Schwedische Headliner zum Tag der Deutschen Einheit

Dienstag, 4. Oktober 2011
Mando Diao in Berlin 2011

Mando Diao in Berlin 2011

Nach langer Durststrecke fiel mal wieder ein Feiertag auf einen Wochentag. Und wenn auch viele Deutsche sich nicht unbedingt darum scheren, warum sie frei haben, so gibt es doch auch viele, denen dieser Tag wichtig ist. Nichts Geringeres als die deutsche Wiedervereinigung wurde gestern gefeiert. Traditionell findet die offizielle Feier dazu in dem Bundesland statt, welches gerade den Vorsitz im Bundesrat innehat. In diesem Jahr war das die ehemalige Hauptstadt der BRD Bonn. Allerdins liegt Bonn nicht gerade im ehemaligen Grenzgebiet zur DDR, somit ist der Tag dort nicht unbedingt mit großen Emotionen verbunden. Ganz anders natürlich in Berlin, wo ehemalige Ost- und Westdeutsche auf engstem Raum wohnen. Millionen von Touristen strömen außerdem jedes Jahr in die neue Hauptstadt und alle fragen zuerst “Wo ist die Mauer?”. Komisch, dass ein Symbol der Teilung eine so große Faszination ausübt. Noch 21 Jahre nach dem Mauerfall können in vielen Geschäften “Mauerreste” in verschiedenen Variationen gekauft werden. Das Geschäft mit sowjetischen Uniformen, Abzeichen und Medaillen brummt. Trabi-Fahren ist eine (teure) Touristenattraktion.

Da in Berlin somit generell viel Ost-/Westromantik herrscht, muss am Tag der Deutschen Einheit Besonderes geboten werden. Ein mehrtägiges Volksfest am Brandenburger Tor mit Buden, Riesenrad und Showprogramm muss her. Da gibt es die ewigen Nörgler, die meinen, dass die Menschen nur wegen der Bratwurst kommen. Selbst auf Demos gehen aber schon viele nicht mehr aufgrund politischer Überzeugung, sondern wegen des Eventcharakters. Besser die Leute kommen, weil sie eine gegrillte Wurst haben möchte, als wenn sie ganz zu Hause bleiben und die Veranstaltung mangels Interesse eingestellt wird.

Hur som helst. Back to Sweden.

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Schwedischer Festivalsommer

Montag, 13. Juni 2011

Letzte Woche war Rock am Ring und damit Start in die europäische Festivalsaison. Beim Ring waren Coldplay und System of a Down Headliner. Letztere haben nach fünf Jahren Pause und angeblichen Streitereien in diesem Jahr die ersten gemeinsamen Konzerte geplant und kommen z.B. auch nach Berlin und bereits am nächsten Wochenende nach Göteborg.

Hultsfred Festival (Foto: Jonas Nilsson Lee)

Hultsfred Festival (Foto: Jonas Nilsson Lee)

In Göteborg treten sie beim zweitägigen Meltadown Festival auf. Entsprechend des schwedischen Musikgeschmacks ist das Meltadown ein Metal-Festival. System of a Down, die aufstrebende dänische Band Volbeat und die Veteranen von Korn sind dabei die bekanntesten Namen. Ansonsten sind eine ganze Menge schwedischer Bands auf dem Festival vertreten. Etwas ungewöhnlich ist, dass nur ein Tag vor dem Meltadown auf demselben Gelände das West Coast Riot-Festival stattfindet. Dieses Punk-Festival wurde vor 3 Jahren zum ersten Mal veranstaltet. In diesem Jahr findet es an nur einem Tag statt und zwar am Donnerstag, dem 16. Juni. In Schweden ist da scheinbar schon die Urlaubszeit gekommen… Auftreten werden The Gaslight Anthem, Gogol Bordello, Shelter, Sum 41 und Millencollin.

 

Vermutlich hängt diese Terminverknüpfung aber auch mit finanziellen Aspekten zusammen. 2010 ist der Veranstalter des bis dahin größten schwedische Festivals, des Hultsfred eine Woche vor der Veranstaltung Pleite gegangen. Das Festival fand deshalb nicht statt. Aber schon schnell gab es Ersatz. Das Hamburger Unternehmen FKP Scorpio hat sich die Namensrechte an dem Festival gesichert. Damit expandiert FKP Scorpio weiter im europäischen Raum. In Deutschland sind sie die Veranstalter des Southside bzw. Hurricane-Festivals (nach dem Rock am Ring mittlerweile das zweitgrößte Festival).  Außerdem organisieren sie das Highfield (Alternative), Area4 (Punk), Mera Luna (Gothic), Plage Noir (Indoor-Festival), Chiemsee Reggae, Hamburger Kultursommer, Elbjazz, Rolling Stone Weekender (Indoor-Festival) und das Greenfield-Festival in der Schweiz.

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Roxette is back

Sonntag, 27. März 2011

Schwedens langjähriges Popduo Nummer eins geht dieses Jahr auf Welttournee. Genauer gesagt, hat bereits damit begonnen. Marie Fredriksson und Per Gessle haben sich ein toughes Programm aufgebrummt und touren von März bis Juli durch Russland, Südamerika, Südafrika, dem Nahen Osten und Europa. Zwei Monate Pause sind eingeplant, um dann im Oktober und November noch einmal zwölf Konzerte in Europa zu geben. In Schweden selbst treten die beiden dabei nur drei Mal auf: in Göteborg, Stockholm und Malmö. Scheinbar mal wieder eine Band, die im Ausland (und hier speziell in Deutschland)  mehr Fans hat als an der Heimatfront. Aber in Deutschland leben ja auch einfach ein paar Menschen mehr.

Roxette 2009 (Foto: Colinvdbel)

Roxette 2009 (Foto: Colinvdbel)

Man merkt, man wird älter, denn Roxette gibt es mittlerweile seit 25 Jahren. Ihre größte Zeit war sicher Ende der 80er/Anfang der 90er als sie mit The Look, Dangerous, Listen to your Heart, Spending my time, Sleeping in my car und natürlich mit Joyride die internationalen Hitparaden erklimmten. Aber gerade jetzt, wo genug Zeit vergangen ist, sich nicht mehr für seinen alten Musikgeschmack zu schämen, sondern es cool zu finden, die Hits der 90er Jahre wieder zu hören, könnten Roxette einen neuen Erfolgsschub bekommen. Es gibt mehr und mehr 90er Jahre Partys und auch im Radio hört man jetzt öfter Ace of Base, Scooter oder aber Take Thats alte Hits.

Aber Roxette ist im Gegensatz zu anderen Musikkombos auch nicht stehen geblieben. Die beiden mussten/haben zwischenzeitlich Auszeiten nehmen, haben aber immer wieder neue Lieder aufgenommen. In diesem Jahr kam – fast  zehn Jahre nach ihrem letzten Album – mit Charm School das achte Album auf den Markt. Gibt es heute noch Hitparade, die den Erfolg eines Albums messen können? Keine Ahnung. Roxette hat derzeit 115.000 Freunde auf Facebook.  Zum Vergleich: Ace of Base ca. 83.000 und Mando Diao 230.000. Wenn man bedenkt, dass die Fans von Roxette etwas älter und weniger intensive Facebook-Nutzer sind als die Mando Diao Groupies, ist das eine stattliche Zahl. Das Open Air Konzert in Berlin ist ausverkauft, in Göteborg ein Zusatztermin geplant. An Beliebtheit scheint es nicht zu mangeln.

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Random I am: Millencolin

Sonntag, 24. Oktober 2010
Millencollin 2008 in Örebro, Foto: Håkan Henriksson

Millencollin 2008 in Örebro, Foto: Håkan Henriksson

Musikalisch ist Schweden ja eher bekannt für sorglose Popmusik à la Abba oder Roxette, so genannten Post Punk wie Mando Diao oder The Hives oder aber Elektropop. Im Kontrast dazu gibt es seit mittlerweile fast 20 Jahren eine international bekannte schwedische Punkband, Millencolin genannt. Punk ist dabei sicher ein Oberbegriff, der die Musik nicht abschließend beschreibt. Skateboard-Punk trifft es vielleicht besser, d.h. es geht mehr in Richtung amerikanischer Punk poppiger Art als in Richtung englischer Arbeiterpunk. Aber vermutlich liegt gerade darin der Erfolg begründet.

Die Band besteht aus vier Mitgliedern: Nikola Sarcevic ist Sänger und Bassist, an der Gitarre spielen Erik Ohlsson und Mathias Färm, und das Schlagzeug bearbeitet Fredrik Larzon. 1992 traf man sich in der 100.000 Einwohner großen Stadt Örebro, im Herzen Schwedens. Zunächst hatten die vier Musiker in unterschiedlichen Bands auf Schwedisch gesungen. Relativ schnell wechselte man jedoch in die Muttersprache von Pop- und Rockmusik: Englisch. Schon mit dem zweiten aufgenommen Song bekommt die Band einen Plattenvertrag beim jungen Indie-Plattenlabel Burning Heart. Das ist 1993. Schon zwei Jahre später schaffen die vier Schweden den Durchbruch mit ihrem Album Life on a Planet. Für viele Fans bis heute eines der besten Alben der Band. In Schweden erreicht man Platz vier in den Charts. Es folgt eine Tour mit der amerikanischen Punkband Pennywise. Damit nimmt alles seinen Lauf. Ein Mitglied der Punkpioniere Bad Religion, Brett Gurewitz, wird auf die Band aufmerksam und sorgt dafür, dass die Schweden ihre Musik über sein Label auch in Übersee, sprich in den USA, verkaufen können.

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Stockholm trägt Schwarz

Dienstag, 10. August 2010

Am Wochenende war Stockholm in Metaller-Hand. Wo man auch hinsah in der Stadt: mindestens jeder 100 Passant war in Schwarz gekleidet, tatöwiert, trug Leder, Nieten, Bart und ein Band-T-Shirt wahlweise mit Totenkopf, Waffen, Teufel oder sonstigen Wesen. Und sie hatten guten Grund dazu: das Sonisphere-Festival lockte die Massen an. Beim Anblick des Festival-Line-Ups musste man sich einmal über die Augen wischen, um zu prüfen, ob man sich wirklich nicht verguckt hat. Es klang wie das Who is Who des Heavy Metal: Slayer, Hammerfall, Mötley Crüe, Anthrax, Alice Cooper und nicht zuletzt Iron Maiden. Dazu mit Iggy Pop eine weitere Rock-Ikone, wenn auch nicht ganz so hart besaitet wie der Rest der Truppen. Die Nackenschmerzen des nächsten Tages waren somit vorprogrammiert.

Sonisphere-Festival 2010 (Schweiz) Foto: matteo077

Sonisphere-Festival 2010 (Schweiz) Foto: matteo77

Dass diese großen Bands sich nun ausgerechnet nach Stockholm verirrt haben, resultiert aus der Tatsache, dass die schwedische Hauptstadt eine der Stationen der Sonisphere-Tour war. In elf europäischen Ländern traten die Bands in diesem Sommer jeweils für ein Tagesfestival gemeinsam auf. Deutschland war nicht dabei, aber hier gibt es mit dem Wacken-Festival ja eh eines der größten Metal-Festivals. Außerdem lagen die Termine so, dass Iron Maiden bequem aus Norddeutschland weiter nach Schweden reisen konnte.

In Schweden kostete das Ticket ungefähr 90 Euro. Bei den heutigen Konzertpreisen ist das ein absolut fairer Preis. Etwas ins Schmunzeln kommt man natürlich, wenn man sich Gedanken über das Durschschnittsalter der Künstler macht. Geschätzt auf jeden Fall zwischen 50 und 60 Jahren. Werden ja alle nicht jünger die Herren. Einige begehen wie Alice Cooper (62 Jahre) schon komplett neue Wege und geben sich für die fragwürdigen Werbestrategen großer Elektronikketten her… War wohl das Geld knapp (warum man nun ausgerechnet Alice Cooper genommen hat, würde mich noch interessieren. Die gewöhnliche Zielgruppe – Menschen zwischen 15 und 40 Jahren – kennt ihn kaum noch. Da wäre eher Marilyn Manson eine Option gewesen)

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Musikexporteure: Mando Diao

Montag, 8. Februar 2010

Man stelle sich vor eine Gruppe attraktiver Knaben ist zum Shake-Hands mit Außenminister Westerwelle geladen. Nicht etwa, weil die Bevölkerung in Afghanistan “beschützt” wurde oder weil sie sich mit europäischen Nachbarn vernetzt haben und eine internationalen Schüleraustausch initiiert haben. Nein, man stelle sich vor Tokio Hotel käme ins Außenministerium und würde geehrt werden, weil sie deutsches Liedgut (und eventuell auch Werte) ins Ausland getragen hätten. Botschaften mit Musik versendet haben, zudem an eine Zielgruppe, die Politik vor allem dann spannend findet, wenn wieder peinliche Politikervideos auf Youtube kursieren.

Vergleichbares ist in der letzten Woche in Schweden geschehen. Die Band Mando Diao wurde von der schwedischen Regierung geehrt und bekam den Musikexportpris. Sicherlich eine Ehrung, die nicht viele Musiker entgegennehmen können. Und so unrecht hat die schwedische Regierung mit ihrer Wahl auch nicht: Mando Diao gehört zu den Bands, die international in den letzten Jahren kontinuierlich Erfolge feiern konnten und beispielweise im Gegensatz zu Shout out louds oder Moneybrother den längeren Atem bewiesen haben. Exportpreis passt zudem, da die Band – meiner Einschätzung nach – zumindest in den deutschsprachigen Ländern noch sehr viel populärer ist als in Schweden. Der Erfolg hakt ein wenig im Mutterland der Retromusik, in Großbritannien. Da scheint die Konkurrenz zu groß zu sein.

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Schwedische Weihnachts(trink)lieder

Montag, 21. Dezember 2009

Wenig überraschend sind viele der deutschen Weihnachtsliederklassiker auch in Schweden bekannt. Schnell mit schwedischem Text versehen und schon kann ein jeder über den schönen Tannebaum und seine Blätter singen und die stille Nacht preisen.

Das soll aber nicht heißen, dass die Schweden ohne eigene Ideen und Kreativität sind. Natürlich haben sie auch ihre eigenen Lieder. Witzigerweise verbinden sie teilweise Trinklieder mit Weihnachtsliedern. Da hat die Kirche ihren Zeigefinger scheinbar nicht ganz so hoch erhoben und Moral eingefordert. Ein Quartett aus Dresden griff einige dieser Lieder auf und spielt sie zur Weihnachtszeit seinem Publikum vor. Passenderweise nennen die vier Herren sich ebenfalls Julvisor. Anhören kann man sie sich auf folgender Myspaceseite: Julvisor. Dabei die Texte nicht ohne Beachtung lassen.

Wer sich selbst wappnen möchte für den Heiligen Abend mit seinen fröhlichen und weniger fröhlichen Liedern, findet im weltweiten Web natürlich auch schwedische Texte für bekannte Melodien. Viel Vergnügen beim Ausprobieren und entspannte Feiertage. God Jul och ha det trevligt!

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The Cardigans zerbröckeln

Montag, 2. November 2009

Ihnen gehörten die Neunziger. Die zweifelhafte Verfilmung eines Shakespeare-Klassikers machte sie von einem Tag auf den anderen international berühmt und bescherte den Cardigans eine Karriere wie sie nur wenigen anderen schwedischen Bands vergönnt war. Ihr unbeschwertes “Lovefool” passte hervorragend zu der teeniegerechten Verfilmung großer Literatur. Der Mädchenschwarm der 90er Leonardo di Caprio trifft als Rome0 auf seine Julia gespielt von Claire Danes. Lovefool, der er ist, bringt  er sich um, obwohl Julia gar nicht gestorben ist, sondern “nur” in einer Art Koma liegt.

Frontfrau Nina Persson (Foto: Oletommyp)

Frontfrau Nina Persson (Foto: Oletommyp)

Aber im Gegensatz zu Leonardo di Caprio haben sich die Strickjacken schnell weiterentwickelt. Vor allem das 1998 erschienende Album Gran Turismo erfreute viele Musikfreunde und Musikkritiker. 2.5 Millionen Exemplare gingen damals weltweit über den Ladentisch. Darauf zu finden waren zum Beispiel die Singles For what it’s worth, Hanging Around und Erase / Rewind. Die waren längst nicht so poppig wie Lovefool, sondern bewiesen, dass das Quintett Rockmusik machen wollte. Die charismatische Frontfrau Nina Persson gab der Band mit ihrer sanften und zugleich energischen Stimme ein klares Profil. Zumindest in Deutschland erreichten die Cardigans einen ähnlich hohen Bekanntheitsgrad wie die Cranberries oder Skunk Anansie, welche ebenfalls Rockmusik mit weiblicher Stimme boten.

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Stockholms inoffizielle Hymne

Dienstag, 27. Oktober 2009

Ja, sie singen gerne, die Schweden. Während bei uns jeder Happy Birthday-Song nur genuschelt und eifrig aufs Textblatt gelugt wird, weil man sich plötzlich nicht mehr an den Text erinnert, ertönen fröhliche Töne aus schwedischen Kehlen. In Schweden ist man froh, wenn man singen darf. Beispielsweise an den ganzen Feiertagen. Lucia (Lichterfest am 13.12.) und Weihnachten sind ohne Singen schlicht undenkbar. Vermutlich weil es gleichzeitig ein gemeinsamer Akt ist, ein Akt der Besinnung und Ausdruck der Freude.

Was liegt da näher als seiner geliebten Heimatstadt ein Lied zu widmen. 1961 schrieb Beppe Wolgers einen schwedischen Text zum internationalen Hit “Walking my baby back home”. Heraus kam “Sakta vi gå genom stan”, eine Ode an das schöne Stockholm, die große Popularität erlangte. Pop- und Schlagerstar Charlotte Perrelli (vormals Nilsson) sang diesen Hit beim Allsång-Fest im Freilichtmuseum Skansen. Wie man im Video sehen kann, regt das Lied viele Menschen zum Schunkeln und Träumen an.

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Ace of Base – Pop Pop Populär!

Donnerstag, 20. August 2009

Synthesizersound, eingängige Texte, vier Schweden: zwei männlich, zwei weiblich. Von letzteren eine blond und eine brünett. Kommt uns doch bekannt vor. Das waren doch die 70er. Agnetha, Anni-Frid (Frida), Benny, Björn, also ABBA drangen aus dem Radio, ohne dass ein Entkommen möglich war. Und dann nach nur 10 Jahren Pause in den wilden 80ern brachten die 90er ein neues Quartett aus Schweden hervor. Ganz zufällig enthält deren Bandname auch ein großes A und B  als Tribut zu den Vorbildern. Oder hat schon mal jemand den Bandnamen verstanden?

Foto: Doublespatula

Foto: Doublespatula

Aber: Es hat funktioniert. Ace of Base avancierte nach ABBA und dem Duo Roxette zur dritterfolgreichsten Band Schwedens. Ca. 45 Millionen Platten haben die vier heiteren Schweden bis heute verkauft. Es gab Grammys und mehrmals Platz 1 in den schwedischen, europäischen und amerikanischen Charts. Und dass damals, als die Charts noch etwas zu bedeuten hatten. Happy Nation war damals sogar das erfolgreichste Debütalbum aller Zeiten.

Wer genau ist Ace of Base? Mal wieder handelt es sich um eine Gruppe Verwandter. Malin, Jenny und Jonas Berggren sind Geschwister, nur Nummer vier ist Ulf Ekberg und nicht mehr verwandt. Sie stammen aus Göteburg, das  – wie ich vor kurzem gelesen habe – zuweilen auch als Liverpool des Nordens tituliert wird, weil hier angeblich viele Musikkarrieren beginnen. Witzigerweise haben Jonas und Ulf es zunächst mit der Techno-Kombo Tech Noir versucht, ehe sie ins Popgeschäft übergegangen sind. Das war 1990, wäre also auch eine gute Zeit für Techno gewesen. Dieser Background erklärt allerdings, wieso bei der Musik weitestgehend auf echte Instrumente verzichtet wurde.

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