Lust und Frust bei den Weltmeisterschaften

Sonntag, 18. Dezember 2011

Ende des Jahres standen für die Schwedinnen wieder wichtige internationale Meisterschaften auf dem Programm. In der Schweiz fand die Weltmeisterschaft im Floorball (schwedisch Innebandy) statt. In Brasilien endete heute die Weltmeisterschaft im Damen-Handball. Während die Floorballerin ihrer Favoritenrolle gerecht werden konnten, flogen die Handballerin enttäuscht in die Heimat zurück. Bereits im Achtelfinale verloren sie mit 23:26 gegen Frankreich. Dass bereits im Achtelfinale ein so starker Gegner auf das schwedische Team wartete, ist Resultat einer mittelmäßigen Gruppenphase. In der Gruppe D landete man hinter Dänemark und Kroatien auf Platz 3. Das ist besonders ärgerlich, da die Schwedinnen jeweils nur mit einem Tor Unterschied gegen diese Mannschaften verloren haben.
Weltmeister sind immerhin die Nachbarinnen aus Norwegen geworden. Diese schlugen im Finale souverän Frankreich mit 24:32. Geschlagen geben musste sich hingegen Dänemark im Spiel um Platz 3 gegen Spanien.

Floorball

Floorball

Im Floorball waren die Schwedinnen in schweizerischen St. Gallen eine Klasse für sich. Ungeschlagen holten sich die Schwedinnen mit einem unglaublichen Torverhältnis von 102:5 Toren den Titel. Wieder einmal zeigte sich, dass nur Schweden und Finnland in einer Liga spielen und alle anderen Teams weit abgeschlagen sind. So war immerhin das Finale spannend. Finnland lag zunächst 0:2 zurück, konnte dann den Rückstand minimieren und lange Zeit dagegen halten und gestaltete das Spiel somit spannend. Letztendlich verteidigten die Schwedinnen jedoch ihre Führung und konnten kurz vor Spielende durch das 4:2 den Endstand sichern.

Im Vorfeld waren die Schweizerinnen und Tschechinnen als Geheimfavoriten gehandelt worden. Diese konnten jedoch die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Im Spiel um Platz 3 mussten sich die Gastgeberinnen, die viele gerne im Finale gesehen hätten, dann sogar der Mannschaft aus Tschechien geschlagen geben. Für Schweden war es der insgesamt fünfte Titel bei der achten Weltmeisterschaft im Damen-Floorball. Die nächsten Weltmeisterschaften finden 2013 in Tschechien statt. Es wäre schön, wenn das Niveau sich weiter anpassen würde, damit der nächste Titelkampf weniger einseitig wird.

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden

Aus dem Leben eines Fußballstars – die Autobiografie von Zlatan I.

Mittwoch, 9. November 2011

Nun also auch Zlatan. Personen des öffentlichen Lebens scheinen sich geradezu nach noch mehr Aufmerksamkeit zu sehnen. Anders ist wohl kaum zu erklären, warum Sportler und andere Berühmtheite bereits während ihrer aktiven Karriere mit Autobiografien um sich werfen und dabei allzu Privates vor der Öffentlichkeit entblößen. Heute erschien “Jar är Zlatan Ibrahimovic” (Ich bin Zlatan Ibrahimovic) in Schweden und – natürlich – sorgt das Werk für Aufregung.

Die nakten Zahlen: Laut Dagens Nyheter ist die erste Auflage des Werks bereits vergriffen, immerhin 100.000 Exemplare. Weitere 100.000 befinden sich im Druck. Und beim schwedischen Buchversand Bokus gab es mehr Vorbestellungen als bei Harry Potter. Das steigert sicher schon einmal das Ego des Stars. Dass sich ein Spieler, der schon beim FC Barcelona und dem AC Mailand unter Vertrag stand, die Mühe aus finanziellen Gründen macht, ist so wahrscheinlich wie Schnee im Juli (vielleicht im Gegensatz zum Musterknaben Philipp Lahm).

Es läuft wie es immer läuft: Man sucht sich einen Koautor, der das was man sagen will publikumswirksam verfasst (siehe Dieter Bohlen – Katja Kessler). Zlatan Ibrahimovic hat dafür die Hilfe des schwedischen Journalisten und Autors David Lagercrantz in Anspruch genommen. Der Stockholmer hat in seinen Werken bereits mehrere Biografien beschrieben. Jetzt geht es aber nicht um fiktionale Geschichten, sondern um das wahre Leben. Das fing bei Zlatan nicht so rosig an. Seine Eltern kamen als Flüchtlinge des Balkankriegs nach Schweden und lebten mit ihren fünf Kindern in Malmö. Die Schilderung seiner Kindheit ist Zlatan scheinbar wichtig. Und sicher ist es gut, wenn die Schweden und Westeuropäer vor Augen geführt bekommen, dass Menschen auch in ihrer Gesellschaft trotz Arbeit hart an der Armutsgrenze leben.

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden

Schwedische Headliner zum Tag der Deutschen Einheit

Dienstag, 4. Oktober 2011
Mando Diao in Berlin 2011

Mando Diao in Berlin 2011

Nach langer Durststrecke fiel mal wieder ein Feiertag auf einen Wochentag. Und wenn auch viele Deutsche sich nicht unbedingt darum scheren, warum sie frei haben, so gibt es doch auch viele, denen dieser Tag wichtig ist. Nichts Geringeres als die deutsche Wiedervereinigung wurde gestern gefeiert. Traditionell findet die offizielle Feier dazu in dem Bundesland statt, welches gerade den Vorsitz im Bundesrat innehat. In diesem Jahr war das die ehemalige Hauptstadt der BRD Bonn. Allerdins liegt Bonn nicht gerade im ehemaligen Grenzgebiet zur DDR, somit ist der Tag dort nicht unbedingt mit großen Emotionen verbunden. Ganz anders natürlich in Berlin, wo ehemalige Ost- und Westdeutsche auf engstem Raum wohnen. Millionen von Touristen strömen außerdem jedes Jahr in die neue Hauptstadt und alle fragen zuerst “Wo ist die Mauer?”. Komisch, dass ein Symbol der Teilung eine so große Faszination ausübt. Noch 21 Jahre nach dem Mauerfall können in vielen Geschäften “Mauerreste” in verschiedenen Variationen gekauft werden. Das Geschäft mit sowjetischen Uniformen, Abzeichen und Medaillen brummt. Trabi-Fahren ist eine (teure) Touristenattraktion.

Da in Berlin somit generell viel Ost-/Westromantik herrscht, muss am Tag der Deutschen Einheit Besonderes geboten werden. Ein mehrtägiges Volksfest am Brandenburger Tor mit Buden, Riesenrad und Showprogramm muss her. Da gibt es die ewigen Nörgler, die meinen, dass die Menschen nur wegen der Bratwurst kommen. Selbst auf Demos gehen aber schon viele nicht mehr aufgrund politischer Überzeugung, sondern wegen des Eventcharakters. Besser die Leute kommen, weil sie eine gegrillte Wurst haben möchte, als wenn sie ganz zu Hause bleiben und die Veranstaltung mangels Interesse eingestellt wird.

Hur som helst. Back to Sweden.

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden

Per Olov Enquist – Schwedischer Schriftsteller und Intellektueller

Montag, 8. August 2011
Per Olov Enquist 2009

Per Olov Enquist 2009

Es muss ein wenig Unbehagen bereiten, sich in Schweden als Schriftsteller zu bezeichnen. Zumindest dann, wenn man sein Geld nicht damit verdienen möchte, Gruselszenarien von axtschwingenden Chinesen in nordschwedischen Dörfern zu ersinnen. Denn leider wird die schwedische Literatur hierzulande als reine Krimiwelt wahrgenommen. Aber es gibt auch in Schweden andere Genres und Autoren mit anderer Intention beim Schreiben. Per Olov Enquist ist so jemand, der in Deutschland weit weniger bekannt ist als Henning Mankell. Dennoch ist er einer der erfolgreichsten schwedischen Schriftsteller und Intellektuellen der Gegenwart.

Enquist wurde 1934 in der Nähe von Skellefteå in Nordschweden geboren. Sein Vater war Holzfäller und starb mit 32 Jahren bereis kurz nach Enquists Geburt. Seine Mutter Maja war Lehrerin und gehörte der christlichen Pfingstbewegung an. Nach seinem Schulabschluss in einem schwedischen Internat studierte Enquist von 1955 -1964 in Uppsala Literaturwissenschaften. Während des recht lang gewordenen Studiums betätigte er sich bereits als Schriftsteller und Literaturkritiker u.a. für das Svenska Dagbladdet und den Expressen. Auch politisch war er aktiv. Wie sein Vater war (und ist) er überzeugter Sozialdemokrat. Den kommunistischen Ideen der 68er konnte er nichts abgewinnen.

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden

Nils Holgersson als Fernsehstar

Sonntag, 17. Juli 2011

1907 schrieb die schwedische Lehrerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöff den Roman Nils Holgerssons underbara resa genom Sverige (dt.: Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden). Im Jahr 2011 wird die Story neu verfilmt und soll in der Weihnachtszeit auf der ARD zu sehen sein. Die deutsch-schwedische Koproduktion wird als Zweiteiler für die Zuschauer aufbereitet. Mal sehen, ob Lagerlöffs Ziel, Kindern alle Landschaften Schwedens vorzustellen, weiterhin verfolgt wird.

Als kleine Gedächtnisstütze ein Überblick über die Geschichte. Nils Holgersson ist 14 Jahre und lebt in Südschweden. Er ist ganz Michel-like ein Schelm und führt gerne Streiche aus. Seine Eltern halten ihn deshalb für faul und bösartig. Irgendwann wird er wegen eines Streichs in einen Däumling (im schwedischen eher verbreitet als tomte) verwandelt. Dann gibts da noch die Hausgans Martin, die sich den Wildgänsen anschließen will, die nun mal immer über Südschweden nach Nord bzw. Süd fliegen. Nils will ihn zwar daran hindern, schafft es nicht und schließlich fliegen Martin und Nils mit einer Truppe Wildgänsen durch das Land in Richtung Lappland. Damit es die Kinder interessiert, erleben sie verschiedene Abenteuer. Gleichzeitig wird ihnen aber auch über Landschaft und Kultur der verschiedenen schwedischen Landschaften  berichtet. 50 Kapitel hat das Werk insgesamt. Die beiden fliegen einmal hoch nach Lappland und setzen sich auf dem Weg nach Süden in ihrer Heimat wieder ab.

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden

Fußball-WM: Schwedinnen legen vor

Mittwoch, 29. Juni 2011

Wie immer im Frühsommer können Fußballfans sich über stundenlange Fernsehübertragungen ihres Lieblingssports freuen. Wobei der Enthusiasmus sich bei vielen noch in Grenzen hält, sind ja schließlich “nur” Frauen, die spielen. Das Eröffnungsspiel der Frauen-Weltmeisterschaft haben aber immerhin fast 15 Millionen deutsche Zuschauer gesehen. Dabei ist die Erfolgsbilanz der Frauen deutlich besser als die der Herren. Und je erfolgreicher deutsche Sportler sind, desto mehr Fans gibt es für gewöhnlich im eigenen Lande. Trotzdem gibts nichts annähernd so viele Deutschlandfähnchen an den Autos wie 2006 oder 2010. Und hat man schon mal jemand gesehen, der ein Nationaltrikot einer deutschen Spielerin trägt? Gibt es sowas überhaupt? Vielleicht steigert sich das Mitfiebern ja aber noch während des Turniers.

Vielleicht ist die Begeisterung in Schweden größer. Die Schwedinnen haben auch gute Chancen auf Medaillenplätze. 1984 waren die Schwedinnen Sieger bei der ersten Europameisterschaft der Frauen. Drei Mal konnten sie seitdem das Finale einer EM erreichen. Gewonnen hat allerdings immer der Gegner (meist Deutschland). 2003 waren sie sogar im Endspiel der Weltmeisterschaft, welches Deutschland knapp durch Golden Goal gewann. Aber was lange währt, währt endlich gut. Schweden wird 2011 durchaus als Titelkandidat gehandelt.

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden

Roxette is back

Sonntag, 27. März 2011

Schwedens langjähriges Popduo Nummer eins geht dieses Jahr auf Welttournee. Genauer gesagt, hat bereits damit begonnen. Marie Fredriksson und Per Gessle haben sich ein toughes Programm aufgebrummt und touren von März bis Juli durch Russland, Südamerika, Südafrika, dem Nahen Osten und Europa. Zwei Monate Pause sind eingeplant, um dann im Oktober und November noch einmal zwölf Konzerte in Europa zu geben. In Schweden selbst treten die beiden dabei nur drei Mal auf: in Göteborg, Stockholm und Malmö. Scheinbar mal wieder eine Band, die im Ausland (und hier speziell in Deutschland)  mehr Fans hat als an der Heimatfront. Aber in Deutschland leben ja auch einfach ein paar Menschen mehr.

Roxette 2009 (Foto: Colinvdbel)

Roxette 2009 (Foto: Colinvdbel)

Man merkt, man wird älter, denn Roxette gibt es mittlerweile seit 25 Jahren. Ihre größte Zeit war sicher Ende der 80er/Anfang der 90er als sie mit The Look, Dangerous, Listen to your Heart, Spending my time, Sleeping in my car und natürlich mit Joyride die internationalen Hitparaden erklimmten. Aber gerade jetzt, wo genug Zeit vergangen ist, sich nicht mehr für seinen alten Musikgeschmack zu schämen, sondern es cool zu finden, die Hits der 90er Jahre wieder zu hören, könnten Roxette einen neuen Erfolgsschub bekommen. Es gibt mehr und mehr 90er Jahre Partys und auch im Radio hört man jetzt öfter Ace of Base, Scooter oder aber Take Thats alte Hits.

Aber Roxette ist im Gegensatz zu anderen Musikkombos auch nicht stehen geblieben. Die beiden mussten/haben zwischenzeitlich Auszeiten nehmen, haben aber immer wieder neue Lieder aufgenommen. In diesem Jahr kam – fast  zehn Jahre nach ihrem letzten Album – mit Charm School das achte Album auf den Markt. Gibt es heute noch Hitparade, die den Erfolg eines Albums messen können? Keine Ahnung. Roxette hat derzeit 115.000 Freunde auf Facebook.  Zum Vergleich: Ace of Base ca. 83.000 und Mando Diao 230.000. Wenn man bedenkt, dass die Fans von Roxette etwas älter und weniger intensive Facebook-Nutzer sind als die Mando Diao Groupies, ist das eine stattliche Zahl. Das Open Air Konzert in Berlin ist ausverkauft, in Göteborg ein Zusatztermin geplant. An Beliebtheit scheint es nicht zu mangeln.

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden

Olof Palme – unbequeme Politikerlegende

Sonntag, 13. Februar 2011
Olof Palme Anfang der 70er Jahre (Foto: Oiving)

Olof Palme Anfang der 70er Jahre (Foto: Oiving)

Mal wieder ein Jubiläum. Allerdings kein schönes. Vor 25 Jahren, am 28.02.1986, wurde der Sozialdemokrat und Ministerpräsident Olof Palme in Stockholm auf offener Straße ermordet. Eine Tat, die Schweden in eine Schockstarre versetzte. Der beliebte Politiker war – wie in Schweden üblich – ohne Bodyguard auf dem Weg vom Kino nach Hause. Kurz darauf wurde er aus nächster Nähe erschossen. Bis heute ist der Täter nicht identifiziert oder bestraft worden. Vielleicht nicht gerade mit dem Attentat auf J.F. Kennedy vergleichbar, aber doch eine nationale Tragödie mit vielen Mutmaßungen um Schlampereien bei Polizei und Sicherheitsbehörden.

Olof Palme war Vollblutpolitiker. 1927 in Stockholm geboren, wuchs er in einer großbürgerlichen konservativen Familie mit Wohnsitz Östermalm auf. Nach dem Abitur ging er zur schwedischen Kavallerie und begann später mit einem Jura-Studium an der Stockholm Högskola. Hier trat er bereits in die Sozialdemokratische Studentenschaft ein, ehe er von 1953-1954 Vorsitzender der Schwedischen Hochschülerschaft wurde. Bereits 1949, im Alter von 22 Jahren, ging er eine Scheinehe mit der Tschecheslowakin Jelena Rennerova. Diese wollte aus politischen Gründen ihr Heimatland verlassen. 1956 folgte die zweite Ehe – dieses Mal aus klassischen Motiven – mit der Psychologin Lisbet Beck-Friis.

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden

Exilant in Schweden: Kurt Tucholsky

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Am 21.12. war der 75. Todestag von Kurt Tucholsky. Tucholsky war Schriftsteller, Journalist und Mitherausgeber der Weltbühne. Für viele war er einer der wichtigsten Publizisten im 20. Jahrhundert. In einer politisch unruhigen Zeit engagierte er sich gegen den alles beherrschenden Nationalsozialismus. Was viele vielleicht gar nicht wissen: Gestorben ist Tucholsky mit nur 45 Jahren 1935 in Göteborg. Seit 1930 lebte er in Hindås, einem Vorort Göteborgs.

Kurt Tucholsky 1928 in Paris

Geboren ist Tucholyks 1890 in Berlin Moabit als Sohn eines jüdischen Bankkaufmanns. Er wuchs ohne Geldprobleme auf, allerdings nicht in Berlin, sondern in Stettin. Zunächst studierter er Jura, war aber bereits während seines Studiums häufig als Journalist tätig. Seine Passion wurde zum Beruf. Die Zeiten brachten es mit sich, dass ihm der Stoff niemals ausging.  Nebenbei wuchs auch sein Interesse am Schriftstellertum. Vorbild war ihm der große Vormärz Schriftsteller, Satiriker und Publizist Heinrich Heine. Mit seiner Erzählung “Rheinsberg. Bilderbuch für Verliebte” und später “Schloss Gripsholm” fand er Beachtung, an Heines literarische Größe kam er jedoch nicht ganz heran.

Wichtiger als sein literarisches Schaffen war seine Umtriebigkeit im Bereich des Journalismus und der Publizistik. Tucholsky sympathisierte erst mit den Sozialdemokraten, war dann Mitglied der USPD (damals die linken Sozialdemokraten) und stand später der KPD nahe. Seine Artikel waren von einem dementsprechenden Tenor geprägt. Berühmt ist sein Aussprach “Soldaten sind Mörder”, der noch heute (trotz zweier Weltkriege) viele Gemüter erhitzt (Tucholsky war selbst Soldat im Ersten Weltkrieg gewesen, wenn auch nicht im Schützengraben).

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden

Random I am: Millencolin

Sonntag, 24. Oktober 2010
Millencollin 2008 in Örebro, Foto: Håkan Henriksson

Millencollin 2008 in Örebro, Foto: Håkan Henriksson

Musikalisch ist Schweden ja eher bekannt für sorglose Popmusik à la Abba oder Roxette, so genannten Post Punk wie Mando Diao oder The Hives oder aber Elektropop. Im Kontrast dazu gibt es seit mittlerweile fast 20 Jahren eine international bekannte schwedische Punkband, Millencolin genannt. Punk ist dabei sicher ein Oberbegriff, der die Musik nicht abschließend beschreibt. Skateboard-Punk trifft es vielleicht besser, d.h. es geht mehr in Richtung amerikanischer Punk poppiger Art als in Richtung englischer Arbeiterpunk. Aber vermutlich liegt gerade darin der Erfolg begründet.

Die Band besteht aus vier Mitgliedern: Nikola Sarcevic ist Sänger und Bassist, an der Gitarre spielen Erik Ohlsson und Mathias Färm, und das Schlagzeug bearbeitet Fredrik Larzon. 1992 traf man sich in der 100.000 Einwohner großen Stadt Örebro, im Herzen Schwedens. Zunächst hatten die vier Musiker in unterschiedlichen Bands auf Schwedisch gesungen. Relativ schnell wechselte man jedoch in die Muttersprache von Pop- und Rockmusik: Englisch. Schon mit dem zweiten aufgenommen Song bekommt die Band einen Plattenvertrag beim jungen Indie-Plattenlabel Burning Heart. Das ist 1993. Schon zwei Jahre später schaffen die vier Schweden den Durchbruch mit ihrem Album Life on a Planet. Für viele Fans bis heute eines der besten Alben der Band. In Schweden erreicht man Platz vier in den Charts. Es folgt eine Tour mit der amerikanischen Punkband Pennywise. Damit nimmt alles seinen Lauf. Ein Mitglied der Punkpioniere Bad Religion, Brett Gurewitz, wird auf die Band aufmerksam und sorgt dafür, dass die Schweden ihre Musik über sein Label auch in Übersee, sprich in den USA, verkaufen können.

weiter lesen »

Abgelegt in Schweden