Astrid-Lindgren-Preis: Geldregen für die Niederlande
Seit dem Tod der großen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren im Jahr 2002 wird alljährlich ein Gedächtnispreis in ihrem Namen vergeben. Es handelt sich um den höchstdotierten Preis für Kinder- und Jugendbuchliteratur weltweit. Jedes Jahr kann sich ein Schriftsteller oder eine Schriftstellerin über eine Summe von 5 Millionen SEK freuen (das entspricht in etwa 540.000 €). Zum Vergleich: Der Sieger des Deutschen Buchpreis erhält 25.000 €. Der Gewinner des Astrid-Lindgren-Preises kann es sich damit auf jeden Fall eine Weile gut gehen lassen und seine sonst meist herrschenden Geldsorgen für eine Zeit lang vergessen. Das schafft Raum für neue tolle Bücher und ist eine Wertschätzung gut gemachter Kinderbücher. Letztere werden ansonsten oft belächelt, weil anscheinend vergessen wird, welch große Wirkung die Werke von Astrid Lindgren auf Millionen von Kindern und Erwachsene weltweit haben.
In diesem Jahr geht der Preis an den 70jährigen Niederländer Guus Kuijer. Seit 1975 hat Kuijer etwa 30 Titel veröffentlicht. Laut der Jury ist es ihm dabei gelungen stets aus der Kinderperspektive zu schreiben und gleichzeitig die Erwachsenenwelt aus Kindersicht zu schildern. Seine Werke wurden in mehr als 10 Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche. Außerdem erhielt Kuijer bereits zwei Mal den Deutschen Jugendbuchpreis sowie viele weitere internationale Preise. Zu seinem berühmtesten Büchern gehören “Ich bin Polleke”, “Das Buch von allen Dingen” oder “Erzähl mir von Oma”.
Der Preis wird vergeben von einer Stiftung, die 2002 von der schwedischen Regierung gegründet wurde. Ihr Zweck ist das Interesse an Kinder- und Jugendbüchern zu vergrößern und dazu beizutragen, die Rechte von Kindern weltweit zu stärken. Nominiert werden die Kandidaten von internationalen Organisation. Den oder die Preisträger – denn es können auch mehrere sein- ermittelt im Anschluss eine Expertenjury. Von den bisherigen Preisträgern kenne ich aber ehrlich gesagt nur Christine Nöstlinger. Im letzten Jahr ging der Preis an den jungen Australier Shaun Tan.
Es gibt übrigens noch einen weitere Preis, der Astrid Lindgrens Namen trägt. Der Verlag Rabén och Sjögren vergibt seit Astrid Lindgrens 60. Geburtstag im Jahre 1967 jährlich einen Preis an schwedische Schriftsteller, die im Bereich Kinder- und Jugendliteratur arbeiten. Unter anderem Henning Mankell und Sven Nordqvist gehörten zu den Preisträgern.
Der große Astrid-Lindgren-Preis (ALMA) wird in diesem Jahr am 28. Mai 2012 im Stockholmer Konzerthaus feierlich übergeben. 2012 ist gleichzeitig das zehnjährige Jubiläum des Preises. Statements der bisherigen Preisträger zum ALMA-Jubiläum gibt es hier.






