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	<title>Das Leben ist kein Ponyhof &#187; Fernsehwelt</title>
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	<description>von Stockholm und Schwedischem</description>
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		<title>Filmzensur: Pionier Schweden</title>
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		<pubDate>Wed, 04 May 2011 17:01:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Fernsehwelt]]></category>
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		<description><![CDATA[In unserer Welt herrscht das Primat der Superlative. Höher, weiter, schöner, reicher ist das Motto, dem man sich beugt. Und Schweden war ganz vorne dabei. Allerdings ein Superlativ, auf den man nicht unbedingt stolz sein muss: Schweden hat 1911 die erste Filmzensurbehörde der Welt gegründet. Filmzensur bedeutet hier nicht &#8211; wie man vielleicht denken könnte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In unserer Welt herrscht das Primat der Superlative. Höher, weiter, schöner, reicher ist das Motto, dem man sich beugt. Und Schweden war ganz vorne dabei. Allerdings ein Superlativ, auf den man nicht unbedingt stolz sein muss: Schweden hat 1911 die erste Filmzensurbehörde der Welt gegründet. Filmzensur bedeutet hier nicht &#8211; wie man vielleicht denken könnte &#8211; Filme so zu schneiden, dass sie jugendfrei werden. Filmzensur heißt, dass jemand meint, bestimmte Vorgänge dürfen in einen Film für Erwachsene  nicht gezeigt werden. Diese müssen dann rausgeschnitten werden, bevor der Film an die Öffenltichkeit gelangt. Oder wenn nichts zu retten ist, wird der Film komplett verboten.</p>
<div id="attachment_1907" class="wp-caption alignleft" style="width: 236px"><a href="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2011/05/donald-duck_paul-w.jpg"><img class="size-medium wp-image-1907 " title="Zensiert: Donald Duck (Foto: Paul-W)" src="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2011/05/donald-duck_paul-w-226x300.jpg" alt="Zensiert: Donald Duck (Foto: Paul-W)" width="226" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Zensiert: Donald Duck (Foto: Paul-W)</p></div>
<p>1911 steckte das Medium Film noch in den Kinderschuhen. Ungefähr seit 1895 gab es Stummfilme zu sehen. In den 1910er Jahren kamen zum  ersten Mal kürzere Filme mit der Ikone Charly Chaplin auf den Markt. Und schon zu diesem Zeitpunkt wollte die schwedische Regierung ihren Bürgern vorschreiben, was sie gucken dürfen und was nicht. Zu diesem Zweck wurde das Statens biografbyrå gegründet. Eine Begründung war Rechtssicherheit. Zuvor durfte der Polizist vor Ort entscheiden, was in seinem Einflussgebiet gezeigt wird und was nicht. Da kann man sich vorstellen, wie willkürlich die Entscheidungen getroffen wurden. Doch statt dem Polizisten diese Kompetenz wieder zu nehmen, wurde eine neue Behörde eingeführt.</p>
<p>Was aber eigentlich noch viel erstaunlicher ist als der frühe Beginn der Filmzensur ist die Tatsache, dass die Behörde erst in diesem Jahr zum 1. Januar hin geschlossen wurde. 99 Jahre gab es die Filmzensur in Schweden! Seit Mitte der 90er Jahre hat man zwar die Devise ausgegeben, dass man sich primär darauf beschränkt, die Altersgrenze für Filme festzulegen (in Schweden gibt es die Altersbegrenzungen ab 7, ab 11 und ab 15 Jahren). Es ist aber dennoch zu weiteren Zensureingriffen gekommen. Während der Zensur wurde zum Beispiel verboten, dass der arme Donald Duck mit einem Wohnwagen einen Berg runterfährt und nur um ein Haar mit einem Zug zusammenstößt. Oder in Ein Fisch namens Wanda einer Person Pommes tief in die Nase gesteckt werden und ein Goldfisch verspeist wird (siehe auch einen <a href="http://www.taz.de/1/leben/film/artikel/1/die-gewaltige-ironie-dieses-beschlusses/">taz-Artikel</a> zu dem Thema).</p>
<p><span id="more-1900"></span></p>
<p>Diskutiert wurde schon länger, ob eine derartige Behörde in der heutigen Zeit noch sinnvoll ist. Fernsehen funktioniert heute ganz anders als noch vor 20 Jahren. Im Internet kann man Filme sehen oder herunterladen, die garantiert ungeschnitten sind. Wenn man also möchte, kann man sich die rausgeschnittenen Hackebeilszenen an anderer Stelle besorgen. Lange Zeit haben sich die Kristdemokraterna für den Erhalt der Behörde ausgesprochen, aber auch die scheinen jetzt ihren Mitbürgern mehr Eigenverantwortung zuzugestehen. Filme werden natürlich weiterhin daraufhin kontrolliert, ob ihre Inhalte gegen Gesetze verstoßen. Die Einschätzung, ab welchem Alter man einen Film sehen darf übernimmt seit 1.1.2011 der neu gegründete Statens Medieråd.</p>
<p>Das schöne Ende an der Geschichte kommt jedoch noch: In der letzten Woche lief auf SVT, dem öffentlich-rechtlichen schwedischen Fernsehsender, eine Dokumentation über das Statens biografbyrå: Censuren &#8211; en thriller. Und just diese Doku erfuhr auch eine Form der Zensur. SVT stellt für gewöhnlich nach Ausstrahlung seine Dokumentationen auf der Internetseite zur Verfügung. Aber nicht in diesem Fall. Eine Erklärung hatte die SVT-Kulturchefin auch: &#8220;Wegen seines für Kinder und Jugendliche nicht geeigneten Inhalts habe man sich entschlossen, das fragliche Kulturmagazin ausnahmsweise nicht online zu stellen. Wobei ich von vorneherein klarstellen will, dass ich die gewaltige Ironie, die in diesem Beschluss liegt, durchaus sehe.&#8221;</p>
<p>Das kann man wohl als stummen Protest gegen die Schließung des Statens biografbyrå ansehen&#8230;</p>
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		<title>Alfred Nobels Preis</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 15:34:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stockholm]]></category>
		<category><![CDATA[Berühmtheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Traditionell am 10.12. jeden Jahres rückt Stockholm in den Blickpunkt der internationalen Medienwelt. Anlass ist die offizielle Verleihung der Nobelpreise, den wichtigsten Wissenschaftspreisen unseres Planeten. Der Preis wird ausgeteilt in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin und Literatur. Außerdem gibt es den Friedensnobelpreis, der allerdings in Oslo verliehen wird. Der Preis ist benannt nach Alfred Nobel, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Traditionell am 10.12. jeden Jahres rückt Stockholm in den Blickpunkt der internationalen Medienwelt. Anlass ist die offizielle Verleihung der Nobelpreise, den wichtigsten Wissenschaftspreisen unseres Planeten. Der Preis wird ausgeteilt in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin und Literatur. Außerdem gibt es den Friedensnobelpreis, der allerdings in Oslo verliehen wird. Der Preis ist benannt nach Alfred Nobel, der 1896 starb und in seinem Testament festgelegt hat, dass eine Stiftung entstehen soll, welche jährlich herausragende wissenschaftliche Arbeiten prämiert. Nobel selbst ist vor allem durch die Entdeckung des Dynamits bekannt geworden. Der 10. Dezember ist sein Todestag und wird als Anlass für die traditionelle Nobelzeremonie genommen.</p>
<div id="attachment_346" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2008/12/nobelpreisverleihung_taisau.jpg"><img class="size-medium wp-image-346" title="Die Nobelpreisverleihung im Konzerthaus (hier 2005, Foto: Taisau; flickr)" src="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2008/12/nobelpreisverleihung_taisau-300x213.jpg" alt="Die Nobelpreisverleihung im Konzerthaus (hier 2005, Foto: Taisau; flickr)" width="300" height="213" /></a><p class="wp-caption-text">Die Nobelpreisverleihung im Konzerthaus (hier 2005, Foto: Taisau; flickr)</p></div>
<p><span id="more-343"></span></p>
<p>Die Preise werden im Konserthuset, im Herzen Stockholms übergeben. Überreicht wird dabei eine Medaille und ein persönliches Diplom mit individuellem Motiv &#8211; je nach Themenschwerpunkt der Arbeit. An der Veranstaltungen teilnehmen können nur geladene Gäste. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich für etwa 1000 Euro eine Eintrittskarte zu besorgen. Nachdem jeder Preisträger in einer Laudatio vorgestellt wurde, werden die Limousinen vorgefahren und der Chauffeur in Richtung Stadshuset geschickt. Hier findet das pompöse Nobeldinner statt. Ein Pflichttermin für jede Boulevardgazette, da hier Sternchen, Stars und Berühmtheiten in edelster Abendgarderobe auffahren. Auch der Anteil Adliger ist recht hoch anzusetzen.</p>
<p>Gespeist wird im so genannten Blauen Saal, der anschließende Ball findet im Goldenen Saal statt. Der Raum verdankt seinen Namen den etwa 20.000 goldenen Mosaiksteinen, welche Motive aus Schwedens Geschichte zeigen. Das Gebäude ist ein Wahrzeichen Stockholms  (auch auf den U-Bahn-Bezügen zu sehen) und liegt direkt am Mälaren. Das Stadshuset begrüßt alle aus Richtung Süden mit dem Zug einfahrende Stockholmbesucher mit seiner markanten Dreikronenspitze. Gebaut wurde es erst Anfang des 20. Jahrhunderts in einer Phase große Nationalromantik, angereichert mit Relikten früherer Zeiten.</p>
<div id="attachment_347" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2008/12/100_5202.jpg"><img class="size-medium wp-image-347" title="Das Stadshuset vom Mälaren aus" src="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2008/12/100_5202-300x225.jpg" alt="Das Stadshuset vom Mälaren aus" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das Stadshuset vom Mälaren aus</p></div>
<p>Nachdem die Feierlichkeiten am 10. Dezember durchgestanden sind, pflegen die Preisträger und Preisträgerinnen noch einen Vortrag zu halten, bevor sie Stockholm wieder verlassen. Dieses geschieht in den Institutionen und Akademien, welche den Preisträger gewählt haben. Erst dann wird es wieder ruhiger im vorweihnachtlichen Stockholm bzw. die Menschen können sich wieder auf den Kauf von Weihnachtsgeschenken konzentrieren&#8230;</p>
<p>Einige &#8220;hard facts&#8221; zum Nobelpreis für alle, die eine Kandidatur bei &#8220;Wer wird Millionär&#8221; in Betracht ziehen.</p>
<ul>
<li>Die erste Preisverleihung fand 1901 statt.</li>
<li>Der Preis wird überreicht vom König. Der Friedensnobelpreis vom Nobelpreiskomitees Norwegens.</li>
<li>Dass ein Preis in Norwegen vergeben wird, hängt damit zusammen, dass Schweden und Norwegen in den Zeiten der Testamentsverfassung in einer Personalunion waren, die jedoch kurze Zeit später aufgelöst wurde (wohl zum Bedauern Nobels).</li>
<li>Auffällig ist, dass Nobel keinen Preis für Mathematiker vorgesehen hat. Über die Gründe gibt es wilde Spekulationen.</li>
<li>Die Preissumme liegt in der Region von 1,1 Millionen Euro.</li>
<li>Seit 1969 verteilt die Schwedische Reichsbank einen Preis &#8220;in Erinnerung an Nobel&#8221; für den Bereich Wirtschaft. Dieser wird ebenfalls bei der Zeremonie übergeben.</li>
<li>Vier Personen haben sogar zwei Nobelpreise erhalten, darunter Marie Curie.</li>
<li>Von 777 Preisträgern bis 2007 waren nur 34 Frauen!</li>
</ul>
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		<title>Die beliebtesten Sportarten</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Aug 2008 12:40:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schweden]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn die/der Deutsche Sportarten nennen soll, in denen die Schweden gut sind, so fällt einem im Moment wohl zunächst Leichtathletik und dann Eishockey ein. Stimmt ja auch, dass die Schweden regelmäßig Medaillen im Eisstadion einheimsen und für ein bevölkerungsmäßig eher kleines Land erstaunlich viele gute Leichtathleten haben.  In der Popularität der Schweden selbst nehmen diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die/der Deutsche Sportarten nennen soll, in denen die Schweden gut sind, so fällt einem im Moment wohl zunächst Leichtathletik und dann Eishockey ein. Stimmt ja auch, dass die Schweden regelmäßig Medaillen im Eisstadion einheimsen und für ein bevölkerungsmäßig eher kleines Land erstaunlich viele gute Leichtathleten haben.  In der Popularität der Schweden selbst nehmen diese Sportarten jedoch maximal Rang zwei und drei ein. Lange davor liegt eine Sportart, in der die Schweden sich ehrlich gesagt nur mittelmäßig schlagen. Zumindest liegen die großen Erfolge schon länger zurück oder kommen nur sehr überraschend daher. Wenn man &#8211; wie dies meist geschieht &#8211; die Sportart auf die Wettbewerbe der Männer beschränkt. Denn die Schwedinnen sind weitaus erfolgreicher im Fußball als ihre männlichen Sportkollegen. Nur dass dies auch im Land der größten Gleichstellung zwischen Männern und Frauen nur wenige interessiert.</p>
<div id="attachment_44" class="wp-caption alignright" style="width: 219px"><a href="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2008/08/zlatan1.jpg"><img class="size-medium wp-image-44" title="Superstar Zlatan" src="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2008/08/zlatan1-209x300.jpg" alt="Zlatan Ibrahimovic (Foto: Maurobrock)" width="209" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Zlatan Ibrahimovic (Foto: Maurobrock)</p></div>
<p>Die Schweden sehen immerhin ein, dass andere europäische Ligen weitaus interessanter zu verfolgen sind als die Allsvenskan. Aus diesem Grunde wird in den Medien vor allem von der englischen, italienischen und spanischen Liga umfangreich berichtet. Natürlich werden die Daumen vor allem für die Vereine gehalten, in denen sich schwedische Spieler befinden. Und auch hier findet eine völlig unschwedische Glorifizierung einer einzelnen Person statt. Wenn Zlatans Knie zwickt und zwackt, so ist dies mindestens zwei Seiten der größten schwedischen Tageszeitung wert. Gemeint ist Zlatan Ibrahimovic, Stürmer der schwedischen Nationalmannschaft und angestellt bei Inter Mailand. Wie der Name erkennen lässt, Sohn jugoslawischer Einwanderer. Genauer gesagt bosnisch-kroatischer Herkunft. Dies immerhin sehr zu begrüßen, da es beweist, dass Migranten in Schweden zumindest integrierter sind als in Deutschland. Der Mann ist auch ohne Frage sehr sympathisch, bescheiden, höflich und keineswegs eine Skandalnudel. Aber natürlich ist auch er nur ein Mensch und spielt nicht um Klassen besser als seine schwedischen Kollegen, die teilweise international auch sehr erfolgreich sind.</p>
<p><span id="more-35"></span></p>
<p>Völlig unverständlich für mich, dass die Sportart, in der die Schweden wirklich weltklasse sind, in den Medien so kurz kommt, dass man berichte über die Weltmeisterschaft beinahe mit der Lupe suchen muss. Eishockey. Unglaublich viele Schweden und Schwedinnen praktizieren diesen Sport, aber zum Anschauen scheint er nicht attraktiv genug. Zumindest reißt er nicht die Massen mit. Noch unverständlich das schlechte Abschneiden des Volkssportes Innebandy, zu deutsch Unihockey. Das ist Hockey in der Halle, ohne Kufen und mit weniger Bodychecks. Wird in Schweden von Kindern auf Straßen, in der Schule und ausgiebig im Verein gespielt. Nichtsdestotrotz wird auch von dieser Sportart kaum berichtet. Dabei sind auch hier die Schweden Weltspitze.</p>
<p>Oder Handball. Auch hier sind die Schweden richtig gut. Nur, dass viele gute Schweden in Deutschland spielen. Somit werden die Spiele nur selten beachtet, von einer populären Sportart kann man nicht reden.</p>
<p>Wie es zu diesen nationalen Vorlieben betreffend der Beliebtheit von Sportarten kommt, wäre mal interessant zu untersuchen. Zum Glück interessieren sich die Schweden beispielsweise überhaupt nicht für Motorsport. Dafür für Trabrennen, kenne ich sonst auch aus keinem anderen Land. Sind also immer für Überraschungen gut, die Schweden. Und wer weiß, vielleicht wird 2008 ja mal jemand anderes als Zlatan Sportler des Jahres.</p>
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		<title>Topdemokratie?!?</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Aug 2008 15:48:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Regelmäßig erscheint Schweden in Toppositionen, wenn die westliche Welt sich mal wieder zu einem Demokratieranking hergibt. Das Land gilt mit seinen sieben etablierten Parteien als besonders pluralistisch, erlaubt einen größeren Spielraum für die Äußerung seiner eigenen Meinung als die meisten anderen europäischen Staaten und setzt sehr viel Wert auf Transparenz im politischen Entscheidungsprozess. Das Öffentlichkeitsprinzip [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Regelmäßig erscheint Schweden in Toppositionen, wenn die westliche Welt sich mal wieder zu einem Demokratieranking hergibt. Das Land gilt mit seinen sieben etablierten Parteien als besonders pluralistisch, erlaubt einen größeren Spielraum für die Äußerung seiner eigenen Meinung als die meisten anderen europäischen Staaten und setzt sehr viel Wert auf Transparenz im politischen Entscheidungsprozess. Das Öffentlichkeitsprinzip erlaubt es jeden Bürger Einsicht in politische Akten einzufordern. Außerdem gibt es für viele gesellschaftliche Gruppen einen Ombudsmann, an den Bürger sich wenden können, falls sie sich von der Regierung, Ämtern oder anderen Personen und Firmen diskriminiert oder falsch behandelt sehen. Das alles spricht für Schweden und sollte natürlich anerkannt werden. Zumal die Schweden beispielsweise das Prinzip der Ombudsfrau/des Ombudsmannes in die EU gebracht haben.</p>
<p><strong>Umso erstaunlicher ist es da, dass die so genannte Vierte Macht im Staate Schweden so schwach ist!</strong></p>
<p><span id="more-20"></span></p>
<p>Gemeint sind die Medien, welche neben der Regierung, dem Parlament und der Rechtssprechung auf den Meinungsbildungsprozess einwirken sollen. Die Medien sind vor allem wichtig als Kontrollorgan der politischen Institutionen. Die angesehenste überregionale Tageszeitung ist die <em>Dagens Nyheter</em>, welche maximal noch Konkurrenz durch das <em>Svenska dagbladet</em> bekommt. In keinerlei Hinsicht können diese beiden Zeitung den seriösen deutschen Zeitungen wie Süddeutsche, taz und Frankfurter Allgemeine Zeitung das Wasser reichen. Es herrscht der Boulevard: viele Fotos, Skandalgeschichten an exponierten Stellen des Blattes und kurze Artikel. Die Internetauftritte der Blätter haben als Aufhänger entweder Sportneuigkeiten oder Berichte über jüngst verübte Verbrechen. Würde man den Zeitungen Glauben schenke, würde man auf die Idee kommen, dass Stockholm gleich nach Mexiko City die gefährlichste Stadt der Welt sei. Aus deutscher Sicht kann ich nur sagen, dass hier regelmäßig aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird.</p>
<p>Auffällig ist, dass sich – vermutlich aufgrund der geringen Qualität der Printmedien – sehr viele Internetzeitungen in Schweden etabliert haben. Die Bandbreite politischer Gesinnung ist groß und hier kann schon viel eher von investigativem Journalismus gesprochen werden. Natürlich erreichen diese Plattformen jeweils nur einen geringen Anteil der Bevölkerung. Das Gros der Stockholmer liest allmorgendlich eine der drei Gratiszeitungen City, Metro und Punkt SE. Über deren Niveau muss hier gar nicht gesprochen werden.</p>
<p>Zu hoffen bleibt, dass im Falle Schwedens das Interesse an guten Journalismus bestehen bzw. wieder erweckt wird. Medien sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft und sollten unabhängig und kritisch agieren.</p>
<p>Ende der Predigt. Positiveres gibt es das nächste Mal.</p>
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