Schweden bekommt Druck aus Europa
In der nächsten Woche treffen sich die EU-Finanzminister in Brüssel und beraten über die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Die Idee zu einer derartigen Steuer ist schon mehrere Jahrzehnte alt. Erst im Zuge der Finanzkrise/n der letzten Jahre wurde die Idee allerdings mehrheitsfähig und liegt daher in Brüssel auf dem Tisch. Selbst das konservative Gespann Merkel / Sarkozy spricht sich nach jahrelanger Ablehnung für die Einführung einer derartigen Steuer aus. Aber noch immer sind nicht alle im Boot – weder Großbritannien noch Schweden.
Die Briten und ihren Riesen-Finanzmarktplatz London bei der Steuer zu integrieren, scheint vielen aktuell als nicht machbar. Die schwedische Regierung hingegen hat in der letzten Zeit Signale dafür gesendet, dass sie sich eine stärkere Verantwortung der Banken vorstellen kann. Wie Helmut Steuer für das Portal Wirtschaft und Finanz aus Stockholm berichtet, äußerte sich Finanzminister Anders Borg Ende Februar überraschend negativ über die schwedischen Banken. Das Quartett aus Handelsbanken, Swedbank, SEB, Nordea erzielte im Geschäftsjahr 2011 exzellente Ergebnisse: Außer Nordea konnten alle ihren Gewinn deutlich steigern. Ein Grund dafür ist allerdings, dass die Banken das niedrige Zinssniveau nicht an ihre Kunden weitergegeben haben. Dieses privatkundenunfreundliche Verhalten in Kombination mit der Tatsache, dass SEB und Swedbank in der Finanzkrise von 2008 staatliche Hilfsgelder erhalten haben, führte zu Borgs Kritik. Eine Besteuerung des Bankensektors würde daher laut schwedischem Finanzministerium zumindest überdacht werden.
