Schwedische Spezialitäten II – Kuchen und Gebäck

Nein, nicht nur die Österreicher können fantastische Torten und Kuchen zaubern, sondern auch die Schweden. In einem Land, in dem das Fika (Kaffee trinken) einen derartig hohen Status einnimmt, ist dies aber auch kein Wunder. Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, gibt es mehrmals am Tage “Fika”. Man trifft sich mit Freunden im Café und kann dort gut und gerne einige Stunden verbringen. Angesichts dieser Tatsache verwundert es vielleicht auch nicht so sehr, dass ein Cappucino meist so um die 3,50 Euro kostet und Kuchen/Torte sich in ähnlichen preislichen Sphären befinden. Das Sitzfleisch der Gäste muss für die Cafébetreiber schließlich irgendwie von nutzen sein. Die Schweden sind auf jeden Fall in der Liga der eifrigsten Kaffeetrinker der Welt (Deutsche liegen noch deutlich dahinter).

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Kanelbulle, Foto: Loopkid, flickr

Zum Fika auf der Arbeit wird meist ein kleiner Snack eingenommen, z.B. Kaffebröd. Kaffebröd ist ein Hefegebäck, gefüllt mit Pudding, Marmelade oder nur mit Zucker bestreut. Es kommt der berühmten Kanelbulle sehr nahe.  Dies ist eine Art Zimtschnecke: Hefeteig mit einer Zucker-Zimt-Füllung und Hagelzucker als Belag. Ein unschlagbarer Genuss, auch wenn man sonst kein großer Freund von Hefeteig ist (ein Rezept findet sich hier ).

Generell werden in Cafés eher Kuchen angeboten als Torten. Eine Ausnahme ist die auch in deutschen Supermärkten vermehrt anzufindenden Princesstorte. Sie sieht mit ihrer grünen Marzipandecke etwas giftig aus, ist ansonsten eine Kuppeltorte mit hellem Rührteig , Sahne und ein wenig Marmelade. Ansonsten bedeuten Torten in Schweden leider meist etwas Teig, viel Sahne und ein paar Früchte.

Prinzessinentorte (Foto: Per Ola Wiberg, flickr)

Prinzessinentorte (Foto: Per Ola Wiberg, flickr)

Mein Tipp wäre eh, in Schweden Kuchen zu essen. Den gibt es meist mit Vanillesoße statt Sahne, was meiner Meinung nach ein absoluter Gewinn ist. Viel verkauft wird Apfelpaj oder Blaubeerpaj, der in der Mikrowelle warm gemacht (eine Unart der Schweden:  Umweltschutz ) wird und dann auch jeden satt kriegen sollte. Sehr zu empfehlen auch Morotskaka, der Mohrrübenkuchen. In einem normalen Rührteig werden einfach noch Karotten hinzugegeben, was den Teig sehr saftig macht. Anschließend kommt noch eine Zitronen-Frischkäse-Glasur auf den Kuchen und je nach Geschmack noch eine Marzipanmohrrübe ( Rezept ).

Da die Schweden gerne die Gewohnheiten von US-Amerikanern übernehmen, gibt es in Cafés oft auch Brownies, Muffins und Cookies. Klar, gibts auch hierzulande, aber nicht so weit verbreitet. Typisch schwedisch Backen heißt viel Hefeteig, Zuckerguss und Marzipan zu verwenden.

Mohrrübenkuchen (Foto: Erik Boralv, flickr)

Mohrrübenkuchen (Foto: Erik Boralv)

Kekse werden auch gerne gebacken, wobei immer wieder erstaunlich ist, wie wenig Zutaten schwedisches Gebäck benötigt, um doch lecker zu sein. Teuer wird es erst, wenn in den Hefeteig noch Safran gemengt wird, was meistens am Lichterfest Lucia im Dezember der Fall ist.

Von der Kaffekultur könnte sich Deutschland ruhig noch eine Scheibe abschneiden. Cafés für junge Leute sind hier längst nicht so verbreitet wie in Schweden. Dabei wäre es doch eine nette Abwechslung, sich nicht immer auf ein Bier zu treffen, sondern auch mal gemütlich im Café.


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