst vor Kitsch hat. In den Videos sind außerdem viele der Produkte zu sehen, die man ab Mitte März in Leila’s General Store kaufen kann. Da gibt es dann jede Menge Kochzubehör und -Textilien – natürlich hauptsächlich in Pastelltönen.
