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	<title>Das Leben ist kein Ponyhof &#187; Frauen</title>
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	<description>von Stockholm und Schwedischem</description>
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		<title>Nils Holgersson als Fernsehstar</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jul 2011 19:52:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1907 schrieb die schwedische Lehrerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöff den Roman Nils Holgerssons underbara resa genom Sverige (dt.: Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden). Im Jahr 2011 wird die Story neu verfilmt und soll in der Weihnachtszeit auf der ARD zu sehen sein. Die deutsch-schwedische Koproduktion wird als Zweiteiler für die Zuschauer aufbereitet. Mal sehen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1907 schrieb die schwedische Lehrerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöff den Roman Nils Holgerssons underbara resa genom Sverige (dt.: Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden). Im Jahr 2011 wird die Story neu verfilmt und soll in der Weihnachtszeit auf der ARD zu sehen sein. Die deutsch-schwedische Koproduktion wird als Zweiteiler für die Zuschauer aufbereitet. Mal sehen, ob Lagerlöffs Ziel, Kindern alle Landschaften Schwedens vorzustellen, weiterhin verfolgt wird.</p>
<p>Als kleine Gedächtnisstütze ein Überblick über die Geschichte. Nils Holgersson ist 14 Jahre und lebt in Südschweden. Er ist ganz Michel-like ein Schelm und führt gerne Streiche aus. Seine Eltern halten ihn deshalb für faul und bösartig. Irgendwann wird er wegen eines Streichs in einen Däumling (im schwedischen eher verbreitet als tomte) verwandelt. Dann gibts da noch die Hausgans Martin, die sich den Wildgänsen anschließen will, die nun mal immer über Südschweden nach Nord bzw. Süd fliegen. Nils will ihn zwar daran hindern, schafft es nicht und schließlich fliegen Martin und Nils mit einer Truppe Wildgänsen durch das Land in Richtung Lappland. Damit es die Kinder interessiert, erleben sie verschiedene Abenteuer. Gleichzeitig wird ihnen aber auch über Landschaft und Kultur der verschiedenen schwedischen Landschaften  berichtet. 50 Kapitel hat das Werk insgesamt. Die beiden fliegen einmal hoch nach Lappland und setzen sich auf dem Weg nach Süden in ihrer Heimat wieder ab.</p>
<p><span id="more-1932"></span></p>
<p>Die Geschichte von Nils Holgersson ist noch heute sehr beliebt. In Deutschland gab es die Abenteuer des kleinen Nils bisher als Zeichentrickserie anzusehen. Die Neuverfilmung ist jetzt ein Film mit echten Darstellern. Und die ARD-Produktion wurde mit bekannten Schauspielern besetzt. Die Hauptrolle übernimmt der 14jährige Justus Kammerer, der bereits über einige Dreherfahrung verfügt. Weitere Darsteller sind Hinnerk Schönemann und Hans Zischler. Prominent sind die Gänse des Films: Katja Riemann, Yvonne Catterfeld, Bastian Pastewka, Ben Becker und Ralf Schmitz werden den Vögeln ihre Stimmen leihen.</p>
<p>Als schwedische Schauspieler treten unter anderem die hierzulande eher unbekannten Johan Rheborg und Joakim Nätterqvist in der Verfilmung auf. Der deutscher Regisseuer Dirk Negel hat nicht allzuviele schwedische Schauspieler integriert. Die schwedischen Schauspieler werden auf Schwedisch sprechen und anschließend synchronisiert. Andersherum läuft es genauso. Im schwedischen Fernsehen wird die Verfilmung auf SVT zu sehen sein. Gedreht wird aber natürlich in Schweden und zwar in Helsingborg, Trollhättan und in Norrland. Darf man gespannt sein, ob die Tiere in einer Realverfilmung authentisch genug sind und nicht zu sehr von der hoffentlich spannende Geschichte ablenken.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Tove Janssons Mumins</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Sep 2010 19:54:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt Bullerbü für die einen, es gibt Nils Holgerssons Reisen für andere und wer noch mehr Harmonie möchte, blättert Pettersson und Findus-Bücher durch. Ein Kinderleben in Schweden regt Phantasie und Geist an. Es gibt aber noch eine weitere sehr berühmte Phantasiewelt: Das Mumintal. Hier leben die drolligen Mumins, Fabelwesen zwischen Nilpferd und knopfaugigen Schneemann. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Bullerbü für die einen, es gibt Nils Holgerssons Reisen für andere und wer noch mehr Harmonie möchte, blättert Pettersson und Findus-Bücher durch. Ein Kinderleben in Schweden regt Phantasie und Geist an. Es gibt aber noch eine weitere sehr berühmte Phantasiewelt: Das Mumintal. Hier leben die drolligen Mumins, Fabelwesen zwischen Nilpferd und knopfaugigen Schneemann. Erfunden von der schwedischsprachigen Finnin Tove Jansson.</p>
<div id="attachment_1649" class="wp-caption alignleft" style="width: 201px"><a href="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2010/09/Tove_Jansson_1956.jpg"><img class="size-medium wp-image-1649" title="Tove Jansson 1956" src="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2010/09/Tove_Jansson_1956-191x300.jpg" alt="Tove Jansson 1956" width="191" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Tove Jansson 1956</p></div>
<p>Tove Jansson ist 1914 in Helsinki geboren. Sie stammt aus einer Künstlerfamilie: Die Mutter war Malerin und entwarf viele finnische Briefmarken, der Vater war Bildhauer. Die Schule hat sie mit 15 Jahren verlassen, trotzdem war sie als 18-Jährige bereits voll im Geschäft: sie zeichnete Karikaturen, Illustrationen und arbeitete für die Werbung. Davon konnte sie sicher bereits gut leben. Nebenbei studierte sie an Kunsthochschulen in Stockholm, Helsinki und Paris.</p>
<p>Mit 31 Jahren änderte sich ihr Leben dann aber noch einmal grundlegend. Im Jahr 1945 erschien &#8220;Die kleinen Trolle und die große Überschwemmung&#8221;. Das Buch handelte bereits von den trollartigen Wesen, war aber noch längst nicht so detailreich wie die späteren Comics. Dadurch bekam sie jedoch weitere Aufträge als Illustratorin, darunter für Alice im Wunderland und Der kleine Hobbit. 1953 engagierte sie eine britische Zeitung für eine täglichen Comic über die Mumins. Diese Serie verkaufte sich international in 40 Länder und bescherte ihrer Schöpferin große Bekanntheit.</p>
<p>Durch den Ruhm erhöhte sich natürlich auch der Druck. Ihr Bruder Lasse unterstützte sie bei der weiteren Produktion, so dass Tove sich auf das Schreiben konzentrieren konnte. Es folgten weitere Bücher, Verfilmungen und  Vermarktung der beliebten mystischen Figuren. Zwangsläufig war Tove Jansson diesen Rummel irgendwann leid. Sie wollte nicht mehr länger nur Fabelwesen zeichnen. 1968 schrieb sie mit &#8220;Die Tochter des Bildhauers&#8221; eine Autobiographie. In den nächsten Jahren schrieb sie weitere Kinder- und Erwachsenenbücher und Theaterstücke. Diese wurden jedoch nicht annähernd so erfolgreich wie die Mumins-Bücher, für die die finnische Schriftstellerin verschiedene Preise bekommen hat.</p>
<p><span id="more-1646"></span></p>
<p>Der Starrummel war Tove Jansson nie ganz geheuer. Die Schriftstellerin lebte ab 1955 mit ihrer Lebensgefährtin, der Grafikerin und Professorin Tuulikki Pietilä so oft es ging in der Abgeschiedenheit in der Nähe von Helsinki. Das war in den altmodischen 50 und 60er Jahren nicht so einfach, Versteckspiele waren notwendig. Das änderte sich im Laufe der Zeit. Wer berühmt ist, wird vielleicht eher in Ruhe gelassen als Verkäuferin Erna Müller. Gestorben ist sie nach längerer Krankheit 2001 in Helsinki.</p>
<p>Heute ist Tove Jansson eines der Aushängeschilder von Finnland. Die Mumins werden weltweit vermarktet. In Finnland selbst gibt es zudem ein Mumins-Haus in Tampere und einen Vergnügungspark im südfinnischen Naantali, in der Nähe von Turku. Dabei sind die Geschichten gerade aufgrund der Tatsache, dass im Muminstal nicht alles heile Welt ist, auch bei Erwachsenen sehr beliebt. Erstaunlich aber, wie erfolgreich Figuren sein können, die in schlichtem Weiß ohne viele Details gehalten sind. Und das noch heute, wo alle Welt auf Animations- und 3-D-Filme schwört.</p>
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		<title>Fotografiska: Fotomuseum Stockholm</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Aug 2010 20:47:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Stockholm ist seit diesem Jahr um eine Attraktion reicher. Nur wenige Gehminuten vom Slussen entfernt findet man jetzt das Fotografiska museet, das Fotografiemuseum. Ein Besuch lohnt sich schon alleine deshalb, da der Ausblick aus der Cafetaria hervorragend ist. Aber auch die aktuellen Fotoausstellungen enttäuschen nicht. Das Fotografiska beherbergt in einem alten Industriegebäude direkt am Hafen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stockholm ist seit diesem Jahr um eine Attraktion reicher. Nur wenige Gehminuten vom Slussen entfernt findet man jetzt das Fotografiska museet, das Fotografiemuseum. Ein Besuch lohnt sich schon alleine deshalb, da der Ausblick aus der Cafetaria hervorragend ist. Aber auch die aktuellen Fotoausstellungen enttäuschen nicht.</p>
<div id="attachment_1622" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2010/08/100_8916.jpg"><img class="size-medium wp-image-1622 " title="Fotografiska museet im Hafen" src="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2010/08/100_8916-300x225.jpg" alt="Fotografiska museet im Hafen" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Fotografiska museet im Hafen</p></div>
<p>Das Fotografiska beherbergt in einem alten Industriegebäude direkt am Hafen eine Vielzahl von Ausstellungs- und Konferenzräumen. Das Gebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Die Fassade ist aus Ziegelsteinen (Verklinkerte Gebäude gewinnen scheinbar in Schweden an Beliebtheit) und noch im Original enthalten. Renoviert werden mussten jedoch die Innenräume des alten Zollgebäudes. Noch sind nicht alle Räume des Museums fertig gestellt und als Ausstellungsfläche in Benutzung. Vier Ausstellungen finden aktuell jedoch schon Platz und Zuschauer. Welcher Künstler seine Bilder ausstellen darf, wird von einem siebenköpfigen Rat entschieden. Dies haben die Gründer des Museums Jan und Per Broman so festgelegt.</p>
<p>Zugpferd des Museums ist eine Ausstellung der Werke der Amerikanerin Annie Leibovitz. Darüber hinaus werden Fotos von Lennart Nilsson über die Entstehung des Menschen gezeigt. Also eine Art Ausstellung von Ultraschallbildern. Der schwedische Fotograf Anders Petersen nennt seine Zusammenstellung &#8220;From Back Home&#8221;. Er hat in den 80er Jahren in Värmland, der traditionsreichen Region in Schwedens Westen, Fotos vom Alltagsleben seiner Mitmenschen gemacht. Hauptaugenmerk ist dabei das Bestreben der Menschen mit anderen in Kontakt zu treten. Eine schöne Sammlung von Fotos, die viel über die damalige Zeit zum Ausdruck bringt.</p>
<p><span id="more-1617"></span></p>
<p>Wie sollte es in Schweden anders sein: Eine Ausstellung besteht uasschließlich aus Kinderfotos. Die Mädchen und Jungen wurden von der australischen Künstlerin Vee Speers in Rollen und Kostüme gesteckt. Das ist weder sonderlich innovativ noch von großer Aussagekraft. Gewöhnunsbedürftig ist auch die Reihe &#8220;Bodies&#8221; von Joel-Peter Witkin. Es werden eine Reihe von nackten Menschen gezeigt. An sich nichts Schlechtes, aber die Motive wurden in mystische und Gewalt demonstrierende Umgebungen gesetzt. Die Bilder gehen ein bißchen in Richtung Fantasyworld, das muss man wohl mögen.</p>
<p>Am meisten Raum nehmen die etwa 200 Fotos von Annie Leibovitz ein. Leibovitz ist vor allem als Portraitfotografin berühmt geworden. Ihre Objekte sind meist berühmter als sie: von Georg Bush über Nicole Kidman bis zu Patti Smith. Die Fotos gewinnen ihre Intensität dadurch, dass sie die weltberühmten Stars als relativ normale Menschen mit Stärken und Schwächen darstellt. Sehr bekannt ist zum Beispiel ein Nacktfoto der schwangeren Demi Moore. Das Bild wurde Titelbild der Vogue, was damals in den 80ern ein mutiger Schritt war. Unter den Portraitierten sind eine ganze Reihe Schauspieler: Al Pacino, Robert de Niro, Brad Pitt, Johnny Depp oder Musiker wie Johnny Cash und Mick Jagger. Am meisten beeindruckt war ich von dem Foto von Queen Elizabeth II. Das Foto zeigt eine stolze Frau, die in ihrer Robe auch den königlichen Hintergrund repräsentiert. Gleichzeitig wird sie so herzlich und menschlich dargestellt, wie man es bei einer Frau in dieser Position und von diesem Ruf nicht für möglich gehalten hätte.</p>
<p>Neben den Portraits berühmten Menschen sind auch Aufnahmen der Familie von Annie Leibovitz zu sehen. Ebenso von ihrer Lebensgefährtin Susan Sontag, der amerikanischen Schriftstellerin, die 2004 an Krebs starb. Auch Fotos der sterbenskranken Sontag und des kranken Vaters von Leibovitz sind zu sehen. Die privaten Fotos sind etwas zusammenhangslos zwischen den Portraits zu sehen. Sie können nur schwer zwischen diesen Aufnahmen wirken, da sie vom Format meist nicht größer als 11&#215;15 cm sind. Einen guten Einblick in das Leben der Künstlerin geben sie aber natürlich.</p>
<p>Die aktuellen Ausstellungen laufen noch bis zum September. Wer sie noch sehen möchte, sollte sich also ranhalten. Für mich gehört das Fotografiska museet auf jeden Fall zu den interessantesten Museen in Stockholm.</p>
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		<title>Katzenjammer aus Norwegen</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 19:48:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor wenigen Stunden ging in Norddeutschland das mittlerweile zweitgrößte Festivals Deutschland, das Hurricane-Festival, zu Ende. Wie schon in den letzten Jahren überzeugte das Wetter nicht, so dass man sich an guten Konzerten aufheitern musste. Und eines war in diesem Jahr besonders gut: vier Frauen aus Norwegen bringen eine Mischung aus Rock, Folk und Pop auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor wenigen Stunden ging in Norddeutschland das mittlerweile zweitgrößte Festivals Deutschland, das Hurricane-Festival, zu Ende. Wie schon in den letzten Jahren überzeugte das Wetter nicht, so dass man sich an guten Konzerten aufheitern musste. Und eines war in diesem Jahr besonders gut: vier Frauen aus Norwegen bringen eine Mischung aus Rock, Folk und Pop auf die Bühne, machen eine prima Show und beeindrucken durch die Beherrschung unterschiedlichster Instrumente.</p>
<div id="attachment_1570" class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2010/06/600px-Turid_Jørgensen_from_Katzenjammer_sweeet.jpg"><img class="size-medium wp-image-1570   " title="Turid Jørgensen mit Kontrabass-balalaika, Foto: Sweeet" src="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2010/06/600px-Turid_Jørgensen_from_Katzenjammer_sweeet-300x300.jpg" alt="Turid Jørgensen mit Kontrabassbalalaika Foto: Sweeet" width="240" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Turid Jørgensen mit Kontrabass-balalaika, Foto: Sweeet</p></div>
<p>Wie so viele Skandinavier mussten die vier  Damen vermutlich in der Schule deutsche Konjunktivformen und Artikel lernen und kamen so auf den deutschen Bandnamen. Wie Gejammer klingt ihr Gesang aber ganz und gar nicht. Alle vier überzeugten durch eine gut geschulte Stimme. Gesungen wurden dabei nicht nur bei hohen Tönen, sondern z.T. auch in Brummtönen bzw. Rockröhrentonlage. Noch viel faszinierender als die Stimmen waren aber sicher die Fertigkeiten an den Instrumenten. Bei jedem Lied des mindestens 50 Minuten langen Gigs  wechselten die vier Bandmitglieder das Instrument. Dabei beschränkten sie sich nicht nur auf die klassischen Instrumente: Schlagzeug, Bass, E-Gitarre und Keyboard. Akkordeon, Glockenspiel, Trompete, Mundharmonika, Banjo und eine hübsche selbst bemalte Kontrabassbalalaika (gleichzeitig Maskottchen mit Namen Borge) rundeten das Profil ab. Laut <a href="http://katzenjammer.no/site/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=87&amp;Itemid=95">Internetseite</a> beherrschen die vier Norwegerinnen aber noch mindestens doppelt so viele Instrumente.</p>
<p><span id="more-1567"></span></p>
<p>Warum Turid, Anne Marit, Solveig und Marianne so viele Instrumente spielen können, wird auf ihrer Internetseite nur angedeutet. Alle vier sind Ende 20, haben in Oslo Musik studiert und gründeten 2005 die Band. In Norwegen sind sie bereits sehr bekannt. Allmählich gewinnen sie auch außerhalb Norwegens Bekanntheit, zumal sie primär auf Englisch singen. Ich kann die Band nur empfehlen, da die vier Frauen Power haben und diese auch auf der Bühne zum Ausdruck bringen. Dafür muss man noch nicht mal Katzen mögen&#8230;</p>
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		<title>Internationaler Frauentag: Schwedische Erfolgsfrauen</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 21:31:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es kommt nicht häufig vor, dass Milliarden von Menschen an einem Tag gemeinsam feiern. Heute ist so ein Fall, denn es ist Internationaler Frauentag. Und auch wenn bei vielen keine Feierstimmung aufkommt, so gibt es doch einige Medien und Einrichtungen, die den Tag nicht völlig kommentarlos verstreichen lassen wollen. Es geht nicht darum, das Frausein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es kommt nicht häufig vor, dass Milliarden von Menschen an einem Tag gemeinsam feiern. Heute ist so ein Fall, denn es ist Internationaler Frauentag. Und auch wenn bei vielen keine Feierstimmung aufkommt, so gibt es doch einige Medien und Einrichtungen, die den Tag nicht völlig kommentarlos verstreichen lassen wollen. Es geht nicht darum, das Frausein zu feiern. Und auch nicht darum, die Gebärfreudigkeit der Frauen zu zelebrieren. Es geht wohl eher darum, zu zeigen, wie es um die Gleichstellung in der Gesellschaft steht. Von der Rolle und den Probleme der Frau zu sprechen. Oder Selbstvertrauen zu geben, indem von positiven Beispielen berichtet wird.</p>
<p>Dagens Nyheter listet beispielsweise die <a href="http://www.dn.se/ekonomi/125-tungviktare-i-svenskt-naringsliv-1.1057842">125 einflussreichsten Frauen der schwedischen Wirtschaft</a> auf. Das ist vielleicht nicht die entscheidenste Aufstellung des Tages, aber im Gegensatz zum angeblichen deutschen Presseflagschiff Nr. 1, dem &#8220;Spiegel&#8221;, wird der Tag immerhin berücksichtigt. Und wer ist nun die mächtigste Frau des schwedischen Wirtschaftslebens? Wenig bekannt ist sie auf jeden Fall. Bis zu einem Wikipedia-Eintrag hat sie es bisher nicht geschafft. So populär ist ihr Arbeitsbereich auch nicht. Schließlich arbeitet sie im Industrie- und Rüstungssektor. Und das für SAAB, einer Firma mit potentiell ungewisser Zukunft. Hier ist Lena Olvig Vizegeschäftsführerin. In der Rankingliste war sie seit 2002, bevor sie zu SAAB gekommen ist, hat sie bereits für Volvo in Asien gearbeitet.</p>
<p><span id="more-1426"></span></p>
<p>Im Gegensatz zu vielen deutschen Karrierefrauen ist sie sich der Tatsache bewusst, dass Frauen heute auf ihren Karrierewegen noch viele Steine in den Weg gelegt werden. Olvig selbst ist immer auf der Suche nach guten Kandidatinnen für ihre Toppositionen. Hier nimmt sie auch die Rankingliste zu Hilfe. Die Gleichstellung geht ihr generell noch zu langsam vorwärts. Aber da steht sie nicht alleine: Von den 125 Frauen der Rankingliste selbst sind mittlerweile 52% für eine Quotenregelung, im letzten Jahr waren es noch 32%. Quoten für Vorstände werden genauso gefordert wie Quoten für die Geschäftsführung.</p>
<p>Für alle, die es noch nicht so weit gebracht haben: Es besteht noch Hoffnung. Die meisten Frauen der Liste sind zwischen 42 und 55 Jahre. Mit 28 Jahren ist Nina Sundén, Swedish Match Direktorin, die jüngste Erfolgsfrau. Derzeit liegt sie auf Platz 109, ihr Arbeitsbereich ist Tabak bzw. Snus. Direkt dahinter liegt mit der 64jährigen Inga-Lisa Johansson die älteste Frau der Liste. Sie ist Konzernchefin bei Daloc Futura, einem Finanzunternehmen.</p>
<p>Nicht zu vergessen natürlich noch die Spitze der Liste. Platz 2 nimmt die Geschäftsführerin der SEB-Bank Annika Falkengren (47) ein. Den Bronzeplatz nimmt Mia Brunell (44) ein, die ihr Geld in dem Finanzunternehmen Kinnevik verdient. Die großen schwedischen Konzerne Vattenfall, H&amp;M, Volvo und Ikea tummeln sich eher in den 10-Plätzen. Auch hier ist also noch Handlungsbedarf. Aber wer weiß, vielleicht sieht die Liste im nächsten Jahr schon wieder ganz anders aus.</p>
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		<title>Maria Sveland &#8211; Bitterfotze</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 09:46:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Wütender Titel, wütendes Buch. Die Journalistin Maria Sveland schreibt einen Roman über Feminismus und Gleichstellungsprobleme im familien- und kinderfreundlichen Schweden. 2007 erschien &#8220;Bitterfittan&#8221; bereits in Schweden und verursachte große Diskussionen. Im Frühjahr 2009 kam es auch bei uns heraus und provozierte ganz unterschiedliche Meinungen sowohl im Feuilleton (taz, FAZ) als auch bei amazon. Dabei ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wütender Titel, wütendes Buch. Die Journalistin <a href="http://www.mariasveland.se/">Maria Sveland </a> schreibt einen Roman über Feminismus und Gleichstellungsprobleme im familien- und kinderfreundlichen Schweden. 2007 erschien &#8220;Bitterfittan&#8221; bereits in Schweden und verursachte große Diskussionen. Im Frühjahr 2009 kam es auch bei uns heraus und provozierte ganz unterschiedliche Meinungen sowohl im Feuilleton <a href="http://www.taz.de/1/leben/buch/artikel/1/keine-angst-vor-bitteren-lippen/">(taz, </a> <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/32130.html"> FAZ) </a> als auch bei <a href="http://www.amazon.de/Bitterfotze-Maria-Sveland/dp/3462040839/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1252568349&amp;sr=8-1">amazon.</a> Dabei ist es eines der besten schwedischen Bücher der letzten Jahre.</p>
<p>Hauptperson und Ich-Erzählerin ist Sara, eine Journalistin um die 30, die mit einem Theaterregisseur verheiratet ist und in Stockholm wohnt. Sigge ist ihr zweijähriger Sohn. Im kalten Januar kommt Sara auf die Idee, dass sie für eine Woche alleine in die Sonne nach Teneriffa verreisen will, um sich zu erholen und Abstand vom frustrierenden Alltag zu gewinnen. Das Buch behandelt die Phase der Reise und wurde von Sveland um zwei Erzählebenen ergänzt. Zum einen berichtet die Protagonistin ausführlich von ihrer Jugend und der gescheiterten Ehe ihrer Eltern. Zudem reflektiert Sara ihre Urlaubslektüre. Mit &#8220;Angst vorm Fliegen&#8221; von der Amerikanerin Erica Jong hat sie sich einen Klassiker und Bestseller der Frauenliteratur der 70er Jahre ausgesucht.</p>
<p><span id="more-1073"></span></p>
<div id="attachment_1095" class="wp-caption alignright" style="width: 144px"><a href="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2009/09/kickerhexe_ppcc-antifa.jpg"><img class="size-medium wp-image-1095  " title="Kicker-Figur, Foto: ppcc antifa" src="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2009/09/kickerhexe_ppcc-antifa-223x300.jpg" alt="Kicker-Figur, Foto: ppcc antifa" width="134" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Kicker-Figur, Foto: ppcc antifa</p></div>
<p>Die Struktur des Buches ist somit schon gekonnt aufgebaut. Sara vergleicht ihr (Ehe-)leben mit dem ihrer Mutter und zugleich mit dem einer Frau in Zeiten der sexuellen Revolution. Maria Sveland lässt außerdem Autobiographisches in ihren Roman einfließen, ohne dass der Leser genau abschätzen kann, in welchen Fällen dies zutrifft. Die Eckdaten sind gleich: aufgewachsen in der schwedischen Provinz, Beginn des Studiums ist gleichzeitig Flucht nach Stockholm, Journalistin und Akademikerin, geheiratet, erstes Kind ein Sohn. Nach außen hin also Friede, Freude, Eierkuchen.</p>
<p>Doch Sara ist unzufrieden. Die Frauen in Schweden haben auf dem Gebiet der Gleichberechtigung <a href="http://www.mikado-82.de/frauen-power/">schon einiges erreicht.</a> Aber das reicht ihr nicht. Sie möchte, dass ihr Mann sich mit derselben Hingaben und Aufopferung um ihren Sohn kümmert. Bis zu Sigges Geburt hatte sie das Gefühl in einer gleichberechtigten Beziehung zu leben. Danach schwindet dieses Gefühl mit rasender Geschwindigkeit. Als Regisseur verbringt ihr Mann die ersten 10 Wochen nach der Entbindung im weit entfernten Umeå und ist nur an den Wochenende zu Hause. Beide sind erschöpft und streiten darum, wer nachts aufsteht und Sigge beruhigt. Diese Zeit macht sie wahnsinnig und vor allem bitterfotzig. Plötzlich stellt sie ihr ganzes Leben in Frage. Richtiges Familienglück erleben die drei erst als sie für drei Wochen Urlaub auf Gotland machen.</p>
<p>In einer herrlich bissigen Art beschreibt Sveland, inwiefern Frauen immer noch die Dienerinnen ihrer (Ehe-)Männer sind: Sie müssen den Überblick haben, was eingekauft und gemacht werden muss im Haushalt. Sie merken, dass es sinnlos ist, ihren beschäftigten Mann, dringende Fragen zu stellen, weil er ohnehin nicht reagiert. Männer gehen mit lächerlichen Halbwissen zu einem Unternehmen, weisen sich als Experte auf einem Gebiet aus und werden genau in dieser Position eingestellt: als Experte. Sara macht sich außerdem einen Spaß daraus, Männer zu provozieren. Sie sieht nicht ein, dass Frauen in unserer Gesellschaft nicht einfach so auf einen Mann zugehen können, nur weil sie Sex mit ihm haben wollen. Männer dürfen Frauen für one night stands aufreißen, andersherum ist das unschicklich. Sie schildert außerdem, wie sie mit 14 Jahren Lust empfunden hat, aber ihr damaliger Freund beleidigt war, dass sie die Initiative ergriffen hatte und sie deshalb abwies.</p>
<p>Sveland möchte auch beweisen, dass für manche Frauen nichts so gut tut wie die Scheidung. In ihrem Urlaub beobachtet sie Paare, die sich offensichtlich nichts mehr zu sagen haben. Man ist aus Gewohnheit zusammen. Die Frauen sind so bitterfotzig, dass sie die Kraft zum Kämpfen verloren haben. Wenn die Familie am Pool liegt, albert der Vater eine Weile mit den Kindern rum, wenn er keine Lust mehr hat, ist es aber die Frau, die aufpassen muss, dass ihre Sprösslinge nicht ins tiefe Wasser gehen. Die aufopferungsvolle Mutter wird im Roman vor allem von Saras Mutter symbolisiert. Deren Ehe wird als komplette Katastrophe beschrieben: Vater und Mutter reden nicht miteinander, sondern streiten maximal, wobei die Mutter während des Streits weiter in Ruhe den Abwasch erledigt oder sich sonstige Haushaltstätigkeiten aufbürdet. Der Vater beginnt zu trinken, kommt oftmals betrunken nach Hause und vergewaltigt in einer Szene die Mutter. Das geht jahrelang so, die Scheidung erfolgt erst, nachdem Sara nach Stockholm geflohen ist.</p>
<p>Der Roman ist zuweilen anrührend und soll es auch sein. Es überwiegt aber die kämpferische Haltung und der Witz. Kraft holt sich die Protagonistin immer durch das Zitieren von Passagen aus &#8220;Angst vorm Fliegen&#8221; (Beispiel: &#8220;Das Problem mit der Ehe stammt aus der Zeit, als die Liebe ins Spiel kam, was überhaupt nicht so gedacht war. Daher das Elend&#8221;). Sehr gut eingearbeitet sind zudem kleine Anekdoten aus der schwedischen Geschichte oder allgemeine Haltungen des Feminismus&#8217;. Vermutlich sind 90% der Leser dieses Romans Frauen und 5% der Männer finden es schlecht und ungerecht. Die restlichen 5% sind laut Sveland &#8220;Orangenmänner&#8221; (&#8220;Männer, die Orangen schälen, sind im öffentlichen Raum ausgesprochen selten. Genau wie Männer mit einer Lunchbox für die Mittagspause selten sind. Ich liebe Männer, die Orangen schälen. Orangenschälen hat etwas Sorgfältiges, es ist Ausdruck für Geduld und Fürsorge. Man zeigt damit Liebe im Kleinen, man gibt, ohne etwas dafür zu bekommen, denn das einzige, was man bekommt, ist Spritzmittel an den Händen. Ein wahrer, prestigeloser Liebesbeweis, der in vielerlei Hinsicht der Männerrolle widerspricht.&#8221;)</p>
<p>Ein Buch nur für Frauen ist aber doch auch mal was Schönes.</p>
<p>PS: Ein kleiner Tipp noch von der nordischen Botschaft in Berlin: Am 24. September wird in Göteburg Schwedens größte Buchmesse eröffnet. Und zum 25jährigen Jubiläum gibt es eine besondere Anreisemöglichkeit: den Boktåg (Buchzug). In Stockholm geht es los und für ca. 1500 SEK gibt es Fahrt, Verpflegung, Messeeintritt und Kontakt zu anderen Lesebegeisterten. Der <a href="http://www.sjevent.se/">Zug </a> fährt in Stockholm los und endet in Liseberg, von wo aus man zur Messe laufen kann.</p>
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		<title>Frauen-Power im Norden</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Oct 2008 08:16:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Weit verbreitet ist die Meinung, dass die Gleichberechtigung in Schweden weiter fortgeschritten ist als in vielen anderen Ländern dieser Welt. Und Zahlen aus einem UN-Report über Gleichstellung belegen dies. Der Anteil Frauen bei den Erwerbstätigen liegt bei 51%. Es besuchen beinahe genau so viele Mädchen eine höhere Schule wie Jungen. Und Schweden hat mit einem Frauenanteil von etwa 45% mit die meisten weiblichen Abgeordneten weltweit. (Quelle: <a href="http://www.zeit.de/2005/21/Frauen_Schweden">Zeit</a>)</p>
<p>In der Tat haben die Schweden neben etlichen anderen Ombudsmännern auch eine Person, die für die Gleichstellung zuständig ist. Zwei Besonderheiten gibt es in diesem Zusammenhang. Die Amtsträgerin oder der Amtsträger setzt sich nicht nur für diskriminierte Frauen, sondern auch für die diskriminierten Männer ein. Außerdem sind etliche Gleichstellungsbeauftragte in Schweden männlich – ein Umstand, der mir hierzulande noch nicht begegnet ist.</p>
<p><span id="more-243"></span></p>
<p>Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass es gesellschaftlicher Konsens ist, dass Frauen und Männer dieselben Rechte und Pflichten haben sollen. Auch viele Männer vertreten diese Meinung (häufig ja auch von Feministinnen der ersten Stunde aufgezogen). Die Meinung, dass Frauen mit den 3 Ks: Kirche, Küche, Kinder ein glückliches Leben führen können, kommt maximal bei der Partei der Kristdemokraten vor, welche bei Wahlen nur etwa 5% der Stimmen erhält. Nein, Frauen in Schweden steht das Berufsleben offen. Für Kinder ab einem Jahr gibt es umfangreiche Betreuungsangebote und viel mehr schwedische Männer sind pappaledig, also in Elternzeit, als dies in Deutschland der Fall ist (wo die Möglichkeit der gesplitteten Elternzeit erst viel später eingeführt worden ist). Für viele Schweden scheint es regelrecht cool zu sein, mit dem Kinderwagen durch die Stadt zu ziehen. Zum Thema Kinder jedoch an anderer Stelle mehr.</p>
<p>Dass auch in Schweden noch nicht alles rosig ist, zeigt z.B. die Tatsache, dass es bisher keine Ministerpräsidentin gab (Respekt für Frau Merkel, die diesen historischen Schritt geschafft hat). Allerdings ist Margot Wallström in der EU-Kommission in einflussreicher Position, nämlich Vize-Kommissionspräsidentin. Mona Sahlin ist derzeitige Parteivorsitzende der Sozialdemokraten und könnte somit die kommende Ministerpräsidentin werden. Hoher Beliebtheit erfreute sich auch Anna Lindh, der hohe Posten zugetraut worden waren, ehe sie 2003 von einem Attentäter in einem schwedischen Kaufhaus erstochen worden ist.</p>
<p>Aus ihrer Unzufriedenheit mit der Gleichstellung in Schweden resultiert die Gründung der Frauenpartei, genauer gesagt der Feministischen Initiative. Gudrun Schyman und ihre Mitstreiterinnen traten 2006 bei den Reichstagswahlen an, konnten mit 0,7% aber bei weitem nicht das erhoffte Ergebnis erzielen. Interne Streitigkeiten und ein unklares Wahlprogramm verhinderten die Setzung eines deutlichen Zeichens in Richtung der etablierten Parteien. Die neue konservativ-liberale Regierung hat auch nur noch 9 der 20 Ministerposten mit Frauen besetzt. Von den insgesamt 12 Ministerien (welche z.T. zwei Minister beherbergen) werden nur vier von Frauen geleitet – ein deutlicher Rückschritt im Vergleich zu den Vorgängerregierungen.</p>
<p>Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Wirtschaft. Etwa zehn Prozent der Vorstände sind Frauen und somit der Großteil der einkommensstarken Posten in den Händen der männlichen Bevölkerung. Wie in Deutschland auch ist der Anteil Frauen gerade in den schlecht bezahlten sozialen Berufen sehr hoch. Damit rücken Frauen auch hier oft in die Rolle der Zweitverdienerin innerhalb der Familie. Schwedische Männer beteiligen sich laut Umfragen mehr an der Hausarbeit als in anderen Ländern. Dass die Arbeit aber zu gleichen Teilen verteilt wird, ist auch hier die große Ausnahme.</p>
<p>Es lässt sich somit festhalten, dass die Rhetorik und das Denken in Bezug auf die Gleichstellung von Mann und Frau schon wesentlich fortgeschrittener sind als beispielsweise in Deutschland. Die praktische Umsetzung wird aber auch hier vermutlich noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Abzuwarten bleibt außerdem wie sich der zunehmende Abbau des Wohlfahrtstaates in Schweden auf das Rollenverständnis auswirkt.</p>
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