Ohne Fleiß kein Preis – Studieren in Schweden

Mittwoch, 15. Juli 2009

Das Studiensystem in Schweden ist leicht erklärt. Es setzt sich zusammen aus:

1) Gruppenarbeit

2) Bergen von Lektüre

3) vier Wochen des Semesters richtigen Stress

Ein sozial- oder geisteswissenschaftliches Studium in Schweden unterscheidet sich somit in hohen Maßen von einem deutschen Studium, zumindest war dies zu Zeiten von Diplom und Magister noch so. Heute haben wir uns teilweise angeglichen, eine vollständige Harmonisierung wird aber sicher die nächsten 20 Jahre nicht durchsetzbar sein (sollte jemand diesen Wunsch hegen).

Uppsala Universitet: Schwedens älteste Uni (Foto: Riviera Kid)

Uppsala Universitet: Schwedens älteste Uni (Foto: Riviera Kid, flickr)

Ein krasser Unterschied ist der Aufbau des Semesters. Während wir – je nach Einsatz des Studierenden – ungefähr 10 Kurse wöchentlich besuchen, haben die Schweden jeweils nur einen, maximal zwei Kurse zur gleichen Zeit. Diese Kurse gehen dann allerdings nur sechs Wochen, so dass man im Semester auf vier unterschiedliche Seminare kommt. Da nicht alle Themen erschöpfend in sechs Wochen abgearbeitet werden, gibt es auch Kurse über zwei Zeiteinheiten (Englisch: periods). Der Rest der Woche ist dann allerdings nicht Freizeit. Grundannahme ist das Selbststudium. 200 Seiten pro Woche Lektüre ist in den Geisteswissenschaften Standard. Dazu gibt es kleine Aufgaben abzugeben oder zu erledigen. Und diese sind dann meist in Gruppenarbeit zu leisten – der Allzweckwaffe der schwedischen Pädagogik. Dahinter steckt wohl die Illusion, dass die Gruppenarbeit den Zugang zu den Themen erleichtert und vertieft. Die Kehrseite ist, dass man den seiner Arbeitsgruppe sehr ausgeliefert ist. Man kann Glück oder Pech haben.

Von den sechs Wochen ist jeweils die letzte die intensivste. Hier wird entweder eine Klausur geschrieben oder die Ausarbeitung einer Hausarbeit verlangt. Präsentationen und Referate werden in fast jeder vorhergehenden Stunde gehalten. Es gibt bei den Kursen drei verschiedene Niveaus: A, B, C, wobei letzteres die schwierigste Kategorie und primär für Masterstudierende vorgesehen ist.

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Lebenslanges Lernen…

Montag, 9. Februar 2009

…welch eine angenehme Vorstellung. Es mag ja für viele eine Last sein, sich an die Schulzeit zu erinnern, aber auch diese Menschen lernen weiter. Vielleicht nicht ganz so bewusst. Diejenigen, die sich freiwillig fortbilden bzw. auf dem Laufenden halten möchten, haben dazu in Schweden gute Möglichkeiten. Der Bund und die kommunalen Behörden bieten eine Vielzahl an Weiterbildungsformen. Und da den Schweden bewusst ist, dass eine gute Ausbildung der ganzen Gesellschaft dienlich sein kann, ist das Pauken sehr günstig zu haben.

Weite Verbreitung hat beispielsweise Komvux. Komvux steht für Kommunal vuxenutbildning (Kommunale Erwachsenenausbildung) und bietet Interessenten die Möglichkeit, Schulabschlüssen nachzuholen oder seine Noten in bestimmten Bereichen aufzupolieren. Auch viele Migranten nehmen an Komvux-Kursen teil, um ihre bisherigen Fach- und Schulkenntnisse durch die schwedischen Gepflogenheiten zu ergänzen oder ganz einfach, um Schwedisch zu lernen. Die Programme sind kostenlos, haben allerdings nicht alle den besten Ruf.

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