Schwedische Krimis
Warum immer so grausam?, fragt man sich. Wieso gehen Väter mit Äxten auf ihre Kinder los oder werden hilflose Personen mit Sensen massakriert. Man weiß es nicht. Schwedische Krimis sind einfach grausam und können es mit jedem Shakespeare-Drama aufnehmen. Genüsslich werden die Opfer in Zeitlupe misshandelt, getötet oder in den Wahnsinn getrieben. Interessant wäre, in der schwedischen Literaturgeschichte nachzuprüfen, ob die schwedischen Schriftsteller schon immer einen Hang zum Gemeinen und Abstoßenden hatten oder ob dies ein Produkt des 20. Jahrhunderts ist. Vielleicht ist die Kriminalitätsrate in Schweden so niedrig, dass die Phantasie mit den Leuten durchbrennt. Oder sie schauen zu viele amerikanische Actionthriller und meinen, diese zu imitieren oder sogar toppen zu müssen. Sowohl die Anzahl der Morde als auch die Vorgehensweisen sind auf jeden Fall weit weg von der schwedischen Realität.
Die Liste an schwedischen Krimiautoren ist lang. Es begann mit Kommissar Beck, der bei uns sicher eher durch die Fernsehserie bekannt ist. Das Autorenpaar Maj Sjöwall / Per Wahlöö verfasste bereits 1965 den ersten Fall. Kommissar Wallander kam eine ganze Zeit später. Anfang der 90er Jahre begann Henning Mankell diese Serie. Seine Bücher sind große Erfolg und beinahe allesamt internationale Bestseller. Von der Popularität Wallanders konnten danach einige schwedische Autoren profitieren, deren internationaler Durchbruch ansonsten vermutlich schwieriger geworden wäre: Håkan Nesser, Åsa Larsson, Åke Edwardsson, Stieg Larsson, Liza Marklund uvm.
