Nordischer Nachbar Island

Montag, 19. Oktober 2009

Da irgendwo im äußersten Nordwesten Europas liegt ein Land, das im Bewusstsein vieler Menschen keine allzu große Rolle spielt. Ausnahme sind vielleicht die vielen pferdebegeisterten Frauen und Zahnärzte, die sich ein Pony für 10.000 Euro aufwärts kaufen. Das Besondere an den possierlichen Tieren ist die Tatsache, dass sie nicht wie die einfachen europäischen Modelle in drei Gangarten betrieben werden, sondern gleich fünf Gänge haben. Und einer davon viel weniger ruckelt als die anderen, das ist dann Wellness auf dem Pferderücken.

Sommer Sonne Strand in Island (Foto: Alf07)

Sommer Sonne Strand in Island (Foto: Alf07)

Aber zurück zum Thema. Island ist gemeint. Musikalisch hat es Stimmungskracher wie Björk und Sigur Ros hervorgebracht. Ein Sommertag mit 23 Grad Celsius ist vermutlich rekordverdächtig als großer Hitzetag. Es gibt nicht viele Menschen, aber viele von ihnen sind gute Handballspieler. Und es gibt eine Menge Vulkane sowie Geysire, in denen es sich angenehm planschen lässt. Aber sonst?

In der politischen Berichterstattung hat das 300.000-Seelen-Land bisher kaum eine Rolle gespielt. Bis der große Crash im Oktober 2008 kam und die Insel an den Rand des Ruins brachte. Seitdem haben mehr und mehr Isländer ihre Liebe zur Europäischen Union entdeckt. Im Juli wurde die Bewerbung für die Aufnahme in die Gemeinschaft eingereicht. Wenn alles gut läuft, können im nächsten Jahr die Beitrittsverhandlungen aufgenommen werden. Und dann geht es vermutlich ruck zuck. Bei den Kerngebieten der europäischen Gemeinschaft machen die Isländer schon länger mit. Sie gehören zum Europäischen Wirtschaftsraum und somit zum gemeinsamen Binnenmarkt. Außerdem gilt auch hier das Schengen-Abkommen, so dass eine Einreise ohne große Passkontrolle schon heute möglich ist.

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