Helden für Klein und Groß: Pettersson und Findus
Die Schweden haben Glück. Sie sind nicht nur mit den Büchern von Astrid Lindgren verwöhnt worden, sondern konnten und können auf eine ganze Reihe guter schwedischer Kinderbücher zurückgreifen. Zu den besten Kinderbuchautoren gehört sicherlich Sven Nordqvist. Kein Kinderbuch kann es meiner Meinung nach mit Pettersson und Findus aufnehmen, das ist ganz große Klasse. Ein liebenswürdiges Duo, dessen Geschichten einen auch als Erwachsenen fesseln können. In den letzten Jahren haben die beiden auch in Deutschland immer mehr Anhänger gefunden: Kinofilme, Bücher, Fernsehserien, Theater und Musicals begeistern die Fans und verschaffen dem schwedischen Autoren die wohl verdiente finanzielle Sicherheit.
Der Erfolg resultiert wie bei Astrid Lindgren aus der Natürlichkeit der Figuren. Sie sind originell, kantig und freundlich zugleich. Jede Figur hat auch ihre Schattenseiten und darf diese ausleben. Trotz kleiner Streitereien wird ein guter Umgang mit den anderen Menschen und Tieren gepriesen und gepflegt. Pettersson und Findus selbst könnten unterschiedlicher kaum sein. Pettersson ist ein älterer Mann und lebt irgendwo in den Tiefen der schwedischen Wälder recht abgeschieden vom Rest der Welt. Er ist nicht besonders auf gesellschaftlichen Kontakt aus, sondern tüftelt lieber in seiner Werkstatt an neuen Erfindungen herum. Ein paar Hühner sind ihm die einzige Gesellschaft, bis eines Tages Findus in sein Leben tritt. Der kleine Kater (Findus könnte durchaus etwas mit dem schwedischen Wort fyndig zu tun haben, was so viel wie gewitzt heißt) ist verspielt, quirlig und kann sprechen. Allerdings nur mit Pettersson und anderen Tieren. Als junger Hüpfer will er alles erkunden, streitet sich mit den Hühner und geht Pettersson mit seinen vielen Fragen und dem Schabernack zuweilen auf die Nerven. Trotzdem sind sie ein Herz und eine Seele.
Der Schöpfer der beiden Figuren ist der 63jährige Sven Nordqvist. Dieser wollte nach eigenen Aussagen immer zeichnen, wurde allerdings von den Kunsthochschulen abgelehnt und ist dann auf Architektur umgeschwenkt. Er kommt aus Südschweden und lebt heute zwischen Uppsala und Gävle in dem kleinen Ort Göksby. Nur noch Schrifsteller ist er erst seit 1983, als er den Ersten Preis in einem schwedischen Kinderbuchwettbewerb gewann. Seine Petterssonbücher sind in 29 Sprachen übersetzt worden. Aber auch mit seinen anderen Büchern konnte er Preise und Erfolge gewinnen. Sehr schön auch Mama Mu (klingt auf Schwedisch noch viel besser, da spricht man es wie “mamma müh” aus). Unschwer zu erraten, dass es sich um eine Kuh handelt, die sich unter anderem mit einem Raben vergnügt und Schlitten und Schlittschuh läuft. Großartig gezeichnet wie die Findus-Bücher.
Gerade jetzt zur Weihnachtszeit kann ich nur empfehlen, es sich mit dem Film “Morgen, Findus, wird’s was geben” gemütlich zu machen. Ein schöner Film mit Weihnachtsroboter, dem Jultomten (der schwedische Weihnachtsmann, der aber immer irgendwie ein Wicht ist) und schwedischen Weihnachtsbräuchen. Besonders amüsant auch immer die kleinen Gestalten, die Gegenstände klauen und sich im Haus von Pettersson eine eigene Wohnung eingerichtet haben. In den Büchern spielt sich anhand der Gestalten immer noch eine kleinere Parallelgeschichte ab. Das gibt es so auch bei Janosch, bei dem die Figuren (auf die ja nicht alle achten) zum Teil auch bei sexuellen Aktivitäten gezeigt werden sollen. Das Feature also für die Eltern, die den Kindern die Bücher vorlesen.
Genau wie es eine lieb gewordene Tradition geworden ist, an Silvester den Silvesterpunsch von “Ein Herz und eine Seele” zu gucken, werde ich mir kurz vor Weihnachten den Pettersson und Findus-Film ansehen und mich an der Harmonie erfreuen. Dann kann Weihnachten kommen…
