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	<title>Das Leben ist kein Ponyhof &#187; Bildung</title>
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	<description>von Stockholm und Schwedischem</description>
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		<title>Ohne Fleiß kein Preis &#8211; Studieren in Schweden</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 17:45:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schweden]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Studiensystem in Schweden ist leicht erklärt. Es setzt sich zusammen aus: 1) Gruppenarbeit 2) Bergen von Lektüre 3) vier Wochen des Semesters richtigen Stress Ein sozial- oder geisteswissenschaftliches Studium in Schweden unterscheidet sich somit in hohen Maßen von einem deutschen Studium, zumindest war dies zu Zeiten von Diplom und Magister noch so. Heute haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Studiensystem in Schweden ist leicht erklärt. Es setzt sich zusammen aus:</p>
<p>1) Gruppenarbeit</p>
<p>2) Bergen von Lektüre</p>
<p>3) vier Wochen des Semesters richtigen Stress</p>
<p>Ein sozial- oder geisteswissenschaftliches Studium in Schweden unterscheidet sich somit in hohen Maßen von einem deutschen Studium, zumindest war dies zu Zeiten von Diplom und Magister noch so. Heute haben wir uns teilweise angeglichen, eine vollständige Harmonisierung wird aber sicher die nächsten 20 Jahre nicht durchsetzbar sein (sollte jemand diesen Wunsch hegen).</p>
<div id="attachment_866" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2009/07/uppsala-uni-riviera-kid.jpg"><img class="size-medium wp-image-866" title="Uppsala Universitet: Schwedens älteste Uni (Foto: Riviera Kid, flickr)" src="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2009/07/uppsala-uni-riviera-kid-300x225.jpg" alt="Uppsala Universitet: Schwedens älteste Uni (Foto: Riviera Kid)" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Uppsala Universitet: Schwedens älteste Uni (Foto: Riviera Kid, flickr)</p></div>
<p>Ein krasser Unterschied ist der Aufbau des Semesters. Während wir &#8211; je nach Einsatz des Studierenden &#8211; ungefähr 10 Kurse wöchentlich besuchen, haben die Schweden jeweils nur einen, maximal zwei Kurse zur gleichen Zeit. Diese Kurse gehen dann allerdings nur sechs Wochen, so dass man im Semester auf vier unterschiedliche Seminare kommt. Da nicht alle Themen erschöpfend in sechs Wochen abgearbeitet werden, gibt es auch Kurse über zwei Zeiteinheiten (Englisch: periods). Der Rest der Woche ist dann allerdings nicht Freizeit. Grundannahme ist das Selbststudium. 200 Seiten pro Woche Lektüre ist in den Geisteswissenschaften Standard. Dazu gibt es kleine Aufgaben abzugeben oder zu erledigen. Und diese sind dann meist in Gruppenarbeit zu leisten &#8211; der Allzweckwaffe der schwedischen Pädagogik. Dahinter steckt wohl die Illusion, dass die Gruppenarbeit den Zugang zu den Themen erleichtert und vertieft. Die Kehrseite ist, dass man den seiner Arbeitsgruppe sehr ausgeliefert ist. Man kann Glück oder Pech haben.</p>
<p>Von den sechs Wochen ist jeweils die letzte die intensivste. Hier wird entweder eine Klausur geschrieben oder die Ausarbeitung einer Hausarbeit verlangt. Präsentationen und Referate werden in fast jeder vorhergehenden Stunde gehalten. Es gibt bei den Kursen drei verschiedene Niveaus: A, B, C, wobei letzteres die schwierigste Kategorie und primär für Masterstudierende vorgesehen ist.</p>
<p><span id="more-860"></span></p>
<p>Für deutsche Studierende sehr ungewöhnlich ist der intensive Kontakt zum Lehrenden. Wie alle wird er in Schweden geduzt, welche Titel er hat, würde sich vermutlich nur nach intensiver Recherche herausfinden lassen (ein typisch deutsches Phänomen, dass man so auf Titeln fixiert ist). Die Kurse sind extrem klein. Bei einer Größe von 16 Studierenden denkt der Dozent schon über eine Zweiteilung des Kurses nach. Verstecken in den hinteren Bänken ist somit nicht möglich. Es herrscht außerdem Anwesenheitspflicht. Sollte man eine Unterrichtseinheit verpassen, muss ein Aufsatz oder ähnliches abgegeben werden.</p>
<p>Das Gros der Veranstaltungen in Schweden ist noch auf Schwedisch, aber der Anteil englischsprachiger Seminare nimmt zu. Als Austauschstudent kann man an den schwedischen Veranstaltungen nur  nach Rücksprache mit dem Dozenten teilnehmen. Der Nachteil ist, dass man in den englischen Kursen zumeist ausschließlich  mit internationalen Studenten und Austauschstudenten sitzt. Die Schweden sprechen zwar sehr gut englisch, würden dies allerdings nie öffentlich behaupten und sind zudem in der Grammatik nicht so stark (was ja in Deutschland leider immer noch als Kern des Fremdsprachenunterrichts angesehen wird).</p>
<p>Die Notengebung ist auch etwas gewöhnungsbedürftig. Es gab eigentlich nur drei verschiedene Noten: underkänd (nicht bestanden), godkänd und väl godkänd (besonders gut). Hier gleicht man sich allerdings auch mehr und mehr dem europäischen Standard an, der ein eher sechsskaliges Notensystem vorsieht. Ein &#8220;A&#8221; ist in schweden &#8220;Sehr gut&#8221; und dann geht es bergab. Sehr nervig ist nach Referaten und ähnlichem, dass der Dozent einem lang und breit positive Aspeckte seines Vortrags aufzählt und dann nur ganz vorsichtig andeutet, wenn eine bestimmte Sache schlecht war. Auch wenn das ganze Referat nicht viel hergegeben hat.</p>
<p>Generell lehrt das schwedische Studiensystem nicht unbedingt Thesen und Sachverhalten in Frage zu stellen, sondern es geht darum, Wissen anzuhäufen und auswendig zu lernen. In diesem Punkt sehe ich das (alte) deutsche System klar im Vorteil. Sinnvoll erschein mir allerdings, dass die schwedischen Unis nicht nach jedem Semester Pause machen, sondern es nur im Sommer lange Semesterferien gibt. Das Herbstsemester geht bis Mitte Januar und dann geht es fast nahtlos weiter mit dem Frühlingssemester.</p>
<p>Alte traditionsreiche Unis finden sich in Uppsala (entstand 1477) und Lund (1666). Angesehen sind außerdem die Hochschulen in Umeå, Linköping und natürlich in Stockholm und Göteburg. Laut <a href="http://sv.wikipedia.org/wiki/Universitet_i_Sverige">Wikipedia Schweden </a> waren 2008 vier schwedische Universitäten unter den besten Unis der Welt: das Karolinska Institutet (v.a. Medizin, Platz 51) Uppsala  (71), Stockholm (86) und Lund auf Platz 97. Eigentlich erstaunlich, dass die Unis in Relation zum Wohlstandsniveau in Schweden noch relativ weit hinten liegen. Das mag damit in Zusammenhang stehen, dass die Unis hier staatlich finanziert werden und die Wirtschaft noch nicht allzu stark ihre Hände im Spiel hat. Das Studium ist übrigens kostenlos und kann durch eine elternunabhängige Bafög-Förderung finanziert werden.</p>
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		<title>Lebenslanges Lernen&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 15:32:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;welch eine angenehme Vorstellung. Es mag ja für viele eine Last sein, sich an die Schulzeit zu erinnern, aber auch diese Menschen lernen weiter. Vielleicht nicht ganz so bewusst. Diejenigen, die sich freiwillig fortbilden bzw. auf dem Laufenden halten möchten, haben dazu in Schweden gute Möglichkeiten. Der Bund und die kommunalen Behörden bieten eine Vielzahl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;welch eine angenehme Vorstellung. Es mag ja für viele eine Last sein, sich an die Schulzeit zu erinnern, aber auch diese Menschen lernen weiter. Vielleicht nicht ganz so bewusst. Diejenigen, die sich freiwillig fortbilden bzw. auf dem Laufenden halten möchten, haben dazu in Schweden gute Möglichkeiten. Der Bund und die kommunalen Behörden bieten eine Vielzahl an Weiterbildungsformen. Und da den Schweden bewusst ist, dass eine gute Ausbildung der ganzen Gesellschaft dienlich sein kann, ist das Pauken sehr günstig zu haben.</p>
<p><a href="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2009/02/fueller_vince42.jpg"><img class="size-medium wp-image-537 alignleft" title="Foto: vince 42, flickr" src="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2009/02/fueller_vince42-300x204.jpg" alt="" width="300" height="204" /></a></p>
<p>Weite Verbreitung hat beispielsweise <a href="http://www.syoguiden.com/komvux/"> Komvux. </a> Komvux steht für Kommunal vuxenutbildning (Kommunale Erwachsenenausbildung) und bietet Interessenten die Möglichkeit, Schulabschlüssen nachzuholen oder seine Noten in bestimmten Bereichen aufzupolieren. Auch viele Migranten nehmen an Komvux-Kursen teil, um ihre bisherigen Fach- und Schulkenntnisse durch die schwedischen Gepflogenheiten zu ergänzen oder ganz einfach, um Schwedisch zu lernen. Die Programme sind kostenlos, haben allerdings nicht alle den besten Ruf.</p>
<p><span id="more-525"></span></p>
<p>Auch an den Universitäten werden verschiedene Weiterbildungskurse angeboten, die sich nicht ausschließlich an junge Gymnasiumabgänger richten. Es ist in Schweden gut möglich, ein Teilzeitstudium zu absolvieren, so dass man neben der Arbeit abends noch Kurse an der Uni besuchen kann. Gut geeignet sicher auf für Menschen, die sich neben ihrer eigentlichen Ausbildung noch für andere Fächer interessieren. Die Kurse selber kosten nichts, es wird nur die Abgabe für die Studentenvereinigung fällig. Und es bedarf etwas Durchsetzungsvermögen bei der Anmeldung, da man mit ca. sechs verschiedenen Chipkarten von Pontius zu Pilatus laufen muss.</p>
<p>Auch Sprachkurse gibt es natürlich an der Universität. Wer in Schweden auf Schwedisch studieren möchte, muss den Tisus-Test ablegen. Hierfür gibt es als Vorbereitungskurse <a href="http://www.nordiska.su.se/pub/jsp/polopoly.jsp?d=1446"> &#8220;Schwedisch als Fremdsprache&#8221; </a> (svenska som främmande spr<span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Times New Roman&quot;;">å</span>k), der ein oder zwei Semester lang ist. Probieren kann man es aber sicher auch so, wenn man sich auf andere Art und Weise genügend Schwedischkenntnisse angeeignet hat (ist auch in Deutschland möglich).</p>
<p>Gastvorträge gibt es an den Universitäten ebenfalls in großer Anzahl. Hier lohnt sich ein Blick in die Rubrik Öppna föreläsningar.</p>
<p>Eine sehr schöne Einrichtung in Schweden ist das <a href="http://www.abfstockholm.se/"> ABF: Arbetarnas bildningsförbund. </a> Anfang des 20. Jahrhunderts wurde diese Institution in Schweden gegründet. Ziel ist die Aus- und Fortbildung der Arbeiter bzw. heutzutage aller Gesellschaftsschichten. Etwa 57 Organisationen sind heute noch Mitglieder im ABF und bieten Kurse, Seminare und Vorträge an. Dazu gehören die schwedischen Sozialdemokraten und die Vänsterparti, eine Vielzahl von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen. Erklärtes Ziel ist es, den Gedankenaustausch zwischen Menschen verschiedenster Herkunft und Milieus zu fördern. Extrem beliebt in Schweden sind so genannte Studienzirkel. Diese Veranstaltung gleicht einem Lektürekurs. Es wird ein Thema oder ein bestimmtes Buch herangezogen und dann gemeinsam gelesen und über das Gelesene diskutiert. Auch hier ist Teilnahme meist kostenlos.</p>
<p>Im ABF-Huset in Stockholm (Sveavägen 41) finden jeden Abend Vorträge und Seminare statt. An den Wochenende gibt es zusätzlich häufiger Buchmessen oder Foren wie das Sozialistische Forum oder das Feministische Forum. Dabei gibt es nicht nur politische Veranstaltungen, sondern auch eine Vielzahl von Lesungen, Filmvorführungen und Stadtführungen. Ein Besuch lohnt sich und ist meist ganz unverbindlich.</p>
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