Schwedische Spezialitäten: Schnaps
Lange Jahre haben wir gejammert, dass es gar keinen echten Winter mehr gibt in Deutschland. Ozonloch, Klimaerwärmung, Weinanbau in Hamburg… Seit vier Wochen liegt nun Schnee in Deutschland und so langsam geht einem der ewige Schneematsch auf die Nerven: Radfahren ist so gut wie unmöglich und durch den Schnee zu gehen so anstrengend wie ein Strandspaziergang, zudem eine echte Herausforderung für die Bänder des Fußgelenks. Und natürlich ist es kalt: Dagegen kann man sich generell warm anziehen. Wenn man jedoch zu den wenigen Personen gehört, die keine Jack Wolfskin Extreme Winterjacke besitzt oder einfach auch drei bis vier Lagen Kleidung nicht warmhalten, bleibt fast nur das traditionellste aller Wärmemittel: Schnaps.
Wir Deutschen jammern ja schon bei Minus fünf Grad. In Schweden gibts aber ja fast jedes Jahr dieses Wetter und zudem noch viel niedrigere Temperaturen. Dies mag dazu beigetragen haben, dass in Schweden gerne auch Schnaps gebrannt wird. Klar, auf die Idee des Schnapsbrennens sind Menschen aller Länder und Regionen gekommen. Jedes Land hat aber sein eigenes Nationalgetränk: Die Griechen haben Ouzo, Schotten haben Whiskey, Kroaten haben Slivovitz usw. In Schweden haben sich zwei Getränke besonders durchgesetzt: Wodka und Aquavit.
Der Aquavit gilt in ganz Skandinavien als Delikatesse. In Deutschland bringt man ihn heutzutage eher mit Norwegen und Dänemark in Verbindung als mit Schweden. In Norwegen wird mit Linie einer der bekanntesten Kümmelschnäpse hergestellt. In Dänemark ist das Pendant der Jubiläums Aquavit. Das sind jedoch nicht nur zwei verschiedene Marken des Schnaps, sondern auch zwei verschiedene Produktionsprozesse und vielleicht auch Philosophien hinter der Brennerei. Der norwegische Aquavit schmeckt nach Meinung von Kennern mehr nach den Eichenfässern bzw. Sherryfässern, in denen er gelagert wird (der Name Linie entstand übrigens, da das Getränk in Fässern über die Linie des Äquators gefahren wurde, um es in Australien zu verkaufen. Da der Vertrieb dort bankrott war, kam das Getränk zurück in sein Heimatland und wurde ein großer Renner). Außerdem ist er runder im Geschmack und nicht so stark von Kräutern dominiert. Generell wird dieser Schnaps aus Kartoffeln oder Getreide gebrannt und ist besonders rein. Destilliert wird mit Kümmel, Dillsamen und je nach Sorte auch mit Fenchel, Koriander, Zimt oder Nelken.



