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	<title>Das Leben ist kein Ponyhof &#187; Gewalt</title>
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	<description>von Stockholm und Schwedischem</description>
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		<title>Schwedische Krimis</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 12:14:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum immer so grausam?, fragt man sich. Wieso gehen Väter mit Äxten auf ihre Kinder los oder werden hilflose Personen mit Sensen massakriert. Man weiß es nicht. Schwedische Krimis sind einfach grausam und können es mit jedem Shakespeare-Drama aufnehmen. Genüsslich werden die Opfer in  Zeitlupe misshandelt, getötet oder in den Wahnsinn getrieben. Interessant wäre, in der schwedischen Literaturgeschichte nachzuprüfen, ob die schwedischen Schriftsteller schon immer einen Hang zum Gemeinen  und Abstoßenden hatten oder ob dies ein Produkt des 20. Jahrhunderts ist. Vielleicht ist die Kriminalitätsrate in Schweden so niedrig, dass die Phantasie mit den Leuten durchbrennt. Oder sie schauen zu viele amerikanische Actionthriller und meinen, diese zu imitieren oder sogar toppen zu müssen. Sowohl die  Anzahl der Morde als auch die Vorgehensweisen sind auf jeden Fall weit weg von der schwedischen Realität.</p>
<div id="attachment_853" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2009/07/henning_mankell01.jpg"><img class="size-medium wp-image-853" title="Henning Mankell (Foto: Dr. Jost Hindersmann)" src="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2009/07/henning_mankell01-300x200.jpg" alt="Henning Mankell (Foto: Dr. Jost Hindersmann)" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Henning Mankell (Foto: Dr. Jost Hindersmann)</p></div>
<p>Die Liste an schwedischen Krimiautoren ist lang. Es begann mit Kommissar Beck, der bei uns sicher eher durch die Fernsehserie bekannt ist. Das Autorenpaar Maj Sjöwall / Per Wahlöö verfasste bereits 1965 den ersten Fall. Kommissar Wallander kam eine ganze Zeit später. Anfang der 90er Jahre begann Henning Mankell diese Serie. Seine Bücher sind große Erfolg und beinahe allesamt internationale Bestseller. Von der Popularität Wallanders konnten danach einige schwedische Autoren profitieren, deren internationaler Durchbruch ansonsten vermutlich schwieriger geworden wäre: Håkan Nesser, Åsa Larsson, Åke Edwardsson, Stieg Larsson, Liza Marklund uvm.</p>
<p><span id="more-847"></span></p>
<p>Gut, Krimis muss man mögen. Das tun viele Leute wie die Verkaufszahlen der Krimis oder die Einschaltquoten des Tatorts wöchentlich belegen (trotz z.T. miserabler Dialoge und haarsträubender Storys). Besonders populär sind dann auch verschrobene Kommissare wie Herr Wallander. Permanente Lebenskrise, unattraktives Aussehen, familiäre Probleme und ein barscher Ton (sicher ein Zeugnis unserer Zeit, wenn man ihn z.B. mit Sherlock Holmes oder Hercule Poirot vergleicht). Ein Kommissar darf scheinbar kein glückliches Leben führen. Leider lässt sich dieses Bild auf Frauen nicht so gut übertragen, weshalb es keine allzu bekannte Kommissarin gibt (ein gescheiterter Versuch einer derartigen Komissarin: der Bremer Tatort mit Sabine Postl). Ansonsten gibt es natürlich Miss Marple, die aber sehr old school und somit nicht vergleichbar ist.</p>
<p>Tatort wird oft gelobt aufgrund der Tatsache, dass aktuelle Themen aufgegriffen werden und man somit mit der Zeit geht. Und ja, es gibt  jetzt einen türkischen Kommissar. Türken leben ja auch erst seit vierzig Jahren in Deutschland. Aber gut, es lässt sich nicht leugnen, dass  bestimmte Autoren auch mal interessante moderne Verbrechen aufgreifen. Dann müssen aber auch die Schauspieler diese Entwicklungen kennen (ich erinner daran, wie Robert Atzorn in einem älteren Hamburger Tatort das Wort i-Pod ausgesprochen hat. Als ob er gar nicht wüsste, was es ist bzw. Angst hat, dass das Ding gleich in seinem Händen explodiert).</p>
<p>Aktuelle Themen greift in schwedischen Krimis vor allem Henning Mankell auf. Er ist auch recht einsam in der Kategorie der Autoren, die sich nicht damit zufrieden geben, nur Krimis zu schreiben. Mankells Geschichten sind sozialkritisch und problematisieren unangenehme Themen, wie beispielsweise missglückte Integration von Migraten in Schweden. Der Kontinent Afrika ist häufig Thema in seinen Werken, da er seit mehreren Jahren dort seinen zweiten Wohnsitz hat. Einige interessante Stichpunkte zu Henning Mankell. Geboren in Stockholm, 61 Jahre alt, Mutter hat Selbstmord begangen, er war Hippie, lebte eine Weile in Norwegen und stand der maoistischen Partei dort nahe. Heute ist er mit einer Tochter des großen schwedischen Regisseurs Ingmar Bermann verheiratet. Wikipedia  Deutschland weist außerdem darauf hin, dass er in seinem Stammbaum auch deutsche Vorfahren hat. Danke dafür&#8230; Ursprünglich hat er sich mehr fürs Theater interessiert und hatte sogar ein Schauspielstudium begonnen. Typisch schwedisch an ihm ist sicherlich, dass er öffentliche Auftritte nicht sonderlich schätzt und für gewöhnlich légere Kleidung dem Anzug vorzieht. Jetzt wäre ihm nur noch zu wünschen, dass seine nicht-kriminalistischen Romane ebensoviel Anklang finden wie der Brummbär Wallander.</p>
<p>Begeisterung für das Genre und Lesetipps finden sich <a href="http://www.schweden-krimis.de/"> hier </a></p>
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		<title>Rauchmelder für alle</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Mar 2009 18:02:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mikado</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Und sie muss wohl eine Schwedin sein. Wo nur geht werden hier nämlich Maßnahmen getroffen, um Missgeschicke, Unfälle und Kriminalität gar nicht erst aufkommen zu lassen. Schwer zu erklären, woher diese Angst vor dem &#8220;Unbekannten&#8221; rührt. Nachvollziehbar sind die Sicherheitsmaßnahmen am ehesten im Haushalt. Rauchmelder gibt es in fast [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Und sie muss wohl eine Schwedin sein. Wo nur geht werden hier nämlich Maßnahmen getroffen, um Missgeschicke, Unfälle und Kriminalität gar nicht erst aufkommen zu  lassen. Schwer zu erklären, woher diese Angst vor dem &#8220;Unbekannten&#8221; rührt.</p>
<p>Nachvollziehbar sind die Sicherheitsmaßnahmen am ehesten im Haushalt. Rauchmelder gibt es in fast jeder schwedischen Wohnung. Einige sind allerdings so sensibel, dass sie auch bei Zigarettenrauch oder stark kochendem Essen anspringen. Bekanntlich führt dies dazu, dass im wirklichen Notfall keine Feuerwehr mehr erscheint. Im Studentenwohnheim gab es beispielsweise fast einmal im Monat Alarm. Dieser währte mindestens eine Stunde, ohne dass ein einziger Feuerwehrmann sich erkundigt hätte, ob es ein Problem gäbe. (Wie ich vor kurzem gehört habe, sind in mindestens drei deutschen Bundesländern Rauchmelder mittlerweile auch Pflicht.)</p>
<p>Rauchmelder sind sicher ein Resultat der Tatsache, dass schwedische Häuser meist aus Holz und somit leicht brennbar sind. Auch Zeitschaltuhren sind deshalb sehr beliebt. Diese sind auch am Herd integriert, so dass die Platten nach maximal einer Stunde ausgehen.</p>
<p><span id="more-542"></span></p>
<p>Eher neumodischer Natur sind Alarmanlagen am Haus. Zumindest in Stockholm schon recht weit verbreitet, da dort die Anzahl der Einbrüche stark zugenommen haben soll. Allerdings liegen die Zahlen da vermutlich deutlich unter den Einbrüchen in Deutschland. Schweden war einfach noch viel friedlicher, als es noch einen vernünftigen Sozialstaat gab. Jetzt wird übertrieben reagiert auf den Anstieg der Kriminalität. Die Verhältnismäßigkeit zwischen realem Bedrohungspotential und dem empfundenen ist nicht gegeben. Beispielsweise ist es nicht mehr möglich, im Bus Fahrkarten zu kaufen. Hier soll der oder die Fahrerin geschützt werden vor Raub. Wie wahrscheinlich wird es aber sein, dass jemand die wenigen Euros, die sich im Bus befinden würden, zum Anlass für einen gewalttätigen Raub nimmt? Stattdessen wird überall empfohlen, mit Karte zu bezahlen. Großartig für die Bank- und Kreditinstitute, die bald auf einfachste Weise Informationen über Gewohnheiten und Kaufverhalten sammeln und eventuell weiterverkaufen können. Datenschutz ist in Schweden oft ein vernachlässigtes Thema.</p>
<p>Harmlos hingegen das Sicherheitsverlangen im Straßenverkehr. Hier fällt eigentlich primär auf, dass fast jeder schwedische Radfahrer einen Helm trägt. Zumindest im Stadtgebiet absolut sinnvoll, zumal es in Stockholm ja auch sehr hügelig ist und hohe Geschwindigkeiten erreicht werden. Auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Autobahnen auf 110 km/h macht Sinn. So ist es auch im Winter möglich, extrem entspannt auf der Autobahn zu fahren, ganz im Kontrast zum Gehetze in Deutschland.</p>
<div id="attachment_620" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><a title="Demonstration in Göteburg Juni 2001" href="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2009/03/bushnotwelcome-300x203.jpg"><img class="size-medium wp-image-620" title="Demonstration in Göteburg Juni 2001" src="http://www.mikado-82.de/wp-content/uploads/2009/03/bushnotwelcome-300x203.jpg" alt="Demonstration in Göteburg Juni 2001" width="180" height="122" /></a><p class="wp-caption-text">Demonstration in Göteburg Juni 2001</p></div>
<p>Dass kriminelles Verhalten in Schweden noch etwas anders aufgenommen wird als in Deutschland, zeigten auch die Reaktionen der Öffentlichkeit auf Ausschreitungen bei einer Demonstration 2001. Im Juni 2001 fand in Göteburg der EU-Ratsgipfel statt, zu dem als Gast auch Georg W. Bush geladen war. Eine für schwedische Verhältnisse sehr große Anzahl Demonstranten war vor Ort: 25.000 Menschen, die gegen Bush, die EU, Kapitalismus oder die Ungerechtigkeiten der Globalisierung auf die Straße gingen. Als Autonome aus ganz Europa anfingen, Steine zu werfen, wussten die schwedischen Polizisten nicht, wie sie reagieren sollten. Gewalt bei Demos ist in Schweden nicht üblich. Es gab auch keine Wasserwerfer oder Tränengas (ein Artikel zu den Geschehnissen bei <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,140002,00.html"> Spiegel online </a>). Das Ausufern der Veranstaltung war in den Medien noch lange Thema. Auch die Organisatoren der Demonstration mussten viel Kritik einstecken und wurden für die Ausschreitungen verantwortlich gemacht.</p>
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