Der schwedische Guido Knopp: Herman Lindqvist

Montag, 3. Mai 2010

Seit mehreren Jahren werden in Deutschland die umstrittenen Fernsehgebühren verschleudert, um eine History-Show nach der nächsten zu produzieren. Es fing harmlos an mit Dokumentationen über die jüngste deutsche Vergangenheit und endete in absurden pseudowissenschaftlichen Shows à la “Hitlers Schäferhunde”. Völlig sinnfrei dabei auch der Trend, historische Szenen nachzuspielen. Das sieht dann aus wie in jedem gewöhnlichen Hollywoodfilm, in dem mit Computeranimationen versucht wird, Authentizität zu schaffen (man bemerke die Widersprüchlichkeit). In Deutschland steht ein Mann als Synonym für populärwissenschaftliche Geschichtsdokumentationen: Guido Knopp. Er hat geschafft, was nur wenigen Fernsehwissenschaftlern gelingt: Er ist vielen Deutschen bekannt. Die Kehrseite der Medaille ist, dass er in den Feuilletons und der öffentlichen Diskussion oft als der Buhmann schlechthin dargestellt wird, weil er vereinfacht und/oder verkürzt oder gar falsch darstellt.

Herman Lindqvist 2005

Herman Lindqvist 2005

Mittlerweile hat Knopp sicher so viel Geld verdient, dass ihm die gelegentlichen Sticheleien der Schönschreiberlinge sicher nicht mehr stören. Und er steht nicht alleine da. Auch in Schweden gibt es einen Mann, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Geschichte seines und anderer Länder zu erkunden und einer breiten Öffentlichkeit zu erklären. Sicherlich kein schlechter Gedanke, den Herman Lindqvist da hatte. Und in Schweden ist er ebenso bekannt wie Guido Knopp hierzulande.

Herman Lindqvist ist 1943 geboren und interessiert sich wie so viele in die Jahre kommende Männer stark für Geschichte. In jungen Jahren arbeitete er zunächst als Redakteur im Aftonbladet, ging dann als Korrespondent nach Beirut, Hongkong, Prag und Paris. Frankreich ist er bis heute treu geblieben. Bücher hat er seit den 80er Jahren regelmäßig geschrieben. Zunächst über Land und Leute in seinen jeweiligen Gastländern. In den 90er Jahren begann seine TV-Serie Historien om Sverige (Die Geschichte Schwedens), welche später auch als Buch erschien und in Schweden sehr erfolgreich ist.

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Neue Zahlungsmittel in Schweden

Montag, 5. April 2010

Die Schweden wollen den Euro nicht. Und das scheinbar auch mittelfristig nicht, denn im Jahr 2008 wurde von Seiten der schwedischen Politiker eine Kommission eingesetzt, die das schwedische Geldsystem überprüfen soll. Nicht etwa die Abläufe, sondern ganz konkret die Münzen und Scheine. So manch Politiker scheint aufgegangen sein, was ausländischen Besuchern in Schweden nach zwei Tagen auffällt: Das schwedische Geld ist unpraktisch.

Münzsammlung (Foto: add1sun)

Münzsammlung (Foto: add1sun)

Holt man sich Geld am Automaten, spuckt dieser meist 500-Kronen-Scheine aus. Wenn man damit im Geschäft bezahlt, wird der Schein meist schon mal gründlich geprüft. Dagegen ist ja nichts zu sagen. Passiert aber in Deutschland mit 50 Euro-Scheinen nach meiner Erfahrung nicht so oft. Bezahlt man also mit diesem Schein, bekommt man als Wechselgeld bis zu vier 100-Kronen-Scheine wieder. Als Konsequenz hat man viele Scheine im Portemonnaie und verliert schnell die Übersicht, wie viel Geld man aktuell besitzt.

Ähnlich läuft es beim Bezahlen kleinerer Summen. Meist bekommt man eine Menge 1-Krone-Münzen oder noch schlimmer 50-Öre-Münzen wieder. Ich glaube, es gibt fast kein Produkt in Schweden, das 50 Öre kostet. In Supermärkten wird eh auf- bzw. abgerundet, damit man auf eine Summe kommt, die mit dem schwedischen Münzsystem kompatibel ist. Es gibt nämlich nur 50-Öre-Stücke, keine 10 oder 5-Öre-Münzen.

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Sommerlochneuigkeiten

Donnerstag, 13. August 2009

August ist Sommerlochzeit. Alle haben Urlaub, inklusive einer Großzahl von Journalisten. Da auch die Politiker Urlaub haben, gibt es für die Zurückgebliebenen in den Redaktionen weniger zu berichten. So entstehen Pseudo-Skandale wie die “Affäre Dienstwagen”. Glücklicherweise gab es aufgrund dieser Peanuts keinen Minsterrücktritt. Allerdings wird die Frau höchstwahrscheinlich eh nicht mehr lange im Dienstwagen fahren dürfen. Ende Oktober wird Schluss sein. Hat sich das von selbst erledigt und der “Skandal” wird noch lächerlicher.

Zeitungen zu lesen ist derzeit somit nicht das größte Vergnügen. Allerdings gibt es eine Ausnahme. Wenn man sich für die Rubrik “Klatsch und Tratsch” (gerne auch mit dem Euphemismus “Blick in die Welt” o.ä. tituliert), hatte man eine interessante Woche. Vor allem in Schweden. Ahnungslos saß ich vor dem Computer und wunderte mich über den rasanten Anstieg der Besucherzahlen auf meinem Blog. Gefragt war nur ein Artikel. Da wurde ich neugierig.  Und siehe da: Neues aus dem Königshaus. Das Nesthäkchen des schwedischen Königshaus hat ihrem langjährigen Freund versprochen, ihn zu heiraten.

Das Interesse an dem Paar muss riesig sein. Unbestreitbar eine schöne Frau, die einen ebenso schönen Mann heiratet (Bilderserie bei Dagens Nyheter, der renommiertesten schwedischen Zeitung). Beliebt ist ja eh die ganze Familie. Die können machen, was sie wollen, die Schweden lieben sie. Allerdings wäre es höchst verwunderlich, wenn sich die schwedische Königsfamilie solche Fehltritte/Menschlichkeiten wie die britische Familie leisten würde. UK hat da einfach noch mehr Unterhaltungswert.

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Die populären Royals

Freitag, 30. Januar 2009

Monarchien im 21. Jahrhundert sind etwas sehr absurdes. Von der Ständegesellschaft sind wir längst in der Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft angekommen und profitieren in großem Maßen von der heutigen Technik und Rationalität.

Carl Gustaf XIV.  (Foto: Milton CJ, flickr)

Carl Gustaf XIV. (Foto: Milton CJ, flickr)

Unsere politische Führung wählen wir regelmäßig und können uns so von ungeliebten Führungskräften per Wahl trennen. Glücklicherweise werden die meisten Menschen nicht mehr daran gemessen, was für Blut in ihren Adern fließt, sondern, ob sie einen sinnvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten.  Und doch gibt es alleine in der Europäischen Union noch 8 Länder, welche ihr höchstes politisches Amt für Blaublüter reservieren und anhand der Geburtsurkunde ablesen können, wer für staatstragende Tätigkeiten geeignet ist.

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