Stockholm trägt Schwarz
Am Wochenende war Stockholm in Metaller-Hand. Wo man auch hinsah in der Stadt: mindestens jeder 100 Passant war in Schwarz gekleidet, tatöwiert, trug Leder, Nieten, Bart und ein Band-T-Shirt wahlweise mit Totenkopf, Waffen, Teufel oder sonstigen Wesen. Und sie hatten guten Grund dazu: das Sonisphere-Festival lockte die Massen an. Beim Anblick des Festival-Line-Ups musste man sich einmal über die Augen wischen, um zu prüfen, ob man sich wirklich nicht verguckt hat. Es klang wie das Who is Who des Heavy Metal: Slayer, Hammerfall, Mötley Crüe, Anthrax, Alice Cooper und nicht zuletzt Iron Maiden. Dazu mit Iggy Pop eine weitere Rock-Ikone, wenn auch nicht ganz so hart besaitet wie der Rest der Truppen. Die Nackenschmerzen des nächsten Tages waren somit vorprogrammiert.
Dass diese großen Bands sich nun ausgerechnet nach Stockholm verirrt haben, resultiert aus der Tatsache, dass die schwedische Hauptstadt eine der Stationen der Sonisphere-Tour war. In elf europäischen Ländern traten die Bands in diesem Sommer jeweils für ein Tagesfestival gemeinsam auf. Deutschland war nicht dabei, aber hier gibt es mit dem Wacken-Festival ja eh eines der größten Metal-Festivals. Außerdem lagen die Termine so, dass Iron Maiden bequem aus Norddeutschland weiter nach Schweden reisen konnte.
In Schweden kostete das Ticket ungefähr 90 Euro. Bei den heutigen Konzertpreisen ist das ein absolut fairer Preis. Etwas ins Schmunzeln kommt man natürlich, wenn man sich Gedanken über das Durschschnittsalter der Künstler macht. Geschätzt auf jeden Fall zwischen 50 und 60 Jahren. Werden ja alle nicht jünger die Herren. Einige begehen wie Alice Cooper (62 Jahre) schon komplett neue Wege und geben sich für die fragwürdigen Werbestrategen großer Elektronikketten her… War wohl das Geld knapp (warum man nun ausgerechnet Alice Cooper genommen hat, würde mich noch interessieren. Die gewöhnliche Zielgruppe – Menschen zwischen 15 und 40 Jahren – kennt ihn kaum noch. Da wäre eher Marilyn Manson eine Option gewesen)






