Donnerstag, 17. September 2009
Obwohl Kulturförderung in Schweden meist groß geschrieben wird, ist die Anzahl an Filmen, die auch international für Aufsehen gesorgt haben, in den letzten Jahren relativ gering gewesen . Im letzten Jahr erlangte ein Film jedoch größere Beachtung: Maria Larssons eviga ögonblick (Maria Larssons ewiger Augenblick – der Augenblick dabei eher im wahrsten Sinne des Wortes). Unter dem englischen Titel “Everlasting Moments” war das Werk der schwedische Beitrag für die Oscarverleihung in der Kategorie “Bester ausländischer Film” (schaffte es allerdings nicht unter die fünf besten) und war für einen Golden Globe nominiert. Die verkannten Titel holte sich die Filmcrew dann beim schwedischen Filmpreis “Guldbaggan” im Januar 2009. In allen Kategorien war er nominiert (schwedischer Rekord), fünf Titel sind es schließlich geworden. Im März war Filmstart in den USA, in Deutschland müsste der Film bald auf den Markt kommen.

Mikael Persbrandt, bekannt aus "Kommissar Beck"
Die Handlung ist recht schnell erzählt. Der Film beginnt 1907 und spielt im Arbeitermilieu Malmös. Maria und Sigfrid Larsson wohnen in einer engen Hütte, haben wenig Geld und eine zunehmende Zahl Kinder (Maximum ist 7). Die Zeiten sind schlecht, der Mann hat nur tageweise Arbeit und versäuft Teile des Lohns. Bei der Lotterie (typisch schwedisch) gewinnen die beiden eine Kamera. Erst will Maria sie verpfänden, aber sie trifft auf einen netten Fotografen, der sie auf den Geschmack bringt, selbst Bilder zu schießen und dies finanziell unterstützt. Was nun kommt ist ein Wechsel aus ganz besonderen Fotos, die Maria schießt und der Gewalt ihres Mannes, die sie ihm immer wieder vergibt. Er hat was mit ner anderen, sympathisiert mit sozialistischen Ideen, zieht 1914 in den Krieg und zeigt mehr Gefühl gegenüber Pferden als gegenüber seiner Frau. Maria wünscht sich des Öfteren den Tod, fühlt sich zum Fotografen hingezogen, ohne allerdings gegen die 10 Gebote zu verstoßen.
Filmlänge: 130 Minuten. Man fragt sich warum. Es gibt keine richtige Entwicklung in dem Film. Wie so oft im schwedischen Kino gibt es halt die “Guten” und die “Bösen”. Sigfrid (gespielt von Mikael Persbrandt, dem seine Rolle als unwiderstehlicher Draufgänger/Aufreißer sichtlich gefällt) ist eindeutig derjenige, der die Kinozuschauer provozieren soll, wutentbrannt die Popcorntüte auf den Boden zu schleudern. 120 Minuten lang ist er der Böse, der Dumme, Kriminelle. Und dann ganz plötzlich in den letzten 10 Minuten wird er zum Helden stilisiert. Er kauft seiner Familie eine eigene Hütte, richtet seiner Frau einen Dunkelraum ein, baut ein Fuhrunternehmen auf, das so ein Renner wird, dass die Familie nicht länger in Armut leben muss.
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