Hochwertiges Lakritz aus Dänemark

Mittwoch, 11. April 2012

An dieser Stelle muss ich Werbung für ein Produkt machen. Heute gekauft und schon hin und weg. Es geht um Lakritz aus Dänemark. Die Skandinavier sind ja wie die Niederländer verrückt danach und kaufen, essen und trinken es in allen Varianten.  Aus Schweden erinnere ich mich vor allem an die meist zweifarbigen mindestens 60 cm langen Lakritz-Schnüre in den schillerndsten Farben. Das ist mir in der Regel zu süß und und künstlich. Generell kann mich nicht viel Lakritz begeistern. Aber scheinbar muss man nur die richtige Sorte haben.

Meine Empfehlung sind “Lakrids” von Johan Bülow. Der etwas selbstverliebte 27jährige Unternehmer stellt seit einigen Jahren das schwarze Gold her. Von der Insel Bornholm eroberte das Produkt zunächst Dänemark und kommt jetzt auch nach Deutschland. In Schweden gibt es das bestimmt auch schon. Die Besonderheit liegt in den reinen Zutaten und in viel Liebe fürs Produkt. Verwendet werden u.a. Reismehl, Zuckerrübensirup, Invertzucker, Rohrzucker, Melasse, Lakritzpulver, Rapsöl, Salz, Anis und Wachs. Keine Farb-  und Konservierungsstoffe und es ist glutenfrei.Der Zuckerrübensirup und das Rapsöl kauft Bülow direkt auf seiner Heimatinsel Bornholm ein. Die ganzen Zutaten werden dann mindestens sechs Stunden gekocht und per Hand geformt und zerschnitten.

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IKEA macht sich unbeliebt

Dienstag, 31. Januar 2012
Cloetta in Schweden, Foto: mangan2002

Cloetta in Schweden, Foto: mangan2002

Aus verschiedenen Gründen halte ich nicht viel von IKEA und bin nicht häufig dort. Vor ein paar Tagen war es aber mal wieder so weit und ich musste mit Erschrecken feststellen, dass es in dem Shop nach den Kassen keine schwedischen Produkte mehr gibt. Dort werden jetzt nur noch die Produkte der IKEA-Gruppe verkauft. Das heißt es gibt weder Vasa-Knäckebrot, noch Cloetta-Schokoriegel, Ballerina-Kekse, Bregott-Margarine oder Daim-Torte in den Regalen. Pech für alle Auslandsschweden und Schwedenfreunde, die das Land nicht nur aufgrund von Kitsch-TV-Serien mögen.

IKEA verkauft jetzt nur noch die Produkte, für die sie selbst die Rezepte und Rechte besitzen. Dass die Lebensmittel in Schweden produziert werden, erscheint mir dabei sehr unwahrscheinlich. Warum sollte es bei den Keksen anders sein als bei den Möbeln? Es geht ja doch nur ums Geld.

In Berlin hat man zum Glück gute Alternativen, z.B. einen schönen kleinen Schweden-Shop in Wilmersdorf. Ansonsten muss man auf Internetversand umsteigen oder selbst nach Schweden reisen. Früher hat man sich auf den Urlaub in einem bestimmten Land auch gefreut, weil es nur da diese eine leckere Besonderheit gab. Und Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.

 

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Schwedisches Trockenmittel: Tork

Montag, 17. Januar 2011

Kannst du mir ein Tempo geben? Reichst du mir den Uhu? Das versteht in Deutschland jeder. Um den Beitrag mit Schlaumeierei zu beginnen: Diese Begriffe nennt man Deonyme. Wir wissen, dass Uhu und Tempo jeweils nur ein Markenname sind. Aber diese Marken haben sich so sehr etabliert, dass der Sprecher sich zu 90% sicher sein kann, dass der Empfänger der Botschaft weiß, dass es um einen Klebestift bzw. um ein Papiertaschentuch handelt.

In Schweden sagt man: Kannst du mir ein Tork geben? Und der Zuhörer wird dem Sprecher ein Papiertuch reichen. Tork ist eine Top-Marke einer der größten schwedischen Konzerne: SCA Svenska Cellulosa AB. Das Unternehmen stellt Verpackungen, Papier- und Hygienartikel her. Wir Deutschen kennen die Marke Tork vermutlich vor allem von öffentlichen Toiletten. Es geht um diese grauen oder hellgrünen Papiertücher, die ein wenig an Schleifpapier erinnern.

Wir erinnern uns: Schweden hat einen großen Vorrat an Wald und Bäumen. Früh begann man, Produkte aus diesem Rohstoff herzustellen. Und so gründete sich 1929 das Unternehmen. Bis 1949 fokussierte sich die Firma auf die Produktion von Papiermasse, in den 50ern erweiterte man das Segment um die Herstellung von Zeitungspapier. Ab 1975 beschäftigte man sich mit dem Bereich Hygienartikel, bei dem man durch kontinuierliche Expansion 1990 die europäische Marktführerschaft erreichte. Seit 2007 arbeitet SCA in einem Nebengeschäft mit der norwegischen Statkraft zusammen, um sechs Windparks mit etwa 450 Windrädern in Nordschweden zu bauen.

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Schwedischer Energieriese: Vattenfall

Sonntag, 7. November 2010

Derzeit rollt der Castor von Frankreich nach Deutschland und wird von vielen Protesten begleitet. Die Anti-AKW-Bewegung hat in diesem Jahr ihre Anhänger wieder gut mobilisieren können. Natürlich auch aufgrund der Entscheidungen der Regierung in diesem Politikbereich. Das Thema Energie ist somit wieder brandaktuell.

In Deutschland wird der Strommarkt vor allem von wenigen Großunternehmen beherrscht, also Eon, RWE, EnBW. Dazu zählt aber auch der schwedische Vattenfall-Konzern. Der ist nicht nur in Schweden und Deutschland aktiv, sondern ebenso in Polen, Estland, Norwegen, Dänemark, Finnland und den Benelux-Ländern.

Klettern gegen Vattenfall in Hamburg (Foto: Robin Wood e.V.)

Klettern gegen Vattenfall in Hamburg (Foto: Robin Wood e.V.)

Vattenfall (schwedisch für Wasserfall) ist im Besitz der schwedischen Regierung. 1909 wurde das Kungliga Vattenfallsstyrelsen mit dem Schwerpunkt Wasserkraft gegründet. Damals war vor allem die schwedische Holz-, Wald- und Eisenbahnindustrie Kunde von Vattenfall. Später versorgte das Unternehmen auch die schwedischen Haushalte. 1992 erfolgte dann die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Nur vier Jahre später wurde der schwedische Strommarkt liberalisiert und Vattenfall begann sich auch international zu engagieren. Die 1990er Jahre waren in Europa das Jahrzehnt der Privatisierungen. Goldene Zeiten für den Konzern, der im Ausland jeweils 100%ige Tochtergesellschaften gegründet hat. In Deutschland erfolgte die Liberalisierung des Strommarkts 1998.

Der letzte große Coup für Vattenfall war die Übernahme des niederländischen Unternehmens Nuon. 2009 wurde sozusagen die erste Rate gezahlt, die Vattenfall in den Besitz von 49% der Aktien brachte. In weiteren Schritten soll die komplette Übernahme erfolgen. Damit verlässt das Unternehmen den Ostseeraum und breitet sich in Europa aus. Während man im Heimatland Schweden vor allem auf Kernkraft, Wasser- und minimal auf Windkraft setzt, soll in den Beneluxländern die Gasabteiliung des Unternehmens gestärkt werden. In Deutschland betreibt Vattenfall die drei Kohlekraftwerke Boxberg, Schwarze Pumpe und Lippendorf. Geplant ist außerdem ein neues Braunkohlekraftwerk im brandenburgischen Jänschwalde. In Schleswig-Holstein betreibt Vattenfall außerdem die beiden Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel.

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Die Milch macht’s: Kooperative Arla

Dienstag, 25. Mai 2010

Neben Kanelbullen, diversen Schokoriegeln und salziger Margarine vermisse ich in Deutschland die fantastische Arlamilch. Milch war für mich lange nur in Zusammenhang mit Corn Flakes genießbar. In Schweden habe ich mir allerdings das Trinken purer Milch angewöhnt. Ich weiß nicht, wie die schwedischen Bauern das machen, aber die Milch ist super lecker. Die richtige Milch natürlich, also mit 3,5% Fett und nicht diese Milchversatze mit 1,5 oder sogar nur 0,5% Fett.

Berühmte Arla-Kuh (Foto: Steffe)

Berühmte Arla-Kuh (Foto: Steffe)

Und schön zu wissen, dass hinter Arla nicht ein profitgieriger Multikonzern steht, sondern 5300 schwedische und 6300 dänische Bauern. Diese haben sich in einer Kooperative zusammengeschlossen. Sie sind sowohl Lieferanten für ihr Unternehmen als auch Besitzer. Alle Mitglieder haben dabei das gleiches Stimmrecht.

Unterschätzen sollte man das ökonomische Verständnis der Landwirte jedocht nicht. 2000 erfolgte die Fusion zwischen der dänischen MD Foods un der schwedischen Arla. Arla besitzt  heute 19 Tochtergesellschaften in unterschiedlichen europäischen und internationalen Ländern, darunter Vietnam und China. Auch in deutschen Supermärkten sind immer mehr Arla-Produkte zu haben. Die größten Umsätze werden jedoch noch in Dänemark, Schweden und Großbritannien gemacht.

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Schokowerkstatt Cloetta

Montag, 10. Mai 2010

Schweden ist ein Land mit relativ wenigen Einwohnern. Aber diese Einwohner können sich freuen, denn ihr Heimatland ist in Sachen Schokolade bestens versorgt. Im Ausland ist Marabou am bekanntesten (gehört mittlerweile allerdings zu Kraft), in Schweden selbst ist die Firma Cloetta vermutlich ebenbürtig. Und Cloetta liegt mit seinem Kex-Riegel meiner Meinung nach ganz vorne in der Konkurrenz um den weltweit oder zumindest europaweit besten Schokoriegel. Einfach (und) lecker!

Ein Blick in die Firmenhistorie zeigt allerdings, dass Cloettas seine Wurzeln gar nicht in Schweden hat. Drei Schweizer Brüder,  Bernhard, Christoffer und Nutin Cloetta, gründete das Unternehmen 1872 in Kopenhagen. Die Brüder haben das Süßigkeiten-Handwerk vorher in der Schweiz und in Frankreich gelernt und diese Rezepte in den Norden Europas getragen. Aber sie stellten nicht nur Schokolade her, sondern auch Konfekt, Trinkschokolade und Karamellbonbons. Die schwedischen Leckermäule fanden schnell Gefallen an den Cloetta-Produkten, so dass die drei Brüder sich entschlossen, auch in Malmö die Schokopresse anzuwerfen. Einige Jahre später, 1901, zog das Unternehmen nach Ljungsbro, in die Nähe von Linköping, wo bis heute der Hauptsitz Cloettas liegt. Die Schweizer Geschwister konnten ab 1917 vermutlich in Geld schwimmen, da sie das erfolgreiche Unternehmen an  Svenska Chokladsfabrik AB verkauften, welches zu großen Teilen der Familie Svenfelt gehörte. Der Name Cloetta blieb jedoch.

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