Snus – Tabak in mundgerechten Päckchen
Schweden ist bekannt für teuren Alkohol. Zweck ist nicht nur durch eine besonders hohe Steuer den Sozialstaat zu finanzieren, sondern vor allem den Konsum niedrig zu halten. Klappt nicht so ganz, nichtsdestotrotz ist Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit beispielsweise in Parks und in öffentlichen Verkehrsmitteln verboten und irgendwie auch verpönt. Gleiches gilt für so genannte weiche Drogen. Um so erstaunlicher, dass die Schweden ein eigenes Tabakprodukt besitzen, welches in der restlichen Europäischen Union verboten ist.
Snus ist ein Oraltabak (was für ein Wort), der in kleinen Beutelchen verpackt ist und Nikotin und Salze enthält. Dieses Beutelchen steckt man sich unter die Oberlippe. Durch das Salz in dem Päckchen wird der Speichelfluss angeregt und somit die Nikotinaufnahme begünstigt. Für den Konsument ergibt sich derselbe Effekt wie beim Rauchen. Für das Umfeld des Konsumenten sind weniger Qualm und Kippen die Folge. Allerdings wird einem so ständig vor die Füße gerotzt, was ästhetisch noch unter den Kippen anzuordnen, aber vielleicht die umweltfreundlichere Variante ist.
Nun stellt sich die Frage, warum Snus in Schweden (und Norwegen) so beliebt ist? Entstanden ist die Idee, den Tabak auf diese Weise zu konsumieren bereits im 15. Jahrhundert, allerdings nicht von den Schweden, sondern von den oberen Zehntausend Spaniens und Frankreichs. Im 18. und 19. Jahrhunderts wurde dann aber ordentlich Tabakanbau in Schweden betrieben. Um 1919 soll der jährliche Konsum bei ca. 1,2 kg pro Einwohner gelegen haben. Erst ab dem Zweiten Weltkrieg begann die Zigarette das Snusbeutelchen zu verdrängen. Heute halten sich vermutlich Snus- und Zigarretenverbrauch die Waage. Viele Raucher haben immer auch eine der optisch ansprechenden Dosen dabei.
Interessant ist die Tatsache, dass Snus in anderen europäischen Ländern zwar konsumiert, aber nicht vertrieben werden darf (wobei der Versand von Schweden an Privatpersonen zulässig ist). Die Gesundheitsschäden sind vergleichbar mit dem Rauchen. Statt Lungenkrebs führt es eher zu Bauchspeichelkrebs und die Schleimhäute im Mund werden natürlich mehr angegriffen. Das Verbot begründet die EU damit, dass sie keine neuen Tabakprodukte auf den Markt bringen wollte. Das kommt selbstverständlich auch der ansässigen Zigarettenindustrie zu gute, die keine neue Konkurrenz zu fürchten hat. Haben die Lobbyisten wieder zugeschlagen und die EU das schön verpackt.
Ob Snus ein besonderer Genuss ist und über die Vor- und Nachteile kann ich nicht berichten. Hat mich ähnlich wie Zigaretten nie gereizt, es auszuprobieren. Von deutschen Rauchern habe ich eher das Fazit vernommen, dass einem der Mund brennt und die Spucke aus den Mundwinkeln rinnt. Vielleicht waren die aber auch einfach nicht offen genug oder haben es vermisst, sich an etwas festhalten zu können…
PS: Heute vor einem Jahr nervte Maybrit Illner die Zuschauer mit dem Thema “Kampf um Märkte und Medaillen: Angst vor Chinas neuer Macht?
Das Jeversche Wochenblatt wirbt in einem Artikel unverblümt für ein lokalhistorisches Buch .
Und auf diesem Blog erschien der erste Artikel.


3. September 2009 um 10:45
[...] gibt es natürlich auch. Zigaretten und Snus wird z.B. nur an den Supermarktskassen oder in speziellen Tabaksläden verkauft. Macht es dem [...]
6. Dezember 2009 um 00:40
ich muss sagen, ich bin begeistert!!!…von deinem blog!!!
ich bin austauschschülerin und jetzt schon seit 4 monaten im schönen schweden. etwa jedes monat schreibe ich einen, deinem blog ähnlichen, newsletter an freunde und verwandte. und was ich hier so auf deiner seite lese, kenne ich, großteils, nur zu gut. wie gut du alles getroffen hast! also wirklich, großes lob!! wer das wahre schweden (bzw stockholm) kennenlernen will, ist hier an der richtigen adresse. (und man muss dafür noch nicht einmal selbst im land gewesen sein:P)
2. Mai 2010 um 12:56
ich finde snuss sollte auch in deutschland verkauft werden ich mag snuss es ist ein guter taback genuß
1. Juli 2010 um 19:58
In der Tat steht die Tabaklobby hinter dem Eintscheid der EU. Und Snus ist nicht das einzige Produkte, welches zu verbieten versucht wird. Die Elektronische Zigarette hat es genau gleich schwer. Aber früher oder später wird jeder Staat die Taschen aufmachen, umd die Steuern zu kassieren.