Es werde Licht!

Montag, 17. November 2008

Nicht zu beneiden sind zur Zeit alle sich im Norden aufhaltenen Lebewesen. Um neun Uhr wird es hell und um vier Uhr dunkel. Tendenz: negativ. Bis 21. Dezember wird die tägliche Dosis Licht kürzer und kürzer. Zudem wird es kälter und nässer: Zeit für Depressionen und schlechte Laune. Auch viele Schweden werden natürlich von diesen Stimmungstiefpunkten erwischt. Kein Wunder. Im letzten Jahr beschränkte sich z.B. in der südschwedischen Stadt Växjö der Sonnenschein im Monat Dezember auf gerade einmal 20 Minuten! Nur ausgewiesene Optimisten können da von der Niedergeschlagenheit verschont bleiben.

Das Problem ist jedoch altbekannt, weshalb sich bestimmte Maßnahmen etabliert haben, um die Laune der Schweden zu steigern. Zentral dabei natürlich das elektrische Licht. Im ganzen Haus soll es leuchten. Dabei wird meist jeder Gedanke an Energiesparen über Bord geworfen (worauf die Schweden ansonsten ja viel Gewicht legen).

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Schwedische Spezialitäten I

Dienstag, 11. November 2008

Köttbullar mit Lingon-marmelade und Sahne- soße, Foto: heipei, Flickr

Dank Ikea ist in Deutschland die Kenntnis weit verbreitet, dass die Schweden gerne Köttbullar (sprich: Chöttbullar) essen. Diese runden Hackbällchen gehören zum Standardrepertoire in beinahe jeder schwedischen Küche. Sie sind vergleichbar mit Frikadellen bzw. Buletten, haben jedoch durch den Einsatz von Sahne oder Milch noch einen etwas anderen Geschmack. Außerdem sind sie kleiner als in Deutschland. Waren die Köttbullar lange Zeit ein Grund, sich auf das Ikea-Restaurant zu freuen, ist es heute möglich, sich günstiger an ihnen satt zu essen. Der Discounter Plus hat sie nämlich in sein Standardsortiment aufgenommen. Maggi und/oder Knorr bieten außerdem Fix-Pulver für die Hackbällchen an. Wobei das Rezept dazu so einfach ist, dass diese Hilfsmittel sicher nicht nötig sind. Echt Schwedisch wäre es, sie mit Lingonmarmelade zu essen, die hierzulande vermutlich schwer zu bekommen ist.

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Hightech-Nation

Montag, 3. November 2008

Schweden hat zwar im europäischen Vergleich eine große Landesfläche, aber relativ wenige Einwohner. Da sollte man meinen, dass die Versorgung mit Internet und Mobilfunknetzen sich schwieriger gestaltet als in unserem dicht besiedelten Land. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. In Sachen Mobilfunk und Internet ist Schweden Weltspitze!

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Foto: prasan naik, Flickr

Das World Wide Web gehört zur Standardausrüstung schwedischer Haushalte. Und von den Geschwindigkeiten lässt sich in den deutschen Landen nur träumen. Das Breitband ist weit verbreitet und wohl nur in den kleinsten Dörfern noch nicht vorhanden. 8-16 mbit/s gibt es in Schweden zu Preisen, für die wir hier vielleicht DSL 1000 bekommen. Auch DSL 100.000 ist zu haben, wenn man etwas (!) tiefer in die Taschen greifen möchte. Der Renner 2008 war und ist das mobile Breitband. Soll heißen, der Laptop oder PC wird mit einem Stick ausgerüstet und schon gibts im Zug, auf der Arbeit im Wohnzimmer oder auf dem Spielplatz Internet. Je nachdem, wo man sich befindet, ist die Verbindung schnell oder weniger schneller. Da die Schweden große Segelfans sind und die Sommer gerne in ihren Ferienhäusern in den Wäldern und die Winter in den Bergen verbringen, ist der Empfang für das mobile Internet auch hier weitreichend gewährleistet. Da kann man als Dorfbewohner in Deutschland nur neidisch in den Norden schauen, gibts doch hier zahlreiche Gegenden, in denen es keinen DSL-Anschluss gibt oder dieser nur über einen Vertrag mit der Telekom zu haben ist (von wegen Liberalisierung des Telefonmarktes).

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Sprachkunde: Was mag ein “mannekäng” sein?

Freitag, 17. Oktober 2008

Dass ihnen manchmal auch der Schalk im Nacken sitzt (wo sie im europäischen Vergleich eher als ruhig und scheu gelten), beweisen die Schweden durch ihre Sprache. Besonders interessant die Übernahme fremdsprachlicher Begriffe ins Schwedische – die so genannten Lehnwörter.

Was sicherlich bei vielen Rechtschreibegeplagten in Deutschland großen Neid entstehen lässt: Die Schweden schreiben, wie sie reden. Und das sehr konsequent. Bekanntlich haben Fremdsprache meist die Tücke, dass sie nicht nur andere Worte nutzen, sondern auch andere Laute haben. Dieses Problem umgehen die Schweden sehr pragmatisch. Vor allem mit französischen Lehnworten. Aus dem im Französischen häufig vorkommenden eu wird gerne mal ein ö. Somit wird der Flaneur zum Flanör (Interessant finde ich, dass wir im Deutschen beinahe nur beim Frisör dieses Prinzip anwenden. Trotz beinaher identischer Aussprache wie im Schwedischen.) Auch die Abfolge dreier aufeinander folgender Vokale kürzen die Schweden radikal. Aus Niveau wird dann ganz schnell Nivå (das å spricht man wie ein o). Fragt sich, ob sie aus dem Beau (dem Schönen) auch einen Bå machen würden?

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Très chic – Modetrends

Mittwoch, 8. Oktober 2008
H&M-Frühlingsmode in Schweden

H&M-Frühlingsmode 2008 in Schweden

Wie in jeder Großstadt ist es auch in Stockholm spannend, sich die verschiedenen Menschen anzusehen. Besonders geeignet dazu sind natürlich Plätze, die von vielen Menschen passiert werden. Somit in Stockholm T-Centralen (Hauptbahnhof) mit dem Stresstunnel (dem Weg zur Tunnelbana, der U-Bahn, der in der Rushhour wirklich von Tausenden Gestressten genutzt wird), Slussen und Södermalm.

Bei genauerer Betrachtung lassen sich gewisse Modekategorien und Trends erkennen. Es gibt alles: von extrem chic bis zum Schlabberlook. Besonders die jüngeren Schweden zeichnen sich dadurch aus, dass sie versuchen, sich einem bestimmten Stil anzupassen. Oder einen Stil prägen – je nach Sichtweise.

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Die Kultur im Zentrum

Donnerstag, 11. September 2008

Wie schon angedeutet (Kulturleben) ist die Kultur in Schweden noch ein geschütztes Gut, für das der Staat auch gerne mal umfangreich Steuergelder ausgibt. Zum Wohle aller Gesellschaftsschichten wie das Kulturhuset mitten in der Stockholmer Innenstadt beweist. Gleich neben dem Hauptbahnhof und der Haupteinkaufsstraße gelegen ist das Kulturhuset Anlaufstelle für eine Vielzahl von Menschen. Zugegeben bin ich selbst in Deutschland noch nicht soo weit rumgekommen, aber Vergleichbares habe ich bisher bei uns nicht gesehen und kann mir ihre Existenz auch nur schwerlich vorstellen.

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Bier, Korn, Schnaps und Wein…

Sonntag, 7. September 2008

Bekannt sind die Schweden dafür, dass sie sich – sobald sie ihr beschauliches Land verlassen haben – hemmungslos betrinken. Und wie jedes Vorurteil birgt auch dieses Wahrheit in seinem Kern, auch wenn man dies natürlich nicht pauschal über alle Schweden sagen sollte. Nichtsdestotrotz ist es beachtlich, wenn die reisenden Schweden demonstrieren, wie viel Alkohol ein einziger Körper so aufnehmen kann.

Bier - schon gut gekühlt

En öl (Foto: banger1977)

Das Verhalten resultiert wohl nicht zuletzt aus der recht regressiven Alkoholpolitik, welche das Land seit Jahrzehnten geprägt hat. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts war die so genannte Nykterhetsrörelse (die Nüchternheitsbewegung) sehr stark im Dreikronenland und konnte ihren Einfluss auf die Sozialdemokratie geltend machen. Die Sozialdemokraten haben wiederum seit den 1930er Jahren bis in die 90er hinein beinahe jede Regierung gestellt. Wichtigste Pfeiler dieser Maßnahmen gegen einen erhöhten Alkoholkonsum der Bevölkerung – welcher die Arbeiterklasse schwächen würde und laut der Anhänger der Nykterhetsbewegung zur allgemeinen Verrohung führt – sind der eingeschränkte Verkauf von Getränken und die hohe Besteuerung selbiger. Bier mit über 3,5% Alkoholgehalt, Wein und Spirituosen gibt es nur in den so genannten System Bolag. Dies sind staatlich betriebene Schnapsbutiken, bei denen stark kontrolliert wird, ob der Einkäufer alt genug ist und welche durch ihre Öffnungszeiten das mehr oder weniger spontane Trinken am Abend oder Wochenende unmöglich machen. Im öffentlichen Nahverkehr in Stockholm und in einigen Parks und öffentlichen Plätzen darf Alkohol nicht verzehrt werden, was auch ausgiebig kontrolliert wird. Eine weitere Maßnahme ist die eingeschränkte Werbemöglichkeit für Spirituosen usw. Diese muss – wie bei Zigaretten in der EU – markiert sein mit Hinweisen, welche Konsequenzen Alkholgenuss haben kann.

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Topdemokratie?!?

Montag, 4. August 2008

Regelmäßig erscheint Schweden in Toppositionen, wenn die westliche Welt sich mal wieder zu einem Demokratieranking hergibt. Das Land gilt mit seinen sieben etablierten Parteien als besonders pluralistisch, erlaubt einen größeren Spielraum für die Äußerung seiner eigenen Meinung als die meisten anderen europäischen Staaten und setzt sehr viel Wert auf Transparenz im politischen Entscheidungsprozess. Das Öffentlichkeitsprinzip erlaubt es jeden Bürger Einsicht in politische Akten einzufordern. Außerdem gibt es für viele gesellschaftliche Gruppen einen Ombudsmann, an den Bürger sich wenden können, falls sie sich von der Regierung, Ämtern oder anderen Personen und Firmen diskriminiert oder falsch behandelt sehen. Das alles spricht für Schweden und sollte natürlich anerkannt werden. Zumal die Schweden beispielsweise das Prinzip der Ombudsfrau/des Ombudsmannes in die EU gebracht haben.

Umso erstaunlicher ist es da, dass die so genannte Vierte Macht im Staate Schweden so schwach ist!

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Wo ist denn wohl die Szene?

Mittwoch, 30. Juli 2008

Södermalm - bunter Treffpunkt

Alles was als hipp gezählt werden möchte, tummelt sich im Stadtteil Södermalm. Ein recht großes Viertel mit zahlreichen Kneipen, Diskos und Restaurants. Gleichzeitig auch sehr viel Wohn- und Arbeitsraum. Alle, die denken, sie seien jenseits des Mainstreams, independent und extrem individuell versammeln sich hier und machen den Ort dann doch wieder irgendwie spießig. Viel Wert wird darauf gelegt zu betonen, dass man aus Södermalm ist oder dort zumindest arbeitet oder sich regelmäßig zwecks Nachtleben aufhält. Die Leute hier grenzen sich vor allem ab von den Östermalm-Bewohnern, welche zu den reichsten Schwedens und somit zu den reichsten der Welt zählen dürften. Was den Geldbeutel betrifft, können sich die Södermalmer jedoch gar nicht allzu sehr von den anderen Innenstadtbewohnern unterscheiden, da beispielsweise eines der seltenen WG-Zimmer nicht unter 500-600 Euro pro Monat zu haben ist. Auch die Getränkepreise in den Gastronomiebetrieben sind happig und setzen eine gute finanzielle Situation voraus. Widerspricht auf jeden Fall meiner Vorstellung von Subkultur und “Szene”. Was nicht heißen soll, dass ich das Viertel nicht mag und mich nicht auch dort primär aufhalte. Der Weg vom Medborgarplatsen Richtung Slussen ist auf jeden Fall eine super Flaniermeile und absolut dazu zu nutzen, interessante und schöne Menschen sehen zu können. Und eine Kneipe wie das Carmens, welche jeder Stockholmer kennt und meines Wissens nach alle schätzen, ist auch nicht zu verachten (wobei ich mich frage, wie lange dieser Status aufrecht erhalten bleiben kann, wenn die Bediensteten dort weiter so unfreundlich sind). Großartig auch die Fülle an Second-Hand-Läden, Cafés und Nischengeschäften. Oder der Blick entlang der Götgatan in Richtung des beleuchteten Globens, wenn es dunkel ist. Das Abenteuer, den Bus durch die Stadt zu nehmen an dem Tag, an dem die Schweden ihre Steuererklärung einreichen müssen (Verkehrschaos!). Die herrliche Aussicht in der Buslinie 2 von Slussen in Richtung Sofia auf den Anlegerbereich für die Kreuzfahrtschiffe und Djurgarden….

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Herzstück Slussen

Donnerstag, 24. Juli 2008

Slussen

Der schönste Platz der Stadt: eindeutig Slussen. Das Herzstück der Stadt. Hier bündeln sich U-Bahn, S-Bahn, viele Buslinien und die Autobahn. Slussen ist eigentlich eine große kreisförmige Verkehrskreuzung, die ihren Charme dadurch gewinnt, dass sie für den Linksverkehr ausgelegt ist. Dieser herrschte bis 1967 in Schweden. Darüber hinaus ist es das Verbindungsstück zwischen der Altstadt (Gamla Stan) und dem modernsten Viertel, Södermalm, mit seinen vielen Kneipen, Bars und Subkulturen. Ein weiterer Pluspunkt: Slussen (zu deutsch die Schleuse) ist umgeben von zwei Gewässern: dem Zugang zur baltischen See (Saltsjön) und dem Mälaren. Aus diesem Grunde kann man von diesem Punkt aus hervorragend weite Teile der Stadt überblicken. Neben Gamla Stan und Södermalm sieht man das Schloss, das berühmte Kaufhaus NK und Djurgården mit seinen Museen und dem Freizeitpark Gröna Lund. Die Aussicht an Silvester sucht auf jeden Fall seinesgleichen in der Stadt.

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