Citybanan – Tunnel quer durch Stockholm

Sonntag, 10. April 2011
Baubeginn Citybanan 2009 (Foto: Holger Ellgaard)

Baubeginn Citybanan 2009 (Foto: Holger Ellgaard)

Nicht nur in Stuttgart wird derzeit fleißig an Eisenbahnschienen gearbeitet. In Stockholm wird seit 2009 ein Tunneln für zwei Schienenstränge gegraben, die den Zugverkehr erheblich verbessern sollen. Aktuell besteht das Problem, dass alle Züge von und nach Stockholm durch die so genannte Wespentaille müssen. Die Wespentaille ist der zweigleisige Schienen-Streckenabschnitt zwischen Gamla Stan und Riddarholmen. Wir erinnern uns: Stockholm liegt auf verschiedenen kleinen Inseln (schwedisch “holme” bedeutet etwa Inselchen). Diese Inseln müssen verkehrstechnisch verbunden werden. Das haben die findigen Schweden bereits während der Industrialisierung um 1871 getan. Allerdings haben sie sich auf zwei Gleise verständigt, die für die damaligen Anzahl an Zügen völlig ausreichten. Bis heute ist der Verkehr natürlich stark gestiegen, die Tunnelbana (U-Bahn) kam um 1930 hinzu, der Pendeltåg (S-Bahn) wurde um 1968 eingeführt. Beide Verkehrsmittel nahmen stetig an Bedeutung zu, so dass die Auslastung derzeit bei 24 Zügen pro Richtung pro Stunde liegt.

Man kann sich vorstellen, dass es einer logistischen Meisterleistung bedarf, um den täglichen reibungslosen Ablauf des Zugverkehrs zu regeln. Probleme an den Gleisen der Wespentaille können den kompletten Zugverkehr lahmlegen. Ein derart sensibler Streckenabschnitt macht natürlich viele Menschen nervös und sollte in der heutigen Zeit auch nicht mehr als gegeben hingenommen werden müssen. Also mussten Lösungen her.

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T-Centralen: Knotenpunkt Stockholms

Donnerstag, 25. März 2010
Spottkoppen Foto: Michell Zappa

Spottkoppen (Foto: Michell Zappa)

Es gibt Orte, die hasst man und liebt man zugleich. Bahnhöfe sind solche Orte. Kommt man müde von der Arbeit, gibt es nichts Nervigeres als einen trubeligen Bahnhof, in dem man sich mit Tausenden von anderen Menschen durch die schmalen Gänge schiebt und sich darüber ärgert, den direkten Anschlusszug nicht bekommen zu haben. Gleichzeitig ist ein großer Bahnhof ein fantastischer Ort, um sich seine Mitmenschen oder auch den Querschnitt der Bewohner eines anderen Landes anzusehen. Am Bahnhof treffen sich Menschen jeden Alters, jeder Weltanschauung und jeder Schicht.

In Stockholm setzt sich der Hauptbahnhof zusammen aus Stockholm Centralstation (Stockholm C) für den Zugverkehr, T-Centralen für den U-Bahnverkehr und Cityterminalen für den Busverkehr. Sie liegen aber direkt neben- und untereinander, so dass man meist nicht genau weiß, in welchem Teil des Bahnhofs man sich jetzt eigentlich befindet. Neben der Eisenbahn hält hier auch die S-Bahn (der so genannte Pendeltåg), Stadtbusse, Flughafenbusse und der Arlanda-Express (ein Schnellzug vom Flughafen Arlanda zum Hauptbahnhof, der ca. 20 Minuten für die Strecke benötigt). Da verwundert es nicht, dass man die Anlage einige Mal durchquert haben muss, um sich nicht mehr zu verlaufen und dort rauszukommen, wo man auch wirklich hinwollte. Schätzungsweise 450.000 Menschen tummeln sich Tag für Tag in den Gängen und Hallen des Hauptbahnhofs.

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Es geht voran: City-Maut in Göteborg

Montag, 1. Februar 2010

“Keine Atempause, Geschichte wird gemacht: Es geht voran!” (Fehlfarben)

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, was lange währt, wird endlich gut, viele kleine Schritte können das Gesicht der Welt verändern, and so on. Es wird das Weltklima nicht von heute auf morgen retten, aber die Schweden weisen mal wieder in die richtige Richtung. In Göteborg wurde gerade über Parteigrenzen hinweg beschlossen, eine City-Maut einzuführen. Ab 2013 werden die Autofahrer zur Kasse gebeten, welche sich in das Verkehrsgewühle Göteborgs stürzen.

Da ich Göteborg bisher nur einen sehr flüchtigen Besuch abgestattet habe, mag ich nicht die beste Urteilsperson sein. Die erste Frage, die ich mir gestellt habe, als ich die Meldung gelesen habe, war allerdings: Benötigt eine eher beschauliche Stadt wie Göteborg eine Maut, die den Namen City trägt? Aber – man möge mir die Großstadtarroganz verzeihen – scheinbar haben auch andere Städte vergleichbarer Größe dieses Mittel ergriffen. In Europa erstaunlicherweise zwei italienische Städte: Bologna und Mailand (diese mit etwa doppelt so vielen Einwohnern wie Göteborg). Außerdem Trondheim, Bergen (war 1985 Pionier einer City-Maut) und Durham in England. Bekannt dürfte sein, dass Autofahrer in Londons Kern täglich schon etwa acht Pfund zum Passieren bezahlen. Äußerst erfolgreich kann die Mauteinführung in London genannt werden: 15% weniger Verkehr ist in Stadtkern gemessen worden, 20% weniger Unfälle und natürlich weniger Abgase und Lärm.

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