Die Milch macht’s: Kooperative Arla

Dienstag, 25. Mai 2010

Neben Kanelbullen, diversen Schokoriegeln und salziger Margarine vermisse ich in Deutschland die fantastische Arlamilch. Milch war für mich lange nur in Zusammenhang mit Corn Flakes genießbar. In Schweden habe ich mir allerdings das Trinken purer Milch angewöhnt. Ich weiß nicht, wie die schwedischen Bauern das machen, aber die Milch ist super lecker. Die richtige Milch natürlich, also mit 3,5% Fett und nicht diese Milchversatze mit 1,5 oder sogar nur 0,5% Fett.

Berühmte Arla-Kuh (Foto: Steffe)

Berühmte Arla-Kuh (Foto: Steffe)

Und schön zu wissen, dass hinter Arla nicht ein profitgieriger Multikonzern steht, sondern 5300 schwedische und 6300 dänische Bauern. Diese haben sich in einer Kooperative zusammengeschlossen. Sie sind sowohl Lieferanten für ihr Unternehmen als auch Besitzer. Alle Mitglieder haben dabei das gleiches Stimmrecht.

Unterschätzen sollte man das ökonomische Verständnis der Landwirte jedocht nicht. 2000 erfolgte die Fusion zwischen der dänischen MD Foods un der schwedischen Arla. Arla besitzt  heute 19 Tochtergesellschaften in unterschiedlichen europäischen und internationalen Ländern, darunter Vietnam und China. Auch in deutschen Supermärkten sind immer mehr Arla-Produkte zu haben. Die größten Umsätze werden jedoch noch in Dänemark, Schweden und Großbritannien gemacht.

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Schokowerkstatt Cloetta

Montag, 10. Mai 2010

Schweden ist ein Land mit relativ wenigen Einwohnern. Aber diese Einwohner können sich freuen, denn ihr Heimatland ist in Sachen Schokolade bestens versorgt. Im Ausland ist Marabou am bekanntesten (gehört mittlerweile allerdings zu Kraft), in Schweden selbst ist die Firma Cloetta vermutlich ebenbürtig. Und Cloetta liegt mit seinem Kex-Riegel meiner Meinung nach ganz vorne in der Konkurrenz um den weltweit oder zumindest europaweit besten Schokoriegel. Einfach (und) lecker!

Ein Blick in die Firmenhistorie zeigt allerdings, dass Cloettas seine Wurzeln gar nicht in Schweden hat. Drei Schweizer Brüder,  Bernhard, Christoffer und Nutin Cloetta, gründete das Unternehmen 1872 in Kopenhagen. Die Brüder haben das Süßigkeiten-Handwerk vorher in der Schweiz und in Frankreich gelernt und diese Rezepte in den Norden Europas getragen. Aber sie stellten nicht nur Schokolade her, sondern auch Konfekt, Trinkschokolade und Karamellbonbons. Die schwedischen Leckermäule fanden schnell Gefallen an den Cloetta-Produkten, so dass die drei Brüder sich entschlossen, auch in Malmö die Schokopresse anzuwerfen. Einige Jahre später, 1901, zog das Unternehmen nach Ljungsbro, in die Nähe von Linköping, wo bis heute der Hauptsitz Cloettas liegt. Die Schweizer Geschwister konnten ab 1917 vermutlich in Geld schwimmen, da sie das erfolgreiche Unternehmen an  Svenska Chokladsfabrik AB verkauften, welches zu großen Teilen der Familie Svenfelt gehörte. Der Name Cloetta blieb jedoch.

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Irgendwie typisch schwedisch

Montag, 15. März 2010

Wir Menschen neigen zum Pauschalisieren. Motiv ist in vielen Fällen eine Vereinfachung der Sachlage und der Wunsch nach Ordnung. Es soll nicht viele verschiedene Umstände und  Menschen geben, sondern wir versuchen immer, diese in Schubladen zu packen. Das befriedigt auf eine gewisse Weise. Wir meinen, etwas durchschaut zu haben. Schlauer als der Rest zu sein. Also tappse ich auch mal in diese Falle und schildere, was ich für typisch schwedisch halte. Eine zufällige Auswahl ohne den Anspruch auf Vollständigkeit. Sicher auch keine Ansammlung der wichtigsten Eigenschaften des schwedischen Volkes. Los geht’s:

Natur und rote Häuser (Foto: sramses177)

Natur und rote Häuser (Foto: sramses177)

1) Lagom: Lagom ist ein Adjektiv, dessen direkte Übersetzung schwer fällt. Es geht in die Richtung “genau richtig”, “angemessen” oder “konsensfähig”. Nudeln können lagom zubereitet sein oder eine Entscheidung lagom sein. Die Schweden wollen sich nicht so richtig streiten und am liebsten alles im Konsens bestimmen. Dies hat zur Folge, dass Parlamentsdebatten in Schweden noch viel langweiliger sind als in Deutschland. Verbale Attacken gegen Opposition oder Regierung fallen meist äußerst harmlos aus. Politik ist hier weniger Showbühne, ja, es wird sogar dem Vorredner immer für seine “interessanten Ausführungen” gedankt. Selbst wenn der christdemokratische Vorredner gerade die Ehe von Homosexuellen als sittenwidrig abgestempelt hat.

2) Sicherheit wird groß geschrieben im Land der Elche und Trolle. Schnelles Autofahren wird genauso abgelehnt wie Rad Fahren ohne Helm. Rauchmelder sind weit verbreitet, die Herde sind ausgestattet mit Zeitschaltuhren, so dass man nicht vergessen kann, die Platte auszumachen (mehr dazu hier).

3) Schwedische Häuser haben oftmals eine Holzfassade. Das weiß jeder aus den Astrid-Lindgren-Büchern und Filmen. Schwedische Häuser sind zudem relativ klein. Das kennt man eher von IKEA, wo oftmals gezeigt wird, wie man auf wenig Fläche viel unterbringen kann. Schwedische Häuser haben oftmals eine offene Bauweise, es gibt also weniger Türen. Küche und Wohnzimmer gehen oft ineinander über. Merkwürdigerweise gibt es viele Häuser, bei denen mehr oder weniger im Keller noch Zimmer zum Wohnen sind. Dann gibt es nur kleine Fenster relativ hoch im Raum. Bei Kinderzimmern ist es häufig so, dass sich Kinder einen Raum teilen – zumindest in älteren Häusern. Türen sind oftmals unverschlossen, zumindest auf dem Land. Und Vorhänge sind in Schweden nicht so verbreitet wie in Deutschland. Gute Chancen für die Nachbarn etwas vom Leben nebenan mitzubekommen.

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Sollen sie doch Bohnen essen!

Montag, 15. Februar 2010

Zeit sich unbeliebt zu machen, Zeit für eine Polemik. Ziel des Verbalangriffs: Veganismus. Grund: Die Doppelmoral der Gutmenschen oder schlichtweg Lücken in der Beweisführung. Thematischer Zusammenhang: Gefühlt ist die Anzahl an Veganern in Schweden prozentual höher als in Deutschland. Beweis: Die schwedischen McDonalds-Lokale bieten (angeblich) einen veganen Burger an: Mc Bean.

Neugierige Kuh (Foto: Potsdam)

Neugierige Kuh (Foto: Potsdam)

Vegan zu leben heißt, kein Fleisch zu essen sowie keine tierischen Produkte zu verzehren oder als Kleidung zu tragen. Hinzu kommt bei vielen Veganern der Verzicht auf Produkte, die durch Tierversuche getestet worden sind, beispielsweise Kosmetika oder Reinigungsmittel. Laut eigenen Aussagen gibt es in Deutschland etwa 250.000 bis 460.000 Veganer, was einen Bevölkerungsanteil von 0,3% entspricht. Der Begriff wurde von dem Engländer Donald Watson, dem Gründer der Vegan Society, 1944 geschaffen und leitet sich natürlich vom Wort vegetarian ab. Wie für andere Engländer die Welt nicht genug ist, war Herrn Watson der Verzicht auf Fleischessen nicht genug. Da kann man mehr draus machen, da kann man andere Produkte für nutzen.

Nun spricht aus meiner Sicht gar nichts gegen den Verzicht auf Fleisch. Gute Haltungsbedingungen für Tiere sollten gleichfalls selbstverständlich sein. Hier kann man als Kunde ja schon bewusst steuern, indem man Produkte von anspruchsvollen Bioketten wie Demeter oder Neuland kauft und sich sein Essen mehr Wert sein lässt (unter Umständen muss man dann halt mal auf das iPhone oder den Superflat-Fernseher mit brillianter Hochauflösung verzichten bzw. länger draufhin sparen). Kritisch wird es dann, wenn man nicht mal die Milch der Kuh trinken bzw. das Ei essen soll. Und absurd wird es bei der Frage, ob der Verzehr von Honig wirklich vereinbar ist mit einem veganen Lebensstil. Schließlich mussten die Bienen ja schuften, um die klebrige Leckerei zu produzieren. Da stellt sich mir die Frage, ob ich auch auf das Kutsche fahren verzichten muss bzw. in der Wüste meine Wasserkanister selbst tragen muss, damit das Kamel entlastet wird. Wo soll das hinführen? Klingt auf jeden Fall stark danach, dass Mensch und Tier getrennt leben sollen.

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Schwedische Spezialitäten: Schnaps

Sonntag, 17. Januar 2010

Lange Jahre haben wir gejammert, dass es gar keinen echten Winter mehr gibt in Deutschland. Ozonloch, Klimaerwärmung, Weinanbau in Hamburg… Seit vier Wochen liegt nun Schnee in Deutschland und so langsam geht einem der ewige Schneematsch auf die Nerven: Radfahren ist so gut wie unmöglich und durch den Schnee zu gehen so anstrengend wie ein Strandspaziergang, zudem eine echte Herausforderung für die Bänder des Fußgelenks. Und natürlich ist es kalt: Dagegen kann man sich generell warm anziehen. Wenn man jedoch zu den wenigen Personen gehört, die keine Jack Wolfskin Extreme Winterjacke besitzt oder einfach auch drei bis vier Lagen Kleidung nicht warmhalten, bleibt fast nur das traditionellste aller Wärmemittel: Schnaps.

Schwedens berühmtester Schnaps (Foto: Abelsson)

Schwedens berühmtester Schnaps (Foto: Abelsson)

Wir Deutschen jammern ja schon bei Minus fünf Grad. In Schweden gibts aber ja fast jedes Jahr dieses Wetter und zudem noch viel niedrigere Temperaturen. Dies mag dazu beigetragen haben, dass in Schweden gerne auch Schnaps gebrannt wird. Klar, auf die Idee des Schnapsbrennens sind Menschen aller Länder und Regionen gekommen. Jedes Land hat aber sein eigenes Nationalgetränk: Die Griechen haben Ouzo, Schotten haben Whiskey, Kroaten haben Slivovitz usw. In Schweden haben sich zwei Getränke besonders durchgesetzt: Wodka und Aquavit.

Der Aquavit gilt in ganz Skandinavien als Delikatesse. In Deutschland bringt man ihn heutzutage eher mit Norwegen und Dänemark in Verbindung als mit Schweden. In Norwegen wird mit Linie einer der bekanntesten Kümmelschnäpse hergestellt. In Dänemark ist das Pendant der Jubiläums Aquavit. Das sind jedoch nicht nur zwei verschiedene Marken des Schnaps, sondern auch zwei verschiedene Produktionsprozesse und vielleicht auch Philosophien hinter der Brennerei. Der norwegische Aquavit schmeckt nach Meinung von Kennern mehr  nach den Eichenfässern bzw. Sherryfässern, in denen er gelagert wird (der Name Linie entstand übrigens, da das Getränk in Fässern über die Linie des Äquators gefahren wurde, um es in Australien zu verkaufen. Da der Vertrieb dort bankrott war, kam das Getränk zurück in sein Heimatland und wurde ein großer Renner). Außerdem ist er runder im Geschmack und nicht so stark von Kräutern dominiert. Generell wird dieser Schnaps aus Kartoffeln oder Getreide gebrannt und ist besonders rein. Destilliert wird mit Kümmel, Dillsamen und je nach Sorte auch mit Fenchel, Koriander, Zimt oder Nelken.

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Schwedische Spezialitäten – Fischgerichte

Sonntag, 15. November 2009

Ein Resultat der Globalisierung ist die Tatsache, dass es in Deutschland kein Problem mehr ist, französische Crêpes, polnisches Bigos oder die leckeren dänischen Hotdogs zu bekommen. Britische Schokoriegel, amerikanische Oreo-Kekse und japanische Sojasoßen sind ebenfalls kein Problem. Das ist einerseits praktisch, weil man nicht in teure Reisen investieren muss, um neue Geschmackserlebnisse genießen zu können. Andererseits nimmt es ein wenig den Reiz einer Auslandsreise. Und es ist schwierig, die Qualität vergleichen zu können. Trotz intensiver Suche ist es mir beispielsweise bisher nicht gelungen, in Deutschland grünes Pesto zu finden, welches ansatzweise so gut ist wie in Italien.

Zeichnung: HamburgerJung, flickr

Aber auch innerhalb eines Landes gibt es Qualitätsunterschiede. Erst nach meinem Umzug in die Hauptstadt wurde mir bewusst, dass Fisch in Norddeutschland doch noch eine ganz andere Rolle auf dem Speisezettel einnimmt als im Rest des Landes. Ich vermute einfach, dass in Schweden die Unterschiede nicht ganz so groß sind, weil es mehr Gewässer im Binnenland gibt und Angeln dank des Allemansrättens nicht nur mit Angelschein möglich ist. Die schwedische Küche setzt zumindest sehr häufig auf Fisch, der gebeizt, geräuchert oder gebraten wird.

Zu internationaler Berühmtheit brachte es der gravad lax. Dieser ist entgegen der Annahme Vieler nicht geräuchert, sondern gebeizt. Ursprünglich wurde der rohe Lachs mit einer Salz-Zucker-Kräutermischung eingerieben und drei Tage im Erdboden vergraben (deshalb gravad). Heute kommt er eingerieben in die Kühlräume. Serviert wird gravad lax traditionell mit einer kalten Senf-Dill-Soße. Wie so viele Lebensmittel in Schweden ist die Soße süßlich gehalten.

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Schwedische Einkaufsläden

Donnerstag, 3. September 2009
Rekonstruktion eines Konsumladens in Skansen  (Foto: Vargklo's)

Rekonstruktion eines Konsumladens in Skansen (Foto: Vargklo's)

Der Paradeschwede fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln (oder Elektroauto) zum genossenschaftlichen Coop/Konsum-Supermarkt, kauft alle Bioprodukte und fair gehandelten Waren, die ihm das Sortiment bietet, geht noch kurz zum Konditori und ersteht eine winzige Kalorienbombe für die Familie, einen edlen Rotwein fürs Dinner gibt es im Systembolaget, dann fährt er vollbepackt wieder nach Hause, um die 19.30 Uhr Nachrichten nicht zu verpassen.

Schöne Story, aber weit weg von der Realität.

Punkt 1): Ein Schwede ist nichts ohne sein Auto. Groß muss es sein, damit beim Einkaufen auch viel reingeht. Das Elektroauto gilt in Schweden als umweltfreundliche Alternative, die Meinung wird allerdings nicht von allen Umweltfreunden geteilt.

Punkt 2): Die Hochzeiten des Konsums sind vorbei. Auch die Schweden kaufen gerne billig, also bei der schwedischen Supermarktkette Willy:s oder beim sich stark ausbreitenden Lidl-Markt. Konsum und ICA haben das Nachsehen, sind allerdings oft auch so klein, dass man nicht alles findet und so eng, dass das Einkaufen kein Vergnügen ist. Bei Neubauten setzen deshalb jetzt auch ICA und Co. auf sehr große Gebäude und Auswahl.

Punkt 3): Biowaren in Schweden zu finden ist äußerst schwierig. Sich an das Klischee des umweltfreundlichen Schwedens erinnernd, ist es höchst erstaunlich, aber es gibt so gut wie keine Bioläden. Nicht mal in den Großstädten. Die Supermärkte beginnen sehr langsam, auch ökologisch angebaute Waren anzubieten. Biogerichte in Restaurants sind da fast einfacher zu finden. Faire Produkte gibt es wie so oft eher in kirchlichen Einrichtungen oder bei Lidl.

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Schwedische Spezialitäten II – Kuchen und Gebäck

Donnerstag, 21. Mai 2009

Nein, nicht nur die Österreicher können fantastische Torten und Kuchen zaubern, sondern auch die Schweden. In einem Land, in dem das Fika (Kaffee trinken) einen derartig hohen Status einnimmt, ist dies aber auch kein Wunder. Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, gibt es mehrmals am Tage “Fika”. Man trifft sich mit Freunden im Café und kann dort gut und gerne einige Stunden verbringen. Angesichts dieser Tatsache verwundert es vielleicht auch nicht so sehr, dass ein Cappucino meist so um die 3,50 Euro kostet und Kuchen/Torte sich in ähnlichen preislichen Sphären befinden. Das Sitzfleisch der Gäste muss für die Cafébetreiber schließlich irgendwie von nutzen sein. Die Schweden sind auf jeden Fall in der Liga der eifrigsten Kaffeetrinker der Welt (Deutsche liegen noch deutlich dahinter).

kanelbulle_loopkid

Kanelbulle, Foto: Loopkid, flickr

Zum Fika auf der Arbeit wird meist ein kleiner Snack eingenommen, z.B. Kaffebröd. Kaffebröd ist ein Hefegebäck, gefüllt mit Pudding, Marmelade oder nur mit Zucker bestreut. Es kommt der berühmten Kanelbulle sehr nahe.  Dies ist eine Art Zimtschnecke: Hefeteig mit einer Zucker-Zimt-Füllung und Hagelzucker als Belag. Ein unschlagbarer Genuss, auch wenn man sonst kein großer Freund von Hefeteig ist (ein Rezept findet sich hier ).

Generell werden in Cafés eher Kuchen angeboten als Torten. Eine Ausnahme ist die auch in deutschen Supermärkten vermehrt anzufindenden Princesstorte. Sie sieht mit ihrer grünen Marzipandecke etwas giftig aus, ist ansonsten eine Kuppeltorte mit hellem Rührteig , Sahne und ein wenig Marmelade. Ansonsten bedeuten Torten in Schweden leider meist etwas Teig, viel Sahne und ein paar Früchte.

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Schwedische Spezialitäten I

Dienstag, 11. November 2008

Köttbullar mit Lingon-marmelade und Sahne- soße, Foto: heipei, Flickr

Dank Ikea ist in Deutschland die Kenntnis weit verbreitet, dass die Schweden gerne Köttbullar (sprich: Chöttbullar) essen. Diese runden Hackbällchen gehören zum Standardrepertoire in beinahe jeder schwedischen Küche. Sie sind vergleichbar mit Frikadellen bzw. Buletten, haben jedoch durch den Einsatz von Sahne oder Milch noch einen etwas anderen Geschmack. Außerdem sind sie kleiner als in Deutschland. Waren die Köttbullar lange Zeit ein Grund, sich auf das Ikea-Restaurant zu freuen, ist es heute möglich, sich günstiger an ihnen satt zu essen. Der Discounter Plus hat sie nämlich in sein Standardsortiment aufgenommen. Maggi und/oder Knorr bieten außerdem Fix-Pulver für die Hackbällchen an. Wobei das Rezept dazu so einfach ist, dass diese Hilfsmittel sicher nicht nötig sind. Echt Schwedisch wäre es, sie mit Lingonmarmelade zu essen, die hierzulande vermutlich schwer zu bekommen ist.

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Bier, Korn, Schnaps und Wein…

Sonntag, 7. September 2008

Bekannt sind die Schweden dafür, dass sie sich – sobald sie ihr beschauliches Land verlassen haben – hemmungslos betrinken. Und wie jedes Vorurteil birgt auch dieses Wahrheit in seinem Kern, auch wenn man dies natürlich nicht pauschal über alle Schweden sagen sollte. Nichtsdestotrotz ist es beachtlich, wenn die reisenden Schweden demonstrieren, wie viel Alkohol ein einziger Körper so aufnehmen kann.

Bier - schon gut gekühlt

En öl (Foto: banger1977)

Das Verhalten resultiert wohl nicht zuletzt aus der recht regressiven Alkoholpolitik, welche das Land seit Jahrzehnten geprägt hat. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts war die so genannte Nykterhetsrörelse (die Nüchternheitsbewegung) sehr stark im Dreikronenland und konnte ihren Einfluss auf die Sozialdemokratie geltend machen. Die Sozialdemokraten haben wiederum seit den 1930er Jahren bis in die 90er hinein beinahe jede Regierung gestellt. Wichtigste Pfeiler dieser Maßnahmen gegen einen erhöhten Alkoholkonsum der Bevölkerung – welcher die Arbeiterklasse schwächen würde und laut der Anhänger der Nykterhetsbewegung zur allgemeinen Verrohung führt – sind der eingeschränkte Verkauf von Getränken und die hohe Besteuerung selbiger. Bier mit über 3,5% Alkoholgehalt, Wein und Spirituosen gibt es nur in den so genannten System Bolag. Dies sind staatlich betriebene Schnapsbutiken, bei denen stark kontrolliert wird, ob der Einkäufer alt genug ist und welche durch ihre Öffnungszeiten das mehr oder weniger spontane Trinken am Abend oder Wochenende unmöglich machen. Im öffentlichen Nahverkehr in Stockholm und in einigen Parks und öffentlichen Plätzen darf Alkohol nicht verzehrt werden, was auch ausgiebig kontrolliert wird. Eine weitere Maßnahme ist die eingeschränkte Werbemöglichkeit für Spirituosen usw. Diese muss – wie bei Zigaretten in der EU – markiert sein mit Hinweisen, welche Konsequenzen Alkholgenuss haben kann.

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