TV-Tipp: Wildes Skandinavien

Donnerstag, 14. April 2011

Ende Februar lief auf Arte eine Dokumentationsreihe namens “Wildes Skandinavien”. Zwei Monate später bin ich immerhin dazu gekommen, mir die Folge über Norwegen anzusehen und war begeistert! Wirklich eine sehr gut gemacht Dokumenation, die ich an dieser Stelle empfehlen möchte.

Ausgewachsener Moschusochse (Foto: Quartl)

Ausgewachsener Moschusochse (Foto: Quartl)

Konzept ist es zu jedem Land der sechs skandinavischen Länder (die “Üblichen” plus Grönland und Island) einen etwa 45minütigen Beitrag über Natur und Tiere des Landes zu machen. Und das Beste: In der ganzen Folge zu Norwegen war kein einziger Mensch zu sehen. Genau das richtige für den genervten Großstadtmenschen oder überzeugten Einsiedler. Es geht wirklich nur um die Landschaft und Tierwelt. Weil es sich anbietet, wird dabei der Ablauf der Jahreszeiten als roter Faden genommen.

Große Stärke der Dokumentation sind natürlich die Bilder. Das Jagen, Singen, Gebalze, Fliehen, Fressen und Gefressen werden wird häufig in Zeitlupe gezeigt und ist somit noch imposanter. Schön auch die Nahaufnahme. Es scheint ganz oft als wurde die Kamera auf dem Boden gestellt und 10 Zentimeter davor kommt die Maus aus ihrem Loch. Gezeigt werden Elche und Rentiere (wenn auch nur sehr kurz, vermutlich gibt’s davon mehr Bilder in den anderen Folgen), Seeadler, Bergadler, Krähen, Blaumeisen (in Super-Slowmotion), Eulen, Füchse, Luchse, Lemminge (die keinen Selbstmord betreiben, das ist wohl ein Klischee, dafür nagen sie in manchen Zeiten eine Pflanze so häufig an, dass diese für sie giftige Stoffe entwickelt) und viele andere.

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Abgelegt in Skandinavien

Schwedische Meisterschaften im Springreiten

Freitag, 13. August 2010
Schwedische Meisterschaft in Springreiten 2010

Schwedische Meisterschaft in Springreiten 2010

Es ist kaum zu übersehen, dass die Schweden im Allgemein finanziell gut gestellt sind. Anders lässt es sich nicht erklären, dass rund um Stockholm etliche Golfplätze aus dem Boden gesprossen sind und dort nicht nur die älteren Herrschaften spielen, sondern Gut Betuchte jeden Alters. Oder in Schweden ist alles anders und Golf spielen ist erschwinglich? Kaum vorstellbar, da neben den möglicherweise variierenden Gebühren für die Mitgliedschaft in einem Golfclub ja immer noch die Schläger, Schuhe und Lacoste-Pullover hinzu kommen. Wäre man gehässig, könnte man fragen, wieso Golf spielen so beliebt ist. Immerhin gilt es größere Strecken zu Fuß zurückzulegen. Dies machen viele Schweden ansonsten nur per Auto, Boot oder Rolltreppe. Wehe, wenn letztere mal defekt ist.

Aber genug der Sticheleien. Selbstredend gibt es auch in jedem anderen Land faule bzw. bequeme Menschen. Golf und Segeln sind allerdings schlichtweg Sportarten, die sich nicht jeder Mensch leisten kann. Ein weiteres kostspieliges Freizeitvergnügen ist Reiten. Während ich zugegebenermaßen Segler und Golfer eher aus der Ferne kenne, sind mir Reiter durchaus vertraut. Da gibt es natürlich unterschiedliche Typen. Die meisten Reiter betreiben ihr Hobby aus Liebe zum Tier. Dann gibt es jedoch noch die 10%, die Pferde (noch immer) eher als Statussymbol sehen. Die für 700.000 Euro ein Pferd bei einer prestigeträchtigen Auktion ersteigern, das sie doch niemals selbst reiten werden. In Deutschland ist es im Reitsport leider oft noch so, dass die Siegchancen steigen, je mehr Geld man im Portemonnaie hat. Da man nicht selbst über die Hindernisse springt, reicht Talent allein meist nicht aus (es sei denn man findet einen Gönner). Das erklärt auch die vielen adeligen Namen in den Ergebnislisten.

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Die Schönheiten des Nordens: Rentiere

Montag, 25. Januar 2010

Die Schweden haben das Glück, das eines der schönsten Tiere in ihrem Land lebt: das Rentier oder Ren. Das erste, woran man denkt, ist vermutlich der Weihnachtsschlitten. Sobald man nicht mehr an den Weihnachtsmann glaubt, lohnt es sich, noch einmal genauer hinzusehen, was die Tiere auszeichnet. Rentiere gehören zur Familie der Hirsche. Sie leben in Tundra- und Taigaregionen und kommen somit in Nordschweden vor. Das Besondere ist, dass sie als einzige Hirschart domestiziert wurden, also als eine Art Haustier gehalten werden. Vor allem die Samen, die indigene Bevölkerung Nordeuropas, haben sich der Rentierzucht verschrieben.

Nagendes Rentier (Foto: Biillyboy)

Nagendes Rentier (Foto: Biillyboy)

Rentiere sind mit einer Schulterhöhe zwischen 90 und 140 cm vergleichsweise klein. Die größten Vertreter sind die vor allem in Kanada heimischen Karibu. Ungewöhnlich ist, dass sowohl Männchen als auch Weibchen ein Geweih tragen. Das Geweih ist asymmetrisch und sehr individuell geformt. Einmal im Jahr werfen die Rentiere ihr Geweih ab, die Herren bereits im Herbst, die Damen im Frühjahr. Und dann ist da noch das charakteristische Knacken. Bei jedem Schritt knacken die Füße der Tiere. Genauer gesagt die Sehnen der Fußgelenke. Die Klauen sind sehr breit spreizbar, was den Rentieren ein gutes Vorwärtskommen im Schlamm und Schnee ermöglicht und sie außerdem davor bewahrt, im Schnee zu versinken.

Was man den Rentieren vielleicht gar nicht zutraut: Sie sind ausdauernd und schnelle Läufer. Klein und flink im Vergleich zum umschwärmten Elch. Und friedlicher kommen sie auch daher. Wenn sie nicht getötet werden leben die Tiere 10-15 Jahre in Freiheit, 20 Jahre können sie in Gefangenschaft werden. Natürliche Feinde sind Füchse, Luchse, Wölfe und Eisbären und Vielfräße. Schlimmer sind da natürlich die Menschen, welche sowohl das Fleisch als auch das Horn und das schöne Fell nutzen. Sie selbst begnügen sich mit Gräsern. Im langen Winter scharren sie zunächst den Schnee mit ihren Hufen fort, ehe sie am Gras nagen. Weniger ist scheinbar mehr.

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Die Samen – Urbevölkerung Nordeuropas

Freitag, 7. August 2009
rentier-helico-flickr

Rentierherde, Foto: Helico

Wie im vorherigen Artikel erwähnt, muss man Natur und Einsamkeit mögen, um im Norden Schwedens glücklich zu werden. Nach wenigen Wochen würden sich die meisten Menschen vermutlich in den warmen, hellen, abwechslungsreichen Süden oder die Mitte Europas zurücksehnen – zumindest im Winter. Es gibt in Skandinavien jedoch eine Bevölkerungsgruppe, der es so nah am Polarkreis bestens gefällt: den Samen, die als indigene Bevölkerung Schwedens zählen. Sie wohnen in einem weit gestreckten Gebiet im Grenzland von Norwegen, Schweden, Finnland und der russischen Kola-Halbinsel.

Da die Samen die historische Provinz Lappland bewohnt haben, wurden sie früher häufig Lappen genannt.  Der Begriff gilt heute allerdings als negativ konnotiert und wird deshalb gemieden. Sápmi nennen die Samen ihren Lebensraum, und daraus ergibt sich auch die Bezeichnung dessen Bewohner. Samen gibt es erstaunlich wenige, sie könnten gerade einmal eine kleinere Stadt füllen. Schätzungen gehen von 82.000 Personen aus. Davon leben 50.000 in Norwegen, 20.000 in Schweden, 10.000 in Finnland und 2.000 in Russland. Was zeichnet nun die Samen aus? Die Samen haben eine eigene Sprache: das Samische. Nach eigenen Angaben gibt es sehr viele Dialekte dieser Sprache, die sich so stark unterscheiden, dass sie beinahe als eigene Sprachen gezählt werden können. Allerdings sei dabei Vorsicht geboten: Schweden und Norweger behaupten auch, unabhängige Sprachen zu haben, können sich aber ohne Probleme im Gespräch ihre jeweilige Landessprache beibehalten.

Generell sind die Samen keine homogene Gruppe. Von Region zu Region unterscheiden sich ihre Traditionen. Vermutlich sind die Unterschiede größer geworden, nachdem im 19. Jahrhundert die Landesgrenzen neu gezogen wurden und stärkeres Nationalbewusstsein entstanden ist. Natürlich waren die Samen keine Christen, sondern hatten ihre eigene Religion und Mythologie. Diese spielt heute allerdings kaum noch eine Rolle. Lange Zeit galten sie vor allem als exzellente Rentierzüchter. Aber genauso wie die Bayern nicht alle Bierbrauer sind, hat nicht jeder Lappe Rentiere in seinem Garten stehen. Zu früheren Zeiten arbeiteten viele als Fischer oder in der Forstwirtschaft, heute üben sie ganz gewöhnliche Berufe aus. Viele junge Samen verlassen die nördlichen Gebiete und ziehen in Regionen mit mehr Arbeitsmöglichkeiten. Da viele nur noch Schwedisch und kein Samisch sprechen, ist die Integration kein Problem.

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Gelbblaue Elche

Mittwoch, 20. August 2008

“Ach, du warst in Schweden. Da hast du ja sicher einen Elch gesehen!”

Spätestens seitdem ein deutsches Paradeprodukt, die Mercedes A-Klasse, den Kampf gegen einen gehörnten Vierbeiner verloren hat, ist das Klischee Schweden = Elche nicht mehr zu entkräften. Es hat sich in den Köpfen der Deutschen festgesetzt, dass im Land der unberührten Seen und Landschaften ganze Rudel Elche verkehren, die sich gerne von den ausländischen Touristen begutachten, wenn nicht berühren lassen. Klar, was sollte ein Wildtier sonst für einen Sinn in seinem Leben sehen? Die Elche haben sich Schweden ja zudem auch nur als Heimat ausgesucht, da in das beschauliche Land zu Sommerzeiten Tausende von deutschen, dänischen und finnischen Touristen reisen und die oberste Lebensaufgabe eines Elches quasi lautet, sich wenigstens einmal ordentlich von einem Menschen beglotzen oder begrabbeln zu lassen.

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Kampf den Vorurteilen!

Donnerstag, 24. Juli 2008

Schweden das sind Elche, Midsommar und entlegene Seen. Dies ist zumindest das in Deutschland weit verbreitete romantische Bild des Landes. Dabei gibt es Elche nicht nur in ganz Skandinavien, sondern auch in anderen Teilen der Welt. Zudem sind die Tiere objektiv betrachtet ziemlich hässlich und werden oft als harmlos unterschätzt. Midsommar wird vor allem gefeiert, um veraltetes schwedisches Brauchtum aufrecht zu erhalten und/oder sich mehr oder weniger gepflegt zu betrinken. Und die Freude an den schönen schwedischen Seen und der Landschaft nimmt bei vielen Menschen ganz schnell ab, wenn im Sommer Millionen von Mücken das Land heimsuchen. Kurz – es ist nicht alles Gras was grün ist. Ohne Frage ist Schweden ein wunderschönes Land, aber es hat auch mehr zu bieten als der Durchschnittsdeutsche sich vorstellt.

Nationaldag vor dem Schloss

Fragt man eine Schwedin nach ihrer Hauptstadt, so wird sie behaupten, dass Stockholm nicht typisch schwedisch sei. Wie in anderen Ländern auch sind die Hauptstadt und ihre Bewohner nicht sonderlich beliebt im Lande – werden als arrogant und oberflächlich abgestempelt (in schwedischen Filmen ein weit verbreitetes Motiv). Ich behaupte nun aber, dass Stockholm sehr wohl typisch schwedisch und zudem ein ausgezeichneter Ort zum Leben ist. Die Stadt ist jung, chic und strahlt eine unglaubliche Ruhe und Freundlichkeit aus!

In den weiteren Artikeln soll es aus diesem Grunde darum gehen, meine Behauptung mit Argumenten und Anekdoten zu stützen, aufzuzeigen, ob auch andere Personen dieser Ansicht sind und der Versuch gemacht werden, die unbeugsamen deutschen Vorurteile zumindest etwas weicher zu klopfen.

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