Schwedische Krimis

Samstag, 4. Juli 2009

Warum immer so grausam?, fragt man sich. Wieso gehen Väter mit Äxten auf ihre Kinder los oder werden hilflose Personen mit Sensen massakriert. Man weiß es nicht. Schwedische Krimis sind einfach grausam und können es mit jedem Shakespeare-Drama aufnehmen. Genüsslich werden die Opfer in  Zeitlupe misshandelt, getötet oder in den Wahnsinn getrieben. Interessant wäre, in der schwedischen Literaturgeschichte nachzuprüfen, ob die schwedischen Schriftsteller schon immer einen Hang zum Gemeinen  und Abstoßenden hatten oder ob dies ein Produkt des 20. Jahrhunderts ist. Vielleicht ist die Kriminalitätsrate in Schweden so niedrig, dass die Phantasie mit den Leuten durchbrennt. Oder sie schauen zu viele amerikanische Actionthriller und meinen, diese zu imitieren oder sogar toppen zu müssen. Sowohl die  Anzahl der Morde als auch die Vorgehensweisen sind auf jeden Fall weit weg von der schwedischen Realität.

Henning Mankell (Foto: Dr. Jost Hindersmann)

Henning Mankell (Foto: Dr. Jost Hindersmann)

Die Liste an schwedischen Krimiautoren ist lang. Es begann mit Kommissar Beck, der bei uns sicher eher durch die Fernsehserie bekannt ist. Das Autorenpaar Maj Sjöwall / Per Wahlöö verfasste bereits 1965 den ersten Fall. Kommissar Wallander kam eine ganze Zeit später. Anfang der 90er Jahre begann Henning Mankell diese Serie. Seine Bücher sind große Erfolg und beinahe allesamt internationale Bestseller. Von der Popularität Wallanders konnten danach einige schwedische Autoren profitieren, deren internationaler Durchbruch ansonsten vermutlich schwieriger geworden wäre: Håkan Nesser, Åsa Larsson, Åke Edwardsson, Stieg Larsson, Liza Marklund uvm.

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Zlatan – der Narr – Ibrahimovic

Dienstag, 12. Mai 2009
Zlatan Ibrahimovic für Inter Mailand

Zlatan Ibrahimovic für Inter Mailand (Foto: prettyfriendship, flickr)

Neben dem König besitzen in Schweden maximal eine Handvoll Menschen Narrenfreiheit und dürfen sich Späßchen erlauben, bei denen die korrekten Schweden ansonsten die Stirn runzeln würden. Einer von ihnen ist Zlatan Ibrahimovic, Fußballer, der zu den besten Stürmern der Welt gezählt wird.

Wie sein Name vermuten lässt, ist seine Familie nicht urschwedisch: Sein Vater ist Bosnier und seine Mutter Kroatin. Zlatan ist allerdings in Schweden geboren und aufgewachsen. Am 3. Oktober 1981 erblickte er in Malmö das Licht der Welt und wuchs in dem als sozialen Brennpunkt bekannten Rosengård auf. Sein Talent zeigte sich schon in der Jugend. Nach einer kurzen Phase des Zweifelns, ob er professionell weiter spielen sollte, begann seine Karriere ihren Lauf. In Schweden spielte er für den FF Malmö, zog allerdings nach zwei Jahren in der höchsten schwedischen Liga 2001 weiter zum Spitzenverein Ajax Amsterdam. Seine Ablösesumme betrug damals ca. 82 Mio. Kronen, womit er der teuerste schwedische Spieler aller Zeiten war. Im selben Jahr absolvierte er sein erstes Länderspiel.

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IKEA – schwedisches Wahrzeichen?

Samstag, 18. April 2009

Es ist doch immer das gleiche. Fragt man eine Person nach einem Werkzeug, nennt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Hammer. Typisch britisch? Schlechtes Wetter. Und was verbindest du mit Schweden? Elche und/oder IKEA. Im Falle der Wildtiere muss man wohl mittlerweile von einer gelungenen PR-Strategie der schwedischen Touristikzentralen ausgehen. Möglicherweise ist diese auch speziell auf deutsche Touristen ausgelegt, da wir bekanntlich in deutschen Wäldern nicht über Elche verfügen und die Tiere bei uns – aus welchen Gründen auch immer – als niedliche Repräsentanten einer scheuen Säugetierart gelten. Dass uns aber nun gerade ein Möbelgeschäft einfällt, wenn wir an Schweden denken, ist wirklich beachtlich. Ein großer Erfolg für die Marketingexperten IKEAs, der dem Konzern vermutlich in den nächsten Jahrzehnten kräftige Umsätze bringen wird. Die Sache hat nur einen Haken: IKEA ist nicht mehr schwedisch.

Ikea (Foto: PakyuZ)

Ikea (Foto: PakyuZ)

Wie man sich denken kann, ist IKEA nur eine Abkürzung. Sie beinhaltet die Initialen ihres Gründers Ingvar Kamprad. Hinzu kommen die Abkürzungen für seine Adresse: der Hof Elmtaryd und der Ort Agunnaryds Socken. Kamprad, geboren 1926, meldete bereits 1943 den Warennamen an und wurde vom Kleinwarenhändler zum viert reichsten Mann der Welt (Stand: 2008). IKEA hat heute 292 Filialen in 36 Ländern und ist DAS Synonym für preiswerte Möbel.

Wie kein anderes Großunternehmen betont IKEA seine nationale Herkunft. Im großen Stil macht sich das Unternehmen so die Klischees über sein Herkunftsland zu nutze: Die typisch schwedische Freundlichkeit führt zum Konsum der Kunden. Die Konzernfarben in blau-gelb, schwedische Speisen und Getränke im Restaurant (das immer voll ist) und am Ausgang. Außerdem der fast schon zum Mythos gewordene günstige Hotdog am Ausgang. Psychologisch durchdacht natürlich: Dadurch, dass der Kunden meint, für wenig Geld einen leckeren Hotdog bekommen zu haben, geht er mit einem gutem Gefühl aus dem Laden und freut sich auf seinen nächsten Besuch. Die Kinderfreundlichkeit fällt in einem Land wie Deutschland natürlich sofort auf. Auch das Duzen in der Werbung und im Geschäft ist für nichtschwedische Ohren ungewohnt, kommt bei der eher jüngeren Zielgruppe aber besonders gut an (Wobei auffälligerweise das Personal seine Kunden nicht duzt – hier scheint die Maxime zu sein, den Kunden mit „Respekt“ entgegen zu treten).

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Astrid Lindgren – Schwedin des Jahrhunderts

Samstag, 21. März 2009
Astrid Lindgren-Skulptur (Foto:astridwestvang, flickr)

Astrid Lindgren-Skulptur (Foto: astridwestvang, flickr)

Was weiß man eigentlich ohne ein Lexikon zu rate zu ziehen über Astrid Lindgren? Sie ist eine der berühmtesten Kinderbuchautoren der Welt – klar. Ihre Werke wurden in etliche Sprachen übersetzt -  klar. Sie kommt oder lebte in Vimmerby, Småland – auch etwa klar. Gestorben ist sie in den letzten zehn Jahren und man fragt sich wirklich, warum sie nie den Literaturnobelpreis von der schwedischen Nobelpreisakademie bekommen  hat. Kaum eine Autorin hat es geschafft, so viele Leser (unterschiedlichster Schichten und Nationen) zu erreichen und ihnen die Botschaft mitzugeben, dass Menschen auch lieb und nett sein können, wenn sie ein wenig aus der Reihe tanzen. Nicht umsonst ist Pipi Langstrumpf für viele ein Symbol für Freiheitsliebe und dem Wunsch zum Anderssein.

Ein paar Fakten  neben diese Spekulationen und Einschätzung zu stellen, kann sicher nicht schaden: Lindgren lebte von 1907 bis 2002. Sie ist geboren in Vimmerby und lebte später auch in Stockholm, Vasastan. Ihr Muttername ist  – wie es sich für eine echt Schwedin gehört Ericsson und zwar mit vollem Namen Astrid Anna Emilia. Ihre Eltern waren Pfarrhofspächter, konnten es sich jedoch trotzdem leisten, Astrid länger in die Schule zu schicken. In Anschluss daran wurde sie Volontärin bei der Lokalzeitung, verbrachte jedoch scheinbar zu viel Zeit in der Redaktion, da sie kurze Zeit später vom Chefredakteur schwanger war. Das Kind der 18jährigen  Astrid Lindgren kam mehr oder weniger heimlich in Kopenhagen auf die Welt und wurde zunächst in eine Pflegefamilie gegeben. Während ihrer Arbeit als Sekretärin in Stockholm traf sie jedoch ihren späteren Mann Sture Lindgren und nahm den Sohn zu sich.

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Die populären Royals

Freitag, 30. Januar 2009

Monarchien im 21. Jahrhundert sind etwas sehr absurdes. Von der Ständegesellschaft sind wir längst in der Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft angekommen und profitieren in großem Maßen von der heutigen Technik und Rationalität.

Carl Gustaf XIV.  (Foto: Milton CJ, flickr)

Carl Gustaf XIV. (Foto: Milton CJ, flickr)

Unsere politische Führung wählen wir regelmäßig und können uns so von ungeliebten Führungskräften per Wahl trennen. Glücklicherweise werden die meisten Menschen nicht mehr daran gemessen, was für Blut in ihren Adern fließt, sondern, ob sie einen sinnvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten.  Und doch gibt es alleine in der Europäischen Union noch 8 Länder, welche ihr höchstes politisches Amt für Blaublüter reservieren und anhand der Geburtsurkunde ablesen können, wer für staatstragende Tätigkeiten geeignet ist.

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Alfred Nobels Preis

Dienstag, 9. Dezember 2008

Traditionell am 10.12. jeden Jahres rückt Stockholm in den Blickpunkt der internationalen Medienwelt. Anlass ist die offizielle Verleihung der Nobelpreise, den wichtigsten Wissenschaftspreisen unseres Planeten. Der Preis wird ausgeteilt in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin und Literatur. Außerdem gibt es den Friedensnobelpreis, der allerdings in Oslo verliehen wird. Der Preis ist benannt nach Alfred Nobel, der 1896 starb und in seinem Testament festgelegt hat, dass eine Stiftung entstehen soll, welche jährlich herausragende wissenschaftliche Arbeiten prämiert. Nobel selbst ist vor allem durch die Entdeckung des Dynamits bekannt geworden. Der 10. Dezember ist sein Todestag und wird als Anlass für die traditionelle Nobelzeremonie genommen.

Die Nobelpreisverleihung im Konzerthaus (hier 2005, Foto: Taisau; flickr)

Die Nobelpreisverleihung im Konzerthaus (hier 2005, Foto: Taisau; flickr)

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Die beliebtesten Sportarten

Dienstag, 12. August 2008

Wenn die/der Deutsche Sportarten nennen soll, in denen die Schweden gut sind, so fällt einem im Moment wohl zunächst Leichtathletik und dann Eishockey ein. Stimmt ja auch, dass die Schweden regelmäßig Medaillen im Eisstadion einheimsen und für ein bevölkerungsmäßig eher kleines Land erstaunlich viele gute Leichtathleten haben.  In der Popularität der Schweden selbst nehmen diese Sportarten jedoch maximal Rang zwei und drei ein. Lange davor liegt eine Sportart, in der die Schweden sich ehrlich gesagt nur mittelmäßig schlagen. Zumindest liegen die großen Erfolge schon länger zurück oder kommen nur sehr überraschend daher. Wenn man – wie dies meist geschieht – die Sportart auf die Wettbewerbe der Männer beschränkt. Denn die Schwedinnen sind weitaus erfolgreicher im Fußball als ihre männlichen Sportkollegen. Nur dass dies auch im Land der größten Gleichstellung zwischen Männern und Frauen nur wenige interessiert.

Zlatan Ibrahimovic (Foto: Maurobrock)

Zlatan Ibrahimovic (Foto: Maurobrock)

Die Schweden sehen immerhin ein, dass andere europäische Ligen weitaus interessanter zu verfolgen sind als die Allsvenskan. Aus diesem Grunde wird in den Medien vor allem von der englischen, italienischen und spanischen Liga umfangreich berichtet. Natürlich werden die Daumen vor allem für die Vereine gehalten, in denen sich schwedische Spieler befinden. Und auch hier findet eine völlig unschwedische Glorifizierung einer einzelnen Person statt. Wenn Zlatans Knie zwickt und zwackt, so ist dies mindestens zwei Seiten der größten schwedischen Tageszeitung wert. Gemeint ist Zlatan Ibrahimovic, Stürmer der schwedischen Nationalmannschaft und angestellt bei Inter Mailand. Wie der Name erkennen lässt, Sohn jugoslawischer Einwanderer. Genauer gesagt bosnisch-kroatischer Herkunft. Dies immerhin sehr zu begrüßen, da es beweist, dass Migranten in Schweden zumindest integrierter sind als in Deutschland. Der Mann ist auch ohne Frage sehr sympathisch, bescheiden, höflich und keineswegs eine Skandalnudel. Aber natürlich ist auch er nur ein Mensch und spielt nicht um Klassen besser als seine schwedischen Kollegen, die teilweise international auch sehr erfolgreich sind.

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