Astrid-Lindgren-Preis: Geldregen für die Niederlande

Dienstag, 27. März 2012

Seit dem Tod der großen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren im Jahr 2002 wird alljährlich ein Gedächtnispreis in ihrem Namen vergeben. Es handelt sich um den höchstdotierten Preis für Kinder- und Jugendbuchliteratur weltweit. Jedes Jahr kann sich ein Schriftsteller oder eine Schriftstellerin über eine Summe von 5 Millionen SEK freuen (das entspricht in etwa 540.000 €). Zum Vergleich: Der Sieger des Deutschen Buchpreis erhält 25.000 €. Der Gewinner des Astrid-Lindgren-Preises kann es sich damit auf jeden Fall eine Weile gut gehen lassen und seine sonst meist herrschenden Geldsorgen für eine Zeit lang vergessen. Das schafft Raum für neue tolle Bücher und ist eine Wertschätzung gut gemachter Kinderbücher. Letztere werden ansonsten oft belächelt, weil anscheinend vergessen wird, welch große Wirkung die Werke von Astrid Lindgren auf Millionen von Kindern und Erwachsene weltweit haben.

Astrid-Lindgren-Preis 2012 für Guus Kuijer

Astrid-Lindgren-Preis 2012 für Guus Kuijer

In diesem Jahr geht der Preis an den 70jährigen Niederländer Guus Kuijer. Seit 1975 hat Kuijer etwa 30 Titel veröffentlicht. Laut der Jury ist es ihm dabei gelungen stets aus der Kinderperspektive zu schreiben und gleichzeitig die Erwachsenenwelt aus Kindersicht zu schildern. Seine Werke wurden in mehr als 10 Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche. Außerdem erhielt Kuijer bereits zwei Mal den Deutschen Jugendbuchpreis sowie viele weitere internationale Preise. Zu seinem berühmtesten Büchern gehören “Ich bin Polleke”, “Das Buch von allen Dingen” oder “Erzähl mir von Oma”.

Der Preis wird vergeben von einer Stiftung, die 2002 von der schwedischen Regierung gegründet wurde. Ihr Zweck ist das Interesse an Kinder- und Jugendbüchern zu vergrößern und dazu beizutragen, die Rechte von Kindern weltweit zu stärken. Nominiert werden die Kandidaten von internationalen Organisation. Den oder die Preisträger – denn es können auch mehrere sein- ermittelt im Anschluss eine Expertenjury. Von den bisherigen Preisträgern kenne ich aber ehrlich gesagt nur Christine Nöstlinger. Im letzten Jahr ging der Preis an den jungen Australier Shaun Tan.

Es gibt übrigens noch einen weitere Preis, der Astrid Lindgrens Namen trägt. Der Verlag Rabén och Sjögren vergibt seit Astrid Lindgrens 60. Geburtstag im Jahre 1967 jährlich einen Preis an schwedische Schriftsteller, die im Bereich Kinder- und Jugendliteratur arbeiten. Unter anderem Henning Mankell und Sven Nordqvist gehörten zu den Preisträgern.

Der große Astrid-Lindgren-Preis (ALMA) wird in diesem Jahr am 28. Mai 2012 im Stockholmer Konzerthaus feierlich übergeben. 2012 ist gleichzeitig das zehnjährige Jubiläum des Preises. Statements der bisherigen Preisträger zum ALMA-Jubiläum gibt es hier.

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Irgendwie typisch schwedisch

Montag, 15. März 2010

Wir Menschen neigen zum Pauschalisieren. Motiv ist in vielen Fällen eine Vereinfachung der Sachlage und der Wunsch nach Ordnung. Es soll nicht viele verschiedene Umstände und  Menschen geben, sondern wir versuchen immer, diese in Schubladen zu packen. Das befriedigt auf eine gewisse Weise. Wir meinen, etwas durchschaut zu haben. Schlauer als der Rest zu sein. Also tappse ich auch mal in diese Falle und schildere, was ich für typisch schwedisch halte. Eine zufällige Auswahl ohne den Anspruch auf Vollständigkeit. Sicher auch keine Ansammlung der wichtigsten Eigenschaften des schwedischen Volkes. Los geht’s:

Natur und rote Häuser (Foto: sramses177)

Natur und rote Häuser (Foto: sramses177)

1) Lagom: Lagom ist ein Adjektiv, dessen direkte Übersetzung schwer fällt. Es geht in die Richtung “genau richtig”, “angemessen” oder “konsensfähig”. Nudeln können lagom zubereitet sein oder eine Entscheidung lagom sein. Die Schweden wollen sich nicht so richtig streiten und am liebsten alles im Konsens bestimmen. Dies hat zur Folge, dass Parlamentsdebatten in Schweden noch viel langweiliger sind als in Deutschland. Verbale Attacken gegen Opposition oder Regierung fallen meist äußerst harmlos aus. Politik ist hier weniger Showbühne, ja, es wird sogar dem Vorredner immer für seine “interessanten Ausführungen” gedankt. Selbst wenn der christdemokratische Vorredner gerade die Ehe von Homosexuellen als sittenwidrig abgestempelt hat.

2) Sicherheit wird groß geschrieben im Land der Elche und Trolle. Schnelles Autofahren wird genauso abgelehnt wie Rad Fahren ohne Helm. Rauchmelder sind weit verbreitet, die Herde sind ausgestattet mit Zeitschaltuhren, so dass man nicht vergessen kann, die Platte auszumachen (mehr dazu hier).

3) Schwedische Häuser haben oftmals eine Holzfassade. Das weiß jeder aus den Astrid-Lindgren-Büchern und Filmen. Schwedische Häuser sind zudem relativ klein. Das kennt man eher von IKEA, wo oftmals gezeigt wird, wie man auf wenig Fläche viel unterbringen kann. Schwedische Häuser haben oftmals eine offene Bauweise, es gibt also weniger Türen. Küche und Wohnzimmer gehen oft ineinander über. Merkwürdigerweise gibt es viele Häuser, bei denen mehr oder weniger im Keller noch Zimmer zum Wohnen sind. Dann gibt es nur kleine Fenster relativ hoch im Raum. Bei Kinderzimmern ist es häufig so, dass sich Kinder einen Raum teilen – zumindest in älteren Häusern. Türen sind oftmals unverschlossen, zumindest auf dem Land. Und Vorhänge sind in Schweden nicht so verbreitet wie in Deutschland. Gute Chancen für die Nachbarn etwas vom Leben nebenan mitzubekommen.

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Sommerlochneuigkeiten

Donnerstag, 13. August 2009

August ist Sommerlochzeit. Alle haben Urlaub, inklusive einer Großzahl von Journalisten. Da auch die Politiker Urlaub haben, gibt es für die Zurückgebliebenen in den Redaktionen weniger zu berichten. So entstehen Pseudo-Skandale wie die “Affäre Dienstwagen”. Glücklicherweise gab es aufgrund dieser Peanuts keinen Minsterrücktritt. Allerdings wird die Frau höchstwahrscheinlich eh nicht mehr lange im Dienstwagen fahren dürfen. Ende Oktober wird Schluss sein. Hat sich das von selbst erledigt und der “Skandal” wird noch lächerlicher.

Zeitungen zu lesen ist derzeit somit nicht das größte Vergnügen. Allerdings gibt es eine Ausnahme. Wenn man sich für die Rubrik “Klatsch und Tratsch” (gerne auch mit dem Euphemismus “Blick in die Welt” o.ä. tituliert), hatte man eine interessante Woche. Vor allem in Schweden. Ahnungslos saß ich vor dem Computer und wunderte mich über den rasanten Anstieg der Besucherzahlen auf meinem Blog. Gefragt war nur ein Artikel. Da wurde ich neugierig.  Und siehe da: Neues aus dem Königshaus. Das Nesthäkchen des schwedischen Königshaus hat ihrem langjährigen Freund versprochen, ihn zu heiraten.

Das Interesse an dem Paar muss riesig sein. Unbestreitbar eine schöne Frau, die einen ebenso schönen Mann heiratet (Bilderserie bei Dagens Nyheter, der renommiertesten schwedischen Zeitung). Beliebt ist ja eh die ganze Familie. Die können machen, was sie wollen, die Schweden lieben sie. Allerdings wäre es höchst verwunderlich, wenn sich die schwedische Königsfamilie solche Fehltritte/Menschlichkeiten wie die britische Familie leisten würde. UK hat da einfach noch mehr Unterhaltungswert.

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Snus – Tabak in mundgerechten Päckchen

Freitag, 24. Juli 2009

Schweden ist bekannt für teuren Alkohol. Zweck ist nicht nur durch eine besonders hohe Steuer den Sozialstaat zu finanzieren, sondern vor allem den Konsum niedrig zu halten. Klappt nicht so ganz, nichtsdestotrotz ist Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit beispielsweise in Parks und in öffentlichen Verkehrsmitteln verboten und irgendwie auch verpönt. Gleiches gilt für so genannte weiche Drogen. Um so erstaunlicher, dass die Schweden ein eigenes Tabakprodukt besitzen, welches in der restlichen Europäischen Union verboten ist.

Snus portionsweise (Foto: andreas hagerman, flickr)

Snus portionsweise (Foto: andreas hagerman)

Snus ist ein Oraltabak (was für ein Wort), der in kleinen Beutelchen verpackt ist und Nikotin und Salze enthält. Dieses Beutelchen steckt man sich unter die Oberlippe. Durch das Salz in dem Päckchen wird der Speichelfluss angeregt und somit die Nikotinaufnahme begünstigt. Für den Konsument ergibt sich derselbe Effekt wie beim Rauchen. Für das Umfeld des Konsumenten sind weniger Qualm und Kippen die Folge. Allerdings wird einem so ständig vor die Füße gerotzt, was ästhetisch noch unter den Kippen anzuordnen, aber vielleicht die umweltfreundlichere Variante ist.

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Rauchmelder für alle

Sonntag, 15. März 2009

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Und sie muss wohl eine Schwedin sein. Wo nur geht werden hier nämlich Maßnahmen getroffen, um Missgeschicke, Unfälle und Kriminalität gar nicht erst aufkommen zu lassen. Schwer zu erklären, woher diese Angst vor dem “Unbekannten” rührt.

Nachvollziehbar sind die Sicherheitsmaßnahmen am ehesten im Haushalt. Rauchmelder gibt es in fast jeder schwedischen Wohnung. Einige sind allerdings so sensibel, dass sie auch bei Zigarettenrauch oder stark kochendem Essen anspringen. Bekanntlich führt dies dazu, dass im wirklichen Notfall keine Feuerwehr mehr erscheint. Im Studentenwohnheim gab es beispielsweise fast einmal im Monat Alarm. Dieser währte mindestens eine Stunde, ohne dass ein einziger Feuerwehrmann sich erkundigt hätte, ob es ein Problem gäbe. (Wie ich vor kurzem gehört habe, sind in mindestens drei deutschen Bundesländern Rauchmelder mittlerweile auch Pflicht.)

Rauchmelder sind sicher ein Resultat der Tatsache, dass schwedische Häuser meist aus Holz und somit leicht brennbar sind. Auch Zeitschaltuhren sind deshalb sehr beliebt. Diese sind auch am Herd integriert, so dass die Platten nach maximal einer Stunde ausgehen.

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Hippies seit 40 Jahren

Montag, 2. Februar 2009

Original VW-Bus (Foto:Marshall Astor, flickr)

Sex, drugs and Rock n’ Roll, Flower-power, Haschisch und Stirnbänder – Hippies gab es überall. Und wenn auch nicht alle zum gleichen Ruhm gelangt sind wie die Vorbilder Bob Dylan und Jimi Hendrix, so entstanden doch eine Reihe von mindestens national berühmten Bands in den so genannten wilden 60er und 70er Jahren. Und was die Ton Steine Scherben hierzulande sind, ist die Band Nationalteater in Schweden. Kritische politische Texte mit teilweise sozialistischer jedoch immer linker Orientierung machten und machen die Band aus. Denn im Gegensatz zu den Scherben besteht Nationalteater noch. Um die 10 Konzerte spielen sie noch im Jahr, die vermutlich von Mitgliedern drei verschiedener Generationen besucht werden.

Wie der Name der Gruppe erahnen lässt, liegen die Ursprünge der Band in der Theaterarbeit. Ende der 60er Jahre entstand in Lund eine Theatergruppe, welche sich nicht an eine Bühne binden lassen und volksnahe Stücke aufführen wollte. Gespielt wurde meist auf der Straße. Aufgrund von Streitereien mit den Behörden Skånes zogen die Theaterleute schnell weiter nach Göteburg. Parallel dazu entwickelte sich die Musikgruppe Nationalteater, welche mit zu der Entstehung des schwedischen Progg beitrug. Dies war eine Musikbewegung, welche sich zum Ziel gemacht hatte, der Musikindustrie zu beweisen, dass die schwedische Jugend nicht nur billige Kopien der Beatles im Radio hören wollte. Neue Techniken und Stile sollten ausprobiert werden können und die Musiker nicht eingeschränkt werden durch die ökonomischen Interesse der Plattenfirmen.

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Umweltschutz made in Sweden

Dienstag, 13. Januar 2009
Margot Wallström, Schwedens Vertreterin in der EU-Kommission Foto: Chourka Glogowski, flickr

Margot Wallström, Schwedens Vertreterin in der EU-Kommission, Foto: Chourka Glogow- ski, flickr

Wie in vielen Ländern der Welt wird auch in Schweden das Thema Klimaveränderung heiß diskutiert, Maßnahmen zum so genannten Klimaschutz werden ergriffen, Reformen vollzogen usw. Auch der generelle Schutz der Umwelt (der in der Diskussion von der Bedeutung her nur noch Rang 2 einzunehmen scheint) spielt in Schweden eine wichtige Rolle. Im europäischen Vergleich zählen die Schweden als Saubermänner und -frauen. Nicht zuletzt dank der erfolgreichen Zeit Margot Wallströms als Umweltkommissarin der Europäischen Union. Gegen den Widerstand der “Klimadinosaurier” (und deren Protektoren, die u.a. in der damaligen deutschen Regierung anzutreffen waren), setzte sie in ihrer Amtszeit von 1999-2004 beispielsweise die Chemikalienrichtlinie durch. Diese zwingt die Industrie dazu, alle Chemikalien anzugeben, welche bei der Produktion benutzt werden.

Die Umweltfreundlichkeit der Schweden zeigt sich auch ihren sehr gut ausgebautem Netz des öffentlichen Nahverkehrs. In Stockholm wird dieser zusätzlich unterstützt durch die Einführung einer Maut für den Innenstadtbereich. Auch Elektroautos sind groß im Kommen. Die Regierung subventioniert Käufer eines Neuwagens mit Elektroantrieb mit einer Prämie von ca. 1000 Euro. Von allen verkauften Neuwagen 2007 waren 18% mit umweltfreundlichem Antrieb. Weitere Anstrengungen der Regierung sollen folgen, um zu einem Pionierland der Elektroautos zu werden.

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Platz der Bürger – Medborgarplatsen

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Heute an Silvester wird er wieder Ort des pulsierenden Lebens sein: Der Medborgarplatsen auf Södermalm. Ebenfalls ein wundervoller Ort in Stockholm, hervorragend geeignet zum Sehen und Gesehen werden. Und einer der wichtigsten und bekanntesten Plätze der Stadt. Der Platz selbst ist umringt von Cafés, Kneipen, einem Einkaufszentrum, Veranstaltungszentren und der Götgatan, welche direkt zum Slussen führt. Sobald im Frühling das erste Mal die 10 Grad-Grenze überschritten wird und die Sonne lacht, sind alle Stühle im Außenbereich der Gaststätten belegt. Während schüchterne Touristen in ihren Winterjacken leise mit den Zähnen klappern, trinken die Schweden genüsslich kaltes Bier und schlecken an Eiswaffeln. Da das Rauchen in den Lokalen und Kneipen nicht mehr gestattet ist, fängt diese Saison mittlerweile vermutlich noch früher an.

Der Medborgarplatsen in Richtung Götgatan

Der Medborgarplatsen in Richtung Götgatan

Aber auch zum jetzigen Zeitpunkt ist genug Leben auf dem Platz. In seiner Mitte eine kaum erkennbare Eisfläche für die Kleinsten. An der Nordseite lag ehemals das Veranstaltungszentrum Mondo. Nachdem dieses pleitegemacht hat, hat das populäre Debaser hier eine Zweigstelle eröffnet und nutzt die Anlage ebenfalls für Konzerte. Ebenfalls am Rande des Platzes findet sich eine Saluhalle, ein Einkaufszentrum. Im Erdgeschoss finden Feinschmecker und Genießer exquisite (sprich teure) Speisen und Getränke. Darüber gibt es eine Reihe von Geschäften, darunter auch der English Shop mit Waren aus Großbritannien. Auch ein Kino und ein vegetarisches Restaurant sind in dem Komplex enthalten.

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Internationale Solidarität

Sonntag, 28. Dezember 2008

Weihnachten vor vier Jahren: Tsnumai-Katastrophe in Südostasien. Unglaubliche 231.000 Menschen starben dadurch. Da viele Schweden (wie schon bereits erwähnt) im Winter gerne der nordischen Dunkelheit entkommen und in den Süden fliegen, waren unter den Todesopfer auch 543 Schweden.

Das Tsunami-Monument auf den Malediven (Foto: millzero.com, flickr)

Das Tsunami-Monument auf den Malediven (Foto: millzero.com, flickr)

Noch lange Zeit beherrschte dieses Thema die Medien. Auch das Verhalten des schwedischen Kabinetts wurde stark verurteilt, da einzelne Minister das Ausmaß der Katastrophe nicht erkannt und weiter Weihnachten gefeiert haben.

In einem Land, das ansonsten in den letzten Jahrzehnten von größeren Katastrophen weitestgehend verschont geblieben ist, sind die Geschehnisse im weit entfernten Asien beinahe als nationales Unglück wahrgenommen worden.  Nun könnte man meinen, dass dies vor allem Resultat der vielen schwedischen Opfer gewesen ist. Dies spielt sicher eine große Rolle, aber auch sonst beschäftigen sich die schwedischen Medien und die Öffentlichkeit ausgiebig mit den schwerwiegenden Problemen entfernter Staaten. Die Zeitungen berichten in ihren Auslandsrubriken sehr viel von Problemen der Entwicklungsländern. Man kriegt schon fast den Eindruck, dass je weiter das Land entfernt ist, desto länger werden die Artikel.

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Schwedische Weihnacht – die Feiertage

Montag, 22. Dezember 2008

Weihnachtsrituale sind in jedem Land anders und hängen von Klima, Mentalität, Religiösität, Gesetzgebung und Kulturverständnis ab. Viele der traditionellen deutschen Weihnachtsaktivitäten werde auch in Schweden verfolgt. Beispielsweise gibt es auch in Schweden Weihnachtsbäume. Ist ja auch kein Problem, da es Bäume en masse in Skandinavien gibt. Im 16. Jahrhundert kam die Tradition des Weihnachtsbaumes in Deutschland auf und verbreitete sich bis heute in eine Vielzahl von Ländern. In Schweden gibt es seit Mitte des 18. Jahrhunderts etwa geschmückte Bäume. Neben oder unter dem Weihnachtsbaum steht in Schweden jedoch häufig noch der Julbocken. Dieser Weihnachtsbock aus Stroh mit roten Bändern als Befestigungsmaterial soll der schwedischen Überlieferung nach für die Geschenke zuständig sein.

Wie auch in Deutschland ist Heilig Abend der zentrale Festtag und nennt sich Julafton (Weihnachtsabend). Dann kommen erster und zweiter Weihnachtstag. Allerdings mit der kleinen aber feinen Einschränkung, dass die Geschäfte an diesen Tagen offen sind. Somit haben sehr viele Verkäufer nicht viel vom Weihnachtsfest. Sogar Supermärkte sind geöffnet.  Der Schwede an sich ist es nicht gewohnt, nur einen Tag nicht an Lebensmittel zu kommen. Und somit hat er auch kein Problem damit, an Weihnachten erstmal großartig shoppen zu gehen.

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